Hans Bonfigt
Mittwoch, der 6. Juni 2018

Digital, bekloppt, banal

Wenn das Herz stockt, Folge # 1337 :

Hallo, ich bin John

Ich bin WiFi-Architect in einer Behörde, mit Fokus auf Schulen und kommunale Einrichtungen in Nordrhein-Westfahlen, Deutschland. Zuvor habe ich als Integrator für Software-Lösungen von Spielberg und als Netzwerk-Architekt für Kunden im Mittelstand gearbeitet. Anfangs war ich Active-Directory und Firewall-Administrator in einer der größten, europäischen Bankunternehmen.

[…]

Für mich ist WiFi für unsere Schulen eine Möglichkeit, unsere Zukunft ein wenig besser zu gestalten. Ich möchte Kindern und Lehrern die Möglichkeit geben, diesen wunderbaren Planeten zu entdecken. Es steckt also auch ein bisschen Idealismus in meiner Arbeit. Ich bin dem lieben Gott dankbar, dass ich diesen Job machen darf.

 

 

Ich bin in Düsseldorf auf die Welt gekommen, habe die erste Hälfte meines Lebens in Meerbusch Osterath verbracht und die zweite Hälfte in Krefeld Königshof.

Na gut, er kommt aus Düsseldorf.  Das gibt mildernde Umstände.

Unser John möchte unseren Schülern und Lehrern ein Mittel an die Hand geben, das diese erstmals in die Lage versetzt, die Welt zu entdecken.  Mir bleibt bei einer solcherart unbeabsichtigt zu Schau gestellten Borniertheit glatt die Spucke weg.

(p * V) / (T * m) = R

Das wäre ein Ansatz, die Welt zu entdecken.

Und die Aufgabe einer Schule wäre es, Menschen zu zeigen, was hinter dieser Gleichung steht und was man damit alles anstellen kann.  Man kann die Gleichung auffassen als Definition der spezifischen Wärmekapazität in J/(Kg*K) (Druck * Volumen ergibt ja Energie).  Sie ist aber auch die Verknüpfung entscheidender Teile der Lebenswerke von Boyle-Mariotte, Gay-Lussac und Ludwig Boltzmann.

Alle drei haben die Grundidee des Arztes Robert Mayer zum ersten Hauptsatz der Thermodynamik weiterentwickelt:  „Energie geht nicht verloren“.  Der hört sich trivial an, aber er hat unser Verständnis unserer Welt erst ermöglicht.  Und über den zweiten Hauptsatz und dessen universelle Relevanz streiten sich bis heute die Gelehrten:  „In einem geschlossenen adiabaten System kann die Entropie nicht geringer werden“.

Die Schule ist nicht dazu da, den Menschen die Welt möglichst einfach und mundgerecht vorzukauen und zu „präsentieren“, sondern dazu, ihnen das Rüstzeug an die Hand zu geben, die Welt auf eigene Faust zu entdecken.

Und dazu braucht man ganz bestimmt kein „WLAN“ oder einen „Computer“.  Ganz im Gegenteil, die Initative „Schulen ans Netz“ kann neben dem Islam als größter Bildungsfeind betrachtet werden.

Hierzu:  Gehirnforscher Prof. Manfred Spitzer

Natürlich gab es haufenweise Verrisse hierzu, allen voran der Sueddeutsche Beobachter und, subtiler, eine Replik von Dieter Kempf, dem Mann also, der die DATEV in eine digitale Sackgasse gefahren hat.

