Markus Seidt
Samstag, der 26. Dezember 2009

Notizen aus Vietnam #4 – Weihnachtsbrief von Francis Van Hoi

bac HoiLiebe Freunde,

ich habe in der letzten Woche mehr geweint als gelacht. Mein Leben hier hat mich mehr verändert als ich erwartet hätte. Es gibt hier heute genau so viel Elend wie in Zeiten des Krieges, obwohl dieser schon vor mehr als 30 Jahren zur Ende ging. Im Namen der Behinderten bedanke ich mich bei Ihnen für Ihre Hilfe. Möge Gott Ihnen Frieden und Gesundheit schenken.

Die Kinder haben wirklich kein Glück gehabt, seit sie in diese Welt gekommen sind. In einem sehr armen Land wie Vietnam ist ihr Unglück umso größer – so groß, dass sie dringend Ihre Hilfe brauchen. Die meisten von ihnen sind in sehr armen Familien hinein geboren, es fehlt an Allem. Ihre Hilfe unterstützt sie und macht sie stärker, um ihr Schicksal als behinderte Personen zu akzeptieren. Das gibt ihnen das Gefühl zwar als Behinderter zu leben, nicht aber der Abfall der Gesellschaft zu sein.

Sie sind im Unglück zur Welt gekommen, niemand will es, nicht ihre Väter noch ihre Mutter oder Mitmenschen. Es ist ein hartes Schicksal vor Gott, vielleicht tragen sie damit einen Teil unseres guten Schicksals, vielleicht ist dadurch unser Leben leichter, sind sie vielleicht auch Opfergabe an Gott? Wer weiss die Antworten? Wie dem auch sei – haben wir das Recht so ruhig wie bis jetzt weiter zu leben? Lieber Gott zeige mir den richtigen Weg, wie ich deinen unglücklichsten Kinder helfen kann. Haben diese Kinder schon Mal Gott beschimpft weil er sie als Behinderte auf die Welt gesendet hat? Nein, im Gegenteil, sie betten jeden Tag „lieber Schöpfer, hilf mir“ obwohl  die meisten von ihnen ohne Religion sind.

Vom 20. bis 21.12. habe ich mit Bischof Peter und 400 Studentinnen und Studenten die Weihnachtsfeier für die Kinder organisiert. Es kamen insgesamt 750 Behinderte, also sind noch 240 ohne Einladung gekommen. Ich hatte von Anfang an Angst wie ich sie alle versorgen kann, zum Glück habe ich einen Ochsen geschenkt bekommen, so reichte die Speise für alle. Es gab gutes Essen, Musik, soziale Kontakte, Geschenke und  Lachen.

weihn09

Unglücklicherweise wurde nach der Feier ein Kind zurück gelassen. Dieses Kind ist Vollwaise, lebte bis jetzt mit Verwandten und ist 100% pflegebedürftig. Ich habe es zu den Schwestern St. Paul gebracht.

Heute ist der 26.12., ich habe Pause und schreibe Ihnen diesen Brief als Dankeschön und als Bitte meine Arbeit zu unterstützen, das Geld kommt direkt zu den Kindern, ohne Umwege und komplizierte Verwaltung.

Ich danke Ihnen im Voraus.

Francis Van Hoi

Hier die konkreten Spendeninformationen für alle, die dabei mithelfen wollen:

Empfänger: Salesianer Don Boscos
Konto-Nr: 22378015
Bankleitzahl: 37060193 (Pax – Bank)
Verwendungszweck: Agent-Orange-Kinder

Der Verwendungszweck ist wichtig, damit die Spende weitergereicht wird. Wenn er zusätzlich die vollständige Anschrift des Spenders enthält, wird automatisch eine Spendenquittung zugesandt.

MS (Überarbeitung)

2 Kommentare zu “Notizen aus Vietnam #4 – Weihnachtsbrief von Francis Van Hoi”

  1. rd (Samstag, der 26. Dezember 2009)

    Ich kenne Francis Van Hoi persönlich und bin sicher, dass von etwa gespendeten Geld jeder Cent bei den Endempfängern ankommt, eher noch verstärkt durch den persönlichen Einsatz von Francis.
    RMD

  2. hans-peter kühn (Dienstag, der 29. Dezember 2009)

    Ich finde den Artikel herzerreissend und würde ihn für einige Wochen auf die Coverpage des blogs stellen. Fancis van Hoi verdient unseren höchsten Respekt!!!

    Wäre eine grosse Geste, wenn die Interface AG als Firma da einige tausend Euro spontan vorschiessen würde. Das wäre auch motivierend für andere Geber und Sponsoren.

    Roland, you can do it!!!

    Ich selbst werde bald in Kürze mit meinem Projekt in Kambodgia beschäftigt sein.

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