Hans-Peter Kühn
Dienstag, der 10. November 2009

Zeitloses Reisen für Zeithaber – Auf Schienen nach Tibet – Folge 6

MoskauIn der Fussgängerzone Outlissa Arbat mit ihren Boutiquen, Restaurants und Cafés sind die zahlreichen Terrassen überfüllt von Touristen und Moskovitern. Ungefiltertes „Sibirska Corona“ und dunkelbraunes Kwas (Bier aus Brot) fliessen in Strömen schäumender Erfrischung.

Auf der bewaldeten, luftigen Höhe des Berges der Spatzen (Vorobevy gory) trohnt stolz der neogothisch-stalinistische, manhattaninspirierte Bau der Universität Lomonossov. Der Ausblick auf Moskau ist grossartig, die Souvenirhändler aufdringlich.

An einem Bogen der Moskova im Südwesten des Stadtkerns spiegeln sich die vergoldeten, kreuzgekrönten Zwiebelkuppeln der beiden Kirchen des Klosters Novodevitchi in einem von Birken und Trauerweiden umsäumten See. Ein idyllischer Hafen der Ruhe, unweit vom Brausen der Metropole.

Metro

Ich kenne keine Stadt der Welt, in der die Metro so weit oben auf der Liste der Sehenswürdigkeiten erscheint.

Mit ihren Leuchtern, Skulpturen, Mosaiken, Stuckverzierungen und Fresken sind die Gänge und Bahnsteige der U-Bahn Moskaus eher Paläste als Stationen des öffentlichen Verkehrs. Schwindelerregend steile Rolltreppen führen bis zu 80m in die Tiefe, wo täglich mehr Passagiere als in New York und London zusammen, über ein Schienennetz von 250 km, zu 120 Stationen befördert werden.

Die Perlen unter ihnen sind Komsomolskaya, Mayakovskaya, Bielorusskaya und Teatralnaya.

Moskau ist eine sehenswerte, interessante Stadt. Dem eiligen Besucher reichen 3 Tage. Für alles abklappernde Kulturfreaks und unermüdliche Museumstrekker, wird eine Woche kaum reichen.

Praktische Hinweise

Moskau ist nicht billig, genau wie die adrett ausstaffierte, dezent geschminkte, appetitliche junge Dame, die jeden Abend ab 18 Uhr in der Hotelbar, ein hochattraktives Fahrgestell und garantiert siliconfreie Stossdämpfer präsentiert. Ihr smaragdgrünes Augenpaar steht für zwei Hunderteuroscheine, dem gängigen Tarif.

* Hotel

Novotel Moscow Center
Novoslobodskaya Street 23

reservations@novotelmoscow.ru

ist für 122€ pro Nacht (twin bed room including breakfast) eine preis- und empfehlenswerte Adresse. Eine Metrostation ist auf der gegenüberliegenden Strassenseite.

* Öffentliche Verkehrsmittel

Die Metro ist nicht nur billig (0,25€ pro Fahrt auf einer Sammelkarte) und schnell (tagsüber ein Zug alle 1 bis 2 Minuten) sondern auch eine absolute Touristenattraktion. Zur  Orientierung sind minimale Kenntnisse der kyrillischen Schrift erforderlich.

Offizielle Taxis sind im Vergleich zu westlichen Metropolen eine Rarität. Inoffizielle Taxis, das heisst potentiell alle Verkehrsteilnehmer, halten wenn man am Strassenrand winkt. Eine Stadtfahrt kostet, je nach Laune des Fahrers und Verhandlungsgeschick des Fahrgastes, zwischen 2€ und 5€. Bei Verständigungsschwierigkeiten und die gibt es immer, sind Stadtplan und Visitenkarte des Hotels nützliche Hilfsmittel.

* Restaurants

In guten Etablissements 20€ – 25€ pro Person für eine reichliche Mahlzeit mit Vorspeise und Getränk (Bier). Schnellgerichte in Cafés kosten um die 5€, in Edelherbergen kann man mit unbeschreiblicher Leichtigkeit mehr als 60€ pro Person ausgeben.

Für ein Bier (0,5l)  muss man zwischen 2€ und 3,5€ auf den Tisch des Hauses legen. Das unbestritten beste ist „Sibirska Corona“, besonders ungefiltert, „Baltic“ ist auch empfehlenswert.

* Sprache

Sobald man dem Hotel den Rücken kehrt ist Russisch das einzige Mittel der Kommunikation.

* Besichtigungen

Eintritt in den Kreml: 24€ pro Person
Eintritt Novodvitchi: 6 €pro Person

HPK

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