Hans Bonfigt
Donnerstag, der 19. Oktober 2017

Hell’s Angels

Es war wieder einmal soweit.

Der Rechtsstaat konnte es nicht mehr hinnehmen, „dass Parallelgesellschaften wuchern, in denen seine Autorität und das Gewaltmonopol missachtet werden“.  Laut „Spiegel online“ wurden mehr als 700 Polizisten, darunter auch Spezialeinheiten, mobilisiert, um in Privatwohnungen (!) das am letzten Mittwoch ergangene Verbot gegen den Motorradclub „durchzusetzen“.

Leider war die Aktion wohl nicht von Erfolg gekrönt:

„Es wurden bei der illegalen Durchsuchung von 50 Wohnungen ‚Kutten‘, Schußwaffen, Bargeld und Motorräder sichergestellt“.

Nun muß man kein Kenner der Hell’s Angels sein, um sofort zu sehen, daß die im Spiegel-Artikel von den Bütteln präsentierten Kleidungsstücke mit den ‚offiziellen‘ Kutten der Hell’s Angels nichts zu tun haben, man kann diese sogar in diversen Läden kaufen und selbstverständlich auch öffentlich tragen.

An Waffen hat man ganze zwei Stück gefunden, und die waren mit hoher Wahrscheinlichkeit angemeldet.

Und Motorräder hat man „sichergestellt“, weil diese ja bestimmt zum Vereinsvermögen gehören.

Es ist zwar bekannt, daß Mitglieder der Hell’s Angels auch schon einmal vom Verein einen Kredit bekommen für die Anschaffung eines eigenen Motorrades, aber daß dem Verein irgendwelche Motorräder gehören, ist doch eher unwahrscheinlich.

Keine Sprengstoff, keine Folterwerkzeuge, so gut wie keine Waffen:

Das einzige, was bei dieser völlig unverhältnismäßigen Aktion unter die Räder kam, das allerdings mit einer Gründlchkeit, die man von NRW sonst nicht kennt, war der Rechtsstaat.

 

Ich persönlich hatte nie Interesse an Motorrädern und schon gar nicht an den knatternden Zweizylindern aus Milwaukee, auch wenn sie in einem speziellen Fall („Revolution“) in Weissach konstruiert wurden. Da muß man irgendwie dafür geboren sein. Ich bin es nicht.

Aber ich kenne drei Hell’s Angels – Mitglieder flüchtig. Alle drei gehen unterschiedlichen Berufen nach (Ingenieur, Elektriker, Spediteur), sind „ganz normale“ Menschen — eigentlich sind sie aber das Gegenteil. Mit Menschen wie Altmeier, Schulz oder Künast wollte ich nicht längere Zeit in einem Raum sein, mit den drei „Angels“ hätte ich da kein Problem.

Es klingt bei den Regeln der Hell’s Angels eine Menge Sozialromantik mit, die man vielleicht auch als ’naiv‘ abstempeln kann.  Ich persönlich bin der Meinung, daß Loyalität und Freundschaft ganz wichtige Dinge sind, die zu pflegen es sich lohnt. Es gibt neben dem „MC Hell’s Angels“ andere Clubs, beispielsweise den „KC Römisch-Katholische Kirche“, der ebenfalls Freundschaft und Loyalität einfordert, allerdings zu einem ziemlich abstrakten „Gott“. In der letzten Zeit tat sich dieser Club vor allen Dingen durch massiven sexuellen Kindsmißbrauch hervor, aber das ist nur die Spitze des Eisberges gegen die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die sich der Verein in der Vergangenheit hat zuschulden kommen lassen.  Untereinander ist die Führung ziemlich zerstritten, man sehe sich nur das zutiefst unchristliche Verhalten der Bischöfe gegen den Kollegen Mixa an. Also: Wenn ich mich entscheiden müßte zwischen „MC Hell“ oder „KC Kath“, ich wüßte aber schon ganz genau, bei wem ich mich um eine Mitgliedschaft bewerben würde.

Während der „KC Römisch-Katholische Kirche“ öffentlich gefördert wird und in jedem Dorf seine machterhaltenden Klingelspiele veranstalten darf, ist der „MC Hell’s Angels“ geächtet und wird immer wieder rechtswidrig durch unseren korrumpierten Staat verfolgt.

