Roland Dürre
Sonntag, der 22. April 2018

Kulturtechniken – Wie sie kommen und gehen!

Heute mal wieder so ein Wort zum Sonntag. Und ich will wirklich nicht den Pfarrer oder Oberlehrer spielen.
Nur:
Wir sind geochronologisch im Anthropozän und die Welt steht am Abgrund. Ursache ist die Spezis Mensch. Und wir tun so, als ob nichts los wäre!


Was wir gestern getan haben, war schon gestern nicht „richtig“ und nicht „gut“. Heute könnte es „grottenfalsch“ sein und morgen reißt es uns vielleicht in den Abgrund. Also müssen wir die Dinge radikal ändern.

Dabei gibt es kein „richtig“ und kein „falsch“; auch kein „gut“ und kein „schlecht“. Es gibt nur einen Fakt: Zurzeit zerstören wir das Leben auf diesem Planeten in einer für die Geschichte der ERDE affenartigen Geschwindigkeit. Wir könnten auch versuchen, das Leben in all seinen Dimensionen zu mehren oder zumindest zu bewahren.
Es geht eigentlich nur um die Frage, was wir wollen.


Roland – so in dem Alter, wie es
mit dem Stress los ging.

Ein Appell für selbst bestimmtes Lernen und die Einsicht, dass uns das „Denken von gestern“ nicht so recht weiter helfen.

Das ist ein ergänzender Artikel zu meinem letzten, in dem ich behauptet habe, dass unser Schul-System den Kindern genau das verwehrt, was die Erwachsenen für sich beanspruchen. Oder andersherum dass wir von Kindern genau das verlangen, was wir Erwachsene für uns aber so auch gar nicht wünschen.

In diesem Artikel meine ich, dass Kinder vom „System“ gezwungen werden Dinge zu lernen, die sie zuerst mal gar nicht interessieren. Und die auch die Erwachsene gar nicht mehr oder nur noch rudimentär können. Meine Gedanke ist, dass wir den Kindern die Freiheit geben sollten, selbst heraus zu finden, was sie interessiert und motiviert. Auf was sie neugierig sind.

Und wir sie nicht in ein Schema von alten Vorurteilen pressen, wie das jeder Rechnen, Lesen und Schreiben können müsse. Dass auch diese vermeintlichen Wahrheiten genauso hinterfragt werden dürfen (müssen) wie viele andere selbstverständliche Gewissheiten.

Digitalisierung und Kulturtechniken?

Die Digitalisierung – wie jeder technologische Fortschritt – verändert die Art zu leben. Kulturtechniken werden immer weniger gebraucht – genauso wie früher Überlebenstechniken. Zum Teil sind sie schon aus dem täglichem Leben eines „normalen Menschen“ verschwunden.

Alles ist im Wandel und darf kritisch hinterfragt werden!

Ich meine, dass dies auch für die sogenannten „Kulturtechniken“ gelten muss (wie Lesen, Schreiben, Rechnen, Fremdsprachen beherrschen …). Deren Wert für unsere Gesellschaft wird nach meiner Meinung völlig überschätzt.

Die Technik und der gesellschaftliche Wandel haben ja auch „Überlebens-Techniken“ ersetzt. Wir quälen unsere Kinder ja auch nicht mehr mit Überlebens-Techniken. Aber von Kultur-Techniken glauben wir, dass sie unersetzlich sind.

Wie war das früher?

Früher verfügten die Menschen über Überlebenstechniken. Die waren wichtig fürs Überleben. Dazu gehörten Fähigkeiten wie Jagen und Zerlegen der Tiere, Feuer entfachen, Pflanzen sammeln und später anbauen, Schlachten und Essen zu zubereiten wie auch handwerkliche wie das Bearbeiten von Holz und Stein oder Töpfern. All das – bis aufs Töpfern vielleicht im Fach Kunst – lernt heute kein Kind mehr.

Heute werden die Kultur-Techniken gedrillt. Vielleicht waren die Überlebens-Techniken die Kultur-Techniken von früher? Fürs Überleben sorgen heute Institutionen mit ihren Spezialisten und Maschinen!

Die Spezialisierung, „Maschinisierung“ und Digitalisierung gelang nur mit Kulturtechniken,  ohne Lesen, Schreiben oder Rechnen war die kaum möglich. Und da wir keine Maschinen dafür hatten, mussten wir es selber machen.

Viele „Fächer“ werden also nicht mehr gelehrt, weil man sie nicht mehr braucht. Trotzdem verschwindet das meiste Wissen nicht. Außerhalb des Spezialistentums gibt es eine Reihe von Menschen, die sich selber  qualifizieren, als Gärtner*Innen, Heimwerker*Innen, Koch*Innen usw. Die haben das aber nicht in der Schule gelernt, sondern es sich selbst beigebracht. Vielleicht gelegentlich auch mal einen Kurs besucht. Einfach, weil es ihnen Spaß macht oder sie vielleicht aus finanziellen oder anderen Gründen dazu motiviert waren.

Wo sind Handwerken und Haushaltskunde geblieben?

In meiner Kindheit gab es in der Schule auch so einen Rest von „alten“ Überlebenstechniken“ als Schulfach. Das war natürlich geschlechts-spezifisch, für männliche Schüler war es „Handwerken“, für die Schülerinnen“Haushaltskunde“.

Denn ein Mann sollte schon ein wenig mit Holz oder anderen Werkstoffen  umgehen können, war er doch für die Reparaturen zuständig. Eine Frau war früher zuerst mal Hausfrau – für die gute Führung des Haushalts war in der damaligen Wertigkeit das Kochen, Putzen, Stricken und Flicken von Socken und Strümpfen wichtiger als das Studium der Wissenschaften.

Keine Spezialisierung ohne Kulturtechniken!

Die Gesellschaft wurde spezialisierter, so wurde in Schulen Lesen und Schreiben gelehrt, weil dies zwingend notwendig war für den zivilisatorischen Fortschritt. Denn die Wissensquellen waren nicht mehr erzählte Geschichten sondern gedruckte Produkte wie Bücher und später dank beweglicher Lettern die Zeitungen. Also musste man lesen und rechnen können.

Wer kann noch rechnen?

Auch das Rechnen im Kopf und auf Papier wurde allgemein in den neuen Pflichtschulen gelehrt. Das war ein großer Fortschritt – konnte man doch ein Jahrhundert davor z.B. das Multiplizieren in Deutschland nur an ganz wenigen auserwählten Hochschulen lernen. Und das auf eine sehr seltsame Form (nämlich mit der Logarithmen-Tafel).

Und seit ein paar Jahrzehnten haben wir wieder eine große Veränderung. Rechnen braucht keiner mehr, denn wir haben Taschenrechner, sogar auf dem Telefon, das kein Telefon mehr ist. Wer kann den heute noch lange  und mehrstellige Zahlenkolonnen mit vielen Stellen sauber auf Papier addieren – so wie wir das in der Schule im Fach „Buchführung“ stundenlang gemacht haben? Wer kann noch auf Papier multiplizieren, dividieren oder sich gar einer Wurzel annähern?

Rechnen im Kopf, das können nur noch ganz wenige. Wer ist denn noch in der Lage, schnell auszurechnen, wieviel er zahlen muss, wenn er zu den 6 Flaschen Wein zum Preis von 2,69 € noch 4 Schokoladen aus dem Sonderangebot à 69 Cent und 3 Semmeln à 37 Cent dazugelegt hat.

