GRÜNSIX
Donnerstag, der 18. Februar 2010

Sondersendung: Radiophilosophie #066 – MORDSGESCHICHTE.

Seit gestern stehen zwei Jugendliche vor Gericht,
die einen 22-jährigen halb tot geprügelt haben,
weil der so blöd geglotzt hat.
In Alabama erschießt eine Hochschuldozentin
3 Kollegen und verletzt 3 schwer,
weil sie nicht verbeamtet wird.
In Abu Ghureib foltern amerikanische Soldaten nicht nur,
sondern ergötzen sich dabei an
sadistischen und perversen Methoden.
Warum machen die das?
Sind die alle bekloppt?
Zwangsläufig.
Denn das Denken und die Vernunft sitzen im kleineren,
neueren Teil vom Kopf.
Im großen, älteren sind die Aggressionen.
An unserer westlichen Zivilisation arbeiten wir erst seit 3000 Jahren.
Aber uns Menschen gibt es schon 697000 Jahre länger.
Wir sollten uns also nicht wundern,
dass so viel passiert.
Wir sollten uns wundern,
dass so wenig passiert.

KJG/SIX

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2 Kommentare zu “Sondersendung: Radiophilosophie #066 – MORDSGESCHICHTE.”

  1. Chris Wood (Freitag, der 19. Februar 2010)

    It is wrong to think that 3000 years of Western Civilisation is gradually transforming mankind from being wild and savage beings. Things have got better in Europe in the last 100 years. But this is not the case throughout the world.
    On the other hand, bonobos, next to chimps our closest relatives are very unaggressive. Is there any evidence of a trend away from aggression in humans over a million years? Now we have a situation in the rich countries where excessive aggression is usually disadvantageous, so most people avoid it. I hope this will last.
    These days it is easier to kill without aggression. Driving a car risks killing someone. Even turning up the heating puts more CO2 into the atmosphere, which will kill.

  2. Detlev Six (Freitag, der 19. Februar 2010)

    Die Bonobos haben, was die oft behauptete Friedlichkeit betrifft, durchaus ein unterschiedliches Ingroup/Outgroup-Verhalten. Innerhalb der Gruppe sind regelmäßige Aggressionen zu beobachten – wenn auch nicht in der Intensität wie bei den Schimpansen. Allerdings scheinen sie diese durch ein opulentes Sexleben abzureagieren. Ein Weg, den uns die Kirchen verbaut haben.

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