Hans Bonfigt
Samstag, der 5. Januar 2019

Die kleinen Freuden …

… machen den Mensch zum Menschen.

Denke ich manchmal.  Und als Nicht-Philosoph eröffnen sich mir  ja auch ganz ganz unzulässige Vergleiche.  Unsere drei Katzen kommen prima miteinander aus.  Sie spielen zusammen, wenn es einer nicht gutgeht, weil sie mit den messerscharfen Krallen einen Weihnachtskalender aufgeschlitzt und geplündert hat (Schokolade ist Gift für Katzen), dann kommen die beiden anderen und „waschen“ und betütteln sie.  Aber wehe, es ist Fütterung!   Da gönnt jeder dem anderen:  Genau NICHTS !

 

Am ersten Arbeitstag dieses Jahres besteige ich in Osnabrück einen Zug.  Es ist noch vor acht, gefrühstückt habe ich noch nicht.  Eine Dame kommt mit einem Tablett Kaffee durch den Gang.  Meine mir am Zweiertisch gegenübersitzende Nachbarin bestellt einen Kaffee, ich will desgleichen tun, gucke aber vorsichtshalber ins Portemonnaie.

Mist – nur noch ein Hunderteuroschein.   Die Dame kann nicht wechseln.

EC/Karte ?  Gern.  Aber:  Oh Mist:  Gültig bis 12/2018.  Frohes neues Jahr ?

Aber ich habe doch Hartgeld ?  Ja, reichlich Sibermünzen.  Leider ging die letzte Dienstfahrt nach Märstetten im Thurgau.  Es sind Schweizer Franken.

„Wissen Sie ‚was ?“, greift die mir gegenübersitzende Dame, die ich heute zum erstenmal sehe, in die Verhandlungen ein, „Ich lade Sie ‚mal ein.  Ohne Kaffee in den Tag  –  das geht doch nicht“.

 

Obwohl ich einen eher unerfreulichen Termin vor mir hatte, habe ich mich den ganzen Tag lang über diese Freundlichkeit gefreut.  Richtig gefreut.

 

Denn manchmal unterscheiden wir Menschen uns doch von den Tieren.

 

–hb

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