Betrachten wir doch einmal einen besonders krassen Fall, auch auf die Gefahr hin, daß wir uns wieder einmal schämen müssen, Deutsche zu sein:

 

Das Steintorviertel in Hannover war jahrelang von kriminellen Albanern dominiert, das ganze Viertel war nichts anderes als eine „wuchernde Parallelgesellschaft“, gegen die NRW so energisch und erfolgreich vorgegangen ist. Die Hannoveraner Sektion der Hell’s Angels unter der Führung von Frank Hanebuth übernahm vor etwa 15 Jahren die Geschäfte des Viertels  —  und es war Ruhe. Es gab auch kaum Probleme zwischen Polizei und Hell’s Angels. Leben und Leben lassen.

Das hätte auch so weitergehen können. Nur kam es im Frühjahr 2010 irgenwie anders. Ein Jungstaatsanwalt bekam wohl bei seiner Partnerin keinen mehr hoch und wollte ihr wohl anderweitig zeigen, was für ein toller Hecht er war: Anstatt ein Mitglied der „Hell’s Angels“ einfach nur in einer Routinesache vorzuladen oder auf der Arbeitsstelle zu besuchen (der Mann ist  – oh Wunder –  kein Bordellbesitzer, sondern geht einer ganz normalen Tätigkeit als Konditor nach), wurde mit martialischem Trara ein Hausbesuch mit bewaffnetem Sondereinsatzkommando morgens um 04:00 vorgenommen. Man hatte es nicht nötig, sich als „Polizei“ anzumelden und war im Begriff, die Haustür gewaltsam zu öffnen.

Der so Überfallene ging davon aus, eine Abordnung des rivalisierenden Clubs „Bandidos“ hätte noch eine Rechnung offen.  Die Türöffnung wollte er nicht abwarten und schoß mit seiner  – zugelassenen –  Waffe durch die Tür. Dadurch wurde ein Polizist getötet, leider nicht der „Staatsanwalt“, der diese Farce angeordnet hatte. Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt:  Plötzlich konnten sich die Beamten dann doch als „Polizei“ vorstellen, der Besuchte klärte den Irrtum auf, warf seine Waffe durch ein Fenster und stellte sich. Der Mann hat in einer lebensgefährlichen Situation einen klaren Kopf behalten und sich um Deeskalation bemüht. Eine klare charakterliche Bewährung.

Das Opfer von Staats- und Polizeiwillkür wurde in zwei Instanzen wegen Totschlags verurteilt. Jeder Laie kennt unterdessen den Begriff der „putativen Notwehr“, jeder klar denkende Mensch wäre zum gleichen Urteil gekommen wie der Bundesgerichtshof:  Freispruch.

Wie kaputt und korrupt muß unsere Justiz sein, in zwei Verfahren einen Bürger, der zu nachtschlafender Zeit überfallen wird, zu acht Jahren Gefängnis zu verurteilen?  Gegen den Staatsanwalt, der für den Tod des Beamten verantwortlich ist, wurde nicht einmal ermittelt.

 

So weit, so schlecht. Seit den ungeheuerlichen Rechtsbeugungen, begangen 2010 durch die damalige Generalbundesanwältin Monika Harms, sind wir wohl auch alle ziemlich abgestumpft. Doch diese Geschichte endet nicht hier. Sie fängt hier erst richtig an:

 

Von einem „Korpsgeist“ bei der Polizei kann man kaum reden. Kameradendiebstähle, Diskriminierung und allerlei Delikte sind an der Tagesordnung. Das Benehmen der Damen und Herren in diversen Hotels ist legendär, die Verwüstungen sind nicht einmal durch eine alkoholisierte Schülergruppe der „Jungen Union“ zu toppen.

Aber zwei Dinge sind bei der Polizei unermeßlich: Der Kleingeist und der Reflex zur Rudelverteidigung. Die „Gewerkschaft der Polizei“ übte sich, wie immer und wie immer in widerwärtiger Art und Weise, in Urteilskritik. Und fortan fühlte sich jeder Dorfpolizist berufen, etwas gegen die bösen „Hell’s Angels“ unternehmen zu müssen  —  es ist ja so einfach und schön, mit der Masse zu marschieren, das hatte 1938 bei der „Reichskristallnacht“ auch so schön geklappt.

