Roland Dürre
Saturday March 21st, 2020

(Deutsch) Korona: Was wir alles falsch machen.

Sorry, this entry is only available in German.

5 Kommentare zu “(Deutsch) Korona: Was wir alles falsch machen.”

  1. Hans Bonfigt (Sunday March 22nd, 2020)

    Herr Sarrazin hat versucht darzustellen, wie fatal sich unkontrollierte Vermehrung in Afrika (und jetzt auch bei uns) auswirkt. Die Vermehrung von Kaninchen, Afrikanern und aggressiven Viren ist schon im Mittelalter untersucht worden – von Fibonacci.
    https://www.youtube.com/watch?v=ODnORfNigfg
    Kein “Planungsteam”, womöglich noch ein “agiles”, kommt gegen die grausame Schönheit einer Exponentialfunktion an. “IT” und “Digitalisierung”, das wissen wir unterdessen gesichert, haben den Menschen eher geschadet als genutzt. “Microsoft Windows” und die eingebildete “Sicherheitsinfrastruktur” vernichten Version für Version mehr menschliche Lebenszeit als alle deutschen Vernichtungsläger zusammengenommen.

    Wir wissen: Die Fibonacci-Folge konvergiert gegen den “goldenen Schnitt”, wenn wir diesen als Faktor bestimmen als Lösungsmenge der Gleichung x = (1-x)/x , dann landen wir bei etwa 0,62 –. Für Deutschland nur Gold — wenn wir bei 80 Millionen von einer Infektionsrate von 62% und einer Mortalität von 5% ausgehen, dann dürfen wir mit etwa 2,5 Millionen Toten in den nächsten Monaten rechnen.

    Von Merz lernen heißt siegen lernen — Sie glauben doch wohl nicht ernsthaft, jener hätte sich unabsichtlich infiziert? Diejenigen, die es frühzeitig erwischt, haben eine reelle Chance auf Intensivbetreuung. Die anderen nicht. Deswegen ist das “Abflachen” der Infektionskurve m.E. eine sinnvolle Maßnahme. Auf die Vernunft der Menschen zu zählen ist unterdessen nicht angeraten – Sie sehen das an der “Flüchtlings”politik.

    Wir leiden, nicht nur in Europa, sondern vor allen Dingen in Afrika oder China, an Überbevölkerung. Insgesamt könnte die Pandemie also unterm Strich nützlich sein.

    Und wenn ich mich so umsehe: “Rex Gildo” ist ja freiwillig aus dem Fenster gesprungen, “Roy Black” hat sich ins Jenseits gesoffen, Dirk Bach hat sich dorthin gefressen, Herr Möllemann hatte den Mut zu springen — aber das geht alles so langsam. Auf meiner persönlichen “Hitliste” stünden noch “Roberto Blanco”, Thomas Gottschalk, Margot Kässmann, Jean Pütz, sämtliche Talkmeister*Innen, Greta, jede Art von PC-“Gamern” … oh, da käme einiges zusammen. Das kann nur ein Virus bewältigen.

  2. Detlev Six (Sunday March 22nd, 2020)

    Lieber Roland, auch du kannst das Ergebnis von Corona nicht vorhersehen: Spanische Grippe? (25 Millionen Tote, davon 18 Millionen Inder), internationale Verkehrstote? (1,3 Mio, wie von dir erwähnt) oder “nur” die 5-fache Menge der deutschen Grippetoten von 2018? (zusammen 100.000 Tote). Aber was du kannst, ist die Effekte von Eskalation und Deeskalation zu demonstrieren. Du hast bei jedem deiner vier posts Leser verloren, also eine lineare Schrumpfung erreicht, statt eines exponentiellen Wachstums, wie es die Horrorburschen der Medien anstreben. Ich spreche hier nicht vom Virus, sondern von der Angst. Wie schon Nietzsche sagt: “Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund in dich hinein.

  3. rd (Sunday March 22nd, 2020)

    Lieber Detlev,
    ich schreibe zweckfrei und für mich. So ist er mir egal, wie viel Leser ich habe. Und wenn ich durch angstfreie Artikel Leser verliere, die Angst brauchen, dann ist mir das nicht mal unrecht. Oder anders gesagt, mit meinem Schreiben will ich nicht bekehren, sondern mich selber von Angst befreien. Weil ich Angst weder mag noch brauche.
    Zum Virus: Ich habe immer noch Angst vor dem Sterben. Aber sie wird mit dem Alter immer weniger. Am meisten Angst habe ich aber vor einem langen Leidenstod in einem Krankenhaus, isoliert, an Schläuchen hängend und künstlich beatmet. Und wenn am Ende meiner Tage da ein Virus vorbeikommt und mich davor bewahrt, dann wäre das vielleicht gar nicht so schlecht.

