On November, 8th, Sina Trinkwalder wrote on Facebook.

sina

You simply have to sit down and realize; what currently happens in Germany is not “like 1933”.

In those days, the people followed a rat-catcher, because there was mass unemployment. They went onto the streets hoping for a better life.

Today, the people follow a rat-catcher, regardless of the fact that, officially, with 2.6 million unemployed, we have full employment. They populate the streets because they fear they might have to share even a slight morsel of their unjustified wealth.

That is the difference. Both are comprehensible. Both are condemnable. And the social community must oppose both

I found it impossible to resist, so I commented:

I rather like the term “unjustified wealth”. And I would find it a good idea for us to, at long last, step by step reduce our “reserves in wealth”. Incidentally, I find going places by car a good metaphor for unjustified affluent behaviour.

Wouldn’t that be a good place to start renouncement? – See also #aktmobcmp.org

The reply was:

Do I understand correctly: if you work in car production, that makes you an “unjustified affluence profiteer”?

Again, I could not resist and replied somewhat polemically:



Well, naturally the conclusion “if you work in car production” is wrong in many logical/dialectical ways. For me, everyone who takes more from the world than his due is an “unjustified affluence profiteer”. And I am afraid we all who write so wisely belong in that category. As to cars: I actually do believe that it is possible today to use your competence, creativity and intelligence for more important things than for building cars. After all, cars kill more than 1.3 million persons world-wide and, for example in Bavaria, the motorised individual traffic (cars) generates more carbon dioxide per capita than would be allowed even if you even wanted to preserve the current situation.

But I truly believe that the term “unjustified wealth“ as entered into the discussion by Sina is a very central term. So far, I never used it. It gave me pause.

I believe you should extend it to read “unjustified collective wealth”. And we should never forget that, basically, whatever we do is oriented towards the goals of “protecting our acquired possession” and “preserving habits that are often nonsense (and sometimes even detrimental)”.

If, however, we continue as before, a world that was once worth living in for me will probably be lost very few generations from now. And that is not an attractive idea in my book, because in some way or other, I see myself as part of an entity – and that also includes the dimension of time. Maybe we already lost our nice world …

RMD
(Translated by EG)

8 Kommentare zu ““Unjustified Wealth” and “Protection of Acquired Possession”… Two Unfortunate Siblings!”

  1. nomad (Tuesday November 10th, 2015)

    Ich bin ja sicher kein FDP-Wähler, aber ich wundere mich manchmal trotzdem darüber, dass der Gedanke scheinbar so sperrig ist, dass er in deutsche Gehirnwindungen einfach nicht reinpasst:
    “Wenn jemand mehr hat als andere, könnte es daran liegen, dass er dafür gearbeitet hat.”.

    Ein weiterer abwegiger Gedanke wäre:
    “Wenn jemand arbeitet, macht er dass, damit er selbst davon etwas hat, und nicht für andere.”

    (Das ist so natürlich nicht ganz richtig. Der Mensch arbeitet selbstverständlich auch für andere. Es ist aber das Recht dessen, der den Wohlstand geschaffen hat, zu entscheiden, mit wem er ihn teilt. Und nicht das Recht einer Welterklärerin auf facebook, anderen diese Entscheidung abzunehmen!)

  2. Hans Bonfigt (Tuesday November 10th, 2015)

    Frau Trinkwalder zolle ich großen Respekt.

    Dennoch ist sie es, die auf “Rattenfänger”, die einen alleinseligmachenden “Konsens” propagieren, der von vorn bis hinten stinkt.

    Der mediale Lynchmob bekreischt hysterisch den “Flüchtlingshaß”. Es gibt noch andere mögliche Reaktionen als “Wilkommenskultur” und Haß.
    Bei mir ist es zum Beispiel eine gute Portion Ekel vor der islamisch pervertierten “Kultur”.
    Persönlich möchte ich nix mit Menschen zu tun haben, die ihre Frauen erniedrigen, Homosexuelle hinrichten und einen wilden Mann markieren, wenn man so einen dämlichen Koran ins Klo schmeißt.
    Eigentlich habe ich nichts gegen “Wirtschaftsflüchtlinge”, hätte ich heranwachsende Kinder, dann würde ich auch sehen, daß die bessere Chancen bekommen. Aber in einer Zeit, in der es wirklich politisch Verfolgte gibt, wird der “Sozialtourismus” zum Verbrechen, weil er den wirklich Hilfsbedürftigen dringend benötigte Ressourcen nimmt.