Ich erinnere mich, dass das früher für mich ganz normal war. Heute bedarf es für mich einer erheblichen Anstrengung, die obige Rechnung korrekt im Kopf auszuführen. So etwas können nur noch Menschen, die von dieser Magie begeistert sind und intrinsisch motiviert sich es selbst beigebracht haben und regelmäßig üben.

Gibt es das noch: „Auswendig lernen“? 

Für mich waren Gedichte ein Drama, in der „Volksschule“ wie im Gymnasium. Das „auswendig Lernen“ von diesen ist mir schwer gefallen. Ich empfand es eine grausame und fast unmögliche Hausaufgabe. Und hatte ich die fünfte Strophe darauf, dann hatte ich die ersten vier vergessen. Wenn ich dann von vorne anfangen habe war das Ende weg  … Und konnte ich das Gedicht am Abend war es schon am Morgen wieder weg. So bin ich froh, dass man heute in

„Auswendig Lernen“ war auch einmal eine wichtige Kulturtechnik. Besonders bevor es die Schrift gab. Mit „auswendig Lernen“ wurden früher die Geschichten der Menschheit transportiert. Heute benötigen das nur noch die Schauspieler. Und auch hier kenne ich Menschen, die eine unheimliche Freude haben, sich Verse zu merken.

Wie schlimm ist Analphabetismus?

Und wir haben wieder eine große Veränderung. Die Digitalisierung schafft Lesen und Schreiben ab. Die Masse braucht nicht mehr lesen zu können. Es genügt, wenn das die „Elite“ (einige wenige Prozent der Bevölkerung) kann.

Ein gutes Beispiele ist hier Martin Luther, der seine schriftlichen Pamphlete an hölzerne Türen nagelte und damit – obwohl zu seiner Zeit nur ganz wenig Menschen lesen konnten – die Welt aus den Angeln hob.

Ich vermute mal, dass das mit dem Schreiben und Lesen ähnlich werden wird? Wer will noch lange Texte lesen, wenn er in Whatsapp genauso gut Sprachbotschaften senden kann? Und er seine Emotion ohne schreckliche Emojis viel besser über seine Stimme (und beim Video über seine Mimik und Gestik) rüberbringen kann?

Wer will noch zum Buch oder „E-Reader greifen“, wenn er Hörbücher hat. Warum soll man Texte noch lesen, wenn man sie jederzeit in hoher Qualität vorgelesen bekommt?

IF-Blog als Podcast?

„Voice“ stört moderne Menschen nicht, sie laufen ja eh dauernd mit einem Kopfhörer herum! Weil sie die Hände und Augen zum Autofahren oder Computerspielen brauchen. So verwundern mich auch die sich häufenden Anfragen nicht, ob ich nicht meinen IF-Blog auch als Podcast-Blog anbieten könnte.

Auch beim Lesen und Schreiben gehe ich davon aus, dass nur noch ein Teil der Menschen dies in Zukunft beherrschen wird. Manche werden rudimentär dazu in der Lage sein. Andere werden es intrinsisch lernen, weil sie Spaß daran haben oder weil sie es für spezielle Aufgaben halt doch noch brauchen, wie vielleicht fürs Programmieren 🙂

Obwohl Programmieren kein gutes Beispiel ist, erfolgt es doch auch immer mehr im „Clicky-Clicky-Modus“ mit graphischen Elementen? Und vielleicht macht das eh bald die künstliche Intelligenz?

Ich selbst musste als Kind „Stenografie“ und „Schreibmaschine schreiben“ (Zehnfinger-System) lernen. Mein Vater hat das für  eine notwendige  Voraussetzung  für meinen späteren beruflichen Erfolg als „Weißer-Kragen-Arbeiter“ gehalten. Wir Kinder dieser Generation sollten es ja mal besser als unsere Eltern haben.

Im Leben hat mir das nicht so richtig genutzt. Aber als Jugendlicher hatte ich mit Steno (nicht mit Maschinenschreiben) viel Spaß – es war viel angenehmer als Handschrift. Sogar heute habe ich eine wahnsinnige Freude, „Steno“ zu schreiben. Ist für mich so eine Art von Kaligraphie, die ich immer wieder ganz alleine für mich male. Was habe ich aber noch in der Schule gelernt? Englisch und Französisch!

Warum soll ich noch Fremdsprachen lernen?

Warum soll ich heute noch Französisch lernen. Ich möchte gerne die Berichte meiner chinesischen, griechischen, holländischen, polnischen oder russischen „Freunde“ in Facebook verstehen will. Französische Freunde habe ich eigentlich gar nicht mehr.

Gibt es doch immer besser werdende Übersetzungsprogramme, die nach meiner Erfahrung heute schon ganz gut funktionieren aber durch den Fortschritt bei den selbstlernenden Systemen noch deutlich besser werden können.

Die übrigens als „Künstliche Intelligenz“ (KI) bezeichnet werden – was inkorrekt ist, denn die aktuelle Implementierung von KI ist eher „mit Technik generierte Erfahrung“. Ich meine, dass es besser wäre, wenn nur die Menschen Fremdsprachen lernen dürfen (müssen), die ihre Freude daran haben. Und dass es auch so kommen wird.

Denn wenn ich beim Bäcker im fremden Land etwas kaufen will, dann sage ich es einfach durch mein Mobil-Telefon in der lokalen Sprache.

Die humanistische Ausbildung gibt es ja auch noch?

Altgriechisch und Latein sind „tote“ Sprachen. Aktuell werden sie noch an den „Humanistischen Gymnasien“ zwangsgelehrt – wenn man als Kind das Pech hat, von seinen „humanistischen“ Eltern auf ein solches geschickt zu werden.

Wenn wir diese beiden Vintage-Sprachen abschaffen, werden sie übrigens nicht aussterben, weil es bestimmt ein paar Liebhaber geben wird, die sie weiter pflegen werden. Und wenn einer Medizin studieren will, dann kann er ja in kurzer Zeit das kleine Latinum nach machen! Apropos „Humanismus“ – mein „Lieblingsfach“ ist ja der Religionsunterricht.

Was hat der Religionsunterricht an den Schulen verloren?

Der ist auch immer noch Schulfach und wird ganz normal im Zeugnis benotet! Man kann sich zwar davon „befreien“ lassen (man beachte den treffenden Begriff), bekommt dann allerdings „Freistunden“ am Vormittag und muss zur Strafe am Nachmittag in den Ethik-Unterricht. So habe ich es bei unseren Kindern erlebt und zumindest war das so, bevor die für mich unsägliche Ganztages-Schule kam. Wie sehr habe ich in der Schule die freien Nachmittage genossen und genutzt. Aber zurück zum Religions-Unterricht.

Viele Menschen trauen sich ja generell nicht, sich zu befreien. Wenn ich aufgrund von vermeintlicher oder echter sozialer Zwänge ein Kind in einen Unterricht zwinge, dann ist das Zwangsunterricht. Und so werden die Kinder mit Gedankengut unterrichtet (sprich indoktriniert), das psychische Schäden hinterlassen kann.

Zum Beispiel, weil der eine oder andere „Religions-Lehrer“ immer noch gerne die Angst vor dem alles kontrollierenden und bestrafenden Gott als pädagogischen Hilfsmittel nutzt. „Das Paradies im Jenseits“ und „Die Jungfrauen im Himmel“ will ich hier gar nicht bemühen.

Perverse Kulturtechniken!

Gerade Religion sollte nur gelehrt werden, wenn der Betroffene dies sich ganz aktiv und von Herzen wünscht. Und freiwillig dorthin geht.

