2 Kommentare zu “(Deutsch) InterFace Geschichte #10 – Ein “HIT” wird geboren! oder: 25 Jahre Scrum!”

  1. Bernhard Findeiss (Thursday October 23rd, 2008)

    Hallo Roland,

    Alter Wein in neuen Schläuchen ist auch deshalb so gut, weil dabei der Bodensatz verloren geht.

    Bezogen auf Scrum meine ich damit, dass von den Vorläufern von Scrum (die es ja gegeben haben muß,
    wenn man sagt “Alter Wein…”) nur das übernommen wurde, was sich als richtig und tragfähig erwiesen hat. Der Rest (der Bodensatz…) wurde wieder fallengelassen. Scrum ist daher nichts komplett Neues,
    das sich erst noch beweisen muß, sondern eher ein über die Jahre gereiftes Produkt, von dem im Laufe der Zeit nur die besten Bestandteile übriggeblieben sind.

    Für mich ist das einer der Hauptgründe, warum Scrum tatsächlich funktioniert, und sich sowohl bei den Programmierern, als auch beim Management etablieren konnte!

  2. Axel (Monday October 27th, 2008)

    auch meine 2 cents dazu:

    So wie Du das beschreibst, war die Entwicklung von HIT in weiten Bereichen wirklich hoch flexibel. Außerdem habt Ihr natürlich, wie Du beschreibst, auch ein gutes schlagkräftiges Team gehabt und die (überlebenswichtigen) Vorteile von intensiver direkte Kommunikation zu nutzen gewusst. Auch die bewusste Orientierung der (Weiter-)Entwicklung auf den Kundennutzen ist ein Schlüsselfaktor für ein (mindestens) überlebensfähiges, eher schon marktaufbrechendes Produkt.
    Jedoch gibt es auch einige Aspekte in Deiner Schilderung, wo ich im Vergleich zu Scrum durchaus Potential sehe: Zuvorderst (und da haben wir ja womöglich auch einen rollenspezifischen Interessenskonflikt, auch wenn ich eigentlich glaube, dass der gar nicht da ist) sehe ich die beschriebenen Nächte bis zum Morgengrauen als kritisch. Scrum fordert eine Belastung, die nachhaltig durchsetzbar ist. Hier gibt es auch Untersuchungen (siehe etwa http://jeffsutherland.com/scrum/2008/09/maxwell-curve-getting-more-production.html), die nahelegen, dass mit weniger Arbeit sogar mehr Produktivität einher geht. Zum anderen gibt es in Scrum auch das Pull-Prinzip (Kanban), nach dem sich das Team auf die Aufgaben bis zum nächsten Sprintende festlegt.
    Ich könnte hier noch ellenlang weitermachen, das liegt jetzt aber nicht daran, dass die Entwicklung von HIT so viel Kritikpunkte offenlassen würde. Ich bin da eher der Überzeugung, dass Ihr damals aus den gegebenen Umständen das optimale herausgeholt und viele innovative Vorgehensweisen schon intuitiv eingeführt habt. Aber mein (inneres) Feuer für Scrum sagt mir, dass da noch soo viel mehr zu tun und zu verbessern wäre 😉

    Insofern – danke für den spannenden Artikel. Um in der bereits verwenden Metapher zu bleiben. ich denke Ihr habt damals einen tollen Jahrgangswein in die Schläuche gefüllt, der manchem Liebhaber auch heute noch mundet. Scrum ist für mich weniger ein neuer Schlauch für den Wein, sondern eher die Anleitung dafür, wie ich mich in meinem Weinberg immer weiter verbessere mit dem Ziel Spitzenweine zu machen.

    So long – Axel

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