Roland Dürre
Freitag, der 21. Mai 2010

Angst

Vor der Weltwirtschaftskrise braucht man keine Angst zu haben. Das ist eine virtuelle Bedrohung.

Real ist der endgültige Verlust der Unschuld der BRD in Afghanistan, die Ölhaverie im Golf von Mexiko, Brände in Hunderten von Kohlenminen, die Vernichtung der Artenvielfalt, die Vermüllung der Meere mit Plastik, die Generierung radioaktiven Abfalls mit Halbwertzeiten von vielen menschlichen Generationen, die Erschöpfung der Wasservoräte, die Zerstörung der restlichen Umwelt.

Real sind Menschen, die verdursten und verhungern.

Real ist auch die mutwillige Veränderung von für Leben zentraler Rahmenbedingungen auf diesem Planeten, die über 10 Millionen Jahr stabil waren.

Davor sollte man Angst haben.

John Lennon hätte nie im Paris Hilton gegen die Finanzkrise gesungen. Aber gegen alles andere, was ich so hier aufgeführt habe.

RMD

P.S.
Auf duerre.de gibt es auch einen Artikel zur Angst.

6 Kommentare zu “Angst”

  1. hans-peter kühn (Freitag, der 21. Mai 2010)

    Kann dem ersten Absatz leider nicht zustimmen.

    Wirtschaftskrise und Staatsverschuldung sind durchaus reelle, ernst zu nehmende Bedrohungen für unsere Kultur und unsere materiellen Errungenschaften. Obwohl wir diesen kritisch gegenüberstehen, hängen wir auch sehr stark an ihnen.

    Dass alles andere, das Du aufführst noch um ein vielfaches bedrohlicher ist, unterschreibe ich ohne zu zögern.

    Gegen die Finanzkrise hätte Lennon bestimmt einen song geschrieben. Leider werden wir den nie kennenlernen.

  2. rd (Freitag, der 21. Mai 2010)

    Danke Hans-Peter.

    John Lennon’s Song zur Finanzkrise wäre spannend, er wäre aber sicher ganz anders geworden als seine Lieder für den Frieden.

    Beim ersten Absatz schreibe ich natürlich auch unter Unsicherheit. Aber rückwirkend scheinen mir die diversen Währungsreformen, Staatspleiten oder ähnliches doch immer um Größenordnungen humaner gewesen zu sein als diverse Diktaturen und Kriege.

    Und mit den heutigen administrativen und technologischen Mitteln (z.B. der IT) wäre so eine Währung schnell zerlegt. Wie heißt der neudeutsche Terminus Technicus für so etwas? „Carve out“! Höre ich aus großen Konzernen öfters.

    Oder vielleicht zynisch: So ein Währungs-„Carve out“ ist auch nur ein Projekt.

  3. JUS (Freitag, der 21. Mai 2010)

    Das kann ich auch nicht so unterschreiben.
    Angst hab ich weder vor dem Öl im Golf von Mexiko noch vor den anderen Sachen im ersten Absatz, die Erde hat sich schon von ganz anderen Sachen erholt und das wird sie sich auch ganz sicher wieder, zur not eben auch ohne die Menschen.
    Mehr Angst machen mir gerade die Schieflagen in den sozialen Schichten der Bevölkerung und da spielen die ganze Verwerfungen im sogenannten Finanzmarkt sehr wohl eine Rolle.
    Die Reichen bereichern sich immer noch mehr zu lasten der Schwachen, aber die werden irgendwann aufstehen. (Siehe Thailand)

    Ich verstehe nicht, dass in allen ernstzunehmenden Publikationen einhellig berichtet wird, dass zockerei zu den ganzen Schwierigkeiten geführt hat, nur hier in diesem Blog scheint das genau umgekehrt zu sein.

  4. Chris Wood (Freitag, der 21. Mai 2010)

    1. Das Video von den Beatles, wie die um Europa in einen Rolls-Royce gefahren werden, passt nicht sehr gut zu dem Text. But I like the music.
    2. Ich stimme Hans-Peter zu, und behaupte das die Krisen verwand sind. Beide basieren auf kurzfristigen Denken, Egoismus, und Überschätzung von den Ressourcen.
    3. Die Idee das Spekulanten unterminieren das Euro ist blöd. Trotz Euro-Defiziten hat das Euro jahrelang gegen $ und £ Boden gut gemacht. Ein $ kauft mehr in USA als ein € hier. Die Spekulanten habe erst angefangen ihre übertriebene Unterstutzung für den € aufzugeben.
    4. Wie könnte John Lennon in der Paris Hilton gewesen sein? Er starb bevor ihre Geburt! OK, I have a dirty mind and a tendency to make silly jokes. It was high time for somebody to lower the tone of this blog.

  5. rd (Samstag, der 22. Mai 2010)

    Hi Chris,
    ad 1) und 2)
    einen RollsRoyce darf man bei einer Hochzeit sich schon mal leisten. Für den Alltag tut es dann die Isetta. Und bei aller Liebe für schöne Frauen, Paris Hilton macht mich irgendwie gar nicht an 🙂
    ad 2) und 2)
    Natürlich sind die Fehler immer dieselben. Das mit den Spekulanten ist sowieso Quatsch. Man könnte sie genauso beschimpfen, dass sie jetzt fast ein Jahrzehnt den Dollar angegriffen hätten. Wie gesagt: alles bullshit.

  6. hans-peter kühn (Samstag, der 22. Mai 2010)

    Hi Chris,

    I highly appreciate your comment on Paris Hilton and John Lennon. As you say, it is definitely high time for a good helping of humor in this blog…

    By the way, I think Roland wrote this stuff rather on purpose. Thank you for drawing our attention to the „writing between his lines“.

    Have a nice weekend

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