Klaus Hnilica
Montag, der 16. Juli 2012

Das Gottesteilchen – und andere himmlische Probleme

Also nee, wie soll das denn gehen?

Das mit dem ‚Gottesteilchen’, mein ich, das in der Schweiz angeblich gefunden worden ist: ausgerechnet in der Schweiz, die doch voller Schwarzgeld steckt, soll das ‚Gottesteilchen’ gefunden worden sein? Also nee – das kann nicht sein…

Aber bitte, mal angenommen – rein hypothetisch – dass das ‚Higgs – Boson’, das man da Anfang Juli im CERN, dem europäischen Zentrum für Teilchenphysik, eingefangen haben will, wirklich so ein ‚Gottesteilchen’ ist, wie die Medien behaupten, dann müsste doch nach den Regeln der ‚Susy’ – also der Supersymmetrie – zumindest wie sie so zu verstehen ist, diese ‚Susy’, und wenn alles mit rechten Dingen zugeht, was ja bei ‚Gottesteilchen’ wohl erwartet werden kann, auch  ein ‚Higgs – Böson’ existieren! Ein ‚Böson’, das dann logischer Weise nur ein ‚Teufelsteilchen’ sein kann! Was denn sonst? So ein ‚Böson’ kann doch nur aus der Hölle kommen, oder?

Und natürlich muss dann die Tatsache, dass  das ‚Gottesteilchen’ als erstes gefunden wurde in dem ‚ Large Hadron Collider’ (LHC) in Genf – und nicht dieses ‚Böson’,  das ‚Teufelsteilchen’, auch als ein ‚Zeichen des Himmels’ angesehen werden! Was ja wohl klar ist! Und außer einem  Kommunisten oder  islamistischem Fundamentalisten wird sich darüber bestimmt auch niemand groß wundern, denn schließlich steht ja dieses teure Wunderwerk der Technik, dieser LHC, nicht in Nordkorea oder im Iran in einer Moschee, sondern im Zentrum des christlichen Abendlands, in der Schweiz, einem Land, das bei aller Neutralität und seinem unermesslichen Füllhorn an segensreichen Schwarzgeldkonten immer noch aufs Engste mit dem christlich – jüdischen Kulturkreis verzahnt ist!

Andererseits beunruhigt natürlich schon  die Tatsache, dass dieses mutmaßliche ‚Gottesteilchen’ nach der Theorie des Standardmodells’ wohl das leichteste aller ‚Higgs – Bosonen’  ist und nur deshalb möglicher Weise vor dem hypothetischen ‚Teufelsteilchen’ dem ‚HiggsBöson’ in diesem LHC gefunden wurde!  Und vermutlich sogar schon mit einer läppischen Stromrechnung von gerade mal 16 Millionen Euro! Was für ein lächerlich geringer Betrag  für ein Gottesteilchen’, wo doch schon  ein ‚Ronaldo’, der nur mal den ‚elften Teil der Königlichen’ ausmacht, gut das Zehnfache kostet! Das muss man sich einmal vorstellen, da stimmt doch irgendetwas nicht…

Aber es kommt noch schlimmer! Was passiert denn nämlich, wenn sich nun vielleicht in drei oder vier Monaten, zum Beispiel  für 20 Millionen Euro Stromkosten und mehr, plötzlich doch dieses vermaledeite ‚Teufelsteilchen’ in den  Atlas- und  CMS-Detektoren  des LHC verfängt? Was ist denn dann? Ist so etwas Unfassbares überhaupt vorstellbar? Darf das innerhalb unseres christlich–abendländischen Wertesystems überhaupt geschehen, dass ein Teilchen Gottes’ billiger zu haben ist, als ein ‚Teilchen des Teufels’, ohne dass alles was wir bisher kennen und wissen aus den Fugen gerät? Und das alles außerdem noch finanziert mit unseren nicht hinterzogenen Steuergeldern?