Das gilt übrigens auch für die Beschneidung, ganz gleich ob von Männern oder Frauen. Beschneidung ist wohl die schlimmste „Kulturtechnik“, die mir einfällt. Vor solchen Beschädigungen müssen wir Kinder zumindest in unserem Lande schützen. Dass die Beschneidung von Generation zu Generation als „Heilige religiöse Tradition“ weiter gegeben wird, darf kein Grund sein, sie zu legalisieren. Das ist dann wieder so eine grausame Form von falsch verstandenem Humanismus.

Beschneidung gehört wirklich abgeschafft. Bei Frauen wie bei Männern. Für mich ist es eine Schande, dass es in Deutschland möglich ist, aus religiösen Gründen Frischgeborenen so etwas an zu tun.

RMD

Vorab ein bekannter Witz:


Der Planet ERDE begegnet auf seinem Wege durch das All einem befreundeten Planeten. Dieser fragt die ERDE, wie es ihr denn so gehen würde. Die Erde antwortet: „Schlecht, ich habe Homo Sapiens“. Der andere Planet tröstet die Erde: „Mach Dir keine Sorgen, das geht rasch vorbei!“


In duerre.de habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen:


Vorträge & Aktivitäten in 2018:

Aufwachen! Die Glocke schlägt!

Mein persönliches Hauptthema in 2018 sind die gnadenlose Zerstörung unserer Umwelt und deren Folgen. Daneben beschäftigt mich die tiefgreifende Veränderung aufgrund des rasanten technologischen Fortschritts, der als „Digitalisierung“ bezeichnet wird.

Besonders beobachte ich den gesellschaftliche Wandel, den wir in der Erwachsenenwelt feststellen, der aber an Kindern und Jugendlichen in Hort-, Kindergarten- und Schulsituationen völlig vorbei zu gehen scheint. Denn unseren Kindern zwingen wir ein Leben auf, dass genau dem Gegenteil dessen entspricht, was wir für uns beanspruchen.

Die Zerstörung der Umwelt empfinde ich als existenziell bedrohlich. So habe ich den begründeten Verdacht, dass die Menschheit nur noch wenige Generationen existieren dürfte. Ich weiß nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll, meine aber, dass wir zumindest alles versuchen sollten, so lange es uns noch gibt, friedlich und glücklich zu leben. Ein wenig bleibt mir die Hoffnung, dass wir in einer digitalen Welt die massive Zerstörung der Umwelt ein wenig eindämmen können.

So versuche ich in meinen Vorträgen und Interaktionen jetzt vor allem meine Erfahrung und mein Wissen zu teilen und besonders jungen Menschen zu helfen, glücklicher und erfolgreicher zu werden. Weil das vielleicht ein kleiner Beitrag für eine ein wenig „bessere“ Welt sein könnte.


Ich möchte das kurz erklären und begründen:


 

  • Erwachsene wollen Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit. Kinder müssen gehorchen.
  • Die Arbeitszeit für Erwachsene wird weniger, für Schüler und Studenten mehr.
  • Erwachsene wollen sich bewegen, Kinder müssen sitzen.
  • Führung will Erwachsene größer machen, Schule macht Kinder klein.
  • Erwachsene bekommen Gleitzeit und Teilzeit. Kinder müssen pünktlich da sein und bekommen die Ganztages-Schule.
  • Erwachsene wollen intrinsisch motiviert leben, Kinder werden extrinsisch motiviert.
  • Erwachsene wollen mitwirken und gemeinsam lernen, Kinder werden gedrillt und müssen pauken.
  • Erwachsene wollen sich in der Arbeit selbstverwirklichen und Freude haben. Kinder müssen Dinge lernen, die keiner braucht und von den Erwachsenen auch nicht mehr beherrscht werden.
    (Hierzu gibt es dann noch einen eigenen Artikel).
  • Erwachsene leben aktiv, sie streben nach Work-Life-Balance. Das Diktat in Hort, Kindergarten und Schule kennt das nicht.

#Undsoweiter!


Vielleicht würden wir eine friedlichere und wenig unheilvolle Welt schaffen, wenn wir unsere Kinder Menschen gerecht halten und behandeln würden. Damit sie glückliche Erwachsene werden und auf Konsum und Kriege verzichten können. Und nicht selbstzerstörerisch den Planeten weiter so kaputt machen, wie gerade unsere Generation das gemacht hat.

RMD

P.S.
Hier ein Vortrag von Bruno Gantenberg über „unSchooling“. Der macht manches klar.

Roland Dürre
Mittwoch, der 11. April 2018

Nicht vergessen – am 19. April startet die Münchner Webwoche!

Vor acht Jahren hat ein kleines Team um Wolf Gross die Münchner Webwoche – damals auch noch als Isarnetz bezeichnet – ins Leben gerufen. Seitdem hat sie jedes Jahr stattgefunden und geht jetzt in die 7. Runde!

Und sie hat sich über die sieben Jahre ganz schön verändert und gemausert. Ich habe ein klein wenig mit geholfen, sie ins Leben zu rufen und über die Jahre im Beirat begleitet, mal mit mehr und mal mit weniger Zeit und Kraft. Und mich gefreut, dass sie eine tolle Veranstaltung geworden ist.

Professor Wolf Groß ist der Initiator und Treiber der Münchner Webwoche und des Zweiten Münchner Digital Dialogs. So sieht er Sinn und Zweck der Webwoche:

„Der Daten-Skandal um Facebook und Cambridge Analytica, aber auch die Überschwemmung der sozialen Netzwerke mit Hassposts und Verschwörungstheorien zeigt, dass es nicht nur darum gehen kann, die digitale Transformation voranzutreiben, sondern auch die Spielregeln zu entwickeln, innerhalb derer wir die digitale Zukunft gestalten wollen.“

Professor Wolf Groß hat übrigens mit meinem Partner „Wolf“ Wolfgang Gross nichts zu tun. Es sind zwei verschiedene Personen, die ihre Namen auch differenziert schreiben.

Zur Webwoche:
Das Programm findet Ihr hier. Die Kennung bei Facebook ist @muenchnerwebwoche, auf Twitter sind die wichtigen Hashtags, @isarnetz und #mww18 wie auch #digitaldabei.

Ich zitiere noch ein wenig aus der Website der Münchner Webwoche:

Die Münchner Webwoche ist Münchens inspirierendes Digitalevent auf Initiative des Vereins Isarnetz. In ihrem Rahmen versammeln sich einmal im Jahr Münchens Unternehmen und Organisationen, die den digitalen Wandel aktiv gestalten. Sie veranstalten Events rund um die Themen Technologie und Digitalisierung, organisieren Netzwerkveranstaltungen, führen Hackathons, Barcamps, Podiumsdiskussionen, Workshops und Seminare durch und zeigen, welches digitale und kreative Potenzial die Metropolregion München bietet.

Die 7. Münchner Webwoche findet vom 19. bis 28. April 2018 statt.

Vielleicht sehen wir uns dort auf dem einen oder anderen Event? Ich würde mich freuen!

RMD

P.S.
Man kann übrigens bis zum Schluss auch noch Veranstaltungen einbringen, ist ja alles digital 🙂

Am 6. Mai ist es wieder so weit! Die ARCIS-VOCALISTEN haben ihren nächsten Auftritt in der Himmelsfahrtskirche in München-Sendling.

Der Chor singt gemeinsam mit namhaften Solisten den PAULUS von FELIX MENDELSON BARTHOLDY, ein Geistliches Oratorium in zwei Teilen.

 

„Mache dich auf, werde Licht!“

1836 präsentierte der geniale, 26 Jahre junge Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy sein erstes großes biblisches Oratorium, die Geschichte des Apostels Paulus. Ausgehend von seinen Anfängen als Christenjäger Saulus werden sein Damaskuserlebnis, seine Glaubenskrise und die neue religiöse Gewißheit bis hin zu seinen Missionsreisen gezeigt.