Infolge der bundesweiten Polarisierung kam es zu den absurdesten Einsätzen: Ein Sonderkommando der bekannten „GSG 9“ seilte sich in James-Bond – Manier vom Hubschrauber ab, erschoß einen gefährlichen Welpen, räumte die Bude auf den Kopf und fand … nichts. Man hatte irgendeinen kleinen Feigling genötigt, gegen die „Hell’s Angels“ auszusagen, dieser ergriff seine Chance, alle möglichen Geschichten zu erzählen — die sich allesamt als reine Phantasie entpuppten. Trotzdem wurde seitens der Justiz eine Lagerhalle abgerissen, um mit Leichenspürhunden ein angeblich ermordetes Opfer zu finden.  Selbstverständlich wurde der Besitzerin der Halle der angerichtete Schaden nicht ersetzt. Am Ende der Ermittlungen stand eine einzige, riesengroße Blamage.

Hauptverlierer:  Der ehemalige Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland und der Steuerzahler.

Seither haben die Clubverbote und Razzien aber nicht abgenommen. Und erfolgreich waren sie nie.

Den Landesregierungen geht es angeblich um den Schutz der Bevölkerung vor Kriminalität.Was für eine dreiste Lüge dies ist, zeigt, wie wenig der vorgebliche Rechtsstaat gegen die Kriminalität islamistischer Invasoren zu tun bereit ist.

Die Landesregierungen werfen den „Hell’s Angels“ Hehlerei im großen Stil vor. Gleichzeitig prahlt NRW-Justizminister Walter Borjans mit dem Ankauf gestohlener Daten von Besitzern Schweizer Konten. Es geht um richtig viel Geld. Mag sein, daß der eine oder andere „Hell’s Angel“ schon einmal mit einer geklauten Armbanduhr gedealt hat — aber was ist das gegen fortgesetzten Rechtsbruch seitens einer demokratisch gewählten Regierung ?

Für die EDV-Experten hier:  Mit dem Ankauf von „Zero Day Exploits“ begeht die Bundesrepublik Deutschland wieder fortgesetzte Rechtsbrüche — und fördert sozusagen das Wachstum eines kriminellen Marktes.  Zum Schaden seiner Bürger.

 

Aber all das ist nicht mehr das Schlimmste, denn die Bundesrepublik Deutschland, so wie und so lange ich sie kenne, war schon immer kaputt.  Hinter verschlossenen Türen soll Horst Herold einmal gesagt haben, daß, im Gegensatz zu den Mitgliedern der Bundesregierung, die RAF aus moralisch orientierten Menschen bestehe.  Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Das wirklich Schlimmste ist das Versagen der Massenmedien.

  • Hell’s Angels sind grundsätzlich kriminell
  • Islamisten sind grundsätzlich nicht verantwortlich für ihre Taten
  • Rechtsbeugung durch Regierungen und Behörden dienen unserem Schutz
  • In der „AfD“ sind ausschließlich Nazis
  • Die „Linke“ steht für Gerechtigkeit

und so weiter, und so fort.  Niemand mehr erlaubt sich, gemäß dem römischen Rechtsgrundsatz, „audiatur et altera pars“, einmal einen anderen Standpunkt einzunehmen.  Es gibt einen wackelpuddingartigen „Allgemeinkonsens“ der selbsternannten „Allianz der Anständigen“. Jeder Schreiberling, der überleben will, hält vorher ersteinmal einen Finger in die Luft, um zu wissen, woher der Wind weht.

 

Eine Zeit lang habe ich ihn ja nicht gemocht, aber mittlerweile danke ich Joachim Steinhöfel für seine erfrischenden und brillanten Analysen.  Eine seiner Quintessenzen:  „Dies Auslandspresse ist für Deutschland mittlerweile das, was das Westfernsehen für die DDR war“.

Und schließen möchte ich mit einem Zitat, dessen Urheber ich gerade nicht herausfinden kann:

Es ist schon schlimm genug, unter der Diktatur der Unanständigen zu leben —  aber Gott schütze uns vor der Diktatur der Anständigen !“

-hb

13 Kommentare zu “Hell’s Angels”

  1. rd (Donnerstag, der 19. Oktober 2017)

    Das ist wieder so ein Artikel, bei dem mir der Atem stockt; so sehr schockiert er mich. Als Moderator bewerte ich ihn als eine persönliche Meinungsäußerung des Autors, dessen Anliegen es ist, vehement auf mögliche Missstände zu verweisen. Deshalb lasse ich den Artikel drin.

