Hans Bonfigt
Sonntag, der 8. Juli 2018

Papa, Charlie hat gesagt …

… so hieß eine Radiosendung.  Ein eher konservativ eingestellter Vater wurde von seinem Sohn mit den teilweise recht kritischen Thesen eines Mitschülers konfrontiert und hatte seine liebe Not damit, diese zu widerlegen.

Mir erschien als kleiner Junge die Welt als undeterministisch.  Mir war nicht klar, wie weit sich die Menschen, die sich nicht schämen, sich selbst als „politische Klasse“ zu bezeichnen, vom tatsächlichen Leben entfernt waren.

Und so fragte ich meinen Vater oft nach Ursachen und Wirkungen und erhielt verblüffend einfache Erklärungen, über die meine Mutter sagte, daß ich so etwas nie, nie, niemals in der Schule weitererzählen solle.

 

Auch jetzt noch hätte ich einige Fragen an meinen Vater, und ich weiß verdammt genau, was er gesagt hätte.

Papa, warum werden amerikanische VW-Kunden entschädigt und deutsche nicht ?

„Nun, Junge — weil sich die Bundesregierung wieder völlig unnötig und unqualifiziert eingemischt hat.  Für diejenigen Fahrzeuge, welche ohne Manipulation die Zulassungskriterien nicht mehr erfüllen können, muß die ‚Allgemeine Betriebserlaubnis‘ durch das Kraftfahrt-Bundesamt entzogen werden.

Dadurch entstünde den Kraftfahrzeugbesitzern ein tatsächlicher Schaden, welchen sie umgehend und einfach gerichtlich geltendmachen könnten.  Gleichzeitig hätte man, national wie international, ein starkes Zeichen gesetzt, daß die Politik nicht die Marionette unserer Schlüsselindustrie ist.

Aber Du kennst unsere Bundeskanzlerin, die leider „Richtlinienkompetenz“ hat, die sie häufig bis zum Rechtsbruch überzieht.  Sie hatte nicht das Rückgrat, die Verärgerung der vielen hunderttausend VW – Fahrer auf sich zu laden.  Auf einen Rechtsbruch mehr oder weniger kommt es Frau Merkel nicht an, wenn sie dadurch vermeiden kann, vom Wähler abgestraft zu werden.“

 

Papa, warum bekommt eine „geflüchtete“ Großfamilie 7.000 Euro im Monat ?

„Tja, Junge – die Behörden sagen, die bekommen das gleiche wie eine einkunftslose deutsche Familie.

Und weißt Du was ?  Eigentlich ist das richtig.  Wer sind wir denn, daß wir sagen, ‚für die menschenwürdige Versorgung eines fremden Kindes brauchen wir weniger als für ein deutsches‘ ?   Es gibt keine Menschen erster und zweiter Klasse.  Das ist ein ganz wichtiger Grundwert unserer Kultur, den es zu schützen gilt — auch und gerade vor den respektlosen Sozialschmarotzern, die hier einfallen.

Daß eine große Familie ohne Ernährer zwischen 4.000 und 10.000 Euro vereinnahmt (denke an Krankenkassen, Kosten für Sozialarbeiter, Justiz- und Gefängniskosten für die ältern Kinder usw., usf.), das ist der Siegeszug der möchtegernsozialistischen Verteilungspolitik des Willy Brandt.

Denn das Beipiel der Asyltouristen, über das sich so viele aufregen, zeigt einfach nur, zu welchem Exzeß die vermeintliche ‚Förderpolitik für sozial Schwache‘ geführt hat.   „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“.  Das haben die grünen Schmeißfliegen genausowenig begriffen wie die Sozis.  Die einen wollen die Kinder in Ganztagsschulen zwangsindoktrinieren, die anderen blasen der asozialen Unterschicht Zucker in den Arsch, um sich eine Stammwählerschaft zu sichern.

Also:  Eigentlich müßte man verantwortungslosen Eltern, die Kinder in die Welt setzen, ohne dafür aufzukommen, die Stütze auf ein Minimum kürzen — dann gäbe es im Falle der Asyltouristen ebenfalls keine Exzesse“.

 

Papa, warum gibt es Streit über den Umgang mit kriminellen Einwanderern ?

„Tja, Junge:  Du glaubst mir ja nicht, daß rot/grün den Untergang Deutschlands will.  Dabei siehst Du doch selbst die Plakate:  ‚Deutschland, Du dreckiges Stück Scheiße‘ hängt direkt neben einem mit ‚Refugees welcome — bring your families‘.  Ist das eine Art, Gäste zu begrüßen — in einem ‚dreckigen Stück Scheiße‘ ?   Hier kannst Du sehen:  Denen gehen die Leute am Arsch vorbei, aber sie wollen die Chance nutzen, um uns zu schädigen.