Große repräsentative Chorsätze, innige Choräle, eingängige Arien vereinigen sich im sinnlich romantischen Tonfall Mendelssohns zu einer gewaltigen zweistündigen geistlichen Oper.

Die Arcis-Vocalisten präsentieren PAULUS in großer Chorbesetzung gemeinsam mit den jungen ausgezeichneten Solisten Judith Spiesser, zuletzt als Lucia di Lammermoor am Landestheater Niederbayern erfolgreich, der Mezzosopranistin Florence Losseau, dem Tenor Christian Zenker, lange an den Theatern Innsbruck und Graz, sowie Bassbariton Alban Lenzen in der Titelpartie.

Als Orchester ist die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz dabei. Die Leitung hat Thomas Gropper.

Die Aufführung am Sonntag, 6.Mai 2018 um 19 h findet in einem der für solche Musik am besten geeigneten Kirchenräume statt, der Himmelfahrtskirche in München-Sendling, Kidlerstr.15.

Um 18 h gibt es eine Konzerteinführung durch den musikalischen Leiter. Karten kauft man über MünchenTicket und an der Abendkasse. Für IF-Blog-Leser, die sich am Konzert erfreuen wollen, gibt es ein ganz besonderes Bonbon in Form eines kleinen Rabatts. Bei Interesse an Karten fürs schöne Konzert senden Sie einfach eine E-Mail an mich mit dem Betreff „Arcis-Vocalisten“.
🙂 Sie hören dann von mir!

RMD

Roland Dürre
Montag, der 9. April 2018

Doppelagenten

 

Doppelagent Dnalor in Warnemünde

Ironie und Realität

Als leidenschaftlicher Leser von John le Carré (Verräter wie wir) und Herbert Rosendorfer (Das Messingherz) kenne ich mich mit Geheimdiensten und deren Praktiken natürlich bestens aus.

Zurzeit gibt es ja wieder einen genialen „use case“, den ich heute kompetent besprechen und fachlich analysieren will. Lapirks oder so ähnlich.

Die beiden erwähnten Bücher sind übrigens zwei absolut geniale und lesenswerte Werke, vielleicht empfehle ich das Messingherz noch einen Hauch mehr. Aber jetzt zum Thema – es geht heute um den „Doppelagentenmord“!


Gehen wir davon aus, Sie sind ein Geheimdienstler eines noch EU-Landes und wollen einen Doppelagenten beseitigen, der Ihnen stinkt.

Ein Doppelagent hat zwei „Arbeitgeber“ über Jahre gegeneinander ausgespielt. Von beiden wurde er gut bezahlt. Keiner der beiden kann sich jemals ganz sicher sein, wem seine Gunst wirklich gehört hat. Vielleicht beiden? Dies gilt auch für den Arbeitgeber, der ihn am Schluss als (lästige?) Laus im Pelz sitzen hat und ihm die Rente finanziert.

So ist Doppelagent schon so eine von Art Königsklasse der Geheimdienstliga, übertroffen wahrscheinlich nur von dem sehr seltenen 3- oder 4-fach Agenten. Andererseits – ein Doppelagent dürfte doch immer zuerst mal ein Agent der eigenen Sache sein …

Die Arbeitgeber eines Doppelagenten sind in einer blöden Situation. Denn immer bleibt ihnen der Verdacht, dass in „Wirklichkeit“ sie die Beschissenen waren. Aber „Wirklichkeit“ ist bei Geheimdiensten eh unwichtig, geht es da doch viel mehr um „Unwirklichkeit“!

Wenn Sie jemand umbringen, dann geben Sie natürlich nicht  gerne zu, dass Sie es waren. Auch nicht bei einem Doppelagenten. Bei diesem bietet es sich jedoch förmlich an, den Verdacht auf den zweiten Arbeitgeber zu richten.

Dazu gibt es für den Doppelagentenmord zwei Möglichkeiten, die einfache oder die doppelte Indirektion. Die intelligentere aber auch aufwändigere Variante ist zweifelsfrei die doppelte Indirektion. In Kurzform geht diese so:

Sie richten den Verdacht – zum Schein – ein wenig auf sich selber. Und beweisen ganz ruhig, dass Sie es gar nicht selber gewesen sein können. Sondern es der andere Arbeitgeber des Ermordeten (eigentlich Hingerichteten?) gewesen sein muss.

Natürlich lassen Sie in keiner der beiden Variante den Doppelagenten durch Ihre eigenen Agenten umbringen. Das erledigt in der Regel ein befreundeter Geheimdienst. Gemeinsam mit diesem legen Sie (unbedingt leicht widerlegbare) Spuren aus, die auf ihre eigenen Organisation deuten und (möglichst unwiderlegbare), die zeigen, dass es der Andere war.

Mit gut vorbereiteten Indizien zeigen Sie, dass Sie es ja gar nicht gewesen sein können! Aber der Andere die Schuld auf Sie schieben will! Ungeheuerlich! Und schon ergibt sich der einfache Schluss, dass es nur der Andere gewesen sein kann. Der ist ja sowieso ein Böser, was leicht zu beweisen ist, denn Sie sind ja der Gute.

Diese Variante (sich selbst zum Schein in Verdacht bringen und dann herausfinden, dass es der andere war) kann durchaus klappen, besonders wenn sie virtuos und geduldig gespielt wird. Und der andere kann dann ganz schön bescheuert am Schluss dastehen.

Allerdings ist sie eher etwas für intelligente Menschen. Und bei Lapirks haben diese Methode wenn dann höchstens die Russen angewendet.

Wenn die Engländer die Täter waren, dann haben sie – wie Geheim-Dienstler in der Regel – die Variante der einfachen Indirektion verwendet. Zwar klappt diese wegen ihrer Plumpheit meistens nicht. Aber das spielt keine Rolle, denn bei Geheimdiensten klappt eh meistens nichts. Nur die Folgen ihrer Aktionen sind oft schlimm.

Die (natürlich nicht in den anspruchsvollen Romanen von le Carré) häufig angewendete Methode der einfachen Indirektion geht so:

Sie (als Geheimdienst) bitten einen (jetzt wirklich nur so zum Beispiel) guten Kumpel aus dem ehemaligen Warschauer Pakt um Unterstützung. Der könnte z.B. einem heute verbündeten Geheimdienst aus dem ehemaligen Ostblock angehören. Also einer, der die Seiten gewechselt hat und von früher Know-How und Materalien aus dem Umfeld des zweiten Arbeitgebers des zu beseitigendem Doppelagenten hat. Dieser beseitigt für ein kleines Entgegenkommen Ihrerseits mit „quasi-russischen“ Methoden den Doppelagenten. Er macht das gerne, denn er mag die Russen ja nicht (mehr) und wischt ihnen gerne eins aus.

Dass er dabei pfuscht und der Doppelagent überlebt ist durchaus normal und nicht schlimm. Wahrscheinlich geht es ja eh um etwas ganz anderes. Das ist dann höheres Geheimdienst-ABC.

Sie melden dann sofort Ihren politischen „Vorgesetzten“, dass die Russen etwas für sie Typisches und sehr Böses angestellt haben. Der Begriff „Vorgesetzten“ ist natürlich Blödsinn, denn als Geheimdienst machen Sie ja eh was sie wollen, von wegen parlamentarischer Kontrolle und so …

Ein Motiv findet sich im Falle eines Doppelagenten immer leicht – in diesem Fall sollen die Mörder damit eine Warnung an andere Doppelagenten bezweckt haben. Klingt zwar ein wenig konstruiert, aber was ist bei Geheimdiensten nicht konstruiert?