    Ich bin bei dieser meiner Entscheidung in einem Dilemma. In meiner Bewertung sind die Aussagen äußerst polemisch formuliert. Bei so sensiblen und wichtigen Themen würde ich eine sachliche Sprache bevorzugen – weil ich meine, dass man dann mehr Menschen erreichen und vielleicht auch mehr bewegen kann. Das macht mir meine Entscheidung schon mal schwerer.

    Mein Dilemma geht aber weiter. Denn sind die gemachten Aussagen wahr, dann mache ich mir große Sorgen. Sollten diese nicht wahr sein, dann würde ich persönlich diese Aussagen – gerade in ihrer Formulierung – als verletzend empfinden. Und ich mag nicht, dass Menschen in diesem Blog verletzt werden.

    Ich glaube auch nicht, dass die Welt so schwarz-weiß ist wie im Artikel suggeriert wird. Auch scheinbare Fakten sind keine Wahrheit. Gerade „Handlungen“ müssen immer im Kontext gesehen und so sehr differenziert betrachtet werden. Im im Bild zu bleiben: Schwarz-Weiß ist immer verdächtig, bei genauerem Hinsehen herrschen immer viele Grautöne vor.

    Vielleicht nehme ich den Artikel auch nur als ein sehr „pessimistisches“ und „einseitiges“ Weltbild wahr? Denn ich persönlich habe ein ganz anderes und immer noch positives Bild von unserem Rechtsstaat. Weil ich so viele redliche Menschen kenne, die sich wirklich dem Grundgesetz verpflichtet fühlen und mir Zivilcourage und Augenmaß ihren Job machen. Auch weil ich kein Land weiß, wo es wesentlich besser als bei uns ist. Wahrscheinlich gibt es halt die Utopie vom „idealen Staat“ nicht?

    Zu meinem persönlichen Glück gehe ich davon aus, dass mein positives Bild auch in Zukunft die Oberhand behält. So kann ich dann auch heute Nacht wieder gut schlafen. Wobei mir allerdings schon klar ist, dass wir dafür etwas tun müssen. Dazu bin ich auch bereit, das mag auch ein Grund sein, warum ich den Artikel drin lasse. Weil er davor warnt, wie es nicht sein darf.

    Als Resümee: So hoffe ich, dass die Verhältnisse auch in diesem Fall nicht ganz so schlimm wie beschriebe sind . Und wenn sie tatsächlich stimmen würden, dass es dann halt leider nur die „berühmten Ausnahmen von der Regel“ sind. Die es halt immer und überall gibt.

    Nur, woher soll ich wissen was stimmt und was nicht stimmt. Und es scheint früher wie heute nicht möglich zu sein (oder der Wille zu fehlen), das notwendige Licht ins vorhandene Dunkel zu bringen.

    Eine Kritik möchte ich noch formulieren. Die bewusste Verwendung von Begriffen wie „Anständige“ und „Unanständige“ empfinde ich per se schon als schlimmste Demagogie, nur darauf angelegt, den Leser herein zulegen. Solche Begriffe verwende ich (hoffentlich) aus Prinzip nicht. Nach meiner Annahme verwendet der Autor hier selber die Methode, die er bei anderen anprangert.

    Aber ist das ein Grund, einen Artikel zu löschen? Ich meine nicht.

  2. Hans Bonfigt (Donnerstag, der 19. Oktober 2017)

    Hallo Roland,

    fangen wir einmal an mit dem „Wahrheitsgehalt“.
    Einfach nur als Link die Meinung zweier renommierter Strafrechtsprofessoren, als offener Brief auf dem Papier der Johannes-Gutenberg-Universität:

    https://www.yumpu.com/de/document/view/12182374/offener-brief-zu-ihrer-reaktion-auf-den-freispruch-eines-hells-

    Dann schreiben Sie, völlig zu recht, das muß ich in voller Länge wiederholen:
    ‚Die bewusste Verwendung von Begriffen wie „Anständige“ und „Unanständige“ empfinde ich per se schon als schlimmste Demagogie, nur darauf angelegt, den Leser herein zulegen.‘
    Die Verwendung dieser Worte ekelt mich genau so an wie Sie, und daher habe ich mir erlaubt, sie zu zitieren: Denn mittlerweile reklamiert die gleichgeschaltete Presse für sich den Oberbegriff „Allianz der Anständigen“.

