Roland Dürre
Freitag, der 15. September 2017

Mein USP :-)

 

Was ist mein Wert?

Als ich jung war haben mich manche „Erwachsene“ einen Taugenichts genannt, aus dem niemals etwas werden würde. Eine davon war meine Mutter, die das wörtlich ab und zu mir gesagt hat. Das hat mich schon geärgert und verletzt. War mir aber letztendlich doch nicht so schlimm, wollte ich doch viel lieber ein Taugenichts sein als so werden wie manche erwachsenen Menschen um mich herum, die aus Sicht meiner Mutter bestimmt keine Taugenichtse waren. Und so schlimm ist es dann mit mir als dem schwarzen Schaf in der Herde (wie ich mich öfters gefühlt habe) ja auch nicht gekommen.

Friedlich sein Bier trinken können ist ein großer Wert.

Heute schwätze ich bei vielen Themen mit, halte öfters Vorträge, gebe Impulse und inspiriere junge und ältere, weibliche wie männliche Menschen. So will ich diesen helfen, ein wenig glücklicher und erfolgreicher werden.

Bei einigen jungen „start-ups“ und auch gestandenen Unternehmen bin ich aktiv dabei und helfe dort, die richtigen Fragen zu finden. Denn diese sind die Voraussetzung für Veränderung und Innovation.

Laufend vernetze ich Menschen miteinander (wenn ich meine, dass die zusammen passen) und freue mich, wenn es allen zu Gute kommt.

Da stellt sich mir schon gelegentlich die Frage:
Hast Du eigentlich die Kompetenz dazu?
Die Frage kann ich selber nicht beantworten.

Aber zumindest habe ich beim darüber nachdenken mein „persönliches USP“ gefunden (USP kommt aus dem englischen und ist die Abkürzung für „Unique Selling Proposition“).
🙂 Auf Deutsch könnte man das ganz einfach als
Alleinstellungsmerkmal bezeichnen.
Mein „Alleinstellungsmerkmal“ habe ich der Kombination dreier Besonderheiten meines Lebensweges zu verdanken:

  • Erstens: Seit 1969 arbeite ich mit, an und für Computer. Die Deutschen nennen das Informatik. Die ersten zehn Jahre (die siebziger) habe ich vor allem „Industrie-Informatik“ gemacht – so habe ich die „Spielzeug-Computer“ wie Commodore und Atari ein wenig verpasst. Wie dann UNIX zu mir (oder ich zu UNIX) kam, habe ich im PC-Bereich aufgeholt. Das war in den 80igern. In diesen Jahren habe ich viele Verschiedenes gemacht. So war ich bei einigen Betriebssystemen intensiv dabei wie Prozessrechner, Kommunikationsrechner, Mainframes und der Mittleren Datentechnik. Die hieß damals MDT und kam von Firmen wie Kienzle, Nixdorf,  Olivetti und natürlich auch Siemens. Weiter habe ich Software für Datenfernverarbeitung, -speicherung, -banken, Transaktionsmonitoren und vielen Anwendungen mitgewirkt. Und dabei einige Reihe von verschiedenen Assemblern und höheren Sprachen genutzt und zum Teil auch mitentwickelt.
    Für mich der Höhepunkt war die Entwicklung eines Window-Manager, bei der dabei sein durfte. Der lief sowohl auf graphischen wie zeichenbasierten Endgeräten und hieß Collage. Collage war auch ein Produkt der Siemens AG, das aber im Markt keine Chance hatte. Wie das so oft in der Phase des allmählichen Untergangs des Unternehmensbereich Datenverarbeitung der Siemens AG leider der Fall war.
    So ging das weiter und so habe ich eigentlich alles hautnah mit erlebt, was im digitalen Leben wichtig ist. Deshalb nenne ich mich – nicht nur scherzhaft – einen IT-Pionier der zweiten Generation. Die Ehre, bei der ersten Generation dabei gewesen zu sein, überlasse ich den Urvätern der elektrischen Rechensysteme wie Konrad Zuse und meinem ersten Informatik-Lehrer in 1969, Professor F. L. Bauer von der TH München (die sich heute TUM nennt).
    In den 90igern habe ich meine Programmierschuhe nicht nur symbolisch ausgezogen und an den Haken gehängt. Der IT bin ich treu geblieben – das ging ja auch gar nicht anders – und habe versucht, soweit wie möglich bei der Digitalisierung immer auf Augenhöhe dabei zu sein.
  • Zweitens: Ich hatte mein Leben lang großes Glück und habe immer viel gelernt,
    🙂 besonders in den Lebensphasen nach Schule und Studium (aber eben nicht an der Uni)! Die Mathematik hat mir sicher geholfen, ein kritischer Geist zu bleiben. Jedoch habe ich in vielen Disziplinen das wertvollste Wissen von am Anfang älteren und später auch gleich alten und jüngeren Meistern beigebracht bekommen.
    Mancher Lehrer auch außerhalb der fachlichen Arbeit ist mir zum Freund geworden. Beispielsweise möchte ich hier Klaus-Jürgen Grün und Rupert Lay nennen. Es gab noch mehr tolle Menschen, die mich als Lehrer begleitet haben. Das ging los in meiner Zeit bei Softlab – da hatte ich einen sehr klugen Chef. Und musste „persönlichkeits-fördernde“ Seminare besuchen, weil das dort eine Voraussetzung für eine Management-Karriere war (und ich wollte damals noch Karriere machen). Ich erinnere mich aus dieser Zeit an ein Unternehmen namens TPM (Training psychologische Management) aus Frankfurt und seinem Gründer namens Uhlenbrock (oder ähnlich). Bei ihm hatte ich mein erstes Seminar am schönen Starnberger See, in dem ich so richtig viel persönlich profitiert habe. Gelernt habe ich da in solchen Seminaren nicht nur von den Trainern sondern besonders auch von den Teilnehmern, die ich dort getroffen habe.
    Auch bei den vielen Kollegen, zu denen ich fachlich empor geschaut habe und von denen ich unendlich viel fürs Handwerk gelernt habe, will ich mich bedanken.
    Später (in den 90igern) war ich 10 Jahre regelmäßig bei Workshops mit Simon Grand von RISE, einem Institut an der Hochschule St. Gallen. Da habe ich wieder viele großartige Menschen und tolle Unternehmen kennen gelernt und einen wunderbaren Austausch mit diesen gehabt.
    Die letzten zehn Jahre habe ich mich vor allem auf Barcamps herum getrieben und ja selber auch am Entstehen und Verbreiten des PM-Camps mitgewirkt. Das war eine wunderbare Zeit und ich habe noch mehr großartige Menschen kennengelernt als in den Jahren davor.
    Nicht zuletzt muss ich mich bei meinen Kindern bedanken. Es war ein ganz großes Glück, dass ich sieben haben durfte. Oft meine ich, dass ich von und durch meine Kindern noch mehr gelernt habe als vom ganzen Rest.
    So weiß ich, dass Leben und Lernen ein Synonym sind.
    Solange Du lebst, lernst Du.
    Und so lange Du lernst bist Du am Leben!
  • Drittens: Ich war immer ein „Revolutionär“, der für seine „komischen“ Meinungen deutlich mehr gerügt als gelobt wurde. Heute erkläre ich mir das positiv und meine, dass bei mir die Total-Dressur, die man auf Kinder auch schon in den 50iger Jahren anwendet hat, doch nicht alles ausradiert hat und mir so ein Rest von Autonomie, Lebensfreude und Urvertrauen verblieben ist. Und manche Indoktrination abgeprallt ist.
    So habe ich als Angestellter bei Siemens wie bei Softlab schnell gemerkt, dass dies nicht meine Welt ist. Und hatte den Willen  Unternehmer zu werden und das Glück, dass es funktioniert hat.  So konnte ich meine eigene Welt gründen, die InterFace Connection GmbH.
    Die ersten 10 Jahre waren wie ein Traum. Wir waren spielerisch erfolgreich und haben alle Grenzen gesprengt. Leider habe ich später eine Reihe von unternehmerischen und menschlichen Fehler gemacht. Und auch ein paar mal ein wenig Pech gehabt. Das Unternehmen hat es ganz gut überstanden – und ich habe jetzt ein paar Erfahrungen mehr von der Art „wie man es nicht machen soll“, die ich gerne weitergebe.

So mache ich noch ein paar Jahre weiter und fühle mich gut dabei. Und freue mich immer, wenn ich Rückmeldungen bekomme.
🙂 Besonders natürlich über positive.

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 13. September 2017

Unternehmertagebuch #123 – Mitarbeitergespräche

Abendveranstaltung BICCnight „it at media“ im Foyer des Funkhaus Bayern. München, 22.07.2011 Foto Stephan Goerlich

Für das heutige Unternehmertagebuch habe ich mir ein ganz banales Thema rausgesucht: Das Mitarbeitergespräch.