Ansonsten kann ich nicht nachvollziehen, warum über neue Gesetze diskutiert wird, wo wir doch ein funktionierendes Rechtssystem haben ?  Wenn einer nach einem illegalen Grenzübertritt erwischt wird, besteht zunächst einmal ein Anfangsverdacht einer kriminellen Handlung.   Das rechtfertigt Untersuchungshaft, ohne Mobiltelephone und ohne Möglichkeiten, weiter straffällig zu werden.

Die Polizei müßte einfach nur so aufmerksam gegenüber sogenannten „Migranten“ sein wie gegenüber den Deutschen.  Und wenn die merken, sie können sich hier nicht aufführen wie zuhause, dann kehrt sofort wieder Ruhe ein.

Wir können stolz sein auf unser Asylrecht – aber diejenigen, die es mißbrauchen, nehmen denen, die wirklich auf unsere Hilfe angewiesen sind, dringend benötigte Ressourcen weg und stiften sozialen Unfrieden.  Und da weiß ich gar nicht, wieso wir verpflichtet sein sollen, Betrüger wieder genau dorthin zu bringen, wo sie hergekommen sind.

Aber weißt Du — alle drei Situationen haben eines gemeinsam:

Sondergesetze helfen niemandem — wir müssen nur unserem bestehenden Rechtsrahmen Geltung verschaffen !“

 

Nun war mein Vater strammer CDU-Wähler und ich bin RAF-Sympathisant, insofern glaube ich, daß er zuviel Angst vor den „Sozis“ gehabt hat, welche weder unter August Bebel noch unter Willy Brandt etwas zuwege gebracht haben.  Denen eine ernsthafte Absicht zu unterstellen, und sei es nur eine zerstörerische, halte ich für abwegig.

Ansonsten kann ich meinem alten Herrn nur rechtgeben.

 

Aber vielleicht haben Sie, lieber Leser, plausiblere Antworten für mich ?

-hb

4 Kommentare zu “Papa, Charlie hat gesagt …”

  1. rd (Sonntag, der 8. Juli 2018)

    Das ist wieder „harter Stoff“. Auch mich treibt die Sorge, dass die Inflation der Gesetze dem Rechtsstaat nicht nutzt sondern das Grundgesetz aushöhlt und z.B. den in der bayerischen Verfassung so einfach und klar formulierten Werten widerspricht. Die nach meiner Meinung ein gutes Werte-Setup für eine moderne und soziale Gesellschaft anbietet. Ich meine aber, dass ein wertebasierter gesellschaftlicher Konsens nicht in einer Oligarchie von Parteien geschaffen werden kann wie auch nicht mit Methoden à la RAF. Da glaube ich mehr an einen „redlichen Diskurs in einer qualifizierten crowd“ (diesen auch gerne im Internet ;-)), wobei die „crowd“ dann die Rolle von neuer Elite ausfüllen müsste.

    Zu den Beispielen:
    Beispiele haben nach meinem Verständnis in der Kommunikation die Aufgabe, komplizierte Zusammmenhänge anschaulich und klar zu machen. Das gelingt nicht, wenn sie von vorne herein emotional besetzt sind und polarisieren. Die Absicht der Provokation durch extremen Beispielen kann ich gut zwar nachvollziehen, empfinde ich aber nicht als hilfreich. Ein Problem bei extremen Beispielen ist auch immer die Faktenlage, die dann zu einer meist unfruchtbaren Diskussion am Beispiel führt aber von der beabsichtigten Hauptaussage nur ablenkt.

    Die Bespiele im obigen Artikel finde ich in diesem Sinne nicht optimal. Ich meine, dass es – um die von mir nach einer gewissen Abstraktion verstandene Intension gut zu vermitteln – es ganz aktuell bessere Beispiele gäbe? Soweit ein Teil meiner Kritik.

    Der große „Schwester“ des Beispiels in meinem Verständnis von Kommunikation ist übrigens die „Metapher“.

  2. Hans Bonfigt (Sonntag, der 8. Juli 2018)

    Hallo Roland,

    es ist doch nur deshalb „harter Stoff“, weil alle drei Fragen „politisch“ besetzt sind.

    Zum Thema Auto: Wenn der Roland Dürre an seinem Motor herumfummelt, um die Leistung zu optimieren, dann entzieht man ihm beim nächsten TÜV die Zulassung. Und wenn er in einen Unfall verwickelt ist, trägt er die Alleinschuld, weil sein Fahrzeug keine Betriebserlaubnis hatte und nicht fahren durfte.
    Warum wird eine notorisch kriminelle Vereinigung wie Volkswagen/Audi nicht genau so behandelt ?

    Zum Thema „Hartz 4“:
    Nehmen wir an, zehn Familien verdienen je 4.000,– pro Monat und zahlen davon 2.000,– an Abgaben für die Allgemeinheit.

    Jede Familie hat also 2.000,– „für sich“.

    Nun entschließen sich zwei Familien, „im sozialen Netz zu surfen“.
    Die Ausgaben für die Gemeinschaft bleiben aber die gleichen.
    Vorher wurden 40.000,– eingenommen, 20.000 blieben für die Familien. Mit 8 „Arbeitsfamilien“ sind es nur noch 32.000,–, wobei für die Familien aber bloß noch 12.000,– übrigbleiben.

    Macht, „Gerechtigkeit“ sei verlangt, pro Familie 1.200,– statt 2.000,–.
    Erschreckend also: 20% Erwerbslose belasten den Rest der Allgemeinheit mit 40% Gehaltseinbuße.
    Wenn wir jetzt vereinfachend davon ausgehen, daß eine Familie etwa 1.000,– Euro feste Kosten hat, dann bleiben, dank der angestrebten „sozialen Gerechtigkeit“, gerade einmal 200 Euro „auf der Hand“ anstatt wie bisher 1.000,–.

    Nun könnten Sie sagen, „aber das ist doch ein gutes Werk, die Kinder der Asozialen können doch nichts für ihre Eltern!“.
    Dumm nur: Viele Eltern zweckentfremden die Zahlungen – und ein „Vollhartzer“, der etwas auf sich hält, verdient stets noch etwas dazu: Zigaretten-Direktimport aus Polen, Schwarzarbeit … Trotzdem aber bleiben weder Geld noch Zeit für die Kinder, deren weiterer Lebensweg vorgezeichnet ist. Dier „Hartzer“ sind nich glücklich, sondern trotz Vollversorgung notorisch unzufrieden.

    Unser staatlich sanktionierter Mißbrauch der Sozialsysteme nützt also KEINEM etwas.

    Dabei wäre auch hier eine einfache Abhilfe möglich:
    Warum nicht „Armenhäuser“ einrichten wie früher, mit Gemeinschaftsunterkünften, wo man auch noch staatlicherseit minimalen Einfluß auf die Kinder hätte ?

    Durch die soziale Stigmatisierung aber würde sich jeder bemühen, dort wegzukommen und auf eigenen Füßen zu stehen.

    Wer so etwas heute fordern würde, wäre ein „Faschist“.
    In Wahrheit allerdings wird am Volk vorbeiregiert:
    Denn, gerade in Bayern, kenne ich niemanden, der nicht das „G’schwerl“ von Herzen haßt und die Politik der Vollversorgung aus tiefstem Herzen ablehnt.

    Und zur Verfolgung von Kriminalität:

    Wenn Sie, Roland, eine „Polizeiangestellte für den Überwachungsdienst“, vulgo Politesse, im Dialog als „dienstgeile Politesse“ bezeichnen, dann setzt das erstmal 7.000,– Strafe für Sie. Und wenn Sie die nicht bezahlen können, dann gehen Sie in den Knast.
    Einen ruandalierenden Neger, der mit Eisenstangen anderen schwere Verletzungen zufügt, erhält als „Bestrafung“ genau das, was er zu erreichen suchte: Die Verlegung in eine andere Unterkunft mit besserem „Handyempfang“.

    Das geht nicht. Gerade Grüne, Linke und SPD faseln stets von „Gerechtigkeit“.

    Alle drei Fragen, lieber Roland, sind keine politischen Fragen. Es besteht überhaupt kein politischer Handlungsbedarf.

    Wenn Sie befürchten, daß durch Beiträge in meiner Diktion Ihr Blog in die Nähe eines wie auch immer gearteten „Rechtspopulismus“ gerückt werde:

    „Populismus“ bedeutet, diejenigen Forderungen zu bedienen, die sich aus dem Volk erheben. Solange die grundgesetzkonform sind, wäre es die Aufgabe der Parteien, des Bundestages und der Regierung, diese Forderungen zu erfüllen.
    „Populismus“ ist letztendlich ein Grundmerkmal von Demokratie.

  3. Hans Bonfigt (Sonntag, der 8. Juli 2018)

    Hallo Roland,

    was jetzt die „qualifizierte crowd“ „im Internet“ angeht, da verweise ich auf den Schwachsinn, der bei „Twitter“ abgesondert wird.

    Auch eine „qualifizierte crowd“ kann unseren Rechtsrahmen nicht verändern. Es sei denn, man geht in die Politik.

  4. Chris (Donnerstag, der 19. Juli 2018)

    Here I largely agree with Roland.
    Hans, I do not understand how you, obviously with some intelligence and education, (and income), can write such rubbish. Of course, there are bits of truth in it, but you make a mountain out of a molehill. You trample on unfortunate people, based on a small proportion of exploiters. Of course, our politicians are making plenty of mistakes. But we can be glad that we have them rather than Putin, Trump, Erdogan, or Kim, not to mention all the smaller even worse dictators. In a “democracy”, we are anyway to blame for them.
    We are living in a golden place and age. With climate change, depletion of resources, and growing World population, the shit will soon hit the fan. Liberal civilisation will destroy itself, either by deciding to wipe out most humans, or by letting all humans die out. I have given up the hope that robots can save civilisation.

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