Das Entstehen des Buches, verbunden mit umfangreichen Nachforschungen, erstreckt sich über 6 Jahre. Die Story beginnt 1975 und endet 1999.

Es fängt an wie eine Geschichte von Guten und Bösen, ein einsamer DEA Agent gegen die mexikanischen „narcotraficantes“. Im Hintergrund steht drohend die „union sacrée“ des organisierten Verbrechens der Drogenkaiser mit der amerikanischen Geopolitik in Mittel- und Südamerika. Im seuchenden Sumpf von Konflikten und Gemeinsamkeiten sind Koalitionen Hinterhalte, haben Freundschaften doppelte Böden.

Der idealistische Art Keller, die Drogenbarone, der wortkarge irische „hit man“, ein grossherziges Luxus-Callgirl, ein engagierter Priester, sind detailgenau ziselierte Charaktere, deren Ambivalenz wie ein Verstärker hinter der Glaubwürdigkeit der sich atemlos abwickelnden Handlungsfäden steht. Die unvermeidbaren Gewaltschilderungen entsprechen konsequent der pathologischen Gier und Gefühlslosigkeit des Milieus. Wie James Ellroy sagt:“A beautifully compressed vision of hell, with all its attending moral madness.“

Auf den Schauplätzen, Tijuana, Guadalajara, Baja California, Cali, Medellin, Honduras, San Salvador, San Diego und New York, schwant dem Leser, dass politische und ökonomische Interessen Jäger und Gejagte, Verbrecher und Ordnungshüter, korrumpierte Regime und moderne Rechtsstaaten untrennbar miteinander verbinden.

Leider gelingt es dem Autor nicht die Mechanismen des Zusammenspiels zwischen DEA, FBI, CIA, sowie Politikern und mexikanischen Behörden, für den Aussenstehenden sichtbar zu machen. Das erschwert letztlich die Identifikation mit der Hauptperson, Art Keller, dessen Probleme im Dschungel von Zuständigkeiten und konkurrierenden Regierungsinstanzen nicht immer transparent sind.

Eine deutsche Übersetzung  dieser beeindruckenden Dokumentar-Thriller-Saga lässt leider noch auf sich warten. Bis dahin ist die Originalfassung allen, die sich einigermassen im Englischen wohl fühlen, durchaus zugängig.

Die Lektüre lohnt sich.

HPK

Kommentar verfassen

*