1984 habe ich die InterFace Connection GmbH gemeinsam mit Wolf Geldmacher gegründet. Wir hatten sofort zehn erfolgreiche Jahre als Hersteller der Software HIT-CLOU und wurden schnell zum Marktführer bei Textsystemen auf UNIX in Europa. Weil wir ein tolles Team waren. Es hat richtig Spaß gemacht, rückblickend waren es beruflich die 10 schönsten Jahre meines Lebens.

Vor der Gründung der InterFace Connection war ich bei Siemens und Softlab angestellt. All das, was ich dort gut fand, wollte ich fürs eigene Unternehmen übernehmen. Da gab es einiges. Vieles mehr – und das waren eher die wichtigen Themen – fand ich gar nicht gut und wollte ich anders machen.

Das war unter anderem die Möglichkeit, sowohl bei der Aufgabenverteilung mitentscheiden zu können und selber bestimmen zu können, was, wann, wie und wo man die Arbeit macht. Bei Siemens wurden die Aufgaben „von oben“ verteilt. Da hatte ich andere Vorstellungen. Und die ersten zehn Jahre hat das bei der InterFace Connection dank hoher Selbstorganisation und großer Eigenverantwortung der Team wie der Menschen auch (sehr) funktioniert.

Bei Siemens und Softlab gab es aDinge, die mir gefallen haben. Zum Beispiel das Mitarbeitergespräch im Jahres-Rhythmus. Man hatte so die Chance, in einem hierarchischen System einmal im Jahr mit dem Chef offen zu reden. Das fand ich gut und habe ich bei der Connection nachgemacht. Obwohl wir immer ein Unternehmen der „offenen Türen“ waren – will sagen, dass jeder Mitarbeiter jederzeit zu Wolf und mir kommen und sein Herz ausschütten konnte. Die „offenen Türen“ empfehle ich heute noch, das Jahresgespräch aber nicht mehr; ganz einfach weil man es nicht braucht.

Bei der InterFace Connection war das dann so: Nach drei Monaten (also kurz vor dem Ende der Probezeit) gab es das erste Mitarbeitergespräch und dann immer vor Ablauf eines Jahres das nächste. So verteilten sich die Gespräche abhängig von den Einstellungsterminen übers ganze Jahr. Für die Gespräche gab es auch eine Struktur. Ein wesentlicher Teil war ein Rückblick über das letzte Jahr, dann kam der Austausch von Feedback und am Schluss die Verhandlung des neuen Gehalts. Ich habe die Mitarbeiter immer gebeten, sich gut vorzubereiten und es selber genauso gehalten.

Eigentlich lief das auch ganz vernünftig. Nur ein paar Schlaumeier meinten dann, dass dies ungerecht wäre. Der unternehmerische Kontext könnte ja in dem einen Monat ganz anders sein als in einem anderen. Und das könnte dazu führen, dass die Gehaltserhöhung abhängig von der aktuellen Situation ungerecht ausfallen könnte.

Auf obigen Einwand haben wir reagiert und alle (!) Mitarbeitergespräche zum Jahresende geführt. Das brachte Nachteile und machte das Thema unerfreulich. Der Stress im November und Dezember stieg weiter an. Dies führte zu Unlust und Erschöpfung. Die direkten Vergleiche haben es auch nicht einfacher gemacht. Damals war mir noch nicht klar, dass es keine (oder viele) Gerechtigkeiten gibt. Mag sein, dass man eine „Bedürfnis-Gerechtigkeit“ konstruieren kann. Aber „Leistungsgerechtigkeit“ ist definitiv Unsinn.

Heute meine ich, dass man Gespräche aller Art man nicht einer Regel folgend terminieren darf, schon gar nicht, wenn der Termin in ferner Zukunft liegt. Nein, Gespräche müssen immer zeitnah geführt, wenn es es einen triftigen Grund oder zumindest aktuellen Anlass dafür gibt. Gerade die Kommunikation zwischen Menschen muss immer dann statt finden, wenn der Bedarf hat. Unzufriedenheit darf zum Beispiel nie auf den Jahrestermin hin konserviert werden, um dann die Frustdose öffnen.

Gehaltsveränderungen in ritualisierten Besprechungen sind nur die zweitbeste Wahl. Besser ist es, wenn man sich über die Verteilung des Erfolges genau dann spricht, wenn der Erfolg eingetreten ist. Wobei die Verwendung des Überschusses am besten von denen beschieden wird, die ihn erbracht haben. Und dies auf Team-Ebene.

Das Thema Gehalt ist ein schwieriges Thema. Dazu habe ich schon einiges beschrieben und werde wahrscheinlich auch bald mal wieder drüber schreiben. Denn dass man in Deutschland bis ins hohe jedes Jahr mehr Gehalt bekommt – und dies bis zur Rente – und Gehaltssenkungen im laufenden Arbeitsvertrag kaum möglich sind, ist nicht zielführend. Einfach, weil die Leistungskurve auch eines Programmierers nicht das Leben lang nach oben gehen kann. Dazu aber ein anderes Mal.

RMD

P.S.
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet Ihr in der Drehscheibe!

Hans Bonfigt
Montag, der 11. September 2017

Autobahn 2.0: Der neugrüne Rassismus – Hully Gully

Franz-Josef Strauß war nicht zimperlich in seiner Wortwahl, insbesondere wenn es um charmante, prägnante Charakterisierungen seiner Kolleginnen und Kollegen ging.  Hildchen Hamm-Brücher erinnerte sich vor längerer Zeit, wie stolz sie einmal gewesen sei, als der bayerische Metro-Goldwyn-Mayer – Löwe sie als „Kampfhenne“ bezeichnet habe.  Nur leider:  Von Kampf war keine Rede, Strauß prägte für sie die Kategorie der politischen Krampfhenne.

Als junger Mensch habe ich darüber gelacht, spätestens nachdem sich Frau Hamm-Brücher der unsäglich unmoralischen und undemokratischen „Wende“ der FDP mit allen persönlichen Konsequenzen widersetzte, nahm ich sie genau so ernst wie Marion Gräfin Dönhoff oder Ingeborg Bachmann.  Ich lese gern weibliche Autorinnen, wenn sie ihre Sprache so gut beherrschen wie Vera Lengsfeld.  Oder wenn sie sich einigermaßen treu bleiben wie Jutta Ditfurth.

Leider sind mittlerweile starke, intelligente Frauen mit eigenen, interessanten Ansichten in der Minderheit.  Im gleichgeschalteten Blätterwald besetzen die Krampfhennen die Meinungskolumnen.  Wenn sie nicht jeden Monat ein paar tausend Zeilen ‚raushauen, müssen sie zum Amt und mit Hartz IV „aufstocken“.  Und man darf sich natürlich auch nicht bei den Kollegen blamieren und schert daher nicht aus der selbsternannten „Allianz der Anständigen“ aus.  Etwas Vernünftiges haben die Krapfhennen nicht gelernt und disqualifizieren sich damit für jeden nützlichen Beruf  –  zur Kranführerin, Raumpflegerin oder zur Hure wären sie sich zu fein.   Gottseidank gibt es ja Trump, die „AfD“ und den scheinbar überall sprießenden „Rassismus“ !  Da kann man sich in tausenden Zeilen dran abarbeiten, es traut sich ja doch keiner, das Gesülze kritisch zu hinterfragen …

Und hier jetzt, zur allgemeinen Erbauung, der bisherige Höhepunkt des begriffsinflatorischen Krampfhennen – Schwachsinns:

Rocky Balbea“ denkt nämlich nicht nur „über das Klischee des triebgesteuerten Mannes im Film“ oder „über Männerfreundschaften und der Angst vor Homosexualität“ nach (das sind schließlich Themen, worüber frau richtig fundiert berichten kann), nein, „Rocky Balbea“ bemerkt den systemimmanenten Alltagsrassismus in unserer alltäglichen Technik.  Kinofilme beispielsweise werden so abgestimmt, daß sie „Weiße“ optimal abbilden und Neger schon fast zwangsweise unterbelichten.   Schlimmer noch:  Die Graukarten, von manchen Filmherstellern verteilt, entsprechen mit 18% Sättigung etwa der Pigmentierung „weißer“ Gesichtshaut.  Und, nicht zu vergessen:  „18“, wenn man die Zahlen als Orgnungszahlen auffaßt und alphabetisch substituiert, ergibt „AH“, also ganz klar Adolf Hitler !  Jede Graukarte ist also ein negerfeindliches Führerporträt !