Es gibt nichts peinlicheres als den deutschen Bildungsbürger.  Ich kann mich erinnern, als ich etwa 1976 während des stinklangweiligen, nervtötenden Geographieunterrichts ein Assemblerprogramm schrieb; man tat das früher auf Formularen in A4 quer, und obendrauf stand fett „KIENZLE  Assembler 2200“ — es fiel also durchaus auf, daß ich mich nicht mit einer Landkarte beschäftigte.   „Sag‘ ‚mal Bonfigt“, so störte mich unvermittelt der zweitlangweiligste Pauker des Gymnasiums, „wie willst Du eigentlich später Dein Geld verdienen ?  Doch nicht mit dieser brotlosen Kunst ?“.   Naja, ich war nicht nett damals und entgegnete, „Naja, wie man es nimmt.  Mehr als ein Geographielehrer verdiene ich jetzt schon, aber ich wüßte nicht, wie ich mit den paar Kröten einen angenehmen Lebensunterhalt bestreiten sollte“.  Das war dumm und arrogant, aber genau so dumm war es, Menschen, die sich mit so etwas „exotischem“ wie Computer beschäftigten, als unnütze Spinner zu bezeichnen.  Auch die „Klassenkameraden“ hatten keine Ahnung, was man mit so einem Ding alles anstellen könnte — was daran lag, daß es gottseidank noch keine Hobbycomputer gab.  Dieser widerliche Commodore-Brotkasten befiel die Welt erst in den Achtzigern.

Hätte ich damals meinen Mitschülern empfohlen, sich einen Computer anzuschaffen — alle hätten mir einen Vogel gezeigt (taten die getauften Heiden sowieso, ich war der notorische Klassenspinner).  Wenn ich heute sage, „kein Kind braucht einen Computer für seine persönliche Entwicklung“, dann bin ich wieder der Idiot.  Früher war ich ein perverses Schwein, wenn ich sagte, man solle die Schwulen doch in Ruhe lassen, solange sie nicht andere belästigen, heute bin ich ein Rassist/Faschist, wenn ich sage, daß mich öffentlich zur Schau gestellte Homosexualität anekelt.

Zeitgeist ist Kleingeist !

Und je dümmer ein Mensch, desto mehr orientiert er sich an diesem.  Ob das 13jährige Girlie, der widerwärtige Sexualstraftäter oder der peinlichste Schwätzer der Republik  —  alle tragen ein „IPhone“ mit sich herum — wohl wissend, daß sie sich damit freiwillig ihrer informationellen Selbstbestimmung begeben.  Und keinem fällt das auf !

Aber wehe, wehe, jemand vertritt eine Meinung, die dem Mahlstrom der „Allianz der Anständigen“ zuwiderläuft !

Nun ist der oben zitierte „John Lose“ ein ganz netter, hilfsbereiter Kerl.  Und er gehört zu der verlesenen Handvoll von Menschen, die sich wirklich mit Microsoft-Produkten auskennen.

Schlimmer schon steht es mit Digitalproll „Sascha Lobo“, dessen albernen roten Haarschopf eine hochintelligente Informatikerin mit einem einzigen Satz erklärte:  „Stell‘ Dir vor, der hätte ganz normale Haare, dann träte seine Visage anstatt seiner Frisur in den Vordergrund“.  Und genau so albern wie die Frisur des dauerjünglierenden Digitaldebattanten ist dessen schwachsinniges Geseiere vom digitalen Entwicklungsland Deutschland.

Es hat sich viel getan im sogenannten „Breitbandausbau“ und ein „DSL 6000“ mit 6 MBit/s im Down- und 1,2 MBit/s im Upstream sollte für jeden Privatanwender dicke ausreichen.  Hier jetzt herumzuheulen von wegen „gebrochener Versprechungen“ ist Klagen auf allerhöchstem Niveau.  Wenn der Arsch einen Film anschauen will, dann soll er den Fernseher anschalten, dazu ist der nämlich da.  Besondere Ansprüche hat er nicht, es reicht „Eine schrecklich nette Familie“.   Den Dreck muß man nicht qua Unicast über das teure Netz prügeln, dafür gibt es direktabstrahlende Satelliten.

