Klaus Küster
Donnerstag, der 25. Februar 2010

Moral, Doppelmoral, Hypermoral.

Frau Käßmann ist zurückgetreten.
Sofort setzt ein großes Lamento ein:
Die arme Frau.
Bei einem Mann wär das nicht passiert.

Sie hat sich und unserer Sache keinen Dienst erwiesen (Alice Schwarzer).

Was ist Fakt?
Die Frau hat ein Alkohol-Problem, dem sie sich stellt.
Sie hat einen Fehler gemacht, für dessen Folgen sie einsteht.
Völlig richtig.

Vor lauter Moral-Hypertrophie ist es nicht mehr möglich,
FEHLER Fehler zu nennen.

Die katholische Kirche hat jahrzehntelang
Päderasten in Ihren Reihen gedeckt und meint bis heute,
selbst entscheiden zu dürfen,
wen sie der Justiz überstellt und wen nicht.

In Österreich werden Gedenkkerzen angezündet für
Höhensonnen-Politiker, die im Vollsuff (1.9 Promille) ihr
Dienstfahrzeug zerlegen, die die öffentlichen Haushalte
mit Wählergeschenken ruiniert haben (es waren nicht
die bösen Ausländer) und die bayerische Landespolitiker
um Milliarden betrogen haben (was nur beweist: Politiker
haben nichts in der Wirtschaft zu suchen).

Politiker blasen eifrig die Backen auf, fordern Abschaffung
von Steuerselbstanzeigen, den Ankauf von illegalen
Disketten, fordern lückenlose Besteuerung aller Einkommen –
genehmigen sich selbst aber steuerfreie Kostenpauschalen
von 7.5oo Euro.

Im Iran baut eine kriminelle Clique eifrig an der Bombe, bringt
die eigene Bevölkerung um und unsere Hypermoralisten von
ganz links bis ganz grün sind vollständig sprach- und lautlos.

„Wenn ich das Wort Kultur höre, ziehe ich sofort einen Revolver“ G. Benn.
Wenn ich das Wort „Moral“ höre – ditto.

KK

1 Kommentar zu “Moral, Doppelmoral, Hypermoral.”

  1. fhl (Donnerstag, der 25. Februar 2010)

    > Bei einem Mann wär das nicht passiert.

    In Bayern würde der Mann einfach zum Verkehrsminister ernannt und mit Verdienstorden dekoriert werden:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Wiesheu#Verkehrsunfall_und_Verurteilung
    und
    http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Wiesheu#Auszeichnungen

    Oder muss man dafür auch noch jemanden tot fahren?

    Großer Respekt vor Frau Käßmanns Entscheidung!

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