Ihre Regierung glaubt das gerne, denn die will sich ja nach vielen Flops profilieren und Stärke demonstrieren. Und will auch gar nicht wissen, wer es wirklich wahr. Denn es könnten ja auch Sie (der eigene Geheimdienst gewesen) sein, denn wie gesagt, welche Regierung traut schon ihrem Geheimdienst? Und so eine unerfreuliche Wahrheit will man ja wirklich nicht wissen.

So ist es für die Regierung am Besten, in die Offensive zu gehen und die andere Seite zu beschuldigen. Je massiver und entschlossener, desto besser, damit auch keiner ins Zweifeln kommt.

Natürlich müssen Sie alle Zeugen beseitigen, in unserem Fall eine verstörte Katze. Da der Geheimdienst ja ein Herz für Katzen hat, wird diese ganz schnell aus „humanen“ Gründen getötet. Und natürlich muss der übliche Prozess ausgelöst werden wie alle Akten vernichten und alle Daten löschen.

Belege kann man auch nicht vorlegen, man darf ja nicht die Quellen (andere Doppelagenten) gefährden. Sonst werden die auch noch ermordet. Ein selten dümmliches Argument übrigens, dass jedoch alle Möglichkeiten eröffnet.


Soweit die Satire

Es könnte aber auch ganz anders gewesen sein. Gerade bei Doppelagenten. Vielleicht hat ein Dritter beide reingelegt, die Briten wie die Russen. Das könnte irgendeine Mafia oder die Amis gewesen sein. Oder ein Einzeltäter? Einfach nur aus Rache. Oder was auch immer? Wir wissen Nichts! Viele Varianten sind denkbar und die „Wahrheit“ dürfte nie herauskommen. Nur eins scheint sicher, die „offizielle“ vom britischen Geheimdienst dargestellte Variante ist sehr unwahrscheinlich.

Und ich stelle mir wieder mal die Frage, was die Geheimdienste eigentlich bringen. Und ob diese per se unkontrollierbaren polizeilich-militärischen Einheiten, die jenseits des Rechtsstaates operieren dürfen, nicht ziemlich gefährlich für Rechtsstaaten wie demokratisch legitimierte Regierungen sind?

RMD

Roland Dürre
Sonntag, der 8. April 2018

Ein (mein) demokratisches Manifest.

„Neue alte Erkenntnisse“

Thesen zum Nachdenken nach einer Diskussion mal wieder mit Leuten, die – nicht nur – eine Ahnung von Datensicherheit haben.

Datensicherheit geht im normalen Leben nicht
(und schon gar nicht mit IT)
Antivirus- und sonstige Sicherheits-Software ist der „Wolf im Schafspelz“
(wirkt wie Schlangen-Öl und öffnet die Tore erst so richtig).
Das Geschäft mit der Angst schadet allen
und beherrscht den Widersinn und Unverstand in der
öffentlichen politischen & gesellschaftlichen Diskussion
(Das ganze habe ich aufgeschrieben, weil ich froh bin, jeden Tag dazu zu lernen und das Gelernte gerne teilen mag).

WIR BRAUCHEN

  • Großen Mut an Stelle von Kleinem Geist
  • Dissidenten und Deserteure und keine der Obrigkeit folgenden System-Agenten
  • Menschen, die Eigenverantwortlichkeit leben und keine Befehlsempfänger, die sich darauf beschränken, Vorgaben umzusetzen.
  • Verrat an Stelle von Geheimhaltung
  • Keine Daten-Schützer sondern Geheimnis-Verräter
    (die wir Deutschen „whistle blower“ nennen).
  • Keine Geheim-Dienst-Leister sondern Transparenz-Garantie-Geber.
  • Kein DSGVO sondern Verpflichtung zur Transparenz.
  • Keine Datenschutzbeauftragten sondern Offenlegungsmenschen
  • Die Liste wäre noch fortzusetzen.

Allfällige Anmerkungen:

FRAGE: Welche stolze Nation hat wohl am meisten Deserteure und Dissidenten hingerichtet? Ich weiß es nicht, aber Deutschland war da bestimmt gut dabei.

MERKE: Nicht der Verrat ist schlimm sondern die Geheimhaltung. Denn ohne Geheimhaltung gibt es keinen Verrat – Geheimhaltung macht diesen erst möglich.

DENK DRAN: Jene, die grundlegende Freiheit aufgeben würden, um eine geringe vorübergehende Sicherheit zu erwerben, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit (und werden beides verlieren).

NOGO: Das Aufstellen von Behauptungen und die Verweigerung von Belegen dafür mit dem Hinweis auf „Schutz de Quellen“. Das ist doch absolut absurd, auch weil es einen grenzenlosen Vertrauensvorschuss einfordert, den niemand verdient hat.

MISSTRAUEN: Vorsicht vor Abkürzungen. Die großen Einführer von Abkürzungen waren in Deutschland die Nazis (NSDAP). Allein das ist schon ein Grund gegen Begriffe wie DSGVO zu sein. Denn fast immer verbirgt sich klägliches hinter den strammen Großbuchstaben.

NOCH EINE FRAGE: 
Warum akzeptieren wir die Mittelmäßigkeit? (Rupert Lay)?
und vor allem:
Wie wirklich ist die Wirklichkeit? (Watzlawick).

Letzteres vor allem, weil so viele Leute heutzutage meinen, dass sie im Besitz der Wahrheit währen und vielleicht deshalb so unverantwortlich herum schwätzen.

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 5. April 2018

Sind wir noch zu retten?

1999 ist es auf dem IT-Treff aufgeführt worden, unser Theaterstück „Sind wir noch zu retten?“ Deshalb haben wir es als die IT-Treff Satire (1734) – hier zum Lesen oder Nachspielen – bezeichnet. Erdacht und geschrieben wurde das Stück von Norbert Weinberger und mir – auf einem Nachtflug nach Indien. Und dann in vielen Stunden Feinarbeit poliert, mit Freunden eingeübt und schließlich im Schlachthof zu München vor gut 700 Zuschauern aufgeführt.

Wir standen damals als Amateure in guter Tradition zu den Vorjahren, in dem sich der IT-Treff um berühmte Protagonisten wie Gerhard Polt und Django Asül durch lange Nächte feierte. Der Saal war immer überfüllt, es war heißer Sommer. Und in 1999 gab es so einen wunderbaren Abschluss der legendären IT-Treffs an gleicher Stelle. Weil es so schön war, haben wir beschlossen aufzuhören. Eine gute Regel, wie ich immer wieder erlebt habe.

Damals glaubte ich – und ich denke auch der große Gerhard Polt – dass man noch etwas retten könnte. Heute bin ich mir da nicht mehr so sicher. Denn es passieren zu viele Dinge, die ich so gar nicht verstehen kann.

