Roland Dürre
Dienstag, der 6. September 2011

brand eins im September

Wie ich aus dem Urlaub ins kalte Deutschland heim kam, war ich ein wenig traurig. Eine schöne Zeit ging mal wieder zu Ende, der Sommer ist vorbei, Herbst und Winter stehen vor der Tür.

Aber es gibt auch Dinge, über die ich mich bei der Heimkunft freue. Eins davon ist das neue brand eins. In Griechenland hatte ich schon im einzigen Geschäft mit internationalen Zeitung am Hafen von Gythio danach geschaut. Der Inhaber des eigentlich ganz gut ausgestatteten Geschäft kannte brand eins leider nicht.

Umso mehr habe ich mich gefreut, dann daheim das blaue Exemplar in der Post zu finden. BLAU?

Eigenartig – ich habe ein blaues Exemplar in der Hand. Im Internet bei brand eins steht doch ein rotes Titelblatt.

Bei meinem heißt es:

Wirtschaft ist …. Gut

Echt? Schwerpunkt Gut & Böse

Beim Roten steht da:

Wirtschaft ist …. Böse
Und das „ö“ ist ein kleines Teufelchen …

🙂 Da hätte ich viel lieber das Rote.

Und schon quält mich die Frage: Warum habe ich ein blaues (gutes) brand eins? Ist das ein Zufall? Oder ist das nur ein Internet-Trick und es gibt es gar kein rotes (böses) brand eins?

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Roland Dürre
Dienstag, der 5. Oktober 2010

S21 – Um was geht es wirklich?

S21 kommt nicht mehr aus den Schlagzeilen. In Nürnberg hat schon die erste Solidaritätskundgebung außerhalb Stuttgarts stattgefunden.

Bei S21 geht es nicht mehr um den neuen Bahnhof, der rational schwer und emotional kaum zu rechtfertigen ist. Vielmehr scheint sich bei den Menschen (Bürgern) über die letzten Jahre ein großer Groll gegen das „neue Selbstverständnis“ der Politik aufgestaut zu haben.

Es ist doch ganz einfach. Staat und Wirtschaft, verbunden durch die Politik sollen und müssen für die Menschen da sein. Das ist die Basis von Demokratie und sozialer Marktwirtschaft. So formuliert es auch die exzellente bayerische Verfassung, die alle Art von wirtschaftlicher und unternehmerischer Aktivitäten dem Gemeinwohl verpflichtet (siehe mein Artikel dazu). Da gibt es sogar einen eigenen Paragraphen zu Finanz- und Bankgeschäften.

Die Menschen in Deutschland haben mehrheitlich den wohl nicht unberechtigten Eindruck, dass das sich schleichend verändert hat. Die Menschen wurden zur Verfügungsmasse für das Trio Staat, Wirtschaft und Politik, die Bedürfnisse der Menschen den Interessen einer „shareholder-value“-Gesellschaft geopfert. Und immer mehr Beschlüsse der Politik finden im Volk keine Mehrheit mehr.

S21 lässt jetzt vielleicht die Dämme brechen. Und wenn die Politik sich nicht wieder auf ihre ursprüngliche Rolle besinnt (den Menschen im Lande zu dienen), könnte ein Flächenbrand ausbrechen. Immer mehr Bürger werden gegen viele missliche Projekte wie atomare Endlager und Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke, dritte Flugbahnen und ähnliches auf die Barrikaden gehen oder zumindest bei der nächsten Wahl durch Stimmenthaltung oder Wahl von Splitterparteien reagieren.

So geht es S21 nicht mehr um einen Bahnhof, sondern um die Art von Demokratie, die wir uns wünschen.

Zur Wahl stehen:

  • eine Oligarchie von Parteien, Wirtschaft und Interessengruppen, die den Staat vereinnahmt haben und für ihre Zwecke nutzen
    oder
  • eine Demokratie, in der wieder die Menschen im Mittelpunkt stehen und das Volk die Entscheidungen fällt.

Die politische Welt in Deutschland wird nach S21 anders sein – so oder so.