Womit wir wieder bei Bertrand Russell wären:  Die Verfeinerung von Belichtungsautomatiken bewirkt nur dann etwas, wenn auch der Verstand des Photographen befördert wird.  Ein intelligenter Photograph wird zunächst einmal messen, ob der Belichtungsspielraum seines Films mit seinem Motiv zurechtkommt.  Wenn jedoch eine grüne Bewußtseinstante einfach einen schwarzbefrackten Neger neben der viktorianisch-weißen Braut im ebenso weißen Hochzeitskleid „knipst“, dann ist in der Regel die Braut zu hell und der Bräutigam zu dunkel.   Weil der Film (oder auch der Kamerasensor) einen wesentlich geringeren Belichtungsumfang (nicht:  Belichtungsspielraum) hat als das menschliche Auge.  Und auch dann, wenn der Photograph über ein Profimodell mit einem Belichtungsumfang von 16 Blenden hat:  Irgendwo wird er sein Bild veröffentlichen wollen – und Photopapier hat, wie etwa auch ein Farbumkehrfilm, einen Belichtungsumfang von gerade einmal fünf Blenden.

Der Rest ist banal – wenn man kein*e unterbelichte*r Grüne*r ist und weiß, was eine Blende ist.  Und vielleicht ein bißchen Prozentrechnung beherrscht:

Blende 1,0 –> 100% Lichteifall,  1,4 –> 50%,  2,0 –> 25%,  2,8 –>12,5%,  4,0 –> 6,25%,  5,6 –> 3,125%

Das waren jetzt 5 Blenden Differenz.  Wählen wir die genaue Mitte von 2 1/2 Blenden, auf daß sich der gleiche Abstand zu „absolut dunkel“ bis „maximal hell“ ergibt, dann ergäbe das einen Faktor von 2^2,5 .   100 % geteilt durch 2 hoch 2,5 sind, richtig gerundet, 18 %.   Heil Hitler !

Ich frage mich nur, was erwarten diese selbsternannten Rassismusjäger eigentlich ?   Wenn ein Neger schwarz ist (schon der Begriff ist abgeleitet aus dem lateinischen ’niger‘, was nix anderes als ’schwarz‘ resp. ‚dunkel‘ bedeutet), wie soll er denn dann auf einem Kinofilm erscheinen ?   Hellgrau ?  Kann man ja machen, mit einer „Dunkelgraukarte“ von vielleicht 40% Sättigung.  Bloß ist dann der komplette Rest überbelichtet, sodaß man, wegen des Gradientenverlaufs, viele wichtige Details gar nicht mehr sieht.   Moment ‚mal:   Vielleicht ist das die Lösung:  Möglichst wenig sehen, nur das „reflektieren“, was die zugedröhnte Wohlstandsbirne an gequirlter Scheiße selber hervorgebracht hat.  Kein Wunder, daß die Krampfhennen irgendwann nur noch „braun“ sehen.

Gefährlich wird es dann, wenn ‚reguläre‘ Tageszeitungen wie „Die Welt“, „Der Tagesspiegel“ und andere jeden Schwachsinn willig aufgreifen und unreflektiert und gebetsmühlenartig wiederholen.

Entsorgen ?  Aber gerne doch !

Also, ich wäre ja sehr für ein Krampfhennen – Entsorgungsprogramm.   „Entsorgen“ in dem Sinne, daß wir uns keine Sorgen mehr machen müssen, daß die Verdauungsrückstände der Schwarmintelligenz irgendwelche Schäden anrichten.  Indem beispielsweise Frau Özoguz beim Aldi Regale einräumt anstatt völlig verpeilte „Leitlinien“ zu formulieren.  Ich frage mich, wieviele anständige Arbeiter nötig sind, um mit ihrer Hände Arbeit beispielsweise eine Frau Özoguz am kacken zu halten.

Gesine Schwan, Margot Käßmann und Katja Göring-Eckhardt nicht vergessen bei der Entsorgung.   Vielleicht in eine Art „Dschungelcamp“.  Da müssen sie dann arbeiten, an der Fleischtheke, als Maurer*in am Bau (einen kleinen Vorgeschmack eröffnet dieses Video) oder als Krankenschwester.

Und die schlimmste aller Strafen mitschicken:  Heiko Maas!

Andererseits:  Das verstieße dann wohl gegen die Genfer Konvention.

(hb)

p.s.:
Viel besser bringt es Hadmut Danisch auf den Punkt,
http://www.danisch.de/blog/2017/08/31/unterbelichtet-wenn-journalisten-sogar-fuer-fotografie-zu-daemlich-sind/
und  —  Gipfel der Ironie:  Auch hier holen Kommentatoren „ihren“ Adolf aus der Kiste.

Roland Dürre
Sonntag, der 10. September 2017

Noch ein „Coming Out“ – #BTW2017

Eine zynische aber leider ernst-traurige Parteien-Parodie.

In zwei Wochen muss ich wieder zur Wahl gehen.

Vielleicht vor 50 Jahren.

Mein bürgerliches „Überich“ zwingt mich dazu. Meine ich doch, dass die Demokratie eindeutig eines der besseren politischen Systeme ist, auch wenn die unsere durch „Wahl-Marketing“, der Dominanz der Lobbys bei Gesetzgebung und Regierungsarbeit und einer Oligarchie der Parteien ganz schön pervertiert wurde und großen Schaden genommen hat.

😉 Außerdem bekommt ja die Partei, die ich wähle nicht nur meine Stimme sondern auch noch einen Euro vom Staat (wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind).

So bereite ich mich seit längerem auf den nächsten Wahlsonntag vor. Hier der aktuelle Stand meiner Bewertung, bei der ich nach dem Ausschluss-Verfahren vorgegangen bin:

Die große „Volks-Parteien“ CDU und CSU kann ich aus geschichtlichen Gründen nicht wählen. Beide haben die Wiederbewaffnung Deutschlands gegen den damaligen Willen des deutschen Volkes zu verantworten. Diese wurde durch ihren Protagonisten Adenauer gleich nach Ende des 2. Weltkriegs gezielt vorbereitet und so früh wie nur irgendwie möglich – ich würde sagen – kriminell durchgesetzt.
Damit wurde eine einmalige historische Chance vergeben, die Deutschland vielleicht als einziges Land hatte – aufgrund seiner erbärmlichen Geschichte im 20. Jahrhundert. Eine Folge der Gründung der „Bundeswehr“ war dann auch die drei Jahre später erfolgte Wiederaufrüstung der DDR durch den Aufbau der „Volksarmee“ – und schon standen sich zwei Deutsche Staaten bis an die Zähne bewaffnet an einer brutalen Grenze gegenüber.
Ohne die Wiederbewaffnung wäre auch das Wiederaufblühen der deutschen Waffen-Industrie nicht möglich gewesen. Ein weiteres Nebenergebnis war ein „Wehrpflicht“ genannter Zwangsdienst, der 18 Monate meines Lebens eingefordert hat.
Darüber hinaus haben die beiden „C-Parteien“ die politische und gesellschaftliche Prägung der Bundesrepublik bis heute zu einem opportunistischem und egoistischem Wohlstandssystem unterstützt. Der Schutz von Besitzstand wurde zum obersten gesellschaftlichem Wert. Darüber kann auch das „C“ im Namen nicht hinweg täuschen.
Der Staat wurde unter CDU geführten Regierungen zur Marionette der Industrie, Umweltzerstörung (Luft, Wasser, Boden, Natur) wurde gebilligt und sogar gefördert (!) wie der Krieg auf den Straßen. Das Bildungssystem bekam als oberste Aufgabe, Menschen zu Konsumenten zu machen und vorbereitend als Arbeitskräfte für die Industrie zu dressieren. Dir gesellschaftliche Solidarität wurde falsch verstandenen Freiheiten geopfert.
Parteien, die bis heute glauben, dass das alles richtig war, werde ich nicht wählen.

Die SPD wie die Grünen kann ich auch nicht mehr wählen, da sie nicht nur dies alles unterstützt haben sondern sogar den Einsatz der Bundeswehr im Ausland erst ermöglicht haben. Die Rot-Grüne Koalition hat damals ein Tabu gebrochen:
Die Bundeswehr wurde nicht mehr ausschließlich zur Verteidigung eingesetzt sondern „um Verantwortung in der Welt zu übernehmen“. So werden seither von der BRD nicht nur Waffen sondern auch Krieg exportiert.
Der polemische Reim „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten“ trifft leider bei geschichtlicher Betrachtung für die SPD nur zu schlimm zu. Da hilft mir mein sympathisches Ideal einer sozialen Demokratie auch nicht mehr.
Die Grünen habe sich in meiner Bewertung von einer idealistisch-moralischen Partei zu einer indoktrinierten Veranstaltung entwickelt – außerdem nehme ich wahr, dass die Veränderung von einer Partei in Opposition zur Regierungspartei dort in ganz schlechter Weise stattgefunden hat – Ideale wurden zu Hauf für Posten und Macht geopfert.