    Und leider, lieber Roland:
    Viele Leute haben mich nach meinem „VW-Artikel“ ernsthaft gefragt, ob es denn wirklich jemals so schlimm gewesen sein könne mit den Abgasmanipulationen des VW-Konzerns 1992.
    Einigen Leuten habe ich, Internet sei Dank, klare Beweise geliefert. Geglaubt hat das trotzdem keiner.
    Dieser Tage überrascht uns ein neuer VW-Skandal, der in der BRD nie entdeckt worden wäre, und in einem wesentlich größeren Ausmaß. Natürlich auch wieder mit Straffreistellung durch die korrupte Bundesregierung.
    Jetzt sagen Sie, es ist alles nicht so schlimm?

    Was die Polizei anbetrifft, da habe ich unmittelbare Informanten. Ich kann es nicht veröffentlichen, und wenn ich es Ihnen erzähle, dann haben Sie drei Tage lang schlechte Laune.

    Was die heruntergekommene Gerneralbundesanwältin betrifft (sie wollte ganz bewußt in der Strafverfolgung „auf Augenhöhe mit den Tätern“ sein, daher erlaube ich mir das Adjektiv), die wurde rechtskräftig verurteilt wegen Rechtsbeugung – aber nie bestraft.

    So wichtig für Sie das abstrakte Gut „Frieden“ ist, so wichtig ist für mich „Rechtsstaatlichkeit“. Und die geht gerade den Bach herunter.

    Das ist nicht meine Meinung, sondern die von Ex-Bundesverfassungsrichter Jürgen Papier.

    JA, lieber Roland, wenn Sie die Augen ein bißchen weiter aufmachen, dann sehen Sie: Ja, es ist so schlimm wie es ist.

    Und ich weine nicht, ich schreie.

    (hb)

  3. Eberhard Huber (Freitag, der 20. Oktober 2017)

    Sehr geehrter Herr Bonfigt,

    als regelmäßiger Leser des IF-Blog habe ich schon einige Ihrer Artikel gelesen. Einen informativen Kern hatte ich oft gefunden und wertgeschätzt.

    Heute möchte ich Ihnen jedoch etwas entgegnen.

    Über persönliche Kontakte habe ich auch einige Einblicke in die Rocker-Szene. Meine Eindrücke sind da nicht ganz so freundlich wie die Ihren. Dass Rocker-Clubs ein überwiegend unverdientes schlechtes Image haben sehe ich allerdings ebenfalls.

    Eine völlig andere Wahrnehmung habe ich jedoch bei einem Ihrer letzten Abschnitte, in denen Sie die Aussagen der Massenmedien skizzieren. Den ersten Punkt kann ich noch teilen. Dass Islamisten irgendwie in den Medien entschuldigt werden, sehe ich nicht. Sobald auch nur ein irgendwie islamischer Bezug hergestellt werden kann, wird die Terrorgefahr beschworen, wird eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen gefordert usw. Hier sehe ich eine Propaganda in eine ganze andere Richtung.
    Beim letzten Punkt habe ich ebenfalls eine ganz gegenteilige Sicht. In der Presse wird nichts unversucht gelassen die Linke zu diskreditieren, ich kann mich beim besten Willen an nichts erinnern, dass die Leitmedien irgendwo die Linke, linke Politik als gut oder gar gerecht bezeichnet hätten.

    Insofern kann ich die von Ihnen skizzierte Polarisierung nicht teilen.

    mfG, Eberhard Huber

    Persönlicher Nachsatz zur AfD. Ich kann Ängste und Sorgen potentieller AfD Wähler nachvollziehen – das eine ist Eine. Das Andere sind einzelne AfD Funktionäre, die nationalsozialistisches Gedankengut verbreiten. Von allen anderen die zwischen diesen Polen stehen würde ich mir klare Aussagen wünschen wie sie zu Themen wie Rassenlehre, dem Begriff des Volkskörpers, unwerten Menschen und der Entsorgung von Menschen stehen. Dass die Presse hier nicht für Differenzierung sorgt scheint mir logisch. Das ist der gleiche Mechanismus der dazu führt, dass undifferenziert über kriminelle Hells Angels berichtet wird.