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 21. März 2010

Vortrag am 16. März beim RC Flughafen München (Bericht)

Das Thema meines Vortrages war:

Sind Unternehmer “Dominante Logiker” oder “Evolutionäre Steuermänner”

Zu diesem Thema kam ich über eine Doktorarbeit, an der InterFace beteiligt war. Über unseren Aufsichtsrat Professor Dr. Manfred Broy (Informatik, TUM) hat uns eine Anfrage aus St. Gallen erreicht.

Eine Doktorandin suchte mittelständische Technologie-Unternehmen, um zu untersuchen, wie dominant die Logik bei Gründung und Aufbau von Unternehmen ist. Für uns war das ein spannendes Thema, also haben wir mitgemacht.

Großunternehmen mit ausgeprägter Shareholdervalue-Kultur sind mir fremd. Die aktuelle Entwicklung bei manchen Großunternehmen erzeugt bei mir eine gewisse Skepsis. Dazu schreibe ich demnächst einen eigenen Post (Mittlerweile st er fertig).

Bei der Doktorarbeit ging es um KMU’s (Kleine und mittlere Unternehmen). Das hat sie für mich spannend gemacht.

Der Bericht ist ein wenig lang geworden. Hier ist er:

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Roland Dürre
Montag, der 22. Februar 2010

Ein gerechter Staat

Irgendwie arbeiten die Vorfälle um die vielleicht real vorhandenen oder vielleicht nur virtuell erfundenen „Steuer-CD’s“ immer noch in mir.

Steuerbetrüger sind kriminell. Kriminelle müssen bestraft werden, bei schweren Delikten sogar ab ins Gefängnis mit ihnen. Man muss die CD’s kaufen.

So tönt es aus dem Busch und so hört man Volkes Stimme. Obwohl die Menschen, die ich persönlich kenne und mit denen ich darüber spreche, anderer Meinung sind. Die meinen, dass der Staat nicht so einfach zu fragwürdigen Methoden greifen und Denunziantentum immer hoffähiger machen sollte.

Und dann denke ich, dass es sich der Staat und die öffentliche Moral einfach zu leicht machen. Und komme auf komische Gedanken:

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Roland Dürre
Dienstag, der 26. Januar 2010

„Patente sind für die Katz?“ oder „Be evil!“

SchikanoneSeit einiger Zeit habe ich eine Idee. Eine wunderschöne technische Idee. Könnte vielleicht die IT revolutionieren.

Diese Idee würde ich gerne als Patent anmelden. Da habe ich mir natürlich fachmännischen Rat geholt. Nicht irgend einen, sondern richtig kompetenten.

Das Ergebnis war unerfreulich. Meine Idee kann man wahrscheinlich nicht patentieren.

🙂 Obwohl sie ganz toll und natürlich genial ist.

Dafür habe ich einiges über Patentrecht gelernt. Und seine Anwendung.

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Roland Dürre
Freitag, der 11. Dezember 2009

„Kopenhagen und das Klima?“ oder „Was getan werden müsste!“

Zum Wochenende mal ein paar nachdenkliche und radikale Gedanken!

In Kopenhagen wird versucht, das Unlösbare zu lösen, ohne dass es weh tut. Das geht natürlich nicht. Rechnerisch ist mit schrittweisen und vernünftig klingenden Maßnahmen wohl nichts mehr zu retten.

Wenn man den unheimlichen Veränderungsprozess, der den Planeten in grausamer Nüchternheit bedroht, wirklich umkehren will, dann muss man zu ganz anderen Maßnahmen greifen. Dies kollektiv und individuell! Das bedeutet, dass auch jeder für sich persönlich handeln muss!

Was ist also zu tun? Ich schlage vor:

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GegenüberStrandStraßeFür uns ist es normal geworden, dass wir ein freies Recht auf gewerbliche oder wirtschaftliche Betätigung haben. Dabei ist und war dies sowohl geschichtlich bei uns wie in anderen Kulturkreisen alles andere als selbstverständlich.

In unserer „modernen Wirtschaftsordnung“ ist Gewerbe- und unternehmerische Freiheit quasi zum Grundrecht geworden – wie auch das Recht auf Eigentum.

Allerdings bringt jedes Recht auch eine Pflicht mit sich. Besonders klug ist das in der Bayerischen Verfassung beschrieben. Ich zitiere immer gerne die relevanten Paragraphen aus dieser wunderschönen Verfassung:

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Roland Dürre
Samstag, der 24. Januar 2009

Wertebekenntnis – ganz kurz!

