In der Oper sind Frauen entweder Titelheldinnen (Carmen, Tosca, Turandot, Aida …) oder Diven (Maria Callas, Anna Moffo, Anna Netrepko…). Renommierte Komponistinnen (Louise Bertin), Dirigentinnen (Simone Young) und Libretto-Schreiberinnen gehören zu den Nadeln, die nur nach langer Suche im Heuhaufen zu finden sind.

Leslie ist sowohl ein Familienname als auch ein Vorname. Als letzterer ist er ein Diminutiv von Elisabeth, wird jedoch seit dem 19. Jhd. auch beim so genannten starken Geschlecht verwendet. Ob Leslie Orrey Autorin oder Autor ist, konnte trotz Internet nicht ermittelt werden.

Im Namen aller Opernfreunde gilt mein starkes Bedauern der Tatsache, dass „A concise History of Opera“ noch immer nicht ins Deutsche übersetzt ist.

Die „History“ beginnt Mitte des 17. Jhds. in Venedig und Florenz und endet vorläufig in den Achtzigern des 20., nach einem Siegeszug durch die ganze Welt. Die frühen Förderer waren der Hochadel, wie de Familie Gonzague aus Mantua, später der Sonnenkönig. Die Ausbreitung war unaufhaltsam, das Musikgeschäft grenzübergreifend. Prunkvolle Inszenierungen von Themen aus der antiken Geschichte und Mythologie sparten nicht mit komplexen Bühnenapparaturen und spektakulären Effekten. Komponisten, Sänger, Regisseure, Bühnenbildner waren allseits verehrt, ihre Bekanntheit international. Gluck, Mozart, Verdi, Wagner, Richard Strauss waren weitere Etappen. Thematik der Libretti, Instrumentierung der Orchester, musikalische Konzeption wurden permanent entwickelt. Allerorts entstanden gewaltige Theaterbauten. Schliesslich kamen Operette und Musical.

Orrey liefert auf 243 Seiten mit 243 Photos und Illustrationen eine Fülle von sorgfältig recherchierten Daten und Fakten in Bezug auf Namen und Werke. Eine wahre Fundgrube für den Kenner, eher Langweile für den Novizen.

HPK

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