Der Vorbote kam Anfang der neunziger Jahre mit „Fräulein Smillas Gefühl für Schnee“ von Peter Hoeg. Später tauchten Henning Mankell und sein Komissar Kurt Wallander immer wieder in den deutschen Bestsellerlisten auf. Stieg Larssons Trilogie über das Schicksal der Lisbeth Salander steht bei Amazon noch immer unter den absoluten Topsellern.

Hakan Nesser ist neben Jussi Adler-Olsen (siehe Rezension von „Erbarmen“) und Jo Nesbo (siehe kommende Rezension) ein weiterer Schreiber der skandinavischen Autorenhorde, die die Bestsellerregale der Buchhandlungen von Flensburg bis München im Sturm erobert.

Der Titel ist programmatisch und hält was er verspricht. Verzweifelt, wie Inspektor Barbarotti, tappt der Leser in einem Labyrinth aus falschen Fährten, folgt Irrlichtern und strandet immer wieder an den Klippen der Ahnungslosigkeit. Die Nebenschauplätze der Handlung führen uns tiefer in Nessers Hauptperson, ihre persönlichen, familiären und sentimentalen Probleme. Gunnar Barbarotti ist kein strahlender Held, kein brillianter Denker, eher ein akribisch, mühsam schuftendes Arbeitstier. Die Aufklärung der Morde, überraschend jedoch vom Leser klar nachvollziehbar, kommt schliesslich von seinem eher unsympathischen Vorgesetzten.

Der Autor erfreut uns mit einer packenden Plotkonstruktion, die scheinbar verwobenen Fäden enden in einem geradlinigen Finale, ohne überflüssige Schnörkel oder die leider beliebte last minute Intervention eines „deus ex machina“.

Unbedingt lesen wäre übertrieben aber die 9,95€ für den Paperback sind zumindest eine gute Investition.

HPK

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