Roland Dürre
Samstag, der 6. Juli 2013

2. IF FORUM 2013: “Jean Paul & Hypertext”

Nur noch fünf Tage – am Donnerstag ist es soweit!

KlappertFrau Dr. Annina Klappert
ist unsere Referentin des zweiten IF-Forum im Jahre 2013. Ihr Thema wird sein:

Jean Paul und der Hypertext

Dazu wird sie am Donnerstag, den 11. Juli 2013 bei InterFace in Unterhaching im IF-Forum extra für uns einen Vortrag halten.

Hier ein kurzer Ausblick:

Die Datenmengen sind im Laufe des 20. Jahrhunderts stetig gewachsen und mit ihm das Problem des Zugriffs.

Jean Paul nun war schon zu seiner Zeit ein ‚Profi‘ des Sammelns und in seinem Rahmen bereits mit den gleichen Problemen konfrontiert. Mit seiner speziellen Exzerpt-Technik hat er Wissen nicht nur gesammelt, sondern auch intelligent vernetzt.

Wie also, so können wir mit Jean Paul für heute fragen, lassen sich Daten speichern und vernetzen?

Und wie kommen wir von diesen Daten zu neuem Wissen?

Ein kleiner Blick in Jean Pauls Ästhetik soll uns sein Witzkonzept näherbringen und etwas über mögliche Verknüpfungstechniken lernen lassen. Insgesamt soll aus der von Jean Paul in seiner ‘Vorschule der Ästhetik’ theoretisch unterfütterten und seiner poetischen Praxis durchexzerzierten Schreibpraxis herauskristiallisiert werden, warum uns heutige Hypertextsysteme so helfen, wie sie in ihrer Wissensordnung funktionieren und wo ihre Herausforderungen liegen.

Zur Person:

Frau Dr. Annina Klappert promovierte an der Universität Bonn mit der Dissertation „Die Perspektiven von Link und Lücke. Sichtweisen auf Jean Pauls Texte und Hypertexte“. Von 1999-2004 wirkte sie am Forschungskolleg SFB/FK 427 „Medien und kulturelle Kommunikation“ in Köln.

Derzeit ist Frau Klappert Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Erfurt. Dort sind ihre Interessen und Forschungsschwerpunkte: Theorien der Virtualität; Hypertexttheorien; Zettelkästen als Wissenstechnik und digitale Praxis und Gegenwartsliteratur.

Anmeldung:

Dieses IF-Forum findet in unserem Headquarter in Unterhaching in der Seminarzone im Dachgeschoss statt. Beginn ist um 18:00. Wir freuen uns auf unsere Gäste! Die Anmeldung auch zu diesem IF-Forum geht wie immer per E-Mail.


Hier noch ergänzend ein Überblick über unsere drei „Jean Paul Vorträge“ im Jahr 2013.


Ein Besuch in der Gegenwart

Jean Paul Vorträge im IF-Forum

2013 widmet sich das IF-Forum der Aktualität von Jean Pauls Themen und Gedanken.
Mit Vorträgen zu Unternehmertum, Hypertext, Witz und neuen Medien möchten wir neue Perspektiven und Fragestellungen auf das Hier und Jetzt werfen.
Seien Sie dabei!



Jean Paul der Unternehmer

Jean Paul zählte zu den ersten Schriftstellern in Deutschland, die von ihrem Schreiben leben konnten. Und dies, obwohl er unter erschwerten Bedingungen gestartet war. Er gelangte in die geistigen Zentren seiner Zeit: Leipzig, Weimar, Berlin – und erzielte Bucherfolge, die Goethe neidisch werden ließen. Als Jean Paul heiratete, lud ihn sogar die preußische Königin zum Tee ein und schenkte ihm ein Silberservice.

Jean Pauls Aufstieg und Erfolg verdankte sich nicht dem Zufall, sondern einem umsichtigen Vorgehen mit unternehmerischem Instinkt. Selbst als die Zeiten schlecht wurden und die Napoleonischen Kriege halb Europa verheerten, konnte er seine Position halten. Wie Jean Paul Erfolg mit Nachhaltigkeit verband, hat bis heute eine erstaunliche Aktualität.

Referent Bernhard Echte, Literaturwissenschaftler, Ausstellungsmacher und Publizist, war lange Jahre Leiter des Robert Walser-Archivs in Zürich. Heute führt er als Unternehmer den Verlag “Nimbus, Kunst und Bücher”.

Datum 11. April 2013 (Donnerstag) | Beginn 18 Uhr | Ort InterFace AG, Unterhaching


Jean Paul und der Hypertext

Schon bevor er zu Jean Paul wurde, las der junge Johann Richter alles, was ihm in die Hände fiel. Kaum ein Buch gehörte ihm. Was er las, wurde in Notizheften exzerpiert. In diesen Heften fanden sich auch Kommentare zu den Ideen, die gerade durch seinen Kopf schwirrten. Seine Einträge versah Jean Paul mit Stichwörtern, neudeutsch Tags. Somit schuf er sich eine riesige Privatenzyklopädie, die sortiert war wie eine moderne Datenbank. Diese bildete die Grundlage seines literarischen Schaffens. Nur mit Hilfe dieser Datenbank gelang es Jean Paul, seinen einzigartigen Stil umzusetzen, der sprunghaft und genau zugleich ist. Er schaffte es, aus der finanziellen Not seiner Jugend eine Tugend zu machen, deren Ergebnis uns heute noch staunen lässt.

Referentin Annina Klappert, ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Erfurt. Sie promovierte zu einem Strukturvergleich von Jean Pauls Texten und Hypertexten. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in Fragen der Medialität, Referentialität und Virtualität.

Datum 11. Juli 2013 (Donnerstag) | Beginn 18 Uhr | Ort InterFace AG, Unterhaching


Jean Paul, der Witz, die Postmoderne und die neuen Medien

Er war ein “Götter-Leugner” und ein “geistreicher Zersetzer”, ein glühender Kosmopolit, Skeptiker und Witze-Macher. Man lobt seine Erziehungslehre Levana, die gegen den verbissenen Ernst in Fichtes Reden an die deutsche Nation Witz und Ironie zur Grundlage einer gesunden Persönlichkeit erhob. Man sieht in seiner Politik der “dritten Position zwischen Deutschtümlern und Bonapartisten” eine Vorwegnahme der postmodernen Unentschiedenheit zwischen den gegensätzlichen Polen der ‚Wahrheit’. Mit seiner Ästhetik der Abschweifung nimmt er die Unterbrechungs- und Absprungsästhetik des Hypertextes im Internet vorweg. Wer war dieser Mann, der seine Heimat kaum verließ und zugleich vielen seiner Zeitgenossen gedanklich und mental so weit voraus gereist war?

Referent Roberto Simanowski ist Professor für Medienwissenschaft an der Universität Basel. Er setzt sich mit den Veränderungen des Schreibens im digitalen Zeitalter auseinander und publiziert das Onlinejournal dichtung-digital – journal für digitale ästhetik.

Datum 07. November 2013 (Donnerstag) | Beginn 18 Uhr | Ort InterFace AG, Unterhaching


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