In Rolands nettem Tante-Emma-Laden ist mal wieder Aktionstag. Im Sonderangebot stehen Kooperation, Kuscheligkeit und rundherum Wellness. Wer jedoch den Einkaufswagen nicht damit vollhaut oder gar beim Naserümpfen erwischt wird, den macht donnernde Sprachgewalt zur Schnecke.

Was mich betrifft, so ordne ich mich gern in die Reihen derer ein, die in der Umklammerung des Frusts gefährlichen Unsinn schreien. Dass die Störenfriede vorsorglich auch als klug und aufgeklärt qualifiziert werden, signalisiert redliche Kaufmannsweisheit: Breites 
Sortiment und volle Regale verbieten die Vergrämung potentieller Kunden.

Mit juvenil jubelndem Elan tummelt sich der anerkannte Altmeister der Informationstechnik auf der seichten Seite des Planschbeckens einer Idee, deren Ursprünge noch viel weiter zurückreichen, als die des ältesten Gewerbes der Welt. Nichts Neues lieber Leser, viel Lärm um wenig, geballte Kraft rennt offene Türen ein…

Zwei können mehr als einer, viele bewirken mehr als wenige! Derartige Binsenweisheiten bilden die Grundsteine eines Konzeptes, das wie Lebenssaft durch die Adern der Evolution und Geschichte pulsiert. Kooperation ist eine der effektivsten Strategien im Kampf der Arten ums Überleben (oder jagen Wölfe im Rudel, weil es so schön ist?). Kooperation macht den Schwachen stärker, erhöht die Effektivität des Kräftigen.

Kooperationen sind komplizierte Netzwerke multilateraler Beziehungen, beruhen auf Leistungen und Gegenleistungen. Die allseitigen Erwartungen individueller Vorteile, das heisst nacktes Eigeninteresse, garantieren den Zusammenhalt der fragilen Konstruktionen. Partnerschaften sind Tauschbeziehungen und wo getauscht wird, lauert die Täuschung.

„Drum prüfe wer sich kooperativ bindet, ob sich nicht doch was besseres findet!“

HPK

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6 Kommentare zu “„Der gute Mensch von Unterhaching – Teil II“ Gedanken zu Roland Dürres „Kooperation bringt weiter – ein Appell“”

  1. rd (Sonntag, der 15. Mai 2011)

    Dieser Beitrag von Hans-Peter ist eine dialektische Entgegnung auf meinen Artikel vom Sonntag, den 8. Mai 2011:

    http://if-blog.de/rd/kooperation-bringt-weiter-ein-appell/

    Und natürlich hat der Hans-Peter völlig Recht: das alles ist trivial und seit Urzeiten klar und bekannt. Warum versuchen aber trotzdem so viel Menschen durch egoistische Strategien zu gewinnen? Und wenn sie scheitern, dann hadern sie mit der Ungerechtigkeit der Welt. Und verstehen nicht, dass sie ihr Unglück ihrer Egozentriertheit zu verdanken haben. Mit ein wenig alterozentriertem Verhalten wären sie bestimmt zufriedener geworden! Einfach auch deswegen, weil sie dann ein paar Freunde mehr hätten.

  2. hans-peter kuhn (Montag, der 16. Mai 2011)

    Hallo Roland,

    Du sagst „dialektische Entgegnung“ ich weiss nicht wie ich das verstehen soll, in keinem Fall wohl im Sinn des historischen Materialismus. Ich beleuchte einfach nur die dunkle Seite, einer im Grunde genommen recht hellen Sache.

  3. rd (Montag, der 16. Mai 2011)

    Lieber Hans-Peter,

    mit „dialektischer“ Entgegnung meine ich einen Teil des dialektischen Erkenntnisprozesses beispielsweise als Teilschritts eines Diskurs oder einer Debatte mit dem Zwecke des gemeinsamen Erkenntnisgewinns …

    Oder anders formuliert auch den ernsten Spaß am Wettstreit von verschiedenen Positionen oder Sichtweisen durch Worte, um gemeinsam Dinge besser zu verstehen.

    Passt das?

  4. hans-peter kuhn (Montag, der 16. Mai 2011)

    Alles OK oder passt, wackelt, hat Luft.

  5. rd (Dienstag, der 17. Mai 2011)

    Danke übrigens für den Tante-Emma-Laden! Ist mir lieber als ein Discounter oder eine Mall mit Food market ..

  6. Chris Wood (Montag, der 23. Mai 2011)

    „Gemeinsam Dinge besser zu verstehen“, darum geht es?
    You could have fooled me!

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