Klaus Hnilica
Freitag, der 2. August 2019

Mit Weiß geht’s auch – ich weiß es…

Lieber Roland, ich versteh‘ Deine Sehnsucht nach Frieden und Deinen unerschütterlichen Glauben, dass diese Vision auf unserem Planeten realisierbar sein müsste (siehe  http://if-blog.de/rd/die-teekanne-und-der-frieden/ ),doch ich sehe die Zukunft unserer Erde weiß.

Wenn unsere Erde von Grund auf weiß wäre, wäre nämlich alles gut. Mit ein bisschen weißer Farbe und winzigen Genmanipulationen ließe sich das auch wesentlich leichter realisieren, als beispielsweise das Frieden hemmende Testosteron aus dem männlichen Geschlecht zu entfernen.

Und der allseits beklagte Klimawandel wäre praktisch hinfällig, da ein weißer Planet den größten Teil des Sonnenlichtes reflektierte und die Erderwärmung so verunmöglichen würde. Außerdem wäre die ‚Biosphäre‘ – also alle Pflanzen und Lebewesen –  seit Äonen an die Farbe  ‚Weiß‘ gewöhnt. Zumindest dort wo es den Winter schon immer gab.

Doch auch sonst lösten sich in einer weißen Welt alle Konfliktpotentiale in weißen Nebel auf: jede Art von Rassismus wäre obsolet, da ja alle Menschen naturgemäß weiß wären. Die weiße Kopf- und Gesichtsbehaarung würde zusätzlich den Unterschied zwischen den Generationen und Geschlechtern weiter reduzieren, insbesondere wenn alle in weißen Kleidern steckten.

Die Anzahl der Bücher würde sich fundamental reduzieren, da weiße Schrift auf weißem Papier vollkommen neue Perspektiven lieferte und jeder Mann, jede Frau und jedes Kind unschwer mit einem Buch auskäme. Die Seitenzahl dieses Buches wäre ebenso unerheblich. Es sei denn man benötigte zur Stabilisierung eines wackelnden Tisches ein besonders dickes oder dünnes Buch.

Dieser Aspekt würde sich ähnlich dramatisch in der Malerei und Fotografie fortsetzen und mit einem Schlag die üblichen kapitalistischen Machenschaften in der Kunstszene auf ein Minimum reduzieren. Und jedes Gejammer, dass damit das ‚Gelbe vom Ei‘ im Kunsthandel verschwände erübrigte sich, da es ja nur mehr das‚Weiße vom Ei‘ gäbe. Ganz zu schweigen von der weltweiten Geißel der Farbenblindheit, die die Menschheit mit einem Male los wäre.

Geschriebene Hassbotschaften entfielen gänzlich in der weißen Welt, da sie bei weißer Schrift auf weißem Grund nichts ausrichten und keinerlei Hass mehr verbreiten könnten.Die mächtigen Konzerne Appel, Facebook, Alphabet und Amazon bekämen in dieser Welt ein vollkommen neues Gesicht, ihr Börsenwert würde mit Sicherheit auf einen Kleckerlebetrag schrumpfen oder gänzlich verschwinden…

Ähnliches ergäbe sich generell für die gesamte Digitalisierung.

Und wenn zusätzlich in Deutschland durch eine minimale Rechtschreibreform die Worte ‚weiße‘ und ‚weise‘ angeglichen würden, wären wir alle nicht nur weiße Staatsbürger und Wähler sondern auch weise Staatsbürger und Wähler, die munter und zufrieden in ewigem Frieden dahin lebten! Schriftlich ließe sich das allerdings nicht beweisen, da jede weiße Begründung, selbst wenn sie noch so weise wäre, auf weißem Grund unsichtbar bliebe

K H

4 Kommentare zu “Mit Weiß geht’s auch – ich weiß es…”

  1. rd (Samstag, der 3. August 2019)

    Lieber Klaus, WEISS, das ist doch auch eine schöne neue Religion. Ich habe mal den RONDISMUS erfunden. Die Hauptthese: Alles ist rund.
    Vielleicht hätten wir beide besser Religionsstifter und nicht Manager oder Unternehmer werden sollen.
    🙂

  2. KH (Samstag, der 3. August 2019)

    Ja – lieber Roland – offensichtlich wären wir im religiösen Bereich ein ‚prima Duo‘ gewesen.Allerdings hätten wir noch per Losentscheid heraus finden müssen, wer von uns beiden sich ans Kreuz schlagen läßt…

  3. rd (Sonntag, der 4. August 2019)

    Ich auf keinen Fall!

  4. KH (Sonntag, der 4. August 2019)

    Nun – wenn man sieht was daraus geworden ist – ich auch nicht!Tja mit der Religionsstiftung scheint es doch nicht so einfach zu sein – oder?

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