Die FDP mag ich nicht wählen. Die negativen historischen Verdienste kenne ich nicht so detailliert, weil die Partei mir nie besonders aufgefallen ist. In meiner Wahrnehmung war und ist die FDP aber eine Partei, die – abgesehen von wenigen Protagonisten – immer sehr opportunistisch agiert hat und vor allem als Klientel-Partei funktioniert hat. Und noch mehr Großspenden aus der Industrie bekommen hat als die anderen genannten Parteien. Außerdem: Menschen, die FREIHEIT fordern und propagieren aber nicht wissen, was Freiheit ist, die mag ich nicht unterstützen.

Dann schauen wir mal, welche Parteien es noch so gibt?

Erfolgreich ist zurzeit die AfD. Dass ich die nicht wählen mag und kann, das muss ich hier nicht begründen. Wie auch dass die NPD für mich nicht wählbar ist. Die NPD scheint ja glücklicher Weise nicht mehr relevant zu sein. Obwohl die oben genannten Parteien aus mir nicht einsichtigen Gründen immer wieder die NPD verbieten wollen und nicht die AfD.

Dann gucke ich mir die „Freien Wähler“ und die Freie Bürger Union (FBU) an. Laut Wikipedia bezeichnen sich mehrere Wählergruppen und eine Kleinpartei als „Freie Bürger Union“, die in verschiedenen deutschen Städten und Landkreisen vertreten sind. Regionaler Schwerpunkt der Gruppierungen ist Bayern. Und weiter: Die besteht aus bürgerlich-konservativ oder rechtsliberal orientierten örtlichen Kommunalpolitikern und -aktivisten, zum Teil ehemaligen Abgeordneten der CDU/CSU, die nicht mehr Mitglied ihrer Partei sind. Kann ich nicht wählen.
Die Freien Wähler möchten u.a. die kommunale Selbstverwaltung stärken. Als Grund für den Antritt zu Wahlen auf Landes- und Bundesebene wird unter anderem ausgeführt, dass die Landes- bzw. Bundespolitik die Eigenständigkeit der Kommunen „aushöhlt“. Die Partei tritt dagegen für eine eigene Finanzhoheit der Kommunen ein. Auf europäischer Ebene fordert die Partei, dass der Ausschuss der Regionen einen festen Platz im Parlament erhalten sollte. Kann ich auch nicht wählen.

Dann komme ich zu den Piraten. Laut Wikipedia sieht diese Partei sich als als Partei der Informationsgesellschaft und als Teil einer internationalen Bewegung zur Mitgestaltung des von ihr mit dem Terminus der „digitalen Revolution“ umschriebenen Wandels zur Informationsgesellschaft. Das hat mir gefallen, ich habe die Piraten auch schon mal gewählt. Ich empfand sie als Werte-Partei, die glücklicher Weise keine Programmatik hatte, sondern vor allem ihr Know-How zur Digitalisierung als Schwerpunkt einbringen will. Ich kannte auch ein paar Piraten-Mitglieder, die Freiberufler und Klein-Unternehmer waren. Da waren gute Typen dabei.
Dann haben die Piraten aber gemeint, ein Programm schreiben zu müssen und das agile Prinzip des freien Handelns nach bestem Erkenntnisstand aufzugeben. Für mich haben sie so ihre „agile Seele“ gegen erhofften Erfolg eingetauscht. Seitdem ging es (logischerweise) mit den Piraten abwärts – und für mich waren sie nicht mehr wählbar. Eigentlich schade.

Jetzt habe ich schon 10 (in Worten zehn) Parteien analysiert und kann keine davon wählen! Droht mir der Nichtwähler? Lasse ich meinen Wahl-Euro verfallen?
Noch ist es nicht so weit, denn es gibt ja noch ein paar Parteien mehr.

So finde ich Die Linke. Laut Wikipedia entstand die Linke (auch Linkspartei genannt)  durch Verschmelzung der SPD-Abspaltung WASG und der Linkspartei.PDS. Letztere ging im Juni 2005 durch Umbenennung aus der SED-Nachfolgepartei PDS hervor.
So leidet die Linke an einem Stigma, das sie bis heute nicht salonfähig macht. Es sollen auch noch überwiegend SED- und Stasi-Leute an Bord haben, was mir aber auch schon aus demographischen Gründen aber eher unwahrscheinlich erscheint. Wenn ich der Wahlomat-Typ wäre würde ich wahrscheinlich „die Linke“ wählen, denn lese ich das Programm der Linken, dann finde ich da schon viele Punkte, denen ich absolut zustimme.
Andererseits habe ich ein kleines und mühsam erworbenes Vermögen – und es gibt so eine historische Angst in mir, dass die Kommunisten an meine Milliönchen wollen. Wie sagt man? „Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.“
Zu den Kälbern: Da gibt es übrigens einen Song, der allerdings gegen die AfD gerichtet ist – und nicht gegen die Linke. Ich möchte aber kein dummes Kalb sein. Andererseits – vielleicht doch ich doch die Linke wählen? Im Sinne von heutiger „demokratischer Redlichkeit“ – will heißen: Wähle die Partei, deren Programm dir am besten gefällt! So kann ich es nicht ausschließen, meine Stimme den Linken zu geben. Zwar ohne Begeisterung. Aber die ist mir schon lange abhanden gekommen.

Aber so weit bin ich noch nicht. Ich suche weiter. Auf dem Radweg nach Unterhaching entdecke ich ein Werbeplakat für „Die Grauen„. Ich denke an meine bescheidene Rente. Wenn ich nur die hätte, dann ging es mir ganz schön dreckig. Obwohl ich Jahrzehnte den Höchstbetrag eingezahlt habe.
Jedoch: Die Grauen haben den Slogan „Für alle Generationen“. Enttäuschung, die sind also gar nicht für uns Rentner. Das finde ich trotzdem schon mal gut, den ich habe Kinder und Enkel. Und denen soll es ja auch gut gehen.
Laut Wikipedia sehen sich „Die Grauen“ in der Tradition der in den 1970er von Trude Unruh gegründeten Bewegung Graue Panther. Im Gegensatz zu dieser sieht sich die Partei nicht als Seniorenpartei, sondern verfolgt einen Generationen übergreifenden politischen Ansatz, der auch im Namenszusatz zum Ausdruck kommen soll. In der Präambel ihres Partei-Programmes formuliert die Partei ihre Philosophie: „In einer sich immer schneller bewegenden, globalisierten Welt wollen die Grauen die Tatkraft der Jugend mit der Erfahrung der Älteren verbinden, um gemeinsam eine lebenswerte Gesellschaft zu formen.“ Das mag gut klingen. Mir sind das aber zu viele Buzzwords. Buzzwords mag ich nicht. So vergesse ich „Die Grauen“ auch gleich wieder.

Langsam verzweifle ich. Ein Dutzend Parteien habe ich gefunden – und nur eine davon erscheint mir eingeschränkt wählbar. Aber – wie sagt man: Man darf nicht aufgeben. Wenn man stürzt, dann muss man wieder aufstehen. Mund abwischen und weitermachen.

So radel ich weiter. Und siehe da, es strahlt mich ein Plakat mit einer besonderen Botschaft an:

Sei kein Horst!

Das verstehe ich sofort. So möchte ich auch nicht sein. Was der Herr Gesundheitsminister vormals allein in Berlin verbrochen und gezeugt hat, ist schon schlimm genug. Und jetzt ist er der König von Bayern.
Nur: Das Plakat ist von „Der Partei“. Laut Wikipedia ist DIE PARTEI „die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Apronym: Die PARTEI). Das ist eine 2004 von Redakteuren des Satiremagazins Titanic gegründete deutsche Kleinpartei mit parodistischem Charakter.“
Weiter können wir dort lesen: Die PARTEI erfüllt die juristischen Anforderungen des Parteiengesetzes, ihre Ernsthaftigkeit wird jedoch gelegentlich in Frage gestellt. Sie ahmt unter anderem Merkmale und Wahlkampfmethoden anderer Parteien nach und nimmt vereinzelt auch an deren Veranstaltungen teil.

