Hans Bonfigt
Sonntag, der 31. Dezember 2017

Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann

Und wieder einmal stehen wir unmittelbar vor einem neuen Jahr.

In den vergangenen 12 Monaten hatten wir, meine Frau und das Team, mit dem wir geschäftlich unterwegs sind, eine harte Zeit mit vielen und teileweise unerwarteten Rückschlägen zu kämpfen.  Aber wir sind gestärkt aus der Situation hervorgegangen.  Und wir freuen uns, daß wir die Weichen zu Anfang dieses Jahres richtig gelegt haben.   Und unbeirrt auf Kurs geblieben sind. Viele andere Teams wären unter den Belastungen auseinandergebrochen.  Und daher wäre es für mich völlig falsch, im Zorn zurückzublicken.

Auch der vorsichtige Blick in die Zukunft läßt eine positive Prognose zu.

Bloß die momentane Situation des Staates, in dem wir leben, macht mir zum ersten Mal im Leben Angst und Bange.

Wir gehen nicht daran kaputt, daß wir fast täglich mit bestialischen Verbrechen konfrontiert werden, die typischerweise mit dem Frauenbild islamisch geprägter Immigranten zusammenhängen.  So grausam die Taten sind, so einfach lassen sie sich erklären — Frauen sind keine Menschen, sondern Eigentum und man kann damit machen, was man will.   Das sollte uns jetzt allerdings nicht überraschen, denn es ist noch nicht einmal 100 Jahre her, daß ein „ganz normaler deutscher Familienvater“ morgens seine Töchter liebevoll streichelte und mittags gleichaltrigen Mädchen, die freilich das Pech hatten, jüdische „Untermenschen“ zu sein, den Bauch aufschlitzte und sich daran erfreute.  Die heldenhafte „Deutsche Wehrmacht“ warf über London Teddybären mit einer eingebauten Sprengladung ab, die so ausgelegt war, daß sie das Kind, das diesen Teddy finden sollte, nicht töten, sondern „nur“ schwer verletzen würde.  Man war sich wohl bewußt, daß der „Erzfeind“ deutlich mehr moralische Integrität hatte als die selbsternannte „Herrenrasse“ und ging davon aus, daß die Engländer alles daran setzen würden, das Kind zu retten, auch zulasten der Versorgung der kämpfenden Truppe.

Wenn wir als Deutsche wenige Jahrzehnte später wieder einmal mit dem Zeigefinger herumspazieren und den jungen Abenteurern dozieren, „das macht man aber nicht“, machen wir uns lächerlich.

Und leider:  Wie viele widerwärtige Verbrechen geschehen tagtäglich selbst im schönen Bayern ?  Von „anständigen Deutschen“ begangen ?

Wir gehen auch nicht daran kaputt, daß wir zu viele Schwätzer und Pseudowissenschaftler hochgepäppelt haben, ob die nun „Aneta Kahane“ heißen oder „Aydan Özoguz“.  Die uns erklären wollen, „das ist alles gar nicht so“.  Wir haben seit 30 Jahren Dampfplauderer und Krampfhennen an den höchsten Stellen.

Wir gehen schon eher daran kaputt, daß die „normale“ Bevölkerung merkt:  Wirtschaftswachstum schön und gut, aber die Lebenshaltung wird von Jahr zu Jahr teurer.  Überall Kontrollen, an vielen öffentlichen Orten Ausgehverbote und Beschränkungen, fast in jeder Stadt „Schutzpoller“, welche effektiv die Rettungswagen behindern.  An die unglaublich albernen und peinlichen Flughafenkontrollen habe ich mich immer noch nicht gewöhnt.  Aufstockung des „Bundesnachrichtendienstes“ mit Milliardensummen, vernetzte Videoüberwachung überall,

