Klaus-Jürgen Grün
Samstag, der 16. Februar 2013

Es trifft uns wie ein Schlag!

Ein Papst kündigt, ein Blitz schlägt ein im Petersdom, und ein Meteorit sprengt Zentralrussland – das kann kein Zufall sein! Zoodirektoren gleichermaßen wie Staatsführer und ihre Stützen weit und breit sollten sich jetzt wirklich einmal um ihre Kernkompetenz kümmern: Das unbekümmerte Glück der ihnen anvertrauten Tiere.

Es grenzt an Unverantwortlichkeit, dass wir vor allem die Menschen vollkommen alleine lassen mit der Erfindung kausaler Zusammenhänge. Was uns fehlt, ist eine verbindliche, eine amtliche Erklärung. Warum haben wir keine Staatsreligion, die uns die unberechenbare Zufälle und Unfälle im Universum als die weise geplante Vorsehung eines allumfassenden Verstandes erklärt? Statt dessen bleibt jeder mit seinem kleinen und fehlbaren Verstand sich selbst überlassen.

Der Bürger ist überfordert, und das macht ihn unglücklich. Wie soll er – ausgestattet vielleicht nur mit einem G8-Abitur – das alles in Einklang bringen mit der 13, die die letzten beiden Ziffern des Jahres 2013 bilden? Kaum einer macht sich die Mühe, die Ziffer 2 dabei genauer ins Auge zu fassen. Denn auch sie ist, wie die 13, eine Primzahl. Mit der Null zwischen zwei Primzahlen dürfte die Nullität angedeutet sein, in die die Welt, aufgespannt zwischen zwei Primzahlen, von deren eine sogar die 13 ist, demnächst stürzen muss.

Die kosmischen Ereignisse der vergangenen Tage dürfen wir daher keineswegs ignorieren, denn sie sind bloß die Vorboten für die bevorstehende Apokalypse. Manche haben das schon lange vorhergesehen.

Es ist das Mindeste, was wir von unserer Regierung erwarten dürfen, dass sie Schaden von uns abwendet. Aber genau das tut sie nicht. Der Meteorit hätte genauso gut das Atomkraftwerk Biblis oder Schweinfurt treffen können. Die paar Tausend Kilometer zwischen Russland und Mitteldeutschland sind nicht einmal ein Katzensprung im kosmischen Maßstab. Darauf ist keiner vorbereitet. Unsere Regierungen haben versagt.

Nun ist es beinah passiert und die Medien lenken ab vom Problem. Da kommen Leute wie der Astronaut und Physikprofessor Ulrich Walter aus München zu Wort, die unverschämt verkünden: „Das war reiner Zufall.“ Aber jeder Mensch, der sich nicht engstirnig mit Physik und anderen exakten Wissenschaften den Verstand trübt, weiß, dass dies alles kein Zufall sein kann.

Das ist Vorsehung. Und sie hat moralische Qualität, denn sie ist die Strafe der Gerechtigkeit, die es niemals erlaubt, dass die Menschen auf Dauer und in der Mehrheit einfach nur in der Gegenwart leben und sich um die Aufgaben ihrer täglichen Arbeit kümmern. Jeder denkt nämlich nur an sich und lebt in seiner kleinen Welt. Das musste irgendwann bestraft werden.

Wo sind nämlich, die Zoodirektoren, die uns angesichts der kosmischen Kräfte klarmachen, dass es sich geradezu kleinkrämerhaft nuttig anfühlt, wenn da noch einer für mehr Lohn am Hamburger Flughafen streikt; wenn da noch Sorgen aufkommen, wie wir Griechenland und den Euro gleichzeitig retten können – ja und überhaupt: wie verantwortungslos ist es von unseren Politikern, dass sie jetzt noch an Sieg oder Niederlage in der kommenden Bundestagswahl denken?

In der Stunde der Not offenbart sich die Wahrheit: Auch die Politiker denken nur an ihr eigenes Wohl. Und so muss jeder mit der Unberechenbarkeit kosmischer Ereignisse selbst fertig werden und das Wenige an Trost annehmen, was ihm die Tierpfleger angedeihen lassen.

kjg

2 Kommentare zu “Es trifft uns wie ein Schlag!”

  1. Chris Wood (Samstag, der 16. Februar 2013)

    Thank God that we have no state religion!

  2. KH (Mittwoch, der 20. Februar 2013)

    Endlich einmal ein wirklich witziger Beitrag…

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