  4. Martin (Monday March 23rd, 2020)

    Lieber Roland,

    hinsichtlich der Informationen vom RKI gebe ich dir völlig Recht. Was Meister Wieler da regelmäßig erzählt, ist eines Wissenschaftlers und Leiters einer solchen Organisation m. E. unwürdig. Ich staune, dass die Presse ihn noch immer so sanft anfasst. Hoffentlich ist die Substanz im RKI besser, als der Leiter.

    Was deine Kritik bezüglich fehlender Prognosen zu den Maßnahmen angeht, folge ich nicht ganz. Wenn es schon so schwer ist, Zahlen und Fakten zum Virus zu erheben, so sind Prognosen zu möglichen Maßnahmen reine Spekulation. Ich bin hier über jede Annahme und Mutmaßung froh, die von Experten nicht ausgesprochen wird.

    Und auch deinen Punkt zur mangelhaften Kommunikation könnte ich so nicht mittragen. Denn der Wunsch nach Transparenz steht m. E. in einem Zielkonflikt mit dem Wunsch nach klaren Ansagen. Du selbst kritisierst “Auch weil die Experten verschiedene Meinungen hatte, die auch noch alle drei Tage geändert wurden.”. Du hast ja Recht: Unterschiedliche Meinungen von Experten möchte keiner hören und Zickzackkurse sind unbeliebt. Genau das widerspricht aber deinen Ausführungen zum agilen Management (“sense and react”) komplexer Lagen.

    Alles in allem finde ich deinen Beitrag sehr vernünftig und wertvoll. An einigen Stellen scheint er mir aber noch nicht ganz ausgegoren zu sein.

    Viele Grüße

    Martin

  5. rd (Monday March 23rd, 2020)

    Lieber Martin,

    danke für die nette Rückmeldung. Du hast Recht, das Thema ist so kompliziert / komplex, da fällt es mir schwer, ausgegorene Gedankengänge vorzubringen. Weil ja alles in Bewegung ist. Aber gerade Deine Rückmeldung bringt mich dazu, einigee Gedanken klarer zu machen. Meine Kritik geht ja in mehrere Richtungen.

    Zu Herrn Wieler will ich nur anmerken: Wie ich das von mir erwähnte Zitat von ihm gehört habe, musste ich an einen Vortrag von Bill Gates denken, bei dem er eindringlich vor Jahren vor der Gefahr von Virus-Pandemien gewarnt hat. Bei meinen Reisen habe ich dann die Slums in Indien (Mumbai und Neudehli) und in südamerikanischen Städten gesehen. Da fühlt man die von Gates erwähnte Bedrohung förmlich. Und so meine ich, dass man als Chef vom RKI einerseits vor solchen Epidemien eindringlich hätte warnen müssen und Vorsorgemaßnahmen einführen oder zumindest fordern müssen, wie eine digitale Infrastruktur, die dann mit der Datenlage qualifiziert fertig wird oder auch die Bereitstellung ausreichender Notfall-Betten und -Versorgung.

    Zu unausgegoren: Ausgegoren bei solchen Themen, das schaffe ich alleine nie. Vielleicht muss man dazu viele Barcamps einrufen zum Thema “Umgang mit Seuchen”, damit man eine objektiv halbwegs richtige und belastbare Bewertung und entsprechendes Wissen bekommt. Und ohne die Crowd geht das eh nicht. Das ist ja meine Bewertung, das die ganze Aufstellung des Krisenmanagement so sehr nach der “Welt von gestern” riecht. Alte weiße Männer, die von alerten Jung-Manager-Typen vorgeführt werden und Frauen, die entweder männlicher auftreten als die Männer oder aus der metoo-Welt zu kommen scheinen, bestimmen unser Schicksal. Und richten einen Riesenschaden an. Der vielleicht am Schluß gar kein Schaden ist. Zwischendurch freue ich mich über solche Unfälle, weil ich von dem permanenten Wachstumszeug eh die Nase voll habe.

    Vor kurzem habe ich vom Film Oeconomia von Carmen Losmann berichtet, der auf der Berlinale gezeigt wurde. Am Ende wurde ausgesagt, dass wohl nur noch um die Frage geht, ob die Welt zuerst am ökologischen Debakel oder am ökonomischen zugrunde geht.

    Dank Corona könnte die Chance gestiegen sein, dass die Bewohner des Planeten eine Chance haben, dzuerst ökonomisch zu Grunde gehen.

    Viele Grüße zurück.

Kommentar verfassen

*