Fear makes the wolf look bigger

aber vor allen Dingen die ewigen gebetsmühlenartigen Beteuerungen, „Ihr seid hier sicher“.  Will man, kann man in einem solchen Land „gut und gerne leben“ ?  Der SPD-Bürgermeister der Kleinstadt Kandel, wo eine junge Frau islamisch „geschächtet“ wurde, betonte sofort:  „Unsere Gedanken sollten bei der Familie sein.  Wir haben mit jungen ‚Geflüchteten‘ so gute Erfahrungen gemacht und sollten jetzt nicht an Abschiebungen denken“.  Auf die Rückfrage eines Reporters, ob der Herr Bürgermeister denn schon einmal die Familie besucht habe:  Tja, da sei er noch nicht dazu gekommen.

Das ist so zynisch, daß es selbst einem jahrzehntelangen SPD-Stammwähler zu doof ist.   Und die Stimmung wird im Land umso schneller kippen, je mehr Soziologen und sonstige Schwätzer das Gegenteil vom Offensichtlichen predigen.

Und wie auf einmal eine furchtbare Gewalt entsteht und wohin sie führen kann, das wissen wir Deutsche wohl am besten.

 

Ganz sicher aber gehen wir daran kaputt, daß seit einigen Jahren kein Diskurs mehr möglich ist.  Ein Hochschullehrer äußert privat, unsere Gesellschaft schulde den Immigranten nichts, denn sie seien für ihre Situation selbst verantwortlich und nähmen uns benötigte Ressourcen weg.

Und dieser Mann wird seither systematisch ausgegrenzt und verfolgt.  Weil er sein Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen hat.   Leider stimmt diese Meinung nicht mit der der selbsternannten „Allianz der Anständigen“ überein.  Und schon ist er ein „Rassist“, „Faschist“, „Nazi“.

Viele seiner Studenten boykottieren nicht nur die Vorlesungen, sondern sabotieren sie.  Ich habe sogar ein bißchen Verständnis für die jungen Leute, weil sie offenbar diese und andere Äußerungen des Professors „extrapolieren“ und im Ergebnis etwas sehen, das an die „nationalsozialistische“ Sicht erinnert und gleichzeitig dieses Bild auf den Professor zurückprojizieren.  Ich habe aber kein Verständnis dafür, daß, wenn der Professor anbietet, über seine Positionen zu diskutieren, dieser dann abgewiesen wird mit den Worten „Wir wollen Faschisten keine Bühne bieten“.

Und wieder zeigt sich:  Die „Antifa“ ist dreimal so schlimm wie der vorgebliche „Faschist“.  Denn Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden.  Das sollte man, auch wenn man eine Gesamtschule besucht hat, eigentlich wissen, bevor man beginnt, ausgerechnet die Iura zu studieren.

Aber die oberste Dienstherrin von Professor Rauscher, Sachsens „Wissenschaftministerin“ Eva-Maria Stange, stellt sich doch bestimmt schützend vor ihren Professor ?   ‚Mal sehen:

Sachsens Hochschulen sind weltoffen und international. Die ausländerfeindliche Meinung von Rauscher kritisiere ich scharf.“

Tja, wo nun genau die Äußerungen des Professors „ausländerfeindlich“ sein sollen — das ist wohl wieder eine windige Projektion auf das faule Ei der zeitgemäßen Gesinnung.

Wie soll man diese Äußerung  richtig übersetzen ?  Ich versuch’s ‚mal:

„Sachsens Hochschulen haben unmittelbar hintereinander zwei antidemokratischen Terrorregimes gedient und sich stets und erfolgreich um deren Machterhalt und um die Unterdrückung differenzierter Meinungen verdient gemacht.  Edgar Froese verließ unsere Universität in den sechziger Jahren mit der Bemerkung: ‚Der Staub der Universitäten liegt wie ein Leichentuch über der Wahrheit‘.  So peinlich, eklig und frech wie unsere ‚Pegida‘ auf der Straße, so feige, opportunistisch und hinterhältig ist unsere Kaderschmiede des Konformismus.  Wir können kein Hochdeutsch.  Aber außer Sächsich jede Menge anderer Widerwärtigkeiten“.