    Es ist schön, wenn Frau Trinkwalder eine möglichst gerechte Welt will. Aber ich möchte mir die Mitmenschen aussuchen, mit denen ich teilen will.

    Wenn ich höre, daß sich einige dieser Menschen untereinander betrügen, indem sie sich gegenseitig Fahrplanauskünfte als Fahrkarten verkaufen, dann bekomme ich schon einen heiligen Haß. Wenn Frau Scheswig parliert, “Seine Famillienangehörigen nicht aus dem Krieg nachzuholen – das ist schwer vorstellbar”, dann möchte ich dagegen halten, daß es für mich schwer vorstellbar ist, meine Familienangehörigen im Krieg zu LASSEN und alleine ‘rüberzumachen.

    Ganz übel wird mir, wenn ich mitbekomme, wie die Medien, die gar nicht mehr merken, wie gleichgeschaltet sie sind, auch heute noch das unglückliche Pirincci-Zitat wissentlich falsch wiedergeben. Kernaussage war: “Die ‘politische Klasse’ geriert sich als Blockwart gegen das eigene Volk”. Das stimmt schon seit Jahren, es wird Politik gegen das Volk betrieben.
    Daß jetzt der deutsche Buchhandel allen Ernstes überlegt, eine öffentliche Büchervershredderung vorzunehmen — und gleichzeitig geschlossen den Vertrieb aller Bücher Pirinccis eingestellt hat, ist ein Armutszeugnis für das vorherrschende Demokratieverständnis.

    Faktum ist, daß Frau Merkel einen klaren Verfassungsbruch begeht, indem sie klare internationale Vereinbarungen (Dublin III) hintertreibt und dem deutschen Volk Schaden zufügt. Wenn Frau Merkel sagt, “Wenn wir hier nicht helfen, dann ist das nicht mehr mein Deutschland” — dann möchte ich doch empfehlen, “Frau Merkel, suchen Sie sich ein ‘Neues Deutschland’, gerne weit weg”.

    Denn ich persönlich möchte nicht helfen – die sogenannte ‘multikulturelle Gesellschaft’ funktioniert nicht.

    Schlußendlich: Wenn sich Frau Trinkwalder bei “Facebook” prostituiert, einer Schlammsuhle also, in der sich die primitivsten der dümmsten Proleten so richtig wohlfühlen, dann muß sie nicht zwingend erwarten, ernstgenommen zu werden: Bei dieser häßlichen “PEGIDA” mitzumarschieren oder sich bei “Facebook” zu entleeren: Da weiß ich nicht, was schlimmer ist.

    Ich möchte aber nochmal betonen, daß es hier in der Bundesrepublik kaum einen Menschen gibt, gegenüber dem ich mehr Respekt empfinde als vor Frau Trinkwalder. Sie hat klare, nachvollziehbare Ziele, ihre Arbeit ist nachhaltig, wirklich gemeinnützig und erfolgreich. Das wichtigste aber ist, daß sie ihren Mitarbeiterinnen ihre Würde wiedergegeben hat – das ist das genaue Gegenteil dessen, was staatliche Stellen mit “schwer Vermittelbaren” tun.
    Diesen Erfolg hätte Frau Trinkwalder nicht ohne ihr geniales Guerilla-Marketing (“KIK my Ass”) gehabt, insofern kann ich nachvollziehen, daß man auch einmal in so eine widerliche Kloake wie “Facebook” greifen muß.

  3. rd (Wednesday November 11th, 2015)

    Mir geht es hier vor allem um den Begriff, des “unrechtmäßigen Wohlstandes”. Den würde ich ganz einfach so definieren:

    Alles, was auf dem unangemessenen Verbrauch von Ressourcen beruht, die man der (globalen) Allmende zuordnen sollte oder die unangemessene Erzeugung von Stoffen, die den Planeten zwangsläufig ruinieren, ist unangemessener Wohlstand. Beispiel: Sinnloses Verbrennen von fossilem Kohlenstoff oder Generieren von “waste” …

    So geht es um eine individuelle Differenzierung menschlichen Lebens und Kultur (gerne auch materiell), aber dies in einer Gesellschaft, die einen Produktionszyklus ohne Abfall (no waste) lebt.