  • Ein so sinnloser Krieg in Syrien, den niemand stoppen kann oder will.
  • Ein Deutschland, dass als Nachfolge-Staat des dritten Reichs, wieder so richtig mit spielt, wenn es um die Produktion von Waffen und dem immer wieder vorhersagbar erfolglosen Versuch geht, Probleme militärisch zu lösen. Das trifft mich persönlich so hart, weil wenn ein Staat eine gute Begründung gehabt hätte, davon für immer Abstand zu nehmen, dann wäre es genau dieses Deutschland. Hat es aber nicht gemacht – und eine historisch einzigartige Chance verpasst.
  • Eine Sprache, die Kriege verharmlost, indem sie dauernd von Informations- und Wirtschafts-Kriegen spricht.
  • Eine Welt-Wirtschaft, die sich immer mehr aufs Wetten konzentriert und sich schon lange von der realen Wirtschaft abgelöst hat.
  • Und nebenher den Planeten auch so etwas von gründlich ruiniert, dass es wahrscheinlich schon völlig wurscht ist, dass immer mehr Menschen immer ärmer und ganz wenige absurd reich werden. Weil es eh bald vorbei ist.
  • Eine Welt, in der in wohlhabenden Ländern wie in der BRD auf 1 Tonne Auto wahrscheinlich keine 100 Kilo Mensch mehr kommen. Obwohl die Menschen auf dieser Welt – besonders die Autofahrenden – alles andere als Leichtgewichte sind.
  • Mit Menschen auf dieser Welt, denen der Platz für Autos wichtiger ist als für der Platz sich selber.
  • Mit einem Prinzip, dass systemisch nicht mögliches Wachstum über „weniger ist mehr“ stellt.
  • und so vieles mehr das doch keiner mehr verstehen kann und trotzdem alle irgendwie machen …

Dabei bin ich doch gar kein trauriger und pessimistischer Mensch. Im Gegenteil, ich genieße das Leben, habe viel Freude und Spaß. So dass ich schon fast ein schlechtes Gewissen habe, weil es mir so gut geht. Dass ich dann beruhige, in dem ich hier so blödsinnige Artikel wie diesen schreibe. Oder mal so etwas mache wie im Video unten. Blöd nur, dass ich den Eindruck habe, dass alles für die Katze ist. Und obwohl mir eigentlich alle zu stimmen, immer kollektiv genau das Gegenteil gemacht wird.

Also – Danke fürs Lesen! Und vielleicht sogar fürs Video anschauen. Und wenn das Video gefallen hat, dann hier noch ein Besseres! Das sich noch mehr anzuschauen lohnt!

Sorry, ich kann es halt nicht lassen!

RMD

P.S.
Das Theaterstück (IT-Treff Satire) war so toll, dass ich es gerne mal wieder anschauen würde? Wer spielt es mal? Eine Wiederaufführung würde ich gerne unterstützen. Vielleicht in einem Potpourri von ein paar kurzen und schnellen Stücken, eingerahmt in ein schönes Fest?

Roland Dürre
Sonntag, der 1. April 2018

April, April, April.

So könnte man den den 1. April auch sehen.

Schon als Kind habe ich Aprilstreiche gemocht. Welche Freude war es, am 1. April die kleine Schwester „in den April“ zu schicken.

Später als Heranwachsender fand ich Aprilscherze immer interessant. Und habe in der Augsburger Allgemeinen jeden 1. April am Morgen als erstes nach den Aprilscherzen gesucht. Und oft welche gefunden, die gar keine waren.

Natürlich durften dann in meinem späteren Leben auch in IF-Blog.de die Aprilscherze nicht fehlen. In einem Jahr hatten wir sogar Drei.

2018 habe ich schon früh im Jahr über einen guten Scherz für heute sinniert. Leider ist mir keiner eingefallen. Vielleicht auch, weil es mittlerweile täglich so viel Meldungen gibt, die besser als (schlechter) April-Scherz durchgehen sollten.

Heute Morgen war die alte Neugierde auf die Aprilscherze da. Und einen habe ich gefunden, der mir wirklich gut gefallen hat.


Fahrradstadt Münster

Pressemitteilung:
Wir, die IG Fahrradstadt Münster, haben nach den jüngsten Ereignissen in unserer Stadt eingesehen, dass die Bretter die zu bohren sind, um wirklich Fahrradstadt zu werden, sehr dick sind. Wir haben uns deshalb in einem internen Mehrheitsbeschluss dazu entschieden, weiterhin nicht mehr dieses Ziel zu verfolgen.

Stattdessen werden wir uns dem bereits sehr gelungenen Weiterausbau der Autofreundlichkeit in Münster widmen. Die vielversprechenden Entwicklungen der Vergangenheit zeigen uns, dass sich hier mit weitaus weniger Aufwand erheblich bessere Erfolge erreichen lassen.

Wir bieten hiermit dem ADAC und dem ACV Automobil-Club Verkehr unsere volle Unterstützung in ihren Projekten für autofreundliche Städte an. Das vielversprechende Ablehnen von Fahrverboten, vor allem bei unseren Vorbildern z.B. in Stuttgart, lässt uns jetzt für unser höchstes Ziel „Freie Fahrt für freie Bürger“ kämpfen.

Dafür stehen wir mit unserem Namen!

Mit freundlichen Grüßen
Die IG Autostadt.ms

(In Kürze werden unsere Social Media Domains natürlich geändert, Facebook und Twitter benötigen für Namensänderungen allerdings eine gewisse Zeit, wir hoffen dies schnellstmöglich abschließen zu können.)

Westfälische Nachrichten
Münstersche Zeitung
WDR Lokalzeit Münsterland
ANTENNE MÜNSTER
Radio Q
Münstersche Volkszeitung
Die Wiedertäufe


Der gefällt mir richtig gut. Vielleicht, weil ein klein wenig immer die klammheimliche Sorge da ist, dass es kein Aprilscherz sondern eine wahre Aussage ist. Aber auch, weil das was in Münster als April-Scherz durchgeht in München Strategie ist.

Und nicht nur in München, sondern auch in „meiner Heimat-Gemeinde“ Neubiberg. Immer noch wird dort wesentlich Geld für öffentliche PKW-Stellplätze im Ortszentrum ausgegeben. Im ganzen Landkreis werden mit hohem Aufwand Parkmöglichkeiten auf, unter und über der Erde geschaffen, Sportbauten scheitern letztendlich an den Stellplätzen und in ganz Bayern werden täglich Naturflächen, die in Fußballfelder gemessen werden können, für Parkplätze an Schulen, Friedhöfen, Bahnhöfen … mal schnell zu betoniert.

Und wenn es dann noch einen Ort des Widerstands gegen den Autowahnsinn gibt, wie Oberhaching dies zu sein schien, so stellt der Leser bei der Lektüre seiner Zeitung fest, dass diese Bastion auch schon mittlerweile geschliffen wurde.

Aber dieses Mal gibt es ja am 1. April ja für alle Ostereier umsonst! Und Haching gewinnt heute Nachmittag gegen Rostock.

RMD

Klaus Hnilica
Dienstag, der 27. März 2018

Sparmodell WHISKY

Carl und Gerlinde (Folge 58)

Nein Carl beabsichtigte nicht jetzt noch einmal zu erklären, warum er und Gerlinde zwar ursprünglich nach Teneriffa wollten, dann aber doch wieder in Lanzarote gelandet waren und von da erst gestern Nacht heim kamen!

Gerlinde wollte dazu auch nichts sagen: warum mussten Hannelore und Kurt sie auch schon am frühen Sonntagmorgen während des Frühstücks überfallen, nur weil Hannelore wieder einmal nicht erwarten konnte, einen weiteren fantastischen Urlaubsbericht von Gerlinde zu hören, um ihren Kurt endlich auf die Kanarischen Inseln zu bringen.

Leicht genervt fragte Carl, ob sie eine Tasse Kaffe möchten oder gleich den Sekt und die Lachshäppchen, die er und Gerlinde im „Iberostar Lanzarote Park Hotel“ jeden Morgen um diese Zeit als kleinen Brunch einzunehmen pflegten.

