Roland DürreSunday 11 July 2010
(Deutsch) Raucherunternehmensgewinne
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4 Kommentare zu “(Deutsch) Raucherunternehmensgewinne”
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Schade, im letzten Satz holst du die Keule heraus und stempelst die Marge als “unmoralisch” oder “kriminell” ab, triffst aber knapp daneben.
Tatsächlich ist es doch aufgrund der Besonderheiten des Genussmittels Tabak erfreulich, wenn eine hohe Umsatzrendite eingefahren wird, denn das weist auf überteuerte Preise und damit künstlich reduzierte Absatzmengen hin. Und gerade das ist es doch, was Jugendliche vor dem Rauchen schützen kann.
Hallo Enno,
ich finde, dass bei jedem Geschäft die Rendite immer in einem gesunden Verhältnis zum Risiko des Geschäftes stehen sollte. Natürlich gibt es “Ausnahmen von der Regel”
.
Zum Tabak: Es könnte aber sein, dass der Markt gar nicht “künstlich verknappt” wird, sondern die Angebotsseite ganz einfach vom Suchtpotential profitiert und so einen hohen Preis und entsprechend hohe Marge durchsetzen kann.
Doch doch, bei einem Preis P in negativer Abhängigkeit von der angebotenen Menge Q:
I. P(Q)=a-b*Q (für a, b >0)
und nicht sinkende Kosten pro zusätzlich produzierter Einheit c (was vermutet werden darf, weil wir sonst Verdrängungswettbewerb hätten), und gleich großen Produktionsmengen q=Q/n pro Wettbewerber bzw.Q=n*q, ist der Gewinn des Herstellers
II. G=(a-b*n*q)*q-(c*q). (Preis multipliziert mit der Menge abzüglich Stückkosten mal Menge , hier einfach mal konstante Stückkosten c unterstellt.)
Zur Gewinnmaximierung G nach q ableiten und gleich Null setzen (im Gewinnmaximum darf der Gewinn durch eine Änderung der Produktionsmenge nicht vergrößerbar sein, sonst wäre es kein Maximum).
Dann nach q ableiten, um die optimale Outputmenge q* zu erhalten:
III. q*=(a-c)/((n+1)*b).
Also ist die optimale Menge aller Unternehmen gemeinsam:
IV. Q*=n*q*=n*(a-c)/((n+1)*b).
Die Menge Q* in I einsetzen, um den sozial optimalen Preis zu erhalten, ergibt den optimalen Preis p*:
V. p*=a-n*((a-c)/(n+1))
Ableiten von IV und V nach n (oder intuitiver: Überlegung, wie p* und Q* von n abhängig sind) zeigt, dass p* mit steigendem n fällt, während Q* mit steigendem n sinkt.
Ich hoffe, das war bis hierhin noch erträglich.
Für hohe n ist p*~=c. Für kleine n ist p*>c.
Im Zigarettenmarkt entfielen in den 80ern 99% Marktanteil auf Morris, Brinckmann, Reemtsma, Reynolds, British-American-Tobacco. Da das Bundeskartellamt damals keine weitere Konzentration zugelassen hat, schätze ich, dass es heute nicht viel anders aussieht.
Mit einem geringen Unternehmenszahl n=5 erreicht der Markt aber ganz automatisch verknappte Outputs Q*, überhöhte Preise p*>c und damit hohe Gewinne.
Ich finde die Konzentrationsbewegung in der Tabakindustrie sogar sehr angenehm, weil es in der Zukunft für noch weniger Zigaretten führen wird, allein aus dem Eigeninteresse der Unternehmen.
Die deutsche Tabak-Lobby ist übrigens daran zerbrochen, dass Morris angefangen hat, Werbeverbote zu unterstützen: Sie hatten eine so große Marktmacht erreicht, dass sie die Konkurrenz loswerden wollte, indem sie den eigenen Markt verkleinert hat.
Die Tabakindustrie ist allerdings auch schon fast der einzige Fall, in dem ich mich über Marktmacht auf Produzentenseite freue.
As usual, I agree with Enno, even though I am too lazy to check his economic maths. The high profit relative to production cost must be due to the difficulty that new firms have breaking into the market. Perhaps governments permit effective nationwide cartels, because they don’t want to drive down cigarette prices?
I suppose these profits have relatively little effect on retail prices, as the tax is very high?
I presume these profits largely go to shareholders. So the share price will be high relative to turnover. The return on shares may still be higher than usual, because many people won’t want to invest in misery. But I and others do not know where their life-insurances and pension funds invest.
I hope any mistakes will be corrected.