  4. Hans Bonfigt (Freitag, der 20. Oktober 2017)

    Hallo Herr Huber,
    über Ihren Kommentar habe ich mich sehr gefreut, denn ich möchte, daß meine Texte so gelesen werden: Ein oder maximal zwei „wahre Kerne“, zur Unterhaltung oder zum „mit-ärgern“ recht polemisch verpackt.
    Nichts ist mir mehr zuwider, als wenn jemand von mir erwartet, daß ich dessen gesammelte Conclusiones, und seien sie noch so brillant, ernst nehme.
    Lesen ist ja gerade etwas, welches uns ermöglicht, uns durch Bezug auf eigene Erfahrungen und zusätzliche Recherchen vom Autor zu emanzipieren.

    Mir ist ein Fall bekannt, in dem Mitglieder der Hell’s Angels einen Erpresser massiv eingeschüchtert haben. Das war so effektiv wie kriminell, auch Erpresser haben das Recht auf körperliche Unversehrtheit.
    Das ist aber dann schon alles. Natürlich gibt es eine ganze Menge „Chapter“ und jedes „Chapter“ hat noch diverse „Supporterclubs“. Die können sich nicht mehr benehmen. Innerhalb der „Hell’s Angels“ gibt es überdies einen massiven Generationenkonflikt.
    ICH wollte einmal aufzeigen: „Hell’s Angel“ heißt nicht unbedingt „kriminell“.
    Das Durchsuchen von 70 Privatwohnungen „auf Verdacht“ dagegen ist m.E. krimineller als vieles, was den „Hell’s Angels“ vorgeworfen wird.

    Wenn ich mir manche Visagen der „AfD“ ansehe, dann glaube ich sofort, daß dies verkrachte Altnazis sind — aber wen juckt das?
    Für die verschrobene Rassenideologie interessiert sich außer den Grünen doch keiner mehr. Spätestens in zehn Jahren sind sie unter der Erde, aber sie brauchen kein halbes Jahr, um sich gegenseitig zu massakrieren.
    Hatten wir doch alles schön, Schönhuber mit seinen REP, Dr. Gerhard Frey mit seiner DVU. Kennt heute kein Schwein mehr.

    Viel, viel demokratiefeindlicher sind die Grünen, die sich als „Allianz der Anständigen“ erkennen und beispielsweise Fraktionskollegen regelrecht niederbrüllen und dies hinterher damit rechtfertigen, der Boris Palmer habe ja keine Meinung vertreten, sondern rechtes Gift abgelassen, das man nicht mehr als Meinung durchgehen lassen könne.
    Das macht mir Angst und bange.

    Ich fand es übrigens auch erschreckend, daß es gelingen konnte, eine genehmigte „NPD“-Demonstation in Köln so zu torpedieren, daß Veranstalter und Teilnehmer nicht vom Flughafen wegkamen.
    Wirklich beschämend wurde es allerdings dann, daß der damalige OB Schramma auch noch kommentierte, „diese Leute wollen wir in Köln gar nicht haben!“.

    Solche „Demokraten“ stehen Himmler und Rosenberg m.E. deutlich näher als die ganze „AfD“.

    Ob Hoeneß, ob „AfD“, ob „Hell’s Angels“ oder ein gewalttätiger Islamist: Vor einem Rechtsstaat müssen alle gleich sein.

  5. Eberhard (Freitag, der 20. Oktober 2017)

    Hallo Herr Bonfigt,

    Ob Hoeneß, ob „AfD“, ob „Hell’s Angels“ oder ein gewalttätiger Islamist: Vor einem Rechtsstaat müssen alle gleich sein.

    Da sind wir uns 100% einig!

    Über die Unangemessenheit mancher Polizeimaßnahme sind wir uns ebenfalls einig.

    Zwei Punkte sehe ich etwas anders, das müssen wir aber nicht ausdiskutieren. Wahrnehmungen sind schließlich keine Wahrheiten. Einige der Akteure im Konflikt um und mit Boris Palmer kenne ich persönlich, insofern sehe ich da auch andere Facetten.

    Die rassistischen Auslassungen machen mir hingegen große Sorgen. Ich bemerke, dass diese Ideen in der Generation der 20 Jährigen durchaus Anhänger finden. Insofern befürchte ich, dass das mit dem „schnellen Aussterben“ nichts wird.