Die Artikel der Bayerischen Verfassung in meinem letzten Beitrag haben mich zum Nachdenken gebracht. Was sind eigentlich meine Werte, Erwartungen, Interessen und Bedürfnisse, als „Eselsbrücke“ auch das WEIB (© Rudi Jansche) eines Menschen genannt? Hier die dann ganz schnell gefundene Antwort:

Bequemlichkeit ist mein größter Feind und die Ursache vieler Fehlentwicklungen in unserer Gesellschaft .

Ich glaube an

  • Toleranz,
  • Freiheit und
  • Zivilcourage.

Zuwider sind mir

  • Folter,
  • Faschismus und
  • Zwang.

Die großen Errungenschaft der Menschheit sind für mich

  • Aufklärung,
  • Menschenrechte und
  • Gleichberechtigung

Die Zukunftsprobleme unserer Welt können wir nur im internationalen Konsens bewältigen. Mein Vertrauen zu Regierungen wie Kommissionen ist nicht sehr groß. Deshalb halte ich internationale NGO’s (Non Government Organisations) für sehr wichtig. Beispiele für NGO’s, die ich besonders wertschätze, sind Amnesty International und Wikipedia (vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass Wikipedia eine mächtige NGO ist). Und das Internet könnte der Schlüssel in die neue Welt werden, so wie die Technologie des Buchdrucks der Quell unserer großen Errungenschaften war.

RMD

(translated and slightly

Roland Dürre
Mittwoch, der 21. Januar 2009

Texte zur Weltfinanzkrise

Wir erleben gerade eine Weltfinanz- und -wirtschaftskrise, ermöglicht durch eine höchst abenteuerliche, aber in unserer Gesellschaft als ganz normal empfundene Verschuldungsbereitschaft vieler Menschen. Eine (leider oft erfüllte) Massen-Gier wurde von einer ganzen Industrie ausgenutzt, die sich selbst im Konstruieren irrsinniger Finanzprodukte übertraf.

Vor kurzem habe ich ein paar weise Zeilen entdeckt, die in diesem Kontext einen ganz besonderen Klang bekommen.

Hier sind sie:

Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl, insbesondere der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle und der allmählichen Erhöhung der Lebenshaltung aller Volksschichten. Innerhalb dieser Zwecke gilt Vertragsfreiheit nach Maßgabe der Gesetze. Die Freiheit der Entwicklung persönlicher Entschlusskraft und die Freiheit der selbständigen Betätigung des einzelnen in der Wirtschaft wird grundsätzlich anerkannt.

Die wirtschaftliche Freiheit des einzelnen findet ihre Grenze in der Rücksicht auf den Nächsten und auf die sittlichen Forderungen des Gemeinwohls. Gemeinschädliche und unsittliche Rechtsgeschäfte, insbesondere alle wirtschaftlichen Ausbeutungsverträge sind rechtswidrig und nichtig.

und

Kapitalbildung ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zur Entfaltung der Volkswirtschaft. Das Geld- und Kreditwesen dient der Werteschaffung und der Befriedigung der Bedürfnisse aller Bewohner.

In welchem Buch stehen so kluge Sätze?

Es ist die Bayerische Verfassung, die die Selbstständigkeit des Freistaates als Land der Bundesrepublik Deutschland regelt. Sie wurde am 26. Oktober 1946 von der Landesversammlung beschlossen. Nach einer Feststellung des Ministerrats vom 4. Dezember trat sie mit ihrer Veröffentlichung im Bayer. Gesetz- und Verordnungsblatt am 8. Dezember 1946 in Kraft.

Die obigen Absätze enthalten den Wortlaut zweier Artikel unserer Verfassung:

Artikel 151 Bindung wirtschaftlicher Tätigkeit an das Gemeinwohl; Grundsatz der Vertragsfreiheit

und

Artikel 157 Kapitalbildung; Geld- und Kreditwesen

Wir (und der Staat) müssten eigentlich nur verfassungstreu handeln!

Alle kursiven Texte auf dieser Seite haben das copyright des Bayerischen Landtags:
(© Bayerischer Landtag)

RMD

🙂 So eine gute Verfassung ist doch fast ein Grund, für einen unabhängigen Freistaat Bayern zu sein!