Ich glaube, das trifft es am besten.

Die Geigenvirtuosin Anne-Sophie Mutter erklärte in einem Interview, wenn man nicht allerspätestens mit dem fünften Lebensjahr anfange, Geige zu spielen, sei „das Rennen schon gelaufen“, gemeint war, daß man nur dann die virtuose Fertigkeit des Geigespielens erlernen könne, wenn man ‚von Anfang an‘ damit begonnen habe.

So ungefähr ist das aber auch mit der Demokratie.  Aus einer ehemaligen FDJ-Sekretärin machen fünf Jahre Nachwendezeit keine Demokratin, da ist unsere Bundeskanzlerin ein besonders widerliches Beispiel.

 

Die „Bundeskanzlerin“ ist hoffentlich bald Geschichte.  Aber wirklich Angst habe ich, wenn junge Leute wieder in Reih‘ und Glied marschieren — egal ob in der „Pegida“ oder im „ASta“.

 

Auf daß uns der Bürgerkrieg 2018 verschonen möge  —  am besten ohne Merkel!

 

Allen denen, denen unser Grundgesetz mit seinen Artikeln 1, 2 und 5 zusagt, ein gutes neues Jahr!

-hb

13 Kommentare zu “Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann”

  1. rd (Montag, der 1. Januar 2018)

    Beim ersten Lesen empfand ich, dass in diesem Artikel zweifelsfrei viel drinsteckt. Und dass er weh tut. Dann habe ich ihn ein zweites Mal gelesen. Und für mich den Fehler gefunden, den viel zu viele von uns (auch ich) immer wieder machen.
    Der Artikel beschreibt das „Kaputtgehen“. Und begründet dies mit vielen negativen Punkten. Und er praktiziert fast schon als Stilmittel das „dagegen sein“. Das er- und verschreckt. Auch mich. Ich will aber gar nicht erschrecken. Denn nach meiner Meinung nutzt das mir gar nichts. Ich brauche Mut und Freude!
    Wenn wir weiter kommen wollen, dann hilft das „Gegen etwas sein!“ überhaupt nichts.
    Wir müssen vielmehr „Für etwas sein!“
    Es wäre für uns alle besser, wenn wir die positiven Dinge identifizieren würden – bei uns selber wie den sozialen Systemen, deren Teil wir sind! Und uns darauf einigen, dass wir alles tun wollen, um das Positive zu stärken und zu mehren! Und das gemeinsam!
    Dann – da bin ich sicher – würden die schlimmen und schädigenden Dinge von selbst immer weniger werden. Und die Angst Schritt für Schritt dem Mut weichen.
    Also:
    Lasst uns die „richtigen Dinge“ tun. Das könnte sein in Optimismus und im gegenseitigen Vertrauen den redlichen und mutigen Diskurs pflegen – auch um Mut und Freude zu mehren. Lasst uns aber auf keinen Fall die (vielleicht sogar noch falschen) „Dinge richtig“ tun wie z.B. die Angst (sogar bei uns selber) mehren, in dem wir die Welt beklagen und düstere Bilder an die bundesdeutschen Wände malen.
    Denn das hilft nichts – außer dass es uns alle runter zieht. Und genau dass will ich nicht – andere und mich durch runterziehen kleiner machen. Lasst uns uns gemeinsam größer werden!

  2. Hans Bonfigt (Montag, der 1. Januar 2018)

    Hallo Roland!
    100% Einverständnis — „Gegen etwas sein“ paralysiert nur. Aber wo haben Sie gelesen, daß ich „gegen“ irgendetwas wäre?

    Die Legende besagt, daß das Bordorchester der Titanic bis zum letzte Atemzug spielte:
    https://m.youtube.com/watch?v=0uiIxAUmPMA
    Aber die Titanic war bereits verloren.
    Ich wäre dafür, den Kurs radikal zu ändern.

    Dabei erscheint mir als das Wichtigste die Reetablierung einer demokratischen Diskurskultur. Auf allen Ebenen.
    Der eigentlich nicht existente Fraktionszwang muß qua Gesetz weg und eine Minderheitsregierung wäre nicht schlecht – denn gerade in der jetzigen Situation könnte das Parlament zum ersten Mal entscheiden.

    Eine Geschäftspartnerin erzählte mir einmal, „ich investiere nur in Dinge, die ich verstehe“.
    Und so dürfte die Bundesregierung nur in Dinge investieren, die jeder versteht. Die Regeln für einen „subsidiären Schutz“ versteht keiner. Also muß er weg. Denn wir haben schon eine Genfer Konvention und ein Grundgesetz.
    Was nicht drunterfällt: Weg damit!

    Eine Vereinfachung der Politik ist das, was alle wollen (und weswegen Trump gewählt wurde).

    Das sollte sich doch auch hier machen lassen?

  3. rd (Montag, der 1. Januar 2018)

    🙂 Da haben wir wieder das alte Sender-/Empfänger-Problem. Hat sich der „Schreiber“ falsch ausgedrückt oder der „Leser“ falsch verstanden.
    Ihr Satz:
    Ich wäre dafür, den Kurs radikal zu ändern.
    gefällt mir.
    Wie kriegen wir das hin?

  4. KH (Montag, der 1. Januar 2018)

    Mir gefällt viel an diesem Beitrag, aber vorallem der Wunsch und die Hoffnung, dass unsere ‚Bundeskanzlerin‘ bald Geschichte ist…

  5. Chris Wood (Montag, der 8. Januar 2018)

    Dear Hans and Roland, I find it a bit silly to discuss whether it is better to be generally for or against things. If one is for something, one is automatically against the opposite. Hans, you are strongly against hypocrisy, because you are for honesty. I tend to agree. But I am reminded of a girl who told me, “I cannot be a hypocrite. I slept with another man last night”! I responded, “You could at least try”!
    I believe that some duplicity is unavoidable in politics. When was anybody elected for being completely honest? And dictators are even less honest than democrats. Honesty and democracy are mostly good, but do not solve all the problems. Governments seek full employment and growth, which endanger the environment. You strongly criticise German politicians, but foreign ones are mostly worse. Please take a global view. No country can succeed alone.
    Professor Rauscher has a right to free speech, especially in private, but his remark was silly. Few of the refugees are themselves to blame for their nasty situations. A few are criminal, but that is true of all nationalities and religions. I can sympathise with a politician who objects to AfD views, particularly in Saxony.
    Roland, I can see reasons for your too positive views. Are people nice to you because of them? Are all your friends as wonderful as you maintain? Have the advances of mankind improved the amount of contentment in the World? I think some scepticism is needed.
    I have just read an excellent book, “Sapiens” by Harari. I plan to recommend it to all my friends.

  6. Chris Wood (Montag, der 8. Januar 2018)

    This year, I have again received an excellent book. (Thank you, Stephie and Jonathon).
    It is less demanding than two that I read recently, but it makes me happy.
    “Sapiens, A Brief History of Humankind” by Yuval Noah Harari.
    At first, I found it dull, but then I realised that it expresses views that I have been trying to spread for ages. Harari writes better and knows more than I do, and it is a best seller. This means that my ideas and philosophy are becoming mainstream, and ceasing to offend and depress. The chances of reasonable developments look better.
    Harari gently denies any objective criterion for good or evil. According to point of view, good and evil can be found in everything. Agriculture brought civilisation and spread mankind, but did not bring happiness. Science, empire and capitalism brought prosperity to Europe and America, but destroyed other cultures and species, without making us very happy. Domestic animals have a miserable time.
    He expects Homo sapiens to lose control quite soon, but finds it very difficult to say what will then happen. Ironically, his sequel, (which I have not read), makes predictions.
    Are life and happiness good? Without life, the Universe would be uninteresting, but not cruel. Harari believes that humans were happier without agriculture. Current human population, science, culture and civilisation could not exist without agriculture. If we try to weigh the slight happiness of a large population against greater happiness of a few hunter-gatherers, we should also consider the current misery of most domestic animals. Evolution seems to have selected for a balance between happiness and misery. Big lottery winners are rarely happy for long. Other beings have about the same balance. Elephants seem happy when drunk, but then have hang-overs.
    So, try to be kind to (almost) everybody! And try to be happy, but don’t worry if you don’t succeed!