    Auch von meiner Seite Danke, dass Sie meinen Kommentar aufmerksam gelesen haben, in diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Abend,

    viele Grüße, Eberhard Huber

  6. Eberhard (Freitag, der 20. Oktober 2017)

    P.S. Was das Demokratie-Verständnis einiger Grüner angeht, kann ich auch nur die Augen verdrehen.

  7. rd (Samstag, der 21. Oktober 2017)

    Ich meine, dass FRIEDEN und RECHTSSTAAT zusammen gehören. Das eine wird ohne das andere schwer möglich sein?

    Das makabre Gemeinsame von FRIEDEN und RECHTSSTAAT könnte sein, dass wir in der BRD beides so ein wenig hatten und dabei sind, beides zu verspielen.

  8. Eberhard Huber (Samstag, der 21. Oktober 2017)

    Lieber Roland, dass wir daran sind beides zu verspielen – ja, das sehe ich auch so und zwar an mehreren Stellen.

    Auch wenn sich das wie Relativismus anhören mag, denke ich, dass wir doch einiges davon hatten. Unsere Familien- und Freundeskreis erstreckt sich um die halbe Welt, gemessen an dem was ich da mitbekomme leben wir immer noch in einem friedlichen und rechtsstaatlichem Land. Was aber nicht bedeuten darf die Hände in den Schoß zu legen.

    LG Eberhard Huber

  9. rd (Samstag, der 21. Oktober 2017)

    JA! Und genau diesen Deinen sachlichen und besonnenen Ton schätze ich so sehr. Und meine, dass Dankbarkeit eines der wichtigsten Begriffe (Worte) überhaupt ist.

  10. Hans Bonfigt (Samstag, der 21. Oktober 2017)

    Oh Roland, ich würde ‚mal sagen, genau das war die Quintessenz.

    Wir, also unsere Generation, hatten ja ein unverschämtes Glück im Leben, aber die ziemlich ungeschminkten Schilderungen meines Großvaters, der gleich zwei Weltkriege mitmachen durfte, haben mich als Heranwachsenden doch sehr sensibilisiert. Das „Wie konnte es zu den Greueltaten des deutschen Volkes kommen“ hat mich ein Leben lang beschäftigt. Für mich war und ist dabei wichtig, nicht den Nazi bei anderen zu bekämpfen, sondern den Nazi in mir selbst.
    Mein Vater hat mir in frühen Jahren diverse Bücher nahegebracht, beispielsweise Remarque, „Im Westen nichts neues“. Und so wurde mir relativ früh deutlich, welches Geschenk wir mit einer Demokratie, einer unabhängigen Justiz und mit Frieden in Europa genießen konnten.

    Dieses Geschenk will gepflegt sein, die jungen Leute unterlassen das aber, weil sie dieses Geschenk gar nicht erkennen.

    Und deswegen können Antidemokraten wie Frau Merkel durchregieren.

  11. rd (Samstag, der 21. Oktober 2017)

    Passt!!!

  12. Hans Bonfigt (Samstag, der 21. Oktober 2017)

    Ich möchte noch eines nachtragen, Zitat Eberhard Huber:

    Die rassistischen Auslassungen machen mir hingegen große Sorgen. Ich bemerke, dass diese Ideen in der Generation der 20 Jährigen durchaus Anhänger finden. Insofern befürchte ich, dass das mit dem „schnellen Aussterben“ nichts wird.

    Das ist die automatische Trotzreaktion junger Menschen als direkter Folge des Agitprop-Mülls, der über ihnen ausgekippt wird. Denn jeder weiß: „Wir schaffen es nicht“.
    Wir haben einen verzweigten türkischen Freundeskreis, einen jungen Mann von 22 mag ich besonders gern. Der berichtete, schlüssig nachvollziehbar, daß es bei seinen _integrationswilligen_ Großeltern letztlich dreier Generationen bedurft habe, bis sich eine kultuerelle Verträglichkeit eingestellt habe. Und leider hat er recht, obwohl seine Eltern, wie gesagt, gute Freunde von uns, wirklich alles getan haben, um ihre Kinder zu integrieren.

    Solche liebevollen (und ‚kulturoffenen‘) Eltern findet man aber eher selten, es ist nämlich eine Kunst, türkische Werte wie „Respekt“ zu erhalten und gleichzeitig Boden zu schaffen für unseren, na, ich will einmal „Lebensstil“ sagen.

