Klaus Hnilica
Freitag, der 3. Juli 2015

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5 Kommentare zu “Nur Verzeihen befreit”

  1. Martina (Samstag, der 4. Juli 2015)

    Oh ha…
    dann bin ich es jetzt – das Objekt der Rache.
    Die Zielscheibe der Aggressionen.
    Wenn ich mir das Bild recht betrachte…
    schließlich habe ich den blutigen Pinsel geführt, bei dieser schändlichen Vorbereitung auf die Rolle des bösen, einst so mächtigen Konrad Flesser, der unerwartet als Geschundener zum „Schandmahl“ hinzukommt und mir die Freude gehörig vermasselt.
    Wer weiss was sich der Autor für Rachepläne ausdenken wird.
    Oder aber er hat sich selbstbekehrt und ist zum autonomen Menschen herangereift . Aber das ist nicht einfach sagt er, der Autor. Drum hege ich kaum Hoffnung und rechne mit dem Allerschlimmsten!
    Er wird sicher wieder das Tier aus sich heraus lassen.
    vielleicht…

  2. six (Samstag, der 4. Juli 2015)

    Ist dieses Verzeihen ein strategisches Verzeihen oder ein tatsächliches? Oder andersrum: Kann man sich Verzeihen (auch in späten Jahren) antrainieren, ist es familiär aufwuchs-technisch entstanden oder kommt man gar mit einer verzeihenden Grundhaltung auf die Welt?

  3. Klaus Hnilica (Sonntag, der 5. Juli 2015)

    Ja – liebe Martina, auch wenn Du es witzig meinst, aber im Rahmen unserer Performance „Das Schandmahl“, wäre es für das Ekelpaket Konrad Flesser sicher gesünder gewesen, wenn er rechtzeitig auf den Modus ‚Verzeihen‘ umschalten hätte können…

  4. Klaus Hnilica (Sonntag, der 5. Juli 2015)

    Eigentlich ist es unerheblich, ob ’strategisch‘ verziehen wird oder ‚von Herzen‘. Wichtig ist nur, dass der Verhaltensmechanismus erkannt und die verhängnisvolle ‚Rachekettenreaktion‘ nicht in Gang gesetzt wird. Und ich meine, dass dieses Verhaltensmuster ‚des Verzeihen können‘ auch in uns angelegt ist, sonst hätten es die christlichen Religionen nicht so erfolgreich aufgreifen können. Dies im Gegensatz zu den alten ‚clanstrukturierten‘
    Gesellschaftsformen, die diese Neigung gezielt unterdrücken.

  5. Erland Wippermann (Donnerstag, der 9. Juli 2015)

    Verzeihen?!

    Wenn six fragt, ob das strategisch oder tatsächlich gemeint ist, dann ist das die Kernfrage.

    Wenn ich als Opfer mit dem Täter ansonsten nichts zu tun habe, so ist das eine andere Situation, als wenn ich mit ihm/ihr in irgendeiner Art von Kooperationsbeziehung stehe oder stehen muss (Familie, Gruppe, Verein, Firma …). Jede Kooperation lebt von Reziprozität: Hängt die Waage schief, wird dieser Zustand des Ungleichgewichts als Störung betrachtet, das System strebt den Ausgleich an. Dafür braucht es die „Buchhaltung“. Für die Vorteile, die ich aus der Systemmitgliedschaft einstreiche, muss ich den Preis bezahlen, dass diese Buchhaltung aktiv ist.

    Joshua Green nennt Beispiele: Fehlverhalten hat Konsequenzen, Strafe, das eine-Hand-wäscht-die-andere-Prinzip wird verletzt, Verlust der Ehre, Forderung nach gezeigtem Schämen, Tratsch … Insofern ist auch das Verzeihen etwas Strategisches: Ich erzeuge beim Täter eine Sollposition, die er/sie irgendwann ausgleichen muss und wird, auch auf Druck der Community.

    Wenn sich die Kooperationsforderung nicht stellt, dann gebe ich meinen Anspruch auf Ausgleich des Sollsaldos – man nennt das wohl Sühne – ab an die Justiz. Das muss mich nicht über die Maßen beschäftigen oder Macht über mein Tun gewinnen, wie KH meint, oder mich vom Wichtigeren abhalten.

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