Klaus-Jürgen Grün
Mittwoch, der 1. April 2009

Apokalypse – Jetzt und heute! (Scherz zum 1. April)

Von der empirisch bewiesenen Zahlenmystik zur Weltkrise!

Unser Gehirn ist mit einem unglaublichen Zahlensinn ausgestattet. Dass wir Menschen zählen und rechnen können, ist nur eine der schwächeren Folgeerscheinungen dieses Zahlensinns. Wichtiger ist die Präzision eines nicht im Bewusstsein sich abspielenden Prozesses. Dort nehmen wir die Ereignisse der Welt anhand von Zahlenverhältnissen wahr. So ist es schon bemerkenswert, dass alle Kulturen und Sprachen ein Zahlensystem besitzen, in dem wir Menschen zumindest mit den ersten drei Zahlen die wahrgenommenen Ereignisse in der Welt nachahmen.

Jeder Strich der römischen Zahl „III“ wiederholt ein Erlebnis. Hören wir drei Glockenschläge, so markieren wir jeden Schlag mit einem Strich. Solche Striche ritzen wir auch in ein Kerbholz, wenn wir eines führen. Deswegen findet sich in der niedergeschriebenen Zahl ein Reflex der von uns wahrgenommenen Welt. Diese Art Unterscheidung und geistige Speicherung von Anzahlen besitzen selbst die Tiere, die oftmals sehr genau unterscheiden können, ob vor der Fütterung zweimal oder dreimal ein Hebel im Käfig berührt werden muss.

Der französische Mathematiker und Neurowissenschaftler Stanislas Dehaene hat nun nachgewiesen, dass diese Präzision der Erkenntnis von Ereignissen in der Welt beim Menschen noch sehr viel weiter reicht als bislang angenommen. Er hat die Welt-Angst von Menschen untersucht, die uns vor der Gefahr des Jahres 2009 warnen. Aus den Zahlenverhältnissen, die sich in der Kombination in dieser Jahreszahl verstecken, können die dafür empfänglichen Menschen Relationen herauslesen, die nach Mechanismen funktionieren, die ihnen selbst nicht bewusst sind. Ihnen zufolge steht uns ein besonders dramatisches Jahr 2009 bevor. Hier ist die Quersumme entscheidend. Diese ist 11. Sie ist eine gefährliche Primzahl weil sie durch die heilige Zahl 12 von der nächsten Primzahl 13 getrennt ist. 11 und 13 bilden ein Primzahlzwilling, weil – wie nur in seltensten Fällen zu beobachten – beide aufeinanderfolgenden ungerade Zahlen Primzahlen sind.

Fälle in der europäischen Geschichte, die mit Primzahlzwillingen in Verbindung zu bringen sind, finden wir etwa in den Katastrophen an der Pariser Universität der Jahre 1277 und 1279, die ebenfalls Primzahlzwillinge sind. Damals hat zum ersten Mal ein Bischof per Dekret verhindert, dass eine bestimmte Theorie gelehrt werde, die sich im Nachhinein als falsch und fatal herausgestellt hat, nämlich die Physik des Aristoteles.

Heilig ist die Zahl 12 nicht nur wegen der 12 Apostel, sondern auch wegen der 12 Monate des Jahres, der 12 Tierkreiszeichen und der 12 Stunden des Umlaufs eines Stundenzeigers, der jeden Tag in zweimal 12 Stunden einteilt. Die Wahrnehmung glücklicher Zustände der Welt speichert das Gehirn offenbar in Verbindung mit der Zahl 12. Die Zahl 12 wehrt die Zahl 6 ab. Zweimal 6 ist 12. Hierin verbirgt sich die Auflösung des Negativen durch sich selbst, wie wir es ja täglich praktizieren, wenn wir zwei negative Zahlen miteinander multiplizieren und eine positive Zahl erhalten. Die Kunst des positiven Denkens ist also die Kunst der Auflösung des Negativen in Positives.

Multipliziert man jedoch die 12 abermals mit 3, erhalten wir die 36. Sie ist der Schlüssel zur apokalyptischen Zahl 666. Addieren wir nämlich von 1 angefangen alle Zahlen bis zur 36 miteinander, erhalten wir 666 (die Summe von aller Zahlen von 1 – 11 ist die 66, also 11 mal 6!). Die Offenbarung des Johannes hatte von dieser Zahl in Kapitel 13.18 berichtet. Kein Wunder also, dass sich am 11. September 2001 (Quersumme 3!) das Ende des abendländischen Kapitalismus ankündigte. Das Jahr 2009 seinerseits ist das Produkt der Primzahlen 7 (2 mal) und 41. Magier glaubten, dass ein Zauberspruch siebenmal ausgesprochen werden müsse.

Doch der Zusammenhang ihres Glaubens mit den Kategorien des Gehirns, das auf diese Weise die Wahrnehmungen aus den Beobachtungen des Kosmos abbildet, ist ihnen nicht bewusst geworden. Heute können wir jedoch mit empirischen Mitteln feststellen, dass unsere Wahrnehmung für Zahlenverhältnisse unglaublich präzise ist und unsere Orientierung in der Welt allererst ermöglicht.

Schließen Sie einmal Ihre Augen und lassen Sie einen Menschen recht oder links von Ihnen in die Hände klatschen. Ohne dass Sie sehen können oder vorher wussten, woher das Klatschen kam, hat Ihr Gehirn aus der minimalen zeitlichen Verzögerung des Schalls, der an einem Ohr später ankam als beim anderen, exakt errechnet, wo sich die Schallquelle befand. Dabei kommt es auf die Geschwindigkeit an. Denn wenn Sie erst mit Ihrer Großhirnrinde herausfinden sollten, nach welcher Formel unter Zuhilfenahme der Winkelfunktion zu berechnen gewesen wäre, wo sich die Schallquelle befindet, wären Sie nicht nur wegen Ihrer Langsamkeit und Vergesslichkeit gescheitert, sondern auch wegen der vielen Rechenfehler, die Ihnen unterlaufen wären. Das unbewusste Arbeiten mit Zahlen ist unglaublich schnell, präzise und äußerst zuverlässig.

Wir tun gut daran, die unbewussten Wahrnehmungen Ernst zu nehmen. Zu diesen gehören die Zahlenverhältnisse, die sich zu qualitativen Bewertungen und Erkenntnissen der Welt heranziehen lassen. Von den von Stanislas Dehaene untersuchten 75 Personen gaben 69 (!) an, dass die apokalyptischen Ereignisse des Jahres 2009 nicht von der Weltwirtschaftskrise ihren Ausgang nehmen würden, sondern von der Sonne. Dann also frohes Schwitzen!

KJG

Aufgrund vereinzelter Rückmeldungen weise ich darauf hin, dass dieser Artikel ein April-Scherz war (siehe auch das Datum der Veröffentlichung)!
RMD

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