    Eigentlich ist das ein Synonym für eine lebenswerte Zukunft.

  4. nomad (Wednesday November 11th, 2015)

    Entschuldigen Sie die folgende Textwand.
    Die Größe der Absätze entspricht immer der Größe der Gedankensprünge.
    ————————————

    Genau an dem Begriff “Unrechtmäßiger Wohlstand” habe ich mich irgendwie sehr gestoßen, obwohl ich da nicht mal anders denke, als Sie.

    Er erinnert mich an linksradikale Gymnasiasten, wie ich selbst mal einer war, die meinen, Geld würde vom Himmel fallen und müsste nur richtig verteilt werden.

    Und es klingt unglaublich arrogant. Gleichzeitig klingt es nach einem idiotischen deutschen Schuldkult, für den Sie alle Anderen in Geiselhaft nehmen. Ein Freund hat das ganze Flüchtlingsprojekt letztens als “nationale Psychotherapie” bezeichnet. Das fand er auch noch gut. ICh persönlich… brauche keine Psychotherapie.

    Aber es stimmt natürlich, wir haben

    a) einen “unsinnigen Wohlstand”. Einen, der nicht nachhaltig ist. Und einen, der uns eigentlich auch heute schon nichts nützt, weil er uns nicht glücklicher macht. Weil wir schon genug haben.
    (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Easterlin-Paradox)

    Es nützt uns auch nichts, unsere europäischen Nachbarn in der Außenhandelsbilanz zu überflügeln, weil die Eurokrise die direkte Folge davon war.

    Es nützt nichts (nach der Maslowschen Pyramide) reicher zu werden, um uns selbst zu verwirklichen, wenn uns am Ende die Zeit dazu fehlt, weil wir 40 Stunden/Woche in der Arbeit verbringen.

    Es macht bekanntlich auch keinen Spaß, seinen Wohlstand zu genießen, wenn man dabei mit extremen sozialen Ungleichheiten konfrontiert ist. In meinem Fall und sicher auch in ihrem: wegen dem schlechten Gewissen. Im Fall anderer Länder, wie den USA: weil dort Bürgerkrieg herrscht. Anders kann man das Maß der Gewalt dort eigentlich nicht nennen.

    Das liegt übrigens auch ein Zusammenhang zur Flüchtlingsdebatte, zu der sie in ihrem Artikel ja scheinbar den Bogen schlagen wollen: Die Gräben verlaufen oft zwischen Ethnien, Hautfarben, etc… Ist zwar schade, ist aber so (vgl auch Südafrika und viel andere Staaten. Auch dort gibt es eine Segregation zwischen Schwarzen und Weißen. Die Gewalt ist dort noch schlimmer als in USA. Und die Oberschicht hat nur die Möglichkeit, ihre Häuser zu Hochsicherheitsgefängnissen auszubauen und sich zu verschanzen. Ich würde werder auf der einen, noch auf der anderen Seite stehen wollen). Meine große Angst ist: Werden wir zu einem Amerika 2.0, wenn wir alle Armen der Welt zu uns importieren? Nur, weil sie bei uns wohnen, werden sie es nämlich noch lange nicht in unseren Klub der Wohlhabenden schaffen!
    Wir importieren uns hier nur soziale Verwerfungen. Fürchte ich jedenfalls.

    Die große Mehrheit der Flüchtlinge hat nicht einmal eine Berufsausildung. Gleichzeitig gibt es Programme, Flüchtlinge in unser Ausbildungssystem zu integrieren. 70% der Teilnehmer brechen ab. Das heißt unterm Strich: In 10 Jahren: eine Million Sozialfälle, die hier frustriert ihr Dasein fristen und keine Chance haben, sich hier zu integrieren. (implizite Annahme: Arbeit ist Vorraussetzung zur Integration)

    Und noch ein ganz anderer Aspekt, der nur halb mit dem Thema verwandt ist: Viele Menschen besinnen sich auf das Wesentliche, wollen weniger arbeiten und mehr leben, wollen nur so viel arbeiten, wie sie selbst zum Leben brauchen. Ich übrigens auch. Aber hier gibt es ein Problem: das funktioniert so nicht!! Jeder zweite in Deutschland lebt in irgendeiner Weise von einer Transferleistung (also: ist nicht ‘erwerbstätig’). Diese Menschen sind darauf angewiesen, dass Menschen sich beim Streben nach Reichtum abstrampeln und dabei so viele Steuern und Sozialabgaben generieren, dass letztlich jeder über die Runden kommt.