„Es kommt“, so sekundiert mir meine Schwester gern, „nicht darauf an, wie stark oder woher der Wind bläst, sondern wie man die Segel setzt.  Und wenn ich nicht weiß, wo ich hinwill, ist jeder Weg der richtige.  Erst die Standort- und Zieldefinition ermöglichen es mir, einen Kurs zu bestimmen.  Und dann erst beschäftige ich mich mit Wind und Strömung“.  Das weiß nicht nur jeder erfahrene Segler.  Der einzig merkbefreite ist der Möchtegern-Informatiker, der feststellt, daß der von ihm fabrizierte Multimediaschrott immer langsamer läuft und meint, er könnte sein Problem mit immer unmäßigerem Ressourcenverbrauch lösen.

Diese krampfhaften Versuche zeigen die Idiotie der sogenannten „Digitalisierung“.   Und hier habe ich, mehr zufällig, einen interessanten Artikel eines Jugoslaven gefunden und ihn unkommentiert eingestellt.  Das fand Roland unpassend, insbesondere dehalb, weil er argwöhnte, es handele sich um einen recht einfältigen Menschen mit gefährlichem Halbwissen.   Dazu muß man wissen:  Hier schreibt ein Jugoslave.  Die gibt es, soweit mir bekannt, in zwei Ausfertigungen:  Die dummen glauben an Allah, die gerissenen glauben an sich, ihr dickes Auto und ihre dicken Eier.   Der „Kollege“ Jerko ist klar der Gruppe 2 zugehörig und hält sich für einen „hochqualifizierten Spezialisten“, weil er DATEV-Programme auf Windows-PCs installieren kann und auch schon einmal eine „LAN-LAN-Kopplung“ gemacht hat, etwas, das ein Fachmann in der Regel meidet wie der Teufel das Weihwasser.  Er definiert sich nur über Marken, die er trägt oder fährt und läßt keine Gelegenheit aus, mit seinem Reichtum zu prahlen.  Machen Sie sich selbst ein Bild.

Aber diesem Mann fehlen auch die deutschen Scheuklappen und aufgrund seines schlichten Gemütes denkt er erfrischend geradeaus und kommt zu erschreckend richtigen Schlußfolgerungen, etwa zu vergleichen mit denen des kleinen Oskar Matzerath.

So stellt er ganz offen die „Digitalisierung“ als Allheilmittel infrage, indem er feststellt, daß eine „vollanaloge“ MP 5 von Heckler & Koch bis zu 300 Asylanträge pro Minute bearbeiten kann.   Ohne Zweit- und Drittinstanz beim Bundesverfassungs- oder -verwaltungsgericht.  Bevor hier wieder das Theater losgeht:  Man muß soetwas als Fingerzeig verstehen und nicht 1:1 umsetzen.  Aber zum Beispiel die Verbringung aller kriminellen Asylbetrüger auf die Kerguelen-Inseln wäre eine praktische Option.

Nun schreibt mir dieser Mann im bereits zitierten Artikel,

http://www.jerkos-welt.com/schluss-mit-dem-digitalisierungsgeschwaetz-hoert-endlich-auf-uns-zu-verarschen/,

wirklich aus der schwarzen Seele.  Das liegt zum einen daran, daß auch ich ein einfältiger Mensch bin.  Meine Frau und meine „Ex“ kennen sich gut und rätseln noch bis heute, „ist er ein ‚vielschichtiger‘ Mensch oder nicht ?“, aber je mehr ich ihr versichere, ich sei einfach und ehrlich gestrickt, desto mehr zweifeln sie.  Ich bezeichne meinen Intellekt als „schlicht“ und sehe in Schlichtheit seit jeher auch eine gewisse Schönheit.

Unter diesem Aspekt:  Lesen Sie den oben verlinkten Artikel, wenn Sie meinen,

  • daß man mit Geld nicht unsere Bildungsmisere lösen kann
  • daß vermeintliches „Expertenwissen“ oft nichts anderes ist als „Mausklick nach Anleitung“
  • daß nicht die mangelnde „Bandbreite“, sondern die Dummheit der Internetnutzer das Problem darstellen

Und lasen Sie es sich von einem wirklichen „Digital Native“ sagen:  Der Mann hat recht.

-hb

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