Darf das tatsächlich passieren, dass man nach bald dreijähriger Umrüstzeit für mehr als drei Milliarden Euro eine Maschine von 27 Kilometer Durchmesser hat, mit der nach hundertfünfzig Trillionen Protonen-Kollisionen für eine Stromrechnung von lächerlichen 16 Millionen Euro ein Boson namens ‚Higgs’ gefunden wird? Ausgerechnet ‚Higgs’ – und nicht eines das etwa ‚Gottschalk’ oder ‚Benedikt’  heißt oder wenn’s schon sein muss, mein Gott, namens ‚Schavan’? Dabei hat doch bestimmt Deutschland wieder am meisten bezahlt für dieses ‚Boson’.

Aber nee, ‚Higgs’ heißt es, dieses ‚Boson’! Higgs –  wie so ein Rülpser im Vollrausch! Und das soll ein ‚Gottesteilchen’ sein? Nee – das kann nicht sein! Da kann jetzt, nachdem nun schon mal das Kind bei dem ‚Boson’ in den Brunnen gefallen ist, nur mehr darauf gehofft werden, dass die im CERN dann, wenn sie das ‚Teufelsteilchen’ endlich finden, also dieses ‚Higgs –Böson’, dass die wenigstens dann das ‚Higgs’ vorne wegstreichen und statt dessen vor das ‚Böson’ einen schönen teuflischen, deutschen Namen setzen? Möglichkeiten gibt es da ja etliche…

KH

PS: Die wunderbare Abbildung ist aus Wikipedia!

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3 Kommentare zu “Das Gottesteilchen – und andere himmlische Probleme”

  1. six (Montag, der 16. Juli 2012)

    Köstlich, Köstlich, Klaus (man merkt, dass Du aus der KKK-Dynastie stammst). Aber da Du schon vom Anti-Christen sprichst, eine Frage an Dich: Hätte Paul Dirac seine Anti-Materie-Formel schreiben können, ohne Kenntnis der Dialektik? Oder andersherum, ist die Sprache der Mathematik völlig unabhängig von der gesprochenen und geschriebenen Sprache „denkbar“? Ich wüßte nicht, wer ausser Dir mir diese Frage beantworten könnte. Danke schon einmal.

  2. KH (Dienstag, der 17. Juli 2012)

    Da kommst Du aber mit einer Frage daher, lieber Detlev, während ich so gemütlich daherblödle… aber abgesehen davon sage ich als Uralt-Physiker, dass diese Herren Physiker mit ‚Dialektik‘ nichts am Hut haben aber sehr viel mit der Urvariant der Dialektik,der ‚Trial-and-error’Methode! Und die Theoretiker unter ihnen vertrauen unabhängig davon noch immer ausschließlich der Mathematik! Nicht umsonst haben ja ein Heisenberg und ein Schrödinger fast zwei Jahrzehnte gebraucht, um begrifflich zu fassen was denn die ‚Matrizen-Mechanik‘ und ‚Wellengleichung‘ eigentlich ist, obwohl sie damit excellent die Feinstruktur des Wasserstoffatoms beschrieben haben. Und heute ist es bei der ‚Stringtheorie‘, die endlich die Quanten und die Gravitation vereint nicht anders – auch da wird wieder verbissen darum gerungen, welchen Teil der Wirklichkeit die 10-dimensionalen topologischen Formen der ‚Strings‘ bzw ‚Brane‘ nun abbilden, und die Verwirrung steigt je mehr darüber ‚dialektisch‘ geredet wird. Angesichts dessen kann man eigentlich nur bedauern, dass die Menschen soviel reden und so wenig rechnen!

  3. KH (Mittwoch, der 25. Juli 2012)

    It should be noted that the terms ‚boson‘ and ‚böson‘ are used here as a German pun!Because ‚böson‘ means in German as much as’böses boson‘ which is a ‚bad boson‘.

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