Jetzt bin ich ja mehr der Leser vom POSTILLON, aber man sollte ja nie so engstirnig sein. „Die Partei“ wird auch als Satire-Partei bezeichnet. Bei Satire denke ich ans Kabarett. Und mir fallen sofort Menschen wie Bruno Jonas, Claus Wagner, Dieter Hildebrandt, Gerhard Polt, Jörg Hube, Josef Hader, Georg Schramm, Maximilian „Max“ Uthoff, Sigi Zimmerschied, Urban Priol (Pelzig) und Werner Schneyder ein. Nicht zu vergessen den von mir geliebten Hanns Dieter Hüsch. Alles Menschen, die ich häufig erlebt und zum Teil auch persönlich gekannt habe. Die mich alle überzeugt haben. Mit ihrer Empfindlichkeit, ihrem Scharfsinn und ihrer präzisen Logik. Ich bewundere, dass sie trotz allem ihren Humor bewahren konnten. Mit denen ich sehr schnell im redlichen Diskurs zusammen gekommen bin.
Auch die meisten der Kabarettisten, die ich nur vom Fernsehen oder einem Besuch ihrer Veranstaltungen kenne, haben mir gefallen. Insofern macht es vielleicht doch Sinn, eine „Satire-Partei“ zu wählen. Besonders wenn sich diese Partei als Partei für frustrierte Nicht-Wähler anbietet, die auch die Nichtwähler an die Wahl-Urne holen will?
Leider liegt aber auch über dieser Partei ein Schatten. So habe ich vor kurzem in Facebook einen sehr konstruktiven Diskurs verfolgt, der sich damit beschäftigt hat, ob man in Zeiten, in denen es gesellschaftlich abwärts geht und sich große Probleme am Horizont der Zukunft zeigen, also ob man es da verantworten kann, eine Satire-Partei zu wählen? Weil die Zeiten eben alles andere als lustig wären?
Ein ernst zu nehmendes Argument, wie ich finde. Aber vielleicht sollte man die Probleme mit ernstem Humor lösen? So habe ich neben „Der Linken“ endlich eine zweite Partei gefunden, der ich mein Kreuz und einen Euro schenken könnte.

Ich will aber mehr. So komme ich nicht weiter. Also drehe ich mein Denken um und frage mich, welche letzte relevante gesellschaftliche und von mir als positiv wahrgenommene Veränderung in Bayern von einer Partei eingeleitet wurde?

Die Antwort ist einfach – es war der Nichtraucherschutz. Der wurde in Bayern sogar auf der Wiesn eingeführt, was ja lange als absolut undenkbar schien. So kann ich mich dieses Jahr aufs gleichzeitig zur Wahl stattfindende Oktoberfest schon wieder so richtig freuen und werde am Abend des Wahltages dort mit Freunden in rauchfreier Luft zechen. Der Nichtraucherschutz wurde durch einen Volksentscheid „Nichtraucherschutz“ in Bayern am 4. Juli 2010 aufgrund des zuvor erfolgreichen Volksbegehrens „Für echten Nichtraucherschutz!“ abgehalten. Ziel des Volksbegehrens war die Änderung des bayerischen Gesetzes zum Schutz der Gesundheit (Gesundheitsschutzgesetz, GSG), durch welches schließlich ein Rauchverbot in der Gastronomie ohne Ausnahmen eingeführt wurde. Gegen das die C-Partei war, weil es die ganze bayerische Gastronomie ruinieren würde.
Initiiert wurde es von Sebastian Frankenberger und der ÖDP.
Oh, die ÖDP hatten wir in unserer Parteibesprechung ja noch gar nicht. Die haben ein Programm, das mir eigentlich auch sehr entspricht. Allerdings habe ich ein wenig den klammheimlichen Verdacht, dass in dieser Partei doch viel protestantische Genügsamkeit und katholisches Gefrömmel drin sein könnte. Wenn jedoch die Ziele stimmen und ich nicht katholisch gemacht werden soll …

So habe ich jetzt drei Parteien gefunden, die für mich für wählbar halte: Die Linke, die Partei und die ÖDP. In den nächsten drei Wochen werde ich mich da noch ein wenig informieren und Gedanken machen – und mich entscheiden. Weiß ich ja, dass Entscheidung immer unter Unsicherheit erfolgt.

Und jetzt hat es sich fürs erste mal wieder „aus-geouted“.

RMD

P.S.
Heute beim Heimradeln habe ich am S-Bahnhof in Ottobrunn ein Plakat der DKP gesehen. Da stand drauf „Löhne rauf, Rüstung runter“. Klingt ja auch zuerst mal vernünftig und naheliegend. Aber DKP wählen? Wäre auch irgendwie „strange“?

Klaus Hnilica
Freitag, der 8. September 2017

Nackter Schneckenterror

Carl und Gerlinde (Folge 53)

Irgendwie konnte Carl, diese jäh aufflackernde Mordlust in den Augen seines Nachbars Konrad gut nachvollziehen, wenn das Wort ‚Nacktschnecke’ fiel!

Schließlich hatte dieser friedfertige Solaranlagenbetreiber einen stattlichen Garten – mit einer Unmenge Gemüse und prächtigen Blumenrabatten. Ähnlich wie er selbst! Und er, Konrad, wollte sich und seine Familie auch nicht durch übermäßige Schneckenkorn Anwendung mit ‚Metaldehyd’ vergiften?

Was also tun? Wenn jeden Sommer bei Einbruch der Dunkelheit diese ekelhaften, fingerdicken, braunen ‚Schleim-Schleicher’ wie mordende Guerillabanden sich von allen Seiten des Gartens lautlos über wehrlose Zucchinipflänzchen und frisch gepflanzten Tagetes hermachten, und sich erst am frühen Morgen, wenn alles gnadenlos abgefressen war, wieder hinterhältig in ihre Efeu umrankten Verstecke zurückzogen?

Kein Wunder, dass da nicht nur Konrad sondern auch viele andere Gartenbesitzer mit Kopflampen, Gartenscheren oder messerscharfen Spaten, wie südamerikanische Mordbrigaden durch ihre Gärten streiften und ihr tödliches Handwerk verrichteten – und zwar genau so lautlos und unerbittlich wie diese schleimigen ‚Schneckenmonster’!

Ja – Carl musste zugeben, dass er sich auch liebend gern an derartigen Rachefeldzügen gegen diese ‚Nacktschneckenpest’ beteiligt hätte. Und dass er mit Taschenlampe und Gartenschere auch schon mal heimlich unterwegs war, wenn Gerlinde sich abends außer Haus herumtrieb. Aber deswegen ‚Dauerkrach’ mit Gerlinde provozieren – das wollte er unter gar keinen Umständen!

Schließlich war sein Gerlindchen leidenschaftliche Tierschützerin, die keinem Tier etwas zu leide tun konnte und sich deswegen meistens auch vegetarisch ernährte! Außer ein überfallsartiger Heißhunger zwang sie spontan, einen Berg Schweineschnitzelchen zu braten, oder eine Lammkeule zu schmoren. Oder noch schlimmer, eine hinterhältige Schnake oder Bremse erdreistete sich, nicht in Carls Unterarm zu stechen, sondern ihren lilienweißen Nacken zu attackieren: da konnte sie schon mal todbringend zuschlagen!

Gott – was  war das nur für ein Theater gewesen, als er vor zwei Jahren mit Bierfallen dem Nacktschneckenterror beizukommen versuchte und  dazu mehrere mit Bier gefüllte Marmeladegläser im Garten  schneckenstrategisch versenkt hatte! Und diese Gläser morgens – wie es sein sollte – rammelvoll mit ertrunkenen Nacktschnecken waren. An sich kein unschöner Tod – sollte man meinen – so im ‚Krombacher’ zu ertrinken. Aber sein sensibles Gerlindchen war da anderer Meinung!

Sie bekam fast einen Schreianfall, als er ihr unvorsichtiger Weise eines der gut gefüllten Gläser mit den ‚ausgeschleimten’ Nacktschnecken zeigte, bevor er sie in die Kanalisation entsorgte.

Zugegeben –  richtig appetitlich sah das nicht aus!

Aber besonders gelitten hatten diese armen Schneckchen mit ihren winzigen Gehirnen auch nicht, nach allem was er darüber gelesen hatte.

Da Gerlinde aber selbst in mehrstündigen Gesprächen davon nicht zu überzeugen war, wurde ihm schnell klar, dass er vielleicht den Kampf gegen die ‚Nacktschnecke’ auf diesem Weg gewinnen konnte, aber seine ‚nackte Gerlinde’ dabei sicher verlor! Das war die Sache natürlich nicht Wert, da sollten diese goldigen Schneckchen doch lieber ungehemmt den ganzen Garten auffressen – wenn sie und Gerlinde das denn so wollten!

Völlig unerwartet kam die Lösung des Problems dann ausgerechnet von Gerlindes Freundin Hannelore! Denn Hannelores tierlieber Kurt hatte  nämlich folgendes Vorgehen gegen die böse Nacktschnecke entwickelt: morgens streifte er mit Teilen der FAZ vom Vortag durch das taufrische Gras seines Gärtchens und sammelte mit den riesigen Doppelblättern der Zeitung immer zwei oder drei gut gesättigte Nacktschnecken auf ihrem schleimigen Nachhauseweg ein, packte noch das eine oder andere Blatt einer angenagten Funkie dazu und formte anschließend handliche, mehrschichtig verpackte Päckchen,  umspannt von Gummiringen.