Roland Dürre
Samstag, der 13. Oktober 2018

Bundestagswahl, Landtagswahl, Bezirkswahl – die Unterschiede.

Jetzt darf ich schon seit fast 50 Jahren wählen. Und habe das Wahlrecht in meiner Erinnerung auch immer wahrgenommen. Weil mir mein Überich stets befohlen hat, zur Wahl zu gehen – auch wenn ich keine Lust hatte.

Und erst vor ein paar Tagen habe ich entdeckt, dass die Wahlverfahren (und so auch die Regeln) bei Bundestagswahl, Landtagswahl und der Bezirkswahl doch ziemlich unterschiedlich sind.

Zuerst war ich entsetzt über meine mangelnde politische Bildung. Dann habe ich Freunde gefragt, die ich für kluge Demokraten halte – und festgestellt, dass sie das auch nicht wußten. Im Wahlkampf und aus den Botschaften mancher Wahlplakate habe ich erkannt, dass sogar die Parteien und ihre Kandidaten zumindest zum Teil die Unterschiede des bei Bund, Land und Bezirkstag gültigen Wahlsystems nicht kennen.

Das hat mich getröstet, aber auch bewegt, dass ich hier zwei wesentliche Unterschiede kurz beschreibe:

  • Im Gegensatz zum Bundestagswahlrecht werden bei der Landtagswahl in Bayern für die Sitzverteilung nach Verhältniswahl auch die Erststimmen berücksichtigt (Siehe Bayerisches Landtagswahlsystem und Bundestagswahlrecht)!
  • Bei der Bezirkstagswahl für die Regierungsbezirke Bayerens wird auf eine Fünf-Prozent-Klausel wie im bayerischen Kommunalwahlrecht üblich verzichtet. Für die Landtagswahl dagegen gibt es eine Sperrklausel (Bis 1973 galt in Bayern eine Zehn-Prozent-Hürde auf Ebene der Wahlkreise, also der Regierungsbezirke. Seit 1973 ist in Art. 14 der Verfassung eine landesweite Fünf-Prozent-Hürde verankert. Da es im bayerischen Wahlsystem keine der Grundmandatsklausel des Bundestagswahlrechts vergleichbare Regelung gibt, bedeutet dies auch, dass siegreiche Stimmkreisbewerber dadurch eventuell kein Mandat erhalten).

Was bedeutet das?

Zum einen, dass der Wähler in Bayern bei seiner Vergabe von Erststimme nicht den Überlegungen folgen sollte, die ihm von Bundestagswahlen her vertraut sind. Dann bewirkt er unter Umständen etwas, das er gar nicht will.

Zum anderen, dass bei der Bezirkstagswahl man auch „kleine Parteien“ wählen kann, ohne dass die vergebenen Stimmen im Bereich „der Sonstigen“ entwertet werden wie bei der Landtagswahl.

Zur Erinnerung

Morgen ist sowohl Landtagswahl und Bezirkstagswahl. Und daran denken: für beide gelten am selben Tag und im selben Wahlbüro unterschiedliche Regeln.

Dazu ein paar Informationen:

Die Bezirkswahl 2013 ergaben in keinem der insgesamt sieben Bezirke eine absolute Mehrheit für die CSU. In den Bezirkstagen sitzen nicht nur  Abgeordnete der bekannten Parteien CSU (89), SPD (38) , FDP (6), FW (21), Grüne (18) sondern auch von den Linken (5), der BP (6), der ÖDP (6), den Franken (2) und auch den Piraten (4). Die Zahlen sind das Ergebnis der Wahl von 2013, entnommen habe ich sie aus Wikipedia.

Ich verstehe nicht, warum die Parteien, die absehbar keine Chance haben, in Bayern die 5 % – Hürde zum Landtag zu meistern, ihrer Wahl-Klientel nicht mitteilen, dass es diese Hürde bei der Bezirkswahl nicht gibt. Ich vermute, dass so mancher Wähler in diesem Falle eine kleine Partei wählen würde.

Mein Vorschlag wäre, das Wahlrecht zu vereinheitlichen – und dabei gleich zu reformieren. Um es dem Bürger damit ein wenig einfacher zu machen.

RMD