Hans Bonfigt
Donnerstag, der 6. Februar 2020

Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt.

Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?

 

Ob es der ehemaligen „FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda“ Angela Merkel nun paßt oder nicht:   Die demokratisch gewählte zweitstärkste Kraft in Thüringen darf ihre Rechte wahrnehmen.

Schon ärgerlich, wenn eine in Permanenz ausgeübte, grundgesetzwidrige Kungelei (geschlossene Abstimmung) einmal nicht so ausgeht, wie man sich das wünscht.  Die Väter des Grundgesetzes wußten genau, warum sie formulierten, daß ein Abgeordneter ausschließlich seinem Gewissen gegenüber verpflichtet ist.

Es ist nicht viel erhalten geblieben aus der Amtszeit von Kristina Schröder.  Bemerkenswerterweise stellte sie klar, daß sie keine Unterschiede mache zwischen Rechts- und Linksextremismus.   Und ja:  SED und NSDAP waren tragende Säulen und pseudodemokratischer Legitimationsversuch menschverachtender Terrorregimes.  Qualitativ wurde in der DDR genau so gemordet wie im „Deutschen Reich“, auch wenn es einen quantitativen Unterschied gibt.  Sippenhaft ?  Gab es in der DDR genau so wie in Nazideutschland — wie selbstverständlich aktuell bei den Grünen.

Anstatt froh zu sein, keinen weiteren abgehalfterten SED-Genossen als Ministerpräsidenten zu haben, der eine Partei vertritt, die immer noch einem Unrechtsstaat hinterherweint und sich klar gegen das Grundgesetz wendet, möchte Frau Merkel die „unverzeihliche Entscheidung“ der Volksvertreter „korrigieren“.

Wer ist diese „Frau“, die sich anmaßt, eine demokratisch legitimierte Entscheidung „verzeihen“ zu können ?

Zu „korrigieren“ gar ?   Weil die freie Wahl eine „Schande für die Demokratie“ sei ?

 

Wie soll man das einem Zwölfjährigen erklären ?

Vielleicht erklärt man, daß die „Neue Züricher Zeitung“ für uns heute so etwas ist wie seinerzeit das Westfernsehen für die DDR-Bürger.  Denn die Schweizer sind sich nicht zu fein, für ihre deutschen Kollegen nochmal ein paar Selbstverständlichkeiten zusammenzufassen.

 

Was aber, wenn der Zwölfjährige fragt, weshalb man Frau Merkel nicht mit Schimpf und Schande aus dem Amt jagt — darauf könnte ich nur antworten, „weil der Deutsche ein unterwürfiges, dummes, feiges Würstchen ist“.

Helmut Schmidt ausgenommen:  Jedes Volk hat den Kanzler, den es verdient.

 

-hb

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