Und wieder schwappt eine gewaltige Welle des gefühlten Antisemitismus über das Land.

Natürlich war es wieder der „rechtsradikale Terrorismus“, der die „Allianz der Anständigen“ in ihren Grundfesten erschüttert.

Ist das so ?

Der „aktuelle“, durchgeknallte Vollidiot von Halle ist kein Terrorist, sondern ein Psychopath.   Bei der Bundeswehr ausgebildet, konnte er nicht einmal eine Synagogentür öffnen, zerschoß dafür seine eigenen Reifen und expedierte schlußendlich zwei „Volksgenossen“ zur Hölle.  Solche Idioten sind, zumal im Osten der Republik, unvermeidlich.   Interessanter wäre es da schon, zu wissen, woher der Spinner die Maschinenwaffen hat.   Sowohl der hirnlose Möchtegern-Nazi als auch der schwedische Massenmörder Anders Breivik waren begeisterte PC-Daddelspieler.   Ich bin ja gegen Verbote aller Art, aber vielleicht sollte unsere Regierung aufhören, dieses primitive Pseudogeballere auch noch als „E-Sport“ zu fördern.

Aber:   Ein solches Attentat wie das in Halle hat mit Antisemitismus nichts zu tun.  Genausowenig, wie der abendliche Besuch bei Herrn Lübcke duch einen übereifrigen Fan mit Püster einen „rechtsradikalen“ Hintergrund hat  —  jeder kann es sich heute noch auf „Youtube“ angucken:   Wenn ein Politiker einem Auditorium entgegenschleudert, „Wer nicht unser Wertesystem vertritt, der kann gehen“, der bettelt förmlich um seine Entsorgung nach Artikel 20 Grundgesetz.

 

Das große Halali auf die bösen rechten Neonazis hat einen ganz anderen Zweck:  Den Blick auf das Offensichtliche zu verstellen.

Denn der neue deutsche Antisemitismus kommt von links !

Erinnern wir uns an den Dummschmus, den Martin Walser anläßlich einer albernen Benefizveranstaltung für den deutschen Buchhandel erbrach, noch vor der Jahrtausendwende:

Die ständige Vorhaltung der Schande, die das deutsche Volk durch den Genozid auf sich geladen hat, diene nämlich nicht dazu, das Vergessen zu verhindern, sondern werde ganz bewußt instrumentalisiert, um politische Ziele zu erreichen.

Ganz großes Kino.   Und Walser bekam das erstemal seit 20 Jahren wieder einen hoch:   MARTIN WALSER AUF SEITE 1 IN BILD.   Endlich: Das gemeine Volk liest Martin Walser.   Das ist Herrn Handke trotz des Nobelpreises nicht gelungen.  Oder Thomas Bernhard.  Mit gutem Grund auch.

Schon klar, daß jeder, aber auch wirklich jeder, diesen unglaublich gefährlichen Blödsinn nachsabbelte.   ENDLICH sprach jemand laut und deutlich aus, was wohl seit Jahrzehnten in den kleingeistigen Spatzenhirnen der dummdeutschen Mehrheit gefangen war.   Der unterwürfige, feige Bundesmichel hätte sich auch nie getraut, seinen „Gefühlen“ freien Lauf zu lassen.   Weg mit der „Schande!“.

Henryk M. Broder faßte in seiner konzisen Art zusammen:

„Die Deutschen haben den Juden Auschwitz nie verziehen“.

Walsers Ausfluß bewirkte einen Dammbruch wie seinerzeit die geniale „bouncing bomb“ am Möhnesee.   Seither ist meine Scham, dem deutschen Volk anzugehören, womöglich noch größer geworden:   Der industrielle Massenmord, begangen nicht nur von einer kleinen Gruppe ideologisch verblendeter Krimineller, sondern, regelrecht freudig, von einem ganzen Volk, ist ein so bedeutendes Phänomen, daß die Narben für alle Ewigkeit offengehalten werden müssen.

Wie wichtig dies ist, zeigt die Verwandlung der „Grünen“ und „Linken“ in waschechte „Neo-Nazis“, die elementare Grundrechte anderer beschneiden, Bücher verbrennen, Mensche öffentlich denunzieren, nicht genehme Demonstationen blockieren und die Freiheit der Lehre zur Farce werden lassen.

Und keiner erkennt:  Extremismus führt nicht nach Auschwitz.   Konformismus führt dort hin.

 

Ganz kurz vor seinem Tode ist Karl Lagerfeld tatsächlich ein Satz herausgerutscht, in dem es nicht um Karl Lagerfeld ging:

„Die Deutschen haben Millionen von Juden umgebracht, und da schämen wir uns doch heute noch für. Und jetzt lässt Angela Merkel eine Million ihrer Erzfeinde ins Land.  Und damit hat Frau Merkel die AfD stark gemacht.  Das ist erbärmlich“.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

-hb

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