  7. Hans Bonfigt (Mittwoch, der 10. Januar 2018)

    Hallo Chris,

    But I am reminded of a girl who told me, “I cannot be a hypocrite. I slept with another man last night”! I responded, “You could at least try”!
    I believe that some duplicity is unavoidable in politics.

    Ja, in diesem Falle wäre sowohl in der Politik als auch im richtigen Leben eine gewisse „Heuchelei“ sinnvoll gewesen.
    Denn die Lüge wird hier eingesetzt, um Schäden zu vermeiden.

    Aber was ist mit den Lügen, die Schäden erst schaffen ?

    Man muß ja Meinungsäußerungen wie die von Professor Rauscher im Zusammenhang sehen: Frau „Gesine Schwan“, der Name sagt schon alles, mehrte sich im SPIEGEL darüber aus, daß „wir unseren Wohlstand nicht weiter auf dem Rücken der armen Flüchtlinge aufbauen dürfen“. Auf so einen groben Klotz gehört ein grober Keil, und den hat der Professor geliefert. Und wenn er das in einer Volkswirtschaftslehre-Vorlesung getan hätte, dann wäre es meiner Meinung nach auch in Ordnung gewesen zu sagen, „Wir schulden diesen Menschen nichts“. Privat sollte man so etwas erst recht sagen dürfen.

    Das nennt sich in einer Demokratie „Diskurs“. Und wer abweichende Meinungen unterdrücken will, ist der wirkliche Demokratiefeind.

    Sie werden sich nicht an ihn erinnern:
    Vor wenigen Tagen verstarb der ehemalige Bundespräsident Philipp Jenninger. Jener hatte, in den 70er Jahren, eine ehrliche, differenzierte Rede über das Wesen des Nationalsozialismus gehalten unter besonderer Berücksichtigung der fatalen Tatsache, daß insbesondere die Jugend der „Bewegung“ fanatisch folgte. Dabei führte er aus (ich habe es seinerzeit bewußt miterlebt), „die Hitlerjugend war ein Faszinosum, dem sich junge Menschen kaum entziehen konnten“.
    Der Mann wurde auf widerwärtigeste beschimpft und diffamiert — und hatte, im Gegensatz zu Frau Merkel, den Charakter, zurückzutreten.
    Was für ein Blödsinn ! Jenniger widersprach der seinerzeit gängigen These, „Das deutsche Volk war komplett unschuldig, Hitler, Goebbels, Himmler und Eichmann waren die Bösen“.
    Ich fand es elementar wichtig, einmal aufzuzeigen, daß Mitschuld entstehen kann auch schon durch unbedachte Teilnahme in einer „Jugendorganisation“.

    Aber dann krochen die ganzen widerlichen Schmutzfinken aus ihren Löchern und faselten etwas von „Apologetik“, ein paar völlig Verblödete heulten von „Verherrlichung des Nationalsozialismus“.
    Eine ruhige, sachliche Historikerin wurde in einer Fernsehdiskussion regelrecht hingerichtet. Seitdem sehe ich übrigens keine „Diskussionsformate“ mehr.

    Gipfel der Paradoxie: Der Zentralrat der Juden, ich weiß nicht mehr, ob es noch Ignaz Bubis war oder schon Heinz Galinski, bezeichnete die Rede als wichtig und gelungen, wenn auch rhetorisch ungeschickt vorgetragen.

