Roland Dürre
Freitag, der 13. November 2009

„Arm und Reich“ oder „Das kