BreuerViele kennen Bastei-Lübbe vor allen Dingen als Verleger der sagenhaften, unsterblichen Jerry Cotton Hefte und Romane. Wenige sehen den Verlag als erfolgreichen Herausgeber von Geschichtsbüchern, deren Verkaufszahlen teilweise Bestsellerniveau erreichen. „Ritter, Mönch…“ hat es in sieben Jahren immerhin auf zehn Auflagen gebracht!

Kein Wunder, hier wird Historie nicht als unverdaulicher Eintopf aus Daten und Namen serviert, sondern als durchkomponiertes Menu aus Geschichten und Episoden. Das Lesebuch entrollt einen bunten, mittelalterlichen Bilderbogen. In 59 Kapiteln auf 580 Seiten erzählt Breuer, in erfrischend lässigem Tonfall, über Karl Martell, Canossa, Saladin, Richard Löwenherz, über Königtum, Lehensmänner, Soldaten Christi, Päpste, Kaiser, über Waldsterben vor 700 Jahren und unheilige Frauen im heiligen Land.

Im Vorwort meint der Autor: „Urplötzlich wird Geschichte zu einer Geschichte, und schon wird’s spannend… Der amerikanische Bürgerkrieg wäre uns ohne John Wayne und Kumpane, vor allem aber ohne „Vom Winde verweht“ kaum geläufig… Geschichte lebt immer und überall. Man muss ihr nur ein wenig Atem einhauchen.“

Der studierte Historiker und ehemalige Chefredakteur der „Kölnischen Rundschau“ zeigt, dass Bildung und Unterhaltung sich ergänzen, ja gegenseitig hochschaukeln. Sein Buch sollte Pflichtlektüre sein für alle Geschichtspauker, die über gelangweilte Schüler klagen. Es ist eine wunderbare, interesseweckende Lektüre für ahnungslose und wissensgierige, eine Erinnerungshilfe und Sammlung von short stories für kultivierte.

In einer Bildungsgesellschaft wäre das Buch zweifellos von schichtübergreifendem Interesse.

Unbedingt lesen!!!

HPK

PS:
Ebenso dringend empfehle ich vom selben Autor, „Sterben für Jerusalem – Ritter, Mönche, Muselmanen und der Erste Kreuzzug“ und „Die glühende Krone – Die Staufer und ihre Zeit“

Kommentar verfassen

*