Elwood P. Dowd
Montag, der 19. August 2013

Asoziale

harvey&friend

Arme Leute sollten wir nicht nur bemitleiden, sondern auch bereit sein, ihnen zu helfen. Wer dies verweigert, ist ein asozialer Banause.

Man könnte versucht sein, daraus zu folgern, dass asoziales Banausentum nur in den Mittel- und Oberschichten grassiert. Irrtum, dieser gesellschaftliche Schimmelpilz befällt auch die Unterschichten. In diesem Fall wird Armut zum Privileg, denn sie produziert keine Pflichten, sondern nur Rechte.

Hartz IV Dynastien gedeihen auf dem fruchtbaren Boden von Zuwendungen einer karikativ karitativen öffentlichen Hand. Sie sorgt für Kost und Logis. Einzige Voraussetzung, man muss sich nach allen Regeln der Kunst als arm “qualifizieren” und schon fließen Steuergelder. Von Gegenleistungen ist man freigestellt.

Kinder als “Das Kapital des armen Mannes” sind hier nicht im klassischen Sinn als Arbeitskräfte zu verstehen, sie sind vielmehr Auslöser zusätzlicher Subventionen. Ihre Erziehung wird, kostenlos, an den Zulieferer öffentliches Erziehungswesen delegiert.

Sobald ein Furz quer sitzt, geht alles zum Doktor. Ist ja auch kostenlos.

So entkommt man der peinlichen Tretmühle des täglichen Einerleis der gnadenlosen Leistungsgesellschaft des Gebens und Nehmens. Willkommen im Paradis des Anspruchs.

Hilfsorganisationen mit aufopferungsvoll arbeitenden Freiwilligen bieten zusätzliches.

Klevere Köpfe aus dem Marketing haben das Potential dieser “Armen” längst erkannt. Siehe die Ladenkette Mäc Geiz.

Das musste, von einem der sich sozial engagiert, mal gesagt werden.


Mein Freund Harvey sagt:

Dowd, Ihr seid ein Narr.

Ihr habt die Kontrolle über Euer Perspektivenmanagement verloren.

Ihr unterstellt den Armen Einstellungen, die sie gar nicht haben.

Es sind Eure Einstellungen, die Ihr auf die Armen übertragt.

Ihr seid beleidigt, weil die Fahne, die die Mittelschicht vor sich her trägt, Leistung=Einkommen, nicht auch von den Armen getragen wird.

Übrigens auch nicht von den Reichen, die ihren Reichtum aus Vermögen beziehen.

Die wahren Asozialen sind die Armen und die Reichen.

Beide werden vom Staat versorgt.

Von Euch, dem wackeren Mittelschichtsmalocher, der Ihr jedes Jahr bis Ende Juli nur für ihn arbeitet.

Euer Steuergeld schützt die Gelder der Reichen, wenn es ihre besten Helfer, die Banken, verjuxt haben.

Euer Steuergeld sorgt dafür, dass Caritas und Diakonie mit einer Million Mitarbeitern für die Armen sorgen.

Glaubt Ihr etwa, Ihr könnt mit Eurem Aufruf daran etwas ändern?

Narr, der Ihr seid.

Wer außer Euch sollte daran interessiert sein?

Die Armen bleiben gern arm, weil sie dann nichts für andere tun müssen, statt sich etwas tun zu lassen.

Die Reichen sehen das genau so.

Und die Hilfswirtschaft und die Finanzwirtschaft auch.


Mein lieber Harvey, ich hätte mir ja denken können, dass Du weißt, wo der Hase im Pfeffer liegt.

Asoziale werden vom Staat versorgt. Das werden auch Rentner und Beamte. Asoziale werden folglich von der Marginalität in die Mehrheit und Normalität katapultiert.

Die Gesellschaft ist asozial.

Wer hätte das gedacht (Elwood P. Dowd).

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3 Kommentare zu “Asoziale”

  1. Chris Wood (Donnerstag, der 22. August 2013)

    So, the middle class is the only good one! Let’s guess to which class Elwood counts himself!
    But this class, with its hard work, is doing most to ruin the climate, among other things.

  2. hans-peter kuhn (Donnerstag, der 22. August 2013)

    You got it!

    The middle class must stop working so hard. As a consequence the planet will get better and the numerous „asocials“ will be eliminated on the long run, as the middle class will produce less and less ressources for them.

    The middle class will be all alone on a wonderful planet and everything can start again.

  3. Thomas Vallon (Dienstag, der 27. August 2013)

    Schade, dass der liebenswert-versponnene Elwood P. Dowd aus dem reizenden Filmklassiker „Mein Freund Harvey“ sich nicht dagegen wehren kann, von einem solch bramarbasierenden Schwadroneur usurpiert worden zu sein.

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