    Philipp Jenninger aber wurde nie rehabilitiert, das einzige, was von dessen Lebenswerk blieb, war die angeblich faschistische „Jenniger – Rede“. Was für eine widerliche Reduktion!

    Wenn aber in diesen Tagen jemand auf die Idee kommt zu erwähnen, daß, historisch belegt, Hanns-Martin Schleyer ein ehemaliger NS-Verbrecher war, dann ist man ein böser Denunziant.

    Die Diskussionskultur „in diesem unserem Lande“ ist unter aller Sau.

  8. Chris Wood (Sonntag, der 14. Januar 2018)

    Hans, I think too that it is about time for Merkel to go. She has begun to make serious mistakes. Someone younger is needed, but I don’t know who.
    Maybe „we don’t owe them anything“, but that doesn’t mean we should not be nice to them. Perhaps we do owe Africans something, in view of the effects of slavery and colonialism.
    I notice that Gauland and his nasty two women avoid open racism, now that the election has been held. But first the AfD stirred up a lot of dirt.

  9. Hans Bonfigt (Montag, der 15. Januar 2018)

    In Bezug auf die „AfD“ bin ich zu 100,000% auf Rolands Linie: Nur mit einem Thema, „weg mit kriminellen Sozialbetrügern“, kann man kein Land managen. Man kann nicht sinnvoll handeln, wenn man sich nur darüber im Klaren ist, was man NICHT will.

    Und die „AfD“ scheitert ja selbst in diesem Bereich!
    Denn nicht einmal von dort hört man das, was zwei Drittel der Bundesbürger denken.

    Wenn ich immer lesen muß, „Schlauchboot gesunken – 25 Flüchtlinge vermißt“, dann bin ich nicht erschrocken über die 25 Toten, sondern die 75, die „gerettet“ wurden.
    Rücksichtsloser Mißbrauch des international selbstverständlich anerkannten Kodex der Rettung Schiffbrüchiger sollte nicht folgenlos bleiben. Es ist verdammt gut, daß die Menschen wenigstens diesen internationalen Konsens haben, Menschen in Not auf See zu retten, und es ist widerlich, wie dieser durch vorsätzliches Herbeiführen einer Notsituation torpediert wird.

    Wenn es überhaupt einen Grund gibt, „stolz auf Deutschland“ zu sein, dann ist es unser Asylrecht, welches politsch Verfolgten gewährt wird.
    Das Geplapper aber vom „subsidiären Schutz“ ist ganz und gar blödsinnig. Es gibt keinen Grund für eine solche Sonderregelung, die zumal (wir haben nicht weniger als 7 unterschiedliche Aufenthaltstitel) so kompliziert ist, daß sie der zahlende Bürger nicht verstehen kann.
    Intelligente Geschäftspartner raten mir, „investiere niemals in etwas, das Du nicht verstehst“. Warum soll ein Bundesbürger hier investieren, über Generationen hinweg ?
    Gleichzeitig wir der Bundesbürger weiter verarscht: Man sagt „Asyl“, meint aber „Immigration“.

    Menschen, die hierhin als Betrüger und Feinde kommen, möchte man nicht helfen. Mir persönlich geht es dabei nicht einmal um die Kosten.

    Man möchte hierzulande auch deren Kultur nicht. Kinder brauchen Liebe, Nestwärme und Unterstützung — und keinen Allah. Ich empfinde es als Errungenschaft, daß wir uns von „Gott“ und „Kirche“ gelöst haben. Da will ich nicht mehr zurück. Auch die Achtung vor Frauen ist ein wichtiges Rechtsgut: Die Kultur eines Volkes sehen sie immer daran, wie es mit seinen (vermeintlich) Schwächeren umgeht. Ich weiß gar nicht, warum sich Grünen-Politikerinnen darauf freuen, „daß sich hier einiges verändert“.

    Schlußendlich wäre die „AfD“ erfolgreicher gewesen, wenn sie Klartext geredet hätte.

