verdammnisTitel und Cover sind genauso mies wie die des Vorgängers, bilden jedoch hier die perfekte Ouvertüre zu einem Werk, das zwar mit einem vielversprechenden Paukenschlag beginnt, in der Folge jedoch in hoffnungslose Langweile und Frustration zerfliesst. Nach der Schlussapotheose bleibt nur donnernde Entrüstung.

Hauptthemen von Opus II der Millenium Trilogie sind die geheimnisumwobene „Heroin“ Lisbeth Salander, der Menschenhandel mit jungen Frauen aus den baltischen Staaten und dunkle Machenschaften von Geheimdiensten, deren Wurzeln zurückgehen bis in die präkapitalistische Zeit des heutigen Russlands.

Leitmotivisch werden vom ersten Band bekannte Episoden aus dem Leben der Protagonisten aufgewärmt. Die Erzählung ist langwierig. Detailverliebt wird der Leser in Lisbeths Gegenwart getaucht : Präzise Beschreibung einer Einkaufstour bei IKEA, technischer Schnickschnack ihres Computers, Hersteller und Modell ihres Mietwagen, Aufzählung ihrer shopping list im Supermarkt, inklusive Pizza für die Mikrowelle. Die Heldin selbst ist zu einer steinreichen, alles könnenden Superwoman hochstilisiert.

In der Zwischenzeit irrt der Held wie eine verlorene Seele durch Stockholm und stolpert von Ratlosigkeit zu Peinlichkeit. Dem Kriminalistenteam auf der Spur von Lisbeth fehlt jegliches Profil. Die Halunken sind karikativ überzeichnete Kinderzimmermonster. Die Vergangenheit und Herkunft der Lisbeth Salander, das haarsträubende Phantasieprodukt eines einfallslosen Gruselromanautors. Das Plot hat bestenfalls das Niveau eines Groschenromans.

Der Schlussakt bietet eine Abfolge von Situationen, die sich an Unwahrscheinlichkeit überbieten. Das Finale gipfelt in einer Auferstehung aus dem Grabe!!!

Dort sollte man diese miserable Schwarte aber ruhen lassen.

Noch ist „Vergebung“ (Millenium III) nicht erschienen, hoffen wir das Beste lieber Leser!!!

HPK

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