Diese drei bis vier täglichen Päckchen im Sommer mit den noch lebenden Nacktschnecken verschwanden anschließend lautlos in der Biotonne –  und außer den Schnecken waren alle glücklich!

Natürlich durfte die Papierschicht dieser ‚Schneckenpost’ nicht zu dünn sein, sonst war in ‚Null Komma nix’ alles durchgeschleimt und die niedlichen Nacktschneckchen saßen anderen Tags morgens schon wieder munter auf der Unterseite des Biotonnendeckels und das Verpackungsprozedere konnte von Neuem beginnen, und zwar so lange bis die Tonnen montags entleert wurden.

Tja – und genau das war die Schwäche dieses von Carls Tierfreunden  konzipierten ‚Nacktschneckeneliminierungsprogramms’!

Carl entdeckte nämlich plötzlich bei sich eine bisher unbekannte Sentimentalität, als die eine oder andere ‚schleimige Pflanzenfresserin’  trotz sorgfältigster Verpackung auch bei ihm wieder morgens am Rand oder unter dem Deckel der Biotonne saß und gottergeben vor sich hindöste!

Komisch? – plötzlich taten ihm die schleimigen Monsterchen, die noch gestern seine Zucchini angenagt hatten, auf einmal leid und er merkte verschämt, dass er nicht mehr die Kraft besaß, diese Biester wieder in die Tonne zurück zu schicken, nachdem sie sich so tapfer aus ihren ‚FAZ – Verließen’ befreit hatten, sondern musste ihnen –  fast zwanghaft die Freiheit schenken…

Gerlinde und Hannelore zerdrückten sogar ein paar Tränchen, als er ihnen unlängst diese Schwäche bei einem Glas Bier beichtete – soviel Sensibilität hatten sie diesem gelegentlich doch recht groben Carl nie und nimmer zugetraut. Rührend war das – wirklich rührend…

Nach der dritten Flasche Bier fand Carl das genau so rührend, wie seine beiden Verehrerinnen, hielt es aber für klüger, lieber nicht zu erwähnen, dass er diesen ‚Wenigen die durchkamen’ schon die Freiheit schenkte –  aber natürlich die viel, viel verlockendere Freiheit im Nachbargarten – und nicht in seinem!

Und da ja Nacktschnecken von Natur aus verschwiegen sind, bestand auch keinerlei Gefahr, dass dieses kleine Geheimnis zwischen ihm und den Nacktschneckchen jemals ans Tageslicht drang…

KH

 

Roland Dürre
Mittwoch, der 23. August 2017

Warum wir Christophine brauchen! (II)

Das habe ich am 12. Juli geschrieben. Ein paar Tage nach dem ich als mittlerweile 67-jähriger wieder mal zur Grundschule gehen durfte. Und zwar in der Christophine. Und ich bin so froh, dass ich zu diesem Artikel so viel Zuspruch bekommen habe.

So erlebe ich, dass ich mit meiner Kritik an der Art und Weise, wie Kinder weltweit „erzogen“ und „gebildet“ werden nicht alleine stehe. Denn bei Schule geht meistens ums „dressieren“ und „formatieren“ eine jungen Menschen – und dabei bleibt der Respekt vor dem Kinde auf der Strecke.

Wie man mit Kindern respektvoll umgeht und ihnen den Raum gibt, selbst gesteuert und motiviert zu lernen und zu erleben, das ist genau das, was ich am 23. Juni in Marbach am Neckar erleben durfte. Hier mein Bericht:

Ich war an diesem Freitag einen halben Tag Teil der Klasse. Als nervöser neuer Schüler war ich natürlich ganz früh da. Und konnte mich freuen, wie die Schüler und Schülerinnen der Reihe nach eintrudelten. Es waren lauter gut gelaunte und fröhliche Kinder – die sich offensichtlich freuten, in der Schule angekommen zu sein.

Sobald die Klasse komplett war, wurde gemeinsam ein Lied gesungen. Das Lied bestand aus einer Begrüßung in vielen Sprachen – gemeinsam haben wir uns beim Singen auf den Tag gefreut.

Nach dem Lied gehörte an diesem Freitag die erste Runde den Kindern. Sie berichteten von einem Erlebnis, das ihnen wichtig war. Eines der Kinder war der Moderator der Runde – jeden Tag übernimmt diese Aufgabe ein anderes Kind.

Erzähler zu Erzähler ging eine gebastelte Pappkiste – die auf der einen Seite eine grüne und auf der anderen eine rote Scheibe hatte. Solange ein Kind sprach, dann zeigte den Zuhörern die rote Seite (Bitte seid still und hört mir zu!). Wenn es dann fertig war und Fragen erlaubte, drehte es die Schachtel um zeigte die grüne Seite (Jetzt dürft Ihr fragen und kommentieren!).

Es war toll, wie wohltuend kurz sowohl die Berichte wie dann auch die Fragen und Antworten waren. Wie die Kinder sich gegenseitig konzentriert zuhörten und ausreden ließen. Ich musste an das brutale Chaos denken, dass ich so oft bei so vielen Erwachsenen-Besprechungen (Meetings mit ganz wichtigen Leuten) erlebt habe …

Die zweite Runde gehörte der Arbeitsplanung. Die Kinder überlegten sich, mit welchen Tätigkeiten sie den weiteren Vormittag verbringen wollten. Ich war verblüfft, welch hohes Maß an Motivation die Kinder einbrachten und wie realistisch sie ihr eigenes Können bewertet und danach ihr Tätigkeiten ausgerichtet haben.

An der Christophine gibt keinen Sitz-Zwang. Deswegen tragen die Kinder leises Schuhwerk, damit sie die anderen Kinder nicht bei der Arbeit stören. Denn das ist ein wichtiges Recht, dass man auch einfordern darf (Bitte störe mich nicht bei meiner Arbeit!). Man arbeitet in Gruppen oder alleine – so wie es Sinn macht. Und wenn das Wetter passt geht es auch im Freien.

Mir ist aufgefallen, dass es in der Christophine eine Ordnung gibt, die für alle da ist. Die nicht als Zwang empfunden wurde, sondern eine gelingende Sozialität ermöglicht. Und die nicht Selbstzweck ist, sondern nur einen Rahmen gibt für einen vernünftigen Umgang mit sich selber und in der Gemeinschaft mit den anderen.

Die Sprache in der Schule war voller gegenseitigem Respekt – und wie ich sagen würde „alterozentriert“. Die Kinder können zu hören, waren in der Lage andere ausreden zu lassen und auf die Anliegen des Anderen einzugehen. Das ist so selten bei den Erwachsenen. So habe in dieser Schule ein erstaunliches Maß von redlicher und gewaltfreier Kommunikation zwischen Kindern erlebt! Ein „Aufeinander-Eingehen“, wie ich es im Erwachsenen-Leben nur selten wahr nehme.

Natürlich gab es auch einen Konflikt. Die wurde aber nicht von den Lehrern platt gemacht und herunter gebügelt. Die Streihähne (eins davon war ein Huhn) wurden angeleitet, vernünftig mit dieser Konfliktsituation umzugehen. Und wie es schwierig wurde, durften sich die jungen Kontrahenten zurück ziehen und ihr Problem unter vier Augen besprechen. Und spätestens als sie zum nahe gelegenen Dorfbrunnen gingen und ihre Hände ins Wasser gehalten haben, war der Konflikt bewältigt.

Und immer, wenn ich an die oft erlebte Erwachsenen-Welt denken musste, dann kamen mir die Tränen. Ja, der Rupert Lay hatte schon Recht, wenn er sagte, dass Kinder weise Wesen wären. Und wir, die Eltern und Lehrer, ihre Weisheit auf dem Altar der Erziehung opfern würden.

Und ich glaube auch, dass es durchaus Fortschritte gibt, wie z.B. in der Montessori Schule. Aber das ist mir zu wenig. Was wir brauchen sind doch viele freie und selbst organisierte Schulen mit einem zeitgemäßen Konzept. Ohne Indoktrination und zentrale Vorgaben.

Jetzt genieße ich die Sonne Griechenlands. Und überlege, was ich für die Christophine tun kann.

In meinem aktuellem Leben versuche ich meinen eigenen Frieden zu finden und meine Liebe zu mehren. Weil das die Voraussetzung für alles andere ist. Ich verbringe viel Zeit damit, Mentés (im Studium und beim Berufsstart) und jungen Unternehmern (geschäftlich beim Start-Up) zu helfen. Damit sie in ihrem Leben erfolgreicher und glücklicher werden.

