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Samstag, der 24. September 2011

Jowi denkt über Burnout nach!

Der „Jowi“ hat schon mal seine Gedanken für IF-Blog freigegeben. Da ging es um den .

Jowi, Werner (IF-Blog-Autor zu Desert tec) und ich treffen uns alle paar Monate vormittags im „Weißen Bräuhaus“ im Tal. Dort essen wir Weißwürste und Brezn. Wegen der frühen Stunde trinken wir alkoholfreies Weißbier und pflegen unsere alte Freundschaft.

Beim letzten Treffen haben wir über das Thema Burnout gesprochen. Jowi hatte dazu eine interessante Theorie. Ich habe ihn gebeten, seine Gedanken für mich und IF-Blog auf zu schreiben.

Jowi hat das gemacht. Jetzt habe ich Post vom Jowi zum Thema bekommen:

Zum „Burnout“ hab ich noch nichts geschrieben, weil sich das Thema als Beratungsgegenstand eh verflüchtigt, wenn es in den Firmen weniger Arbeit gibt, wenn die Finanzkrise doch noch voll durch schlägt.

Eigentlich wollt ich diesen Text auf Fuerteventura schreiben, aber da war nur Urlaub, schwimmen, nix denken oder lesen oder schreiben. Mit dem Radl sind wir wie die Wilden über die Insel, also nix Burnout, eher Burn-in, oder After-Burner, also mal sehen, wie sich das jetzt die nächsten 6 Monate ausgeht.

Ganz kurz die Grundidee meines Gedankens:

Burn-Out kann heute nicht behandelt werden, weil in der Behandlung eine Komponente fehlt. Dies umfasst sowohl Prävention wie auch akute Behandlung.

Gemäß meinem Menschenbild besteht der Mensch aus Körper, Geist und Seele.

Den Körper behandelt der klassische Arzt, Internist, Hausarzt usw. Den Geist behandelt der Psycho, also zum Beispiel der Psychologe, Psychotherapeut, Psychiater, die psychiatrische Klinik usw.

Der akut für die Seele zuständige Gesprächspartner fehlt, sowohl in der Prävention wie in der akuten Behandlung.

Es fehlt heute der Seelsorger.

Dies kannst du zurückführen auf die Zeit um 1910/1920, als der Herr Sigmund Freud – im Gegensatz zu der damals wohl noch herrschenden Lehre à la Rudolf Steiner und anderer – zu der Erkenntnis kam, dass Geist und Seele eins seien und im Zuge seiner Arbeiten aus den beiden Bestandteilen die Psyche gemacht hat.

Im Zuge der Mechanisierung, der Bürokratisierung und der Verbeamtung sämtlicher Lebensbereiche, inklusive der Naturwissenschaften in den letzten 100 Jahren, blieb dabei der Anteil im Bereich der Psyche, den damals die Seele ausmachte, auf der Strecke.

Dies ist auch nahe liegend, da der Geist eben mit mechanistischen Ansätzen betreut und bearbeitet werden kann, die Seele aber mit ihren Strukturen sich den mechanischen Ansatz entzieht und deshalb von den „grauen Männchen“ (Momo) nicht bearbeitet werden wollte, konnte und auch nicht bearbeitet wurde. Die Kirche hat das auch nicht gepackt. Und die, die sich der Seele annahmen, waren nicht mehr Main-Stream.

Sie blieb schlicht auf der Strecke.

Nun ist es aber so, dass die Gesundheit des Menschen nicht nur aus körperlich physikalisch-physiologischer Gesundheit sowie geistig psychologischer Gesundheit besteht, sondern auch aus seiner Motivation, seinem Befinden, seiner Befindlichkeit, seiner Antriebskraft usw., die klassisch eben ihren Ursprung in der Seele (warum tue ich dies eigentlich?, siehe Roter Faden) haben.

Dementsprechend tritt auch Burn-Out klassisch nicht auf, wenn ein Mensch an seinem Arbeitsplatz sehr viel Arbeit, auch frustrierende Arbeit hat, körperlich gesund ist, und sich trotz den Anstrengungen an einem Platz findet, erfüllt, wo dieser Einsatz, den er erbringt, Sinn macht. Dieser Mensch erbringt die Anstrengungen motiviert. Er hat einen Grund, warum er viel tut.

Burn-Out tritt nun dann ein, wenn die Sinnhaftigkeit weg fällt.

Dies kann durch einen blöden Chef begründet sein. Dies kann begründet sein, wenn die Firma keinen Sinn mehr vermittelt, dies kann aber auch dann gegeben sein, wenn schlicht die Seele des Menschen die Motivation auf hohem Level nicht mehr aufrecht erhalten kann und dann durch intrinsische Gründe die Motivation zusammenbricht.

Typischerweise gibt es dementsprechend auch keine Klassifizierung des Burn-Out als Krankheit. Burn-Out ist medizinisch nicht gefasst. Erst im Endstadium wird Burn-Out als Depression qualifiziert und katalogisiert und damit auch durch die Krankenkasse behandlungsfähig.

Eine einfache Burn-Out-Behandlung in allen Fällen, die noch nicht in der tiefen Depression gelandet sind, besteht darin, dem Menschen als Seel-Sorger zur Seite zu stehen, sich um seine Seele zu kümmern, und ihm damit die Kraft-Quelle wieder zu öffnen, damit „sein Leben einen Sinn kriegt/hat“.

Beste Grüße

Josef

Soweit der Jowi. Ich danke ihm für seine wertvollen Gedanken.

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3 Kommentare zu “Jowi denkt über Burnout nach!”

  1. Chris Wood (Freitag, der 23. September 2011)

    Ist dieser Post hauptsächlich als ernst oder lustig gemeint?

  2. rd (Freitag, der 23. September 2011)

    Ich meine, dieser Post ist sehr (!) ernst gemeint …

  3. KH (Samstag, der 24. September 2011)

    Die Frage von Chris Wood ist aber schon berechtigt…

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