    Ein ganz lustiges (oder makabres) Erlebnis zum Schluß:

    Am Abend nach der Bundestagswahl sitzen wir mit weiteren zwölf(!) Personen draußen in unserer Lieblingspizzeria, die ein gemischtes Publikum anspricht — Studenten, Werbetreibende, typische „Geisteswissenschaftler“ (man sieht das gut an den Büchern, die sie mitbringen), aber auch Stadträte und ältere Mitbürger wie wir.

    Stellt sich irgendwie heraus: ALLE (mich eingeschlossen) hatten an diesem Tag mit der Zweitstimme die „AfD“ gewählt, und außer mir hatten wohl alle einen qualifizierten Hochschulabschluß. Wir waren uns dann allerdings ziemlich einig darüber, daß dies ein einmaliges „STOP“ – Signal an unsere Volkskammer sein sollte.
    GEFREUT hat sich keiner über das Ergebnis (wir waren eher erschrocken).

  10. Chris Wood (Montag, der 15. Januar 2018)

    Hans, I hope you were also ashamed for these votes. Perhaps similarly too-clever voters caused Trump to be elected.

  11. Hans Bonfigt (Dienstag, der 16. Januar 2018)

    Wieso ?
    Mission accomplished.
    – Schulz verhindert
    – SPD nachhaltig geschwächt
    – Merkel erschüttert
    Und die „AfD“ zerlegt sich von ganz alleine.
    Ich würde wieder so wählen, aber natürlich nicht in zukünftigen Fällen. Im übrigen halte ich die „Grünen“ dem Gespenst des Nationalsozialismus‘ für viel, viel näher als die Tattergreise von der „AfD“.

    Ganz allgemein: Trump, BREXIT und „AfD“: Wer da keine Zusammenhänge sieht und Konsequenzen formulieren kann, dem ist nicht mehr zu helfen.

    Ziemlich freies Heine-Zitat:

    In die hungrigen Mägen nur Eingang finden
    Wurstargumente mit Knödelgründen.
    Ein Rinderbraten, braun gesotten
    behaget den radikalen Rotten
    viel besser als ein Mirabeau
    und alle Redner seit Cicero.

    Nur schade, daß wir keinen Cicero mehr aufbieten können, sondern nur einen Schulz oder Lindner. Jetzt auf den Zustand unserer „radikalen Rotten“ zurückzuschließen, das ginge sogar mir zu weit und deutlich über Trumps ’shitholes‘ hinaus.

  12. Chris Wood (Mittwoch, der 17. Januar 2018)

    Hans, you seem to hate or despise all significant German political parties, except perhaps CSU. It would make no sense for you to be pro-CDU, where Merkel is so popular. I cannot understand this degree of intolerance. You can only find friends among the non-voters, (to which I unwillingly belong).

  13. Hans Bonfigt (Samstag, der 20. Januar 2018)

    Ah, Chris, tell you what:
    I’ve always been a fellow traveller of the RAF, and I do not mean the Britisch ‚Royal Air Force‘ (Though I admire them for their OBOE System).
    So why shouldn’t I despise all significant political parties ? And why should this be an indicator for a remarkable degree of intolerance ?

    Why don’t we have a ‚minority government‘ (hopefully that this is the right term) ?

    Now, let me quote that funny Christian Ströbele,

    „Die Abgeordneten im Deutschen Bundestag sind die erste Macht im Staat, weil sie das Mandat der Bevölkerung haben – nicht die Kanzlerin oder die Bundesregierung. Die Abgeordneten sollen ihren Job ernst nehmen und nicht wegen eines angeblichen Fraktionszwanges entscheiden, wie sie es persönlich nicht für richtig halten. Wenn wir das auflösen würden, bekäme jeder Abgeordnete dadurch ein ganz neues Gewicht. Das vermisse ich im Bundestag.“

    See?

Kommentar verfassen

*