Junge Müttern unterstütze ich bei ihrem beruflichen Wiedereinstieg, in dem ich Ihnen helfe einen „alternativen CV“ zu schreiben (Das was sie können und tun möchten beschreiben an Stelle das, was sie getan haben).

Mit Freunden habe ich Barcamps wie PM-Camp und ähnliche Veranstaltungen ins Leben gerufen, um „Neues Denken“ und „Muster Brechen“ populär zu machen. Ich vernetze laufend Menschen ganz allgemein, damit sie gemeinsam stärker und größer werden. Und versuche eine sinnlose Mobilität vorzuleben und meinen Wunsch nach Frieden Ausdruck zu verleihen.

Und manches davon scheint sogar ganz gut zu klappen. Das macht mich durchaus selber ein wenig glücklicher.

Aber wäre es nicht sinnvoller, meine Zeit und Kraft vor allem für die ganz Kleinen und Schwachen zu investieren? Unseren Kindern und Enkeln. Denen es nach meiner Meinung jedes Jahr ein wenig dreckiger geht, weil sie immer mehr wegen vermeintlicher Sachzwängen ihrer Freiheit beraubt und indoktriniert und werden. Damit sie brave Bürger und Konsumenten werden.

Unsere Gesellschaft meint es ja immer so gut, macht es aber dann gnadenlos schlecht. Leider sind unsere Kinder das beste Beispiel dafür. Sollte deswegen es nicht mein Hauptziel werden, für die Kinder zu wirken? Dass diese nicht klein sondern groß gemacht werden? Und sie als freie und autonome Menschen die bestmöglichen Voraussetzungen haben ein gelingendes Leben zu führen?

Also ganz typische Gedanken, wie ich man sie halt in einer wunderschönen Auszeit so hat.

RMD

P.S.
Die „Marbacher Pädagogik“ von Lorenz Obleser halte ich für so etwas wie das von mir geforderte zeitgemäße Konzept. Ich werde versuchen, im Artikel „Christophine III“ auch hier im IF-Blog dann gemeinsam mit ihm und weitern Protagonisten der Christophine dazu etwas zu formulieren.

Klaus Hnilica
Donnerstag, der 17. August 2017

„Don Carl“ – oder der heroische Kampf um die Unterhose

Carl und Gerlinde (Folge 52)

Mit größerem Vergnügen war Carl in jüngster Zeit selten in seine Unterhose gestiegen! Es war dieses herrliche Gefühl des ‚Umhüllt seins’, des ‚Geschützt seins’, das er genoss.

Ein Genuss, den er sich neuerdings sogar mehrfach am Tag ins Bewusstsein rief – und der sich seltsamer Weise noch verstärkte, wenn er tagsüber durch unauffälliges Herumzupfen an seinen Hosen das darin eingeengte Gemächt neu positionieren durfte!

Ja – „durfte“ – nicht „musste“ – wie er es früher empfunden hatte!

Denn seit offensichtlich vom Süden Deutschlands her sich eine Bewegung breit zu machen drohte, in der sich die üblichen Verdächtigen /1/ mit Bayrischer Wollust über die Herrenunterhose hermachten, die in der christlich–abendländischen Kultur seit bald 300 Jahren bestens verankert war, läuteten bei Carl in mehrfacher Hinsicht die Alarmglocken!

Ja – es war geradezu ein ‚Schock mit Aura’, der sich in Carl breit machte, als er am 13. August 2017 in den sozialen Netzwerken auf diesen besagten if-blog–Eintrag /1/ stieß, in dem in nicht allzu ferner Zukunft einer Welt ohne Herrenunterhosen das Wort geredet wurde: einer Welt, in der von einem Tag auf den anderen jegliches berechtigte Tragen einer Unterhose bei Männern in Abrede gestellt wurde, da offensichtlich sämtliches Wundreiben, lästiges Jucken, ekelhaftes Kitzeln und männlichkeits-bedrohendes Einzwicken in messerscharfe Reißverschlüsse ganz offensichtlich ignoriert, geleugnet oder unter einen ‚Kaftan’ gesteckt wurde.

Einem ‚Kaftan’, der angeblich nur der Freiheit diente – nämlich der Freiheit des ‚hemmungslosen Baumeln lassen des Gemächts’ und des damit verbundenen ‚angeblichen Wohlgefühls’!

Dies natürlich mit unabsehbaren Folgen für Leib – Leben – Gesundheit – Moral – Gesellschaft und Wirtschaft! Nicht nur für Deutschland und der Europäischen Union, sondern letztlich für das gesamte christliche Abendland und Tausende von Unterhosen produzierende Arbeiterinnen und Arbeiter.

Und war der Zeitpunkt wirklich zufällig?

Hatte nicht erst vor wenigen Monaten Putin in der gesamten Eurasischen Wirtschaftszone sämtliche Aktivitäten im Bereich der Damendessous verboten mit ähnlich verheerenden Folgen für TRIGA?

War das etwa nun der ausgleichende gender-erforderliche Gegenschlag gegen die Herren der Schöpfung, nach dem vorher gegen die Damenwelt gewütet worden war?

Und war es wirklich Zufall, dass diese Kampagne ausgerechnet von Bayern ausging? Oder war das vielleicht doch ein abgekartetes Spielchen zwischen Putin und Seehofer?

Aber als Carl all diese Aspekte in der wenige Tage zurückliegenden Besprechung zur ‚Entwicklung neuer Marketingstrategien’ bei TRIGA vorbrachte, war er nicht nur entsetzt über die Gleichgültigkeit seiner Kolleginnen und Kollegen, sondern vor allem über die Reaktion von Bernie – d.h. von Dr. Osterkorn – dem Leiter des Bereichs Trikotagen bei TRIGA: denn der schien die Tragweite dieses Vorgangs in keiner Weise zu begreifen – wie so oft fehlten ihm auch dieses Mal wieder die Antennen für neue Trends in Mode und Gesellschaft!

Übrigens ähnlich wie Gerlinde beim morgendlichen Frühstück!

Die auch nur lachte und ihn, Carl, fast mitleidig als Spinner abtat, der wieder einmal Gespenstern hinterherlief. Und als Carl daraufhin beleidigt aufstand, ohne seinen Frühstückskaffee mehr »

Roland Dürre
Sonntag, der 13. August 2017

Mein erstes „Coming Out“

Heute als „Wort zum Sonntag“!

Es wird wirklich Zeit, Muster und Tabus zu brechen. So beginne ich jetzt damit. Auch im IF-Blog. Zuerst Mal im Kleinen und ganz sanft … Aber es kann ja noch werden.

Zu meiner Vorstellung: Ich bin ein männliches Säugetier. Von der Art „Mensch“. Menschen sind Nachkommen der Menschenartigen, die sich mal aus irgendwelchen Affen entwickelt haben. Die man – für mich unverständlicher Weise – im Gegensatz zu den so klugen und schönen Elefanten, Rindern oder Schweinen auch als „Primaten“ bezeichnet.

Männliche Säugetiere haben ein Geschlechtsteil. So auch ich. Ein männliches Geschlechtsteil hat viele Nachteile. Einer der vielleicht sogar harmloseren ist das Ewige „Wohin damit?“.

Selfie unter schwierigen Bedingungen – aber garantiert ohne Unterhose!

So hat „homo sapiens“ die Unterhose erfunden. Und die Unterwäsche-Industrie gegründet, die jetzt mit Unterhosen richtig gut Kohle verdient. Bekleidung wurde zu einer moralischen Sache („das gehört sich so“ oder „so geht das nicht“). So entstand unter anderem die Moral, die besagt, dass man (besonders Mann) ohne Unterhose nicht herum laufen darf.

Nur – Unterhosen engen ein. Allerdings engen Hosen noch mehr ein. Und dann kann es ohne Unterhose auch mal weh tun. Man denke nur an die Lederhose. Mit Unterhose kann es übrigens auch ab und zu weh tun.

Für die männlichen Menschen entstand eine besondere Unterhosen-Tragepflicht. Frauen trugen Röcke. Bei den Damen war „ohne Unterhose“ schon eher möglich. Bei ihnen ging das als erotische Frechheit durch, was bei den Herren undenkbar war.

So habe ich mindestens 50 Jahre brav meine Unterhose getragen und wenn möglich täglich gewechselt.

Vor vielleicht zehn Jahren habe ich in Indien das Ganzkörperkleid für Männer entdeckt. Könnte sein, dass man es Kaftan nennt. Davon habe ich mir zwei erworben (einen grünen und einen blauen) und diese gerne besonders im Sommer an Stelle des Bademantels genutzt. Und schnell verstanden, dass man unter so einem Kaftan keine Unterhose tragen muss. Und habe plötzlich ein völlig neues Wohlgefühl erlebt. Jetzt ist alles so frei – und zentriert.