    Die Massen, die hier im Moment einfallen, werden sich nie integrieren, wir sehen deutlich, welche Probleme Frankreich mit seinen Algeriern hat, freilich selbstverschuldet.

    Also: Wir schaffen es nicht.

    Noch viel schlimmer allerdings: Wer hat uns eigentlich einmal gefragt, ob wir das auch WOLLEN ?

    Wenn die „AfD“ formuliert, „Merkel hat den Terror importiert und zerstört unsere Kultur“, dann ist das ärgerlicherweise nichts weiter als die unmittelbar nachvollziehbare Wahrheit — da kann sich Theo Sommer in der „Zeit“ noch so einen vergeistigten Schwurbel aus den lahmen Lenden leiern.

    Wenn jemand formuliert, „Ich kann die islamistisch orientierten, dreisten Neger nicht ausstehen und will, daß sie so schnell wie möglich hier verschwinden“, dann trifft er garantiert die Meinung von zwei Dritteln der Bundesbürger.

    Sich dagegen zu positionieren mit der Anschuldigung, „Du bist rassistisch“, ist wirklich das Dümmste, was man tun kann.

    Wir wissen alle, es gibt keine Menschenrassen. Wieder mit den ollen Kamellen anzufangen, die Himmler und Rosenberg angerührt hatten, das ist ein Schuß, der unmittelbar nach hinten losgeht:
    Die Rassismusschreier nämlich re-validieren Himmlers krude Thesen. Da, wo es angeblich „Rassismus“ gibt, da gibt es auch „Rassen“ — mit allen grausamen Konsequenzen !

    Im USENET schrieb ich vor sechs Jahren sinngemäß, „Das Fahrradabteil war unbenutzbar, da proppevoll mit stinkenden Negern“ — und prompt gabe es ein riesiges Bohei wegwn „Rassismus“.
    Ich hänge den Artikel ‚mal an, man kann ja nach „Neger“ suchen: http://de.etc.bahn.tarif-service.narkive.com/yAN6CzGI/erlebnisbericht-fahrradmitnahme-im-ic-ballade-pour-angelique-lang

    Hätte ich geschrieben, „es war proppevoll mit besoffenen Russen“ oder „mit einem kreischenden Damenkegelclub“, dann wäre alles in Ordnung gewesen.

    So aber triggerte ich die Rassismus-Gestapo, welche mir zunächst unterstellte, behauptet zu haben „alle Neger stinken“ und überhaupt das offizielle und einzige Wort für „Dunkelhäutige“ verwendet zu haben.

    Solche Attacken fasse ich aber als maximal grobe, infame Beleidigung auf. Die Dummgrünen könnten sich wirklich ein bißchen informieren, wie grausam die Auswirkungen der ‚Rassenpolitik‘ waren — aber dazu müßten sie zum Beispiel „Die Blechtrommel“ lesen.

    Je mehr eingebildete Intellektuelle die „Rassismuskeule“ schwingen, desto größer wird der Widerstand in der Bevölkerung, die, zu allem Überfluß, die Schreiberlinge und Politstatisten noch am Kacken hält.

    Wie endete Brechts „Liturgie vom Hauch“ ?

    Da kam einmal ein großer roter Bär daher
    der wußte nix von den Sitten hier, das brauchte er nicht als Bär.
    Aber er war nicht von gestern und ging nicht auf jeden Teer,
    und der FRASS die Vöglein im Walde.

    Da schwiegen die Vöglein im Walde nicht,
    in allen Wipfeln ist Unruh,
    in allen Gipfeln spürest du
    JETZT einen Hauch.

  13. Eberhard (Dienstag, der 24. Oktober 2017)

    Hallo Herr Bonfigt,

    Volle Zustimmung zu diesem Abschnitt

    Sich dagegen zu positionieren mit der Anschuldigung, „Du bist rassistisch“, ist wirklich das Dümmste, was man tun kann.

    Möglicherweise ist das falsch rübergekommen, diese Anschuldigung habe ich noch nie in den Mund gekommen. In entsprechenden Auseinandersetzungen versuche ich lieber „für etwas“ als „gegen“ zu sprechen. Abgrenzungs-Vokabular hilft niemanden.

    LG, Eberhard Huber

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