    Noch eine These: Jede Gesellschaft kann den Aufstieg in unseren “Klub der Reichen” nur aus eigener Kraft schaffen. Da hilft es nicht, wenn wir meinen, etwas vom Wohlstand, den wir selbst ja gar nicht geschaffen haben, sondern Generationen vor uns, aus Großzügigkeit abtreten wollen.

    b) Es gibt einen “rücksichtslosen Wohlstand”.

    Aber natürlich leben wir über unsere Verhältnisse, was Ressourcenverbrauch und ökologische Tragfähigkeit der Welt angeht. Wenn das jeder tun würde, hätten wir ein noch viel größeres Problem.

    Aber: Sie schlagen ja hier im ersten Absatz offensichtlich einen Bogen zu Pegida und dem Flüchtlingsthema. WO IST DA DER ZUSAMMENHANG? Ist es “Wenn wir durch Zustrom von Flüchtlingen ausreichen soziale und wirtschaftliche Probleme generieren, wird sich unsere Wohlstandsreserve schon von selbst in Luft auflösen” ? Diese Logik fände ich befremdlich.

  5. rd (Wednesday November 11th, 2015)

    Mir ging es eigentlich nur um den Begriff des “unberechtigten Wohlstand”. Provozierend gesagt: Ich habe kein Problem, wenn ein reicher Mann 100 Bedienstete hat. Aber schon wwenn die Luft verpestet, die ich atmen darf.

  6. Klaus Hnilica (Wednesday November 11th, 2015)

    KH: lieber Roland mir dreht sich bei diesem Begriff der Magen um, denn bei unserer Vergangenheit und unserem gegenwärtigen Ökowahn sehe ich schon die ‘Wohlstandsblockwarts’ am Horizont, die festlegen welcher Wohlstand berechtigt ist und welcher unberechtigt! Grauenhaft!

  7. rd (Wednesday November 11th, 2015)

    Lieber Klaus, das ist genau das Thema.

    Wenn sich die Klimakatastrophen weiter mehren und vor allem verschlimmern – und das ist naturwissenschaftlich ziemlich gut vorhersagbar – werden wahrscheinlich weltweit radikale Gesetze erlassen und durchgesetzt werden, die alles andere als lustig sein werden.

    Ganz abgesehen davon, dass gegen die von der ja mit hohem Tempo statt findenden Umweltveränderung verursachten und erst noch kommenden weltweiten Migrationsbewegungen das, was wir heute erleben, ein “laues Lüftchen” sein dürfte.

    Und ich meine, die Menschheit sollte intelligent genug sein um zu verstehen, dass es besser ist, da aus eigener Vernunft Weichen zu stellen als die Bedrohungen einfach zu ignorieren.

  8. Joachim Schnurrer (Thursday November 12th, 2015)

    Auch wenn der “unrechtmäßiger Wohlstand” eine aktuelle Sprachschöpfung ist, befindet sich die darunter verstandene Sache schon Jahrtausende in der Welt. Möglicherweise wird das dahinter vermutete Problem im Laufe der Zeit dringlicher, da es mit der wachsenden Weltbevölkerung einhergeht.
    Die Wissenschaftler wissen es nicht (siehe Club of Rome), die Menschheit ist auch nicht intelligent genug, um frühzeitig zu handeln.
    Einzig ein wachsender Leidensdruck auf alle Beteiligten wird zu Veränderungen führen. Dieser Druck wird nicht von einzelnen Gruppierungen, sondern von “Außen”, sprich von lokal und/oder global entstehenden “Verhältnissen” kommen. Beispiele dazu findet man in Extremklima, Extremreichtum, Extremarmut, Extremkonflikten, Extremreligionen, Nulltoleranz, Kompromissunfähigkeit, Rechthaberei, Hass und Gier.
    Alle wollen nur das Beste; für sich, aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln.

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