Hans Söllner beim Sinnflut-Festival in Erding, 2004, hier noch mit Hose.
(dkeppner@freenet.de)
GNU Free Documentation License, aus Wikipedia

Da ich feige bin, gehe ich mit meinem Kaftan nur ganz selten ohne Unterhose in die Öffentlichkeit. Auch weil ich naiver Weise dachte, dass ich der einzige Mann bin, der gerne ohne Unterhose rumläuft.

So wie wir Männer halt sind. Weil wir immer denken, wir wären der Mittelpunkt dieser Welt und kämen nur als einzigster auf die guten Ideen. Aber dem ist nicht so.

Denn dann kam das Bayern-Sound-Festival, bei dem ich dabei sein durfte. Und da spielte der Söllner Hans. Er trat im Rock auf. Und betonte, dass er „garantiert unterhosenfrei“ sei.

Der Hans hatte noch weitere gute Argumente für den Rock ohne Unterhose. Er meinte, dass er es denen einfacher machen möchte, die ihn nur noch „am Arsch lecken“ könnten. Und dass diese rapide immer mehr werden würden.

Mir geht es ähnlich: Auch bei mir werden die, die „mich am Arsch lecken können“ immer mehr. Besonders dann, wenn sie vergessen, dass sie auch nur Säugetiere und nicht als Systemagenten geboren worden sind. Und sich dann auch noch so richtig „aufmanteln“ und selber als ganz tolle Helden empfinden. Dann können sie mich wirklich …

RMD

Roland Dürre
Donnerstag, der 10. August 2017

Digitalisierung – Expertengespräch bei InterFace.

Oft hilft der Zufall. Man muss nur die Voraussetzungen schaffen. So geht es immer wieder im Leben. Hier die Geschichte, wie der „IF-Expertentalk” zum Thema „Digitale Transformation“ bei der InterFace AG am 14. Juli 2017 zustande kam.

Dazu muss man wissen, dass mein lieber  IT-Kollege und „Schafkopf-Freund“ Lothar ein langjähriges Mitglied der SPD ist und über viele Jahre der Vorsitzende des Vorstands des SPD-Ortsverein Neubiberg war. In dieser Funktion hatte er mich vor ein paar Jahren eingeladen, einen Vortrag über „Neue Wirtschaft“ (oder so ähnlich) für seine Genossen bei einer SPD-Veranstaltung zu halten.

Das habe ich gerne gemacht, bin ich doch viel unterwegs und versuche die Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass Fortschritt zwar wichtig ist, aber man sehr verantwortlich mit diesem umgehen müsse. Um das zu belegen zitiere ich häufig den großen Bertrand Russell:

Jeder Zuwachs an Technik bedingt, wenn damit ein Zuwachs und nicht eine Schmälerung des menschlichen Glücks verbunden sein soll, einen entsprechenden Zuwachs an Weisheit.

Ein Zitat, dass uns alle ein wenig achtsamer und kritisch nachdenklicher machen sollte.


So berichtete mir Lothar beim Karten spielen, dass Thorsten Schäfer-Gümbel (der stellvertretende SPD-Vorsitzende) am Freitag den 14. Juli im Landkreis wäre und zwischen 16:00 und 17:45 der Gast der Landkreis-SPD wäre. Der Gast würde sich „eine Veranstaltung in oder in der Nähe von Unterhaching“ wünschen, dies mit wenig organisatorischen Aufwand.

Und der neue SPD-Vorstand des Ortsvereins wolle für Thorsten Schäfer-Gümbel gerne die Besichtigung eines modernen Betriebes in Unterhaching organisieren, gerne mit einem Bezug zur „Digitalisierung“. Dabei würde er (wegen meines Vortrages vor Jahren bei der SPD) an mich und die Interface AG denken.

Ich habe mich ja aus dem operativen Geschäft der InterFace AG zurückgezogen und versuche als „freundlicher Aufsichtsrat“ das Unternehmen weiter zu begleiten und zu unterstützen. So habe ich den Besuch einer Delegation der SPD im „Headquarter der InterFace AG in Unterhaching natürlich sehr gerne ermöglicht. Auch weil so etwas ein Teil der gesellschaftlichen Verantwortung eines Unternehmens ist.

Und wie es der Zufall so wollte war genau an diesem 14. Juli von 15:00 und 18:00 die quartalsmäßige Sitzung des Aufsichtsrates der InterFace AG geplant. Das heißt an diesem Tage waren meine beiden geschätzten Kolleg*Innen im Aufsichtsrat Dr. Professor Kathrin Möslein (stellvertretende Vorsitzende) und Manfred Broy (Vorsitzender) im Hause.

Und wer könnte besser etwas zur Digitalisierung in Bayern und Deutschland sagen als Manfred Broy, nicht nur weil er der Gründer des Zentrum-Digitalisierung.Bayern (ZD.B) ist. So war es naheliegend, den Vorsitzenden unseres Aufsichtsrates zu bitten, die Aufsichtsratssitzung für die Dauer des Besuchs der SPD-Delegation zu unterbrechen und an einem Expertentalk „Digitalisierung“ mit Bela Bach und Herrn Schäfer-Gümbel teil zunehmen.

Nach dem Expertentalk haben wir dann die Aufsichtsratssitzung wieder aufgenommen und unsere Besucher haben das IF-Lab besucht. Das Video, in dem diese ihren Eindruck vom Besuch wiedergeben, hat mich dann auch sehr beeindruckt.

Hier aber schon mal das Video zum „IF-Expertentalk” zum Thema „Digitale Transformation“ in voller Länge, der am 14. Juli 2017 in Unterhaching bei der InterFace AG statt fand. Dabei waren die Bundestagskandidatin der SPD im Wahlkreis München Land, Bela Bach, der SPD Bundes-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel, Prof. Dr. Dr. hc Manfred Broy (Gründungspräsident des Zentrums Digitalisierung.Bayern) und Paul Schuster, Vorstandssprecher der InterFace AG. Der Experten-Talk wurde übrigen ganz großartig moderiert von Bela Bach, die mir gesagt hat, dass sie so etwas noch nie gemacht hätte!

RMD

Roland Dürre
Mittwoch, der 9. August 2017

Vielfalt – Beitrag zur Blogparade des PM-Camp Berlin 2017

Gemalt von Christian und Daniel auf dem letzten PM Camp in Dornbirn. (©Visual-Braindump 2016)

Als einer der Mitstarter der PM-Camp-Bewegung verfolge ich die Entwicklung und Ereignisse rund um das PM-Camp auch nach dem Ende des Ur-PM-Camps in Dornbirn weiterhin. Obwohl mir das Thema „Projekt Management“ nicht mehr am Herzen legt.

Ich gehe davon aus, dass es in ein paar Jahren den Zertifikaten zum Projekt Management genauso ergehen wird wie dem Führerschein:
🙂 Weise Menschen werden beides zu ihrem Glück nicht mehr brauchen.

Beim PM-Camp Berlin war ich immer ganz besonders gerne und oft dabei. Das nächste findet vom 7. bis 9. September 2017 statt. Ich mag Berlin als Stadt der VIELFALT, so wie ich das Orga-Team dort ganz besonders  mag und schätze. Und wenn Heiko zur Blogparade
„VIELFALT – in Projekten und darüber hinaus …“
auf ruft bin ich natürlich sofort dabei.

Zur Inspiration habe ich den Beitrag zur „VIELFALT“ von Dr. Eberhard Huber heute morgen ganz schnell gelesen (Eberhard hat gemeinsam mit Dr. Jens Hoffmann, Dr. Marcus Rainer, Dr. Stefan Hagen und meiner Wenigkeit den PM-Camp-Gedanken formuliert und gemeinsam mit weiteren Frauen und Männern vorangetrieben).

PM Camp Berlin 2017 und die Vielfalt


Begriffe: BLAU und ROT sind wie KOMPLEX und KOMPLIZIERT nur als Methapher erträglich.


Das Denken und Diskutieren in „BLAU“ und „ROT“ mag hilfreich sein, wenn diese Begriffe als Metapher akzeptiert werden. Aber auch wirklich nur dann. Die intellektuellen Definitionen und das wissenschaftliche Getue sind mir wie die scheinbar so rationalen Debatten in Social Media ein Graus.

Gleiches gilt für den Disput um die spannende aber völlig sinnlose Frage, was eigentlich der Unterschied zwischen „KOMPLEX“ und „KOMPLIZIERT“ ist?! Da will MENSCH wieder etwas lösen, was eben nicht lösbar ist.