Oh – ihr ward wieder im gleichen Hotel wie letztes Jahr? flötete Hannelore, was Gerlinde nur mit einem müden Nicken bestätigte, während sie sich um die Sektgläser kümmerte, da Carl tatsächlich schon in den Keller nach dem Sekt gesprintet war. Ja – wenn’s um Hannelore ging, war er flott!

Komm erzähl doch Gerlinde, wie war’s denn in Lanzarote? Wie war das Wetter? Wie die Leute und die Stimmung? Wir wollen alles haarklein wissen, gell Kurt?

Kurt nickte knapp und Gerlinde sagte, Gott – ja –  alles in allem war’s schon schön!

Na – das klingt ja nicht grad begeistert, brummte Kurt.

Oh – doch ging Carl dazwischen und ließ die Sektkorken knallen.

Leider hatte ich halt gleich nach der ersten Woche diese blöde Erkältung an der ich immer noch herumlaboriere, stöhnte Gerlinde und rotzte zur Bestätigung gleich zwei Tempotaschentücher voll.

Und ich hab’ dauernd gefroren! grinste Carl, während er reihum Sekt einschenkte.

Heißt das, dass es nicht so warm und frühlingshaft war, wie ihr das erwartet habt? fragte Hannelore schon mit dem Sektglas in der Hand.

Für die vielen Dicken schon, feixte Carl, aber für die wenigen Normalgewichtigen wie wir, nicht! Aber jetzt Prost ihr Lieben, auf Euch und uns und dass wir wieder heil zuhause sind.

Der ständige kalte Nordwind war echt blöd dieses Mal, stöhnte Gerlinde mit grandioser Leidensmiene, die Hannelore hartnäckig ignorierte.

Na toll! – deswegen fliegt man 4000 km Richtung Afrika, meinte Kurt süffisant. Er trank sein Glas in einem Zug leer und platzierte es auffordernd gleich wieder neben die Sektflasche, in der noch ein paar Schluckchen drinnen waren.

Länger als eine halbe Stunde habe sie keinen Tag in der Sonne liegen können, wegen dieses blöden Windes. Und nur drei Mal sei sie im Pool geschwommen in den zwei Wochen. Wahrscheinlich habe sie sich da auch die Erkältung geholt, jammerte Gerlinde weiter, da sie schon einmal am Jammern war und sie merkte wie Hannelore dieser Negativbericht immer mehr zusetzte. Aber natürlich war sie mit ihrer Erkältung nicht alleine: schon morgens im Frühstücksraum hustete und schnupfte fast der gesamte Saal in allen Tonlagen, wie ein fein abgestimmter Kirchenchor, wenn sie ankamen, und auch das Flugzeug zurück nach Frankfurt war eine einzige Ladung triefender und hustender Rotznasen gewesen…

Da Carl zu Hannelores Glück wieder frischen Sekt nachgeschenkt hatte und animierend sein Glas hob, musste Gerlinde ihren ‚Rotzreport’ kurz unterbrechen, was Hannelore die Gelegenheit gab, nach ein paar hastigen Schlückchen schnell die Frage einzuwerfen, ob sie wenigstens schöne Ausflüge gemacht hätten.

Ja das schon, meinte Gerlinde nach einer längeren Pause, in der sie, immer noch im Morgenrock, bedächtig ihren Oberkörper hin und her wiegte und an ihrem Glas nippte!

Gleich zu Beginn hätten sie für Mittwoch diesen mehrfach empfohlenen grandiosen Ausflug zu der traumhaften kleinen Fischerinsel ‚La Graziosa’ im Norden von Lanzarote gebucht: 60€ pro Person, mit Mittagessen, Busabholung vom Hotel, Fahrt zum romantischen Hafen Órzola und von da mit einem Katamaran durch den so genannten Rio zur Insel La Graziosa!

Leider regnete es an diesem wunderbaren Mittwoch aber, was selten genug vorkommt, stöhnte Gerlinde und bat Carl, ihr nochmals nachzuschenken, und der sonst übliche Wind hatte sich an diesem Tag auch zu einem veritablen Stürmchen ausgewachsen, so dass man sich überhaupt nicht an Deck aufhalten konnte und deshalb noch ein Glasbodenboot dazu genommen werden musste, um alle Ausflügler trocken unterzubringen. Nach dem Essen auf La Graziosa wurde im Regen aber auf eine weitere Besichtigung der Insel verzichtet und statt  dessen bei wahnwitzigem Seegang – da hinter Graziosa ja 6000 km Atlantischer Ozean liegen – die Insel mit beiden Schiffen umfahren. Dies mit dem Ergebnis, dass sie ununterbrochen kotzen musste und selbst Carl am Ende der Umschiffung sich auch kaum mehr auf den Beinen halten konnte.

Gerlinde brauchte nach diesem Kurzbericht ein weiteres Glas Sekt und sank erschöpft in ihrem Stuhl in sich zusammen, während Carl endlich  auch das Wort ergreifen konnte und ergänzte, dass jeder von ihnen beiden nach diesem Abenteuer eine halbe Stunde unter der heißen Dusche gestanden habe, um einigermaßen wieder warm zu werden. Danach sei aber Gott sei’s gedankt, das Unerwartete passiert, was diesen Urlaub noch rettete…

Und was war das für ein unerwartetes Ereignis? fragte Hannelore neugierig mit neuer Hoffnung in den Augen.

Tja  – ich weiß nicht, ob ich das verraten soll? Was meinst du Gerlinde?

Ihr wäre das egal brummelte Gerlinde, sie möchte nur ein weiteres Glas Sekt.

Das Vierte! stellte Carl leicht besorgt fest.

Na  – und?

Ich sag’s ja nur, hauchte er und schenkte nach.

In einem ähnlichen Zustand, wie jetzt Gerlinde wären sie beide nämlich nach dem gelungen Ausflug auch gewesen, sagte Carl dann zu Hannelore und Kurt. Und ohne nachzudenken hätten sie damals in einem Rutsch hintereinander alle vier kleinen Fläschchen Whisky aus der Minibar weggeschluckt, um einigermaßen zufrieden in ihre Bettchen zu sinken…

Das böse Erwachen kam allerdings am nächsten Morgen, als sie entdeckten, dass eines dieser winzigen 5cl-Fläschen Whisky mit 9.90€  berechnet wurde, was bedeutete, dass sie für diese läppischen vier Fläschchen Whisky – die nicht mehr als vier große Schluck waren – 39.60 € löhnen mussten! Das müsse man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen, stöhnte er.

Keine schlechte Rendite für das Hotel stellte – plötzlich hellwach –  der gute Kurt fest!

Und Gerlinde stöhnte in ihrem Stuhl auch auf! Ihr neuerlicher Wunsch nach Sekt wurde allerdings nicht mehr erfüllt.

Stattdessen sagte Carl zu Hannelore, dass man so eine Abzocke natürlich mit ihm nicht machen könnte. Eine kurze Überprüfung der Whisky– Situation im nahen Supermarkt zeigte ihm nämlich, dass dort ein 75cl Fläschchen der gleichen Marke gerade einmal 15.85 € kostete.

Selbst Kurt war mit einem Mal klar, was da zu tun war! Und so nickte er bei jedem Wort bestätigend mit dem Kopf, als Carl, nicht ohne einem gewissen Pathos, verkündete, dass er und Gerlinde daraufhin im Laufe der restlichen 10 Urlaubstage schlicht und ergreifend einfach 10 Flaschen Whisky zusammen weg geschluckt hätten und dadurch nach Abzug der Beschaffungskosten sage und schreibe 1325.- € erwirtschafteten, wie jedermann leicht nachrechnen könne!

Ahhhh – kicherte Hannelore plötzlich, jetzt gehe ihr ein Licht auf: das meinte also Gerlinde, als sie sagte, ihr seid alles in allem doch zufrieden gewesen mit euerem Urlaub!

Ja das meinte sie wohl, bestätigte Carl, da Gerlinde inzwischen auf ihrem Stuhl sanft entschlummert war. Der Sekt tat wohl seine Wirkung!

Und vielleicht half bei Kurt auch der Sekt nach, als er ohne seine Stimme anzuheben mit größter Selbstverständlichkeit plötzlich sagte, dass er sich bei einem derartigen Sparpotential einen Urlaub auf den Kanaren auch gut vorstellen könnte…

KH

Roland Dürre
Sonntag, der 18. März 2018

Kreative Kommunikation – Texte

Da war doch etwas, das mir viel Freude gemacht hat. Am 22. Oktober 2017. Da haben wir uns in Nürnberg getroffen um am Abend etwas Neues auszuprobieren. An diesem Mittwoch planten wir eine kleine Show. Wir wollten mit Bildern, Musik und Text jammen und so „Wichtiges kreativ kommunizieren“. Zum Abschluss des „soft tracks“ der DOAG-Jahreskonfenz. Wir, das waren Christian Botta, Knud Johanssen und meine Wenigkeit. Das Thema war „Nicht Jammern sondern Jammen„. Davon gibt es auch ein Video. Hier wie angekündigt die Texte zum Video.

Zuerst  stelle ich das Solo von ALTO – dem Altosaxophon eher im mittlern Teil vor (gesprochen von Knud Johannsen)

Also sprach ALTO – das Saxophon.

Und hier meine Texte. Zur Einstimmung habe ich ein paar Stich-Worte gestanzt (Worte, die einen Stich geben). Ich habe nur nach Worten gesucht, die mit „K“ anfangen – es ging ja um „Kreative Kommunikation“.


Kaizen (in Japan schon seit den 40igern), Kapital, Kommerz, Kommunikation, Konten, Kosten & Kasten, Konsum, Konzern, Kommerz, Kontrolle & Kooperation, Krawatte, Konstruktivismus, Kontext, Kybernetik, Kommunismus (böse), Kapitalismus (gut), Kunst (brotlos), Kohle (Basis von allem), Kohlendioxid, Knud (der mit dem Saxophon), Kinder (werden nicht mehr geschlagen),, die (Loch)-Karte leitet den Siegeszug des (K)Computers ein, Katzen und Kindergarten kommen, Kruzifix geht (?), Kirche, das Krad, den Kran, das Kraftwerk, die Kernkraft, das Kraftfahrzeug, (K70 – aber nicht als Kombi), der Kosmos, Kampf (gegen Krankheiten), Krieg ( (wird geächtet, dafür auf den Straßen), Komitees, Krimi & Kinsey(-report) – das war alles krass, kollektiv und kompliziert …


Dann ging die Zeitreise los mit Text und Musik, vom Gestern zum Heute ins Morgen – Die Sterne  ****** in meinen Texten symbolisieren immer die Beiträge von Knud und Chrisitan. Und für den, der die genannten Lieder nicht kennen sollte, habe ich immer einen Link auf ein Video zum Lied gesetzt. Natürlich findet und erkennt man von Knud auf ALTO gespielte Musik auch im Video.


Gestern


***** Yesterday (ALTO & Knud)

Ja, das Gestern.

Gestern, das war das Beginn des Anthropozän – Vorschlag zur Benennung einer neuen geochronologischen Epoche: Das Zeitalters, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist. (Wikipedia).

Es fing so gut an! Strom an Stelle von Kohle, welche Erleuchtung! Elektromotor anstelle von Dampfmaschine. Wunderbar!
Fehler: Strom wird immer noch aus Kohle gemacht.

Es geht immer nur um Kohle – Zeit ist Geld.

***** Money – That`s what I want (ALTO & Knud)

Gestern, das war auch:
Das Fließband (Taylorismus – nach Henry Ford oder wie in den Schlachthöfen von Chicago) hält Einzug in die Verwaltung (Ablauf- und Aufbauorganisation). Die Kaste der Ingenieure transformiert zur Manager-Kaste. Menschen sind  Ressourcen. Stechuhren auch für die weißen Krägen.

Die Macht gehört den Männern, sie sind die Macher. Positiv: Wir haben mehr Wohlstand und weniger Hunger. Wir tanzen auf dem Eisberg.

***** Dirty Dancing (ALTO & Knud)

Ein Leben in Verschwendung. Waste und Widersinn – wie die Rettungsboote auf dem unsinkbaren Schiff Titanic.

***** Titanic (Alto & Knud)

Auf der Straße klingt es: Macht kaputt, was Euch kaputt macht!

***** Brick in the wall (ALTO & Knud)

Unsere Reise geht weiter ins Heute:


Heute


***** Löwenzahn (ALTO & Knud)

Heute heißt Erfolg “Überleben”.
Mit Freude am Leben.
Um den Mut zu erhalten.

Weil das Leben immer komplexer wird: Das geht so. Es ist an sich schon komplex genug. Dann finden wir Fehler, die komplex sind. Die Behebung der Fehler ist komplex und macht das System noch komplexer. Wir finden neue, noch komplexere Fehler. So entsteht der Kreislauf der Komplexität.

***** Solo: Christians Bergbesteigung zu einfachen, komplizierten, komplexen und gar „Forschungs-„Projekten (verbaler Beitrag) unterstützt von Heidi.

Unternehmen werden zur “Excel Managed Company”. Sie werden als Maschinen gesehen. Die Manager drehen an den Stellschrauben dieser Maschine und regeln Umsatz, Profit und Börsenwert. Es wird um die Wette geplant und gewettet ohne Ende. Das Goldene Lamm heißt Wachstum. In der Politik wird viel geredet und wenig gehandelt. Wir wissen alles und tun nichts. Sachzwänge regieren und es gibt die Frauenquote.

Trotzdem: Aufbruch und Umdenken findet allerorten und in allen Dimensionen statt. Wir haben verstanden: Nicht weil es schwer ist, trauen wir uns nicht sondern weil wir uns nicht trauen, ist es schwer!


Morgen


Wir reisen weiter ins Morgen. Was wird morgen wichtig sein?

  • Weniger ist mehr!
  • KISS (keep it simple, stupid).
  • Leadership – Menschen größer machen und nicht kleiner!
  • Zukunft gelingt nicht alleine. Vernetzen wir uns und arbeiten wir zusammen. Ko-Kreativität ist angesagt.
  • Kommunikation auf Augenhöhe!
  • Zeit schenken, inspirieren und Impulse geben.
  • Freiheit: Willens und in der Lage sein sein Leben eigenverantwortlich zu führen
  • Weisheit als menschliche Klugheit.
  • Nachhaltigkeit: Produktionszyklen mit no Waste
  • Biophilie: Handle so, dass sich eigenes und fremdes Leben in seinen vielen Dimensionen sich eher mehrt denn mindert.
  • Future is female!

Wir können die Dinge richtig machen.
Wir können die richtigen Dinge machen.

Was passiert, wenn wir die falschen Dinge richtig machen?


Dann gab es noch ein paar schöne Solos von Christian (z.B. zur Komplexität), der Knud hat immer wieder „gerapt“ und natürlich gespielt; und dann haben alle gemeinsam imagine gesummt und hey jude gesungen.

Für mich (und ich glaube auch unsere Zuhörer) war es schöne 30 Minuten unseres Lebens. Und wenn Ihr jetzt neugierig geworden seid, hier der LINK direkt zum Video. Viel Spaß und Freude beim Ansehen!

RMD