Zugegeben, Verkaufsziffern und Anzahl der Auflagen sind, allein genommen, nur sehr unvollständige Indikatoren für die Qualität eines Buches.

Besonders im Bereich der Fachliteratur steigt jedoch mit ihnen die Chance leserische und kulturelle „wellness“ zu erfahren.

Die 10 Taschenbuchausgaben von Bastei-Lübbe in den Jahren 2003 – 2007 sind damit eine unmissverständliche Empfehlung.

Fischer-Fabian erzählt uns Geschichte. Sein Ausgangspunkt ist der Zug der Kimbern und Teutonen, der um das Jahr 100 vor unserer Zeit, das expandierende römische Reich in Angst und Schrecken versetzte, war doch der Kelten Sturm auf Rom, 387 v.Chr, noch in „frischer“ Erinnerung. Eine Rückblende führt uns von der Megalithkultur (ungefähr 4.000 v.Chr.) über die Einwanderung der Indogermanen bis zu deren Verschmelzung mit den Erbauern der Hünengräber. Es geht weiter mit Arminius, der Integration von germanischen Heeren in den römischen Militärapparat bis zur Schlacht im Teutoburger Wald. Die Story endet mit Aufstieg und Fall des ersten römischen Kaisers germanischer Herkunft, Flavius Magnus Magnentius (353 n.Chr.).

Detailgenau und unterhaltsam schildert der Autor das tägliche Leben der germanischen Bauern, die Rolle der Frauen in Volk und Adel, Kampfweise und Bewaffnung unserer Vorfahren, ihren Glauben, ihre Sitten Gebräuche, Vermählungen, Bestattungen und ihre Fertigkeit bei der Bearbeitung von Bronze. Es entsteht das lebhafte Bild einer frühen Hochkultur.

Der Stil ist humorig mit einer teilweise ausgeprägten Tendenz zu etwas hausbacken wirkendem Mutterwitz. Schulmeisterhafte Alleswissertypen mögen hier die Nase rümpfen. Ich empfehle diese Lektüre, sie informiert wie ein komplettes Geschichtsbuch und bietet spannende Unterhaltung wie ein guter Roman. Das ist bedeutend mehr als man normalerweise erwarten darf.

Unbedingt lesen!!!

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