Auf den Covers der Paperbacks prangten meist makellose, kurvenreiche, oft spärlich bekleidete Körper von verführerisch lächelnden blond-, rot- und schwarzhaarigen Kreaturen.

Die Helden waren coole Typen, allzeit bereit einer schönen Frau zu helfen, gegen sanfte Belohnung in sinnlichen Naturalien und (oder) grössere Stapel von saftigen „greenbacks“.

Einige Prachtexemplare dieser Gattung, aus den sechziger und siebziger Jahren möchte ich hier mal, nebst ihren geistigen Vätern, vorstellen:

Steve Victor (Ted Mark: The real gone girls –  Dial “O”for O.R.G.Y. –  Dr. Nyet)

Steve ist der “man from O.R.G.Y.”,  im Klartext „Organization for the Rational Guidance of Youth“. Die Organisation „widmet sich der Entfernung von Warzen an den Fingern derer, die von sexuellen Schuldgefühlen geplagt werden.“ Traumgeschöpfe mit Namen wie Randy Beaver, Liberty Dix oder Phoebe Freeby locken den Protagonisten in Gefilde von Spionage und Intrigen. Hier lauern Geheimnisse, die tiefer als „Deep Throat“ verborgen liegen.

Keineswegs eine Ansammlung voyeuristischer Sauereien, im Gegenteil, eine herrlich erfrischende, urkomische, brillant witzig geschriebene Bettlektüre, die leider nie ins Deutsche übersetzt wurde.

Danny Boyd (Carter Brown: Nymph to the slaughter – The myopic mermaid – Catch me a Phoenix)

Privatdetektiv Danny schreckt vor nichts zurück, vor allem nicht vor schönen Frauen. „Luscious blondes, shapely brunettes, buxom beauties, voluptous vixens“ kennt er von allen Ecken, besonders wenn es um die Kurven geht. Danny findet Vermisste, schützt Schwache, straft Ganoven.

Die etwa 150 Seiten langen Schmöker sind eine humorige, schlagfertige Persiflage, eine lange Nase in Richtung aller Krimihelden, die sich tierisch ernst nehmen. Deutsche Versionen erschienen unter anderem bei Ullstein, sind jedoch heute nur noch bei Schmökerhändlern zu finden.

Travis McGee (John D. MacDonald: Giftgrün für Vivian (Bright orange for the shroud) – Grau auf weisser Weste (Pale grey for guilt) – Rote Lady Schwarz auf weiss (The quick red fox) und viele andere

Auf seiner Visitenkarte steht „Salvage Consultant“. Seine Kunden sind oft schöne Frauen, manchmal gescheiterte Männer, denen durch Machenschaften skrupelloser Individuen Besitz und Vermögen abhanden gekommen sind. 50% der geretteten Werte sind sein Honorar. Hin und wieder muss er einem „sparsamen Kunden“ klarmachen, dass die Hälfte von etwas immer noch viel besser als nichts ist. Manchmal tritt er auch als Rächer auf, wenn seine Freunde schlecht behandelt oder gar getötet werden.

Travis lebt an der Küste Floridas, in Fort Lauerdale auf einem Hausboot. Ständige Begleiter seines Lebens als Gentleman-Detektiv sind der Wirtschaftsexperte Meyer, der ihn auch in finanziellen Dingen berät und Alabama Tiger, einer seiner Nachbarn in der Marina. Die permanente Party auf dessen Boot bringt ihn nur manchmal in Kontakt mit Kunden ist aber immer eine sichere Bezugsquelle für hochattraktive, zeitweise Bettgenossinnen.

John D. MacDonald gehört zu den produktivsten amerikanischen Thrillerautoren des 20. Jahrhunderts. Allein die TravisMcGee Serie umfasst 21 Romane, weiterhin schrieb er 45 Thriller und Gesellschaftsromane sowie 5 Science Fiction Bücher und über 500 Kurzgeschichten. 15 seiner Werke wurden zu Leinwandproduktionen, die bekannteste ist wohl „Cape Fear“ (1991) mit Roberto de Niro und Nick Nolte.

Die deutsche Version der Travis McGee Serie wurde in der Reihe „Heyne Thriller“ in den sechziger Jahren veröffentlicht.

Für all das braust ein Ruf wie Donnerhall:

Unbedingt lesen!!!

HPK

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