Roland Dürre
Friday November 27th, 2009

“My Liberties” or “Definition and Polemics!”

Here is my small and doubtless “dilettante” contribution on rhetorics, polemics and the precision of language.
On the presentation of  HYPERLINK “http://if-blog.de/rd/unternehmertum-oder-freiheit/” \o “Bericht meines Vortrages Unternehmertum” Unternehmertum, I recently gave you a list of seven possible definitions of liberty:

You are willing and able to live your life on your own authority.

  • You cannot do whatever you wish to do, but you will never be forced to do something you do not want to do.
  • You can balance your conscious and subconscious interests.
  • You promote both your own and other people’s personal lives, rather than minimizing it.
Or also:
  • You fear nothing and nobody (Konstantin Wecker, “Willy”).
  • You live in harmony with the Great Secret (Willy Michel, Isarindianer).
  • Freedom is just another word for nothing left to lose! (Janis Joplin, Me and Bobby McGee)

Now I heard yet another definition:

  • Your own liberty ends where your neighbour’s liberty begins.

To me, all these definitions seem like sincere attempts at coming to terms with the meaning of the word liberty. They assume that liberty might actually exist and try to clarify on different linguistic levels what it might mean.

My list of liberties has been added to by our chief commentator Chris as follows:

Roland forgot about my definition of freedom:
“an illusion resulting from contentment”.
…
(see comment by Chris on
Unternehmertum)

I took some time digesting this sentence. Finally, I concluded:

  1. By definition, a definition is an agreement for linguistic usage.
  2. But a definition is not a statement saying that something might exist or not.
  3. The “definition” by Chris implies that freedom does not exist (freedom as illusion).
  4. Since the existence of freedom is negated in the sentence, this sentence cannot be a definition of freedom.
  5. You cannot improve your knowledge of freedom unless you have first defined freedom.
  6. And then the sentence also explains why (stupid) people assume that such a thing as freedom exists.
  7. Consequently, the sentence is polemic, but it does not provide us with a definition.

This is an excellent example for insincere and polemic rhetorics as it can be found particularly in leading articles and political oratories. Something hidden is implied and the reader is left to draw a logical conclusion from the implication. Consequently, the reader or audience makes the camouflaged hypothesis his own without further criticism and comes to the same conclusion. If he had critically asked his own questions about the “planted” implication, he would soon have found out that his own opinion differs greatly from that of the politician or commentator.

🙂 That is why I will not copy the “definition” by Chris into my “collection of definitions of liberty”. Instead, I will list them among “examples for polemic and alluring rhetorics”!

Did I succeed in shedding a little light on what a definition is and why insincere dialectics can do so much harm? I admit that I find it extremely hard to give a satisfactory definition of liberty!

RMD
(Translated by EG)

🙂 Dilettantisme, in my definition, is something absolutely positive!
P.S.1
🙂  That is the problem with chief commentators!
P.S.2
A correct use of language is also important in engineering, for example Requirement Engineering” requirement engineering. Now, that is something I feel more comfortable with. After all, I studied mathematics, not philosophy.

7 Kommentare zu ““My Liberties” or “Definition and Polemics!””

  1. six (Friday November 27th, 2009)

    Roland, Chris Definition von Freiheit finde ich kein bißchen weniger definitorisch oder kryptisch als zwei von Deinen “Definitionen”. Wie kann ich bewußte und unbewußte Interessen in Einklang bringen, wenn ich meine unbewußten Interessen gar nicht kenne? (dazu müßten sie ja bewußt sein) Wie soll ich im Einklang mit dem großen Geheimnis leben, wenn ich es nicht kenne? (ich nehme an, im Stamm der Isarindianer ist das Geheimnis, was für die Freudianer das Unbewußte ist) Das ganze Leid mit den Definitionen, wann sie welche sind, ob sie welche sind, ob sie was taugen, ob man sie nachempfinden kann, liegt im falschen Ziel: der Präzision. Auch Du huldigst ihr in Deiner Einleitung. Lass Dir von einem erfahrenen Schlampenhund der Sprache sagen, dass Präzision in der Sprache nicht möglich ist. Dafür ist Sprache zu mehrdeutig. Das einzige Ziel, das Du mit ihr erreichen kannst, ist Klarheit. Präzision klebt an den Worten, Klarheit ermöglicht die Beschreibung einer Idee (also in Deinem Fall “Freiheit”), die weitgehend unabhängig von (präzisen) Worten ist. Wenn also zwei Menschen mit ihren eigenen Worten Freiheit beschreiben und ein dritter kann erkennen, dass sie dasselbe meinen, dann ist Klarheit erreicht. Halten zu Gnaden für meinen lehrmeisterhaften Auftritt, aber hier saß ich und konnte nicht anders.

  2. rd (Friday November 27th, 2009)

    Detlev – Danke. Aber Tadel 🙂 – Dein toller Beitrag wäre auch einen eigenen Post wert gewesen! Solche Gedanken sollten nicht im Kompost der Kommentare verrotten! 🙂
    RMD

  3. hans-peter kühn (Saturday November 28th, 2009)

    Ich möchte hier eine kleine Jubiläumsfeier anregen, dies war nämlich der 500. Artikel von Roland. Er ist damit Autor von 64,9% aller posts, wie ihr Internetties euch ausdrückt.

    Aber nun mal ernsthaft: Die drei fruchbarsten Autoren des blogs, das heisst Roland, Grünsix und HPK schreiben 78,8% aller Artikel, 1 Kommentator (Chris) macht etwa 95% aller Kommentare, was mich wieder auf die Freiheit bringt.

    Dieser blog ist, vom Konzept her, ein Theater der Freiheit der Meinungsäusserung. Die Leserschaft des “Klinsmannartikels” (628) definiert den potentiell weitesten Leserkreis oder die Gesamtbevölkerung des blogs. Wie oben angeführt, stehen 4 Personen oder 0,6% der Bevölkerung, zu fast 80% als Garanten der Veranstaltung. Die Distanz zu der berühmten 20/80 Regel beträgt Lichtjahre, der blog ist eine monopolistische Veranstaltung der Meinungsäusserung einer marginalen Gruppe von Gurus denen 624 Afizionados blind folgen, von denen keiner die ihm garantierte Meinungsfreiheit praktiziert.

    Freiheit, die nicht umgesetzt wird existiert nicht, der blog ist im Vakuum ohne Freiheit und Unfreiheit. Das kann jedoch Roland nicht entmutigen und dafür verdient er unseren höchsten Respekt.

    Lieber Roland, wir machen weiter!!!!

  4. rd (Saturday November 28th, 2009)

    @HPK: Danke! Sobald andere mehr schreiben werde ich weniger schreiben und meine gesparte Zeit für weitere Themen und nach meiner Meinung wichtige Aktivitäten einsetzen (da liegt mir neben der InterFace AG nicht nur duerre.de am Herzen sondern auch moderne Internet-Themen wie Live-Streams, was ist Google und manches mehr.

    Aber ein Blog lebt halt auch von der Regelmäßigkeit des Erscheinens von aktuellen Artikeln …

    Andererseits, die Entwicklung ist positiv, gut Ding braucht Weile und ich sehe viele neue Ansätze wie z.B. Markus/Francis mit Agent-Orange-Kinder. Oder Kambodgia?

    RMD

  5. hans-peter kühn (Saturday November 28th, 2009)

    Ich werde aus Kambodgia im Wochentakt berichten (mit Photos). Die Regelmässigkeit meiner Rezensionen könnte sich jedoch während dieser Zeit etwas reduzieren.

    Wir sind vom 10.1. 10 bis 10.3.10 vor Ort

  6. hans-peter kühn (Saturday November 28th, 2009)

    Ach ja, noch einen Gedanken zur Freiheit.

    Für mich ist Freiheit auch die Möglichkeit zu haben mit seinen ureigenen Überzeugungen zu scheitern. Das scheint mir besonders für die Freiheit von Unternehmern zuzutreffen.

  7. mb (Tuesday December 1st, 2009)

    Sehr interessanter Beitrag Roland! Hat mich angeregt, auch mal ein paar Zeilen zur Freiheit verfassen. 🙂

    Hier noch ein wenig Kritik:

    Eine Definition Freiheit, so weit ich sie bisher mit diversen Gruppen erarbeitet habe, umfasst vor allem zwei Aspekte (,welche auch Kant so erarbeitete):

    1) Negative Freiheit (Freiheit von …)
    2) Positive Freiheit (Freiheit zu …)

    Erstere ist relativ unstreitbar. Zweitere wohl am ehesten annäherbar über Freiheitsgrade.

    Im Hinblick darauf ist:
    * Willens und fähig sein, sein Leben eigenverantwortlich zu führen. –> eher eine Definition von Eigenverantwortung
    * Nicht alles tun und lassen dürfen, aber nicht gezwungen werden, Dinge zu tun, die man nicht tun will. –> Negative Freiheit
    * Seine bewussten Interessen und unbewussten Interessen in Einklang bringen. –> Ein sehr interessantes Konzept, das wohl in einer positiven Emotion mündet, welche dann allerdings für ein Freiheitsgefühl verantwortlich sein kann.
    * Eigenes und fremdes personales Leben eher zu mehren als zu mindern –> eine moralische Verhaltensmaxime (Biophilie genannt 😉 ), die aus Freiheit entstehen kann, die aber selbst wohl nicht Freiheit ist
    oder auch
    * Vor nichts und niemanden Angst haben (Konstantin Wecker, “Willy”). –> das scheint mir eher Leichtsinn oder Hochmut zu sein 😉 – aber ernsthaft: hier handelt es sich wohl eher um negative Freiheit
    * Im Einklang mit dem großen Geheimnis leben (Willy Michel, Isarindianer). –> wohl eher eine Art von Harmonie, aber vielleicht auch in einem Wohlgefühl wie oben resultierend
    * Freedom is just another word for nothing left to lose! (Janis Joplin, Me and Bobby McGee) –> s.o. auch hier handelt es sich um negative Freiheit

    Die Analyse von: “an illusion resulting from contentment” finde ich sehr interessant. In Deiner Analyse finde ich nur streitbar: “2. Eine Definition ist aber keine Behauptung, dass es etwas gibt oder nicht gibt.”
    Natürlich kann man kritisch behaupten, dass das zu definierende in einer gewissen Weise existiert, wenn auch nur als sprachlicher oder geistiger Gegenstand. Was soll denn auch Freiheit sein? Um aber nicht zu ausschweifend zu werden: ich finde die Polemik-Analyse sehr gut gelungen! 🙂

    Zusammengefasst: etwas metaphorische Definitionen, aber sie regen zum Nachdenken an. Insofern gefallen sie sehr gut 🙂

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