Was die Glaubwürdigkeit und Objektivität betrifft, folgendes: Der Autor hat in Berlin Geschichte studiert und lebt seit Jahren in Starnberg. „Preussens Gloria“ stand, gut sichtbar, im Regal der genialen Bahnhofsbuchhandlung von Bad Endorf, die auf Wunsch, fast jedes Buch innerhalb von 24 Stunden heranschafft.

Es beginnt mit einem Paukenschlag. 1701 krönt sich Kurfürst Friedrich III, Sohn Friedrich Wilhelms, des Grossen Kurfürsten, zum König von Preussen, Friedrich I. Ihm folgen Friedrich-Wilhelm I (Soldatenkönig) und Friedrich II. Die „Gloria“ endet 1786 mit dem Tod des Grossen Fritz. Im gleichen Jahr erscheinen Bürgers „Wunderbare Reisen des Freiherrn von Münchhausen“, Mozarts „Figaros Hochzeit“ wird uraufgeführt.

Erneut erzählt Fischer-Fabien Geschichte auf die ihm eigene, fesselnde Weise. Mit grosser Liebe zum Detail beschreibt er die preussischen Herrscher, ihre Lebensweise, ihre Marotten, ihren fast pathologischen Hang zur Sparsamkeit, ihre Pflichttreue, ihren Fleiss, ihre Unbestechlichkeit und ihren Ordnungssinn. Sie dienten ihrem Staat durch harte Arbeit und beuteten ihn nicht, wie andere Fürsten, durch persönliche Verschwendung aus. Die legendäre Organisation der Armee wird ebenso gewürdigt wie die furchtbare Grausamkeit des Kriegsalltages und die geopolitischen und strategischen Hintergründe des Einfalls in Schlesien. Religiöse Toleranz brachte den Preussen nicht nur den bitter nötigen Bevölkerungszuwachs (Protestanten aus Österreich, Hugenotten aus Frankreich) sondern auch beträchtlichen kulturellen und wirtschaftlichen Reichtum.

„Die Pervertierung von Tugenden zu Untugenden jedoch, die aus Gehorsam Untertanengeist machte, aus Ordnungsliebe Pedanterie, aus Selbstbewusstsein Arroganz, aus dem Mehr-sein-als-Scheinen ein Mehr-scheinen-als-Sein, gehört eher der Zeit des Wilhelmismus an, da Preussen bereits im Reich aufgegangen war.“ (Fischer-Fabian)

Von den Herrschern der gloriosen Epoche Preussens sollte sich so mancher zeitgenössischer Politiker eine gehörige Scheibe abschneiden. Wie der Verfasser abschliessend sagt, unser Staat ist reich an Gütern und arm an Idealen.

Unbedingt lesen!!!

HPK

Be Sociable, Share!

Kommentar verfassen

*