Roland Dürre
Montag, der 4. April 2011

Angst vor dem Fernsehen

Zu Weihnachten habe ich eine DVD von der Lach&Schieß-Gesellschaft mit Aufnahmen beginnend Ende der 50iger Jahre und der folgende Jahrzehnte geschenkt bekommen.

Mittlerweile habe ich es geschafft, ein wenig rein zu schauen. Und ich bin begeistert. Das ist Spitzenkabarett in der jungen Bundesrepublik. Deswegen sind wir in den 60igern in der Silvesternacht an den Radios (damals noch groß mit mächtigem Holzaufbau) gehangen und haben jedes Wort förmlich in uns hinein gesaugt.


Im Beihaft der DVDs lese ich, dass die Lach&Schieß eigentlich von Anfang an im Fernsehen kam, dies nicht nur als Schimpf vor 12:00 an Silvester. Die durch das Fernsehen erzeugte Sichtbarkeit war eine wesentliche Ursache für den großen Erfolg der Lach&Schieß und später des Kabaretts allgemein.

Aber den Akteuren der Lach&Schieß war die große Fernsehpräsenz gar nicht recht. Sie  hatten große Angst, dass die vielen Fernsehauftritte Zuschauer kosten könnten. Wer würde denn noch sein Haus verlassen und die Mühen des Weges zum Kabarett auf sich nehmen, wenn er das im Fernsehen genauso haben könnte?

Ich finde das ein wunderbares Beispiel für eine typische Fehleinschätzung. Die Lach&Schieß ist durch das Fernsehen groß geworden, wie Generationen von Kabarettisten seither. Und heute hat man gar keine Chance mehr, ohne Fernsehen und Internet zu einer solchen Sichtbarkeit – und dann ausverkauften Live-Auftritten zu kommen.

RMD

P.S.
Die DVDs kann man immer noch käuflich erwerben.

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