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Notizen aus Vietnam #7 – Kündigungen

Posted By ms On 14:27 In Aktuell,Ethik,HELFEN,Persönlich | 3 Comments

Liebe Freunde,

die Vietnamesen haben ihr Neujahrsfest groß gefeiert. Sie haben viel Geld dafür ausgegeben, mit Recht, sie haben ein Jahr lang hart gearbeitet, besonders die Bauern, die ihren kleinen Grund und Boden bewirtschaften, und ihre Produkte so billig verkaufen müssen, dass sie nicht in der Lage sind, ihren Kinder eine richtige Schulausbildung zu finanzieren oder, wenn sie krank sind, eine ordentliche Behandlung zu bezahlen.

Währen der Feiertage lief mein Handy heiß, ich war fast immer online, weil die Kinder mit mir einfach sprechen wollen, sie  fühlten sich einsam und allein, sie möchten einfach nur reden ….

Nur leider bin ich für Telefon Seesorge nicht ausgebildet, so versuchte ich Trost zu spenden so gut ich konnte.

Wir haben 2 Wohnungskündigungen bekommen in Ha Noi und müssen eine Notlösung für die Kinder finden.

Es sind 32 Kinder, die meisten sind Mädchen, sie arbeiten als Schneiderinnen, ohne Festlohn, sondern nach Stückzahl. Es war immer schwer für die Mädchen allein schon wegen ihrer körperlichen Behinderungen die Aufträge rechtzeitig zu liefern.

Ihr Verdienst beträgt durchschnittlich ca. 800.000 VND /monatlich (ca. 31 Euro) und die Aufträge bekamen die Kinder nicht direkt von der Industrie sondern durch 2 oder 3 Zwischenhändler. ich versuche  zur Zeit die Aufträge für die Kinder direkt von Industrie zu bekommen. Leider es ist mir noch nicht gelungen, denn uns fehlen verschiedene Maschinen, Lager, Fuhrpark…. und Strom. Stromausfälle sind Alltag, für die Lösung brauche ich ein Stromaggregat.

Ab März bekomme ich eine Mitarbeiterin, sie war bei den Files de Marie-Auxiliatrice  (FMA – Schwestern der Salesianer). Ich brauche eine Mitarbeiterin, weil ich mit der Arbeit nicht fertig werde, alleine die Verwaltung mit den Namen der Kinder, Adresse, Krankheit…, Finanzverwaltung, Organisation, Einnahmen und Ausgaben ist sehr aufwendig.

Die meisten der Kinder sind Mädchen in der Pubertät mit den entsprechenden Problemen, mit denen ich  auch als gelernter Vater nicht immer zurechtkomme. Für die Mitarbeiterin brauche ich 110€/monatlich, ein Moped und Büroeinrichtung. Es sind wieder Kosten, aber mit den vielen Kinder schaffe ich es nicht mehr alleine und Bischof Peter hat auch mit dem Bistum schon sehr viel zu tun. Bruder Peter Sang (SDB) der von Don Bosco VN für uns beauftragt ist todkrank, ich bin oft einsam, sehr einsam…

Ein ungute Situation entwickelt sich: die Unterhaltung und Freizeit nach der Arbeit. Zu 99% gucken die Kinder nach der Arbeit  Filme von DVDs, die Themen der Filme sind nicht gerade gut oder sogar Unsinn und stundenlang vor Fernsehen  zu sitzen macht die Kinder krank und passiv. Andererseits, auch wenn die Kinder etwas anders machen wollen, gibt es keine Möglichkeit. Arbeiten, Essen Fernsehgucken und Schlafen sind praktisch all ihre tägliche Beschäftigungen. Ich bitte  Sie, liebe Freunde mit mir eine Lösung für die Kinder zu finden.

Wie sie sehen, es gibt viel zu tun, Ich schaffe das nicht alles und allein, bitte helfen Sie den Kindern. Wenn sie schon im Unglück zur Welt kommen und dann mit allen Nachteilen eines armes Lands wie Vietnam leben, wird ihr Unglück noch größer. Versuchen wir wenigstens, das Leid der Kinder ein bisschen zu lindern. Ich glaube, die Kinder, haben das Recht von uns die Solidarität zu erwarten.

Es macht uns nicht trauriger, ein Bier weniger zu trinken, im Gegenteil, es ist eine große Freude wenn eine kleine Investition großes Glück bringt. Wir wissen nicht warum die Kinder mit Behinderung zur Welt kommen, aber wir wissen, dass die Welt auch diesen Kindern gehört. Wir sollten uns einmischen und mit den Kindern unser Glück teilen, dadurch werden wir reicher. Reicher vor Gott und vor uns selbst.

Ihr Fancis Van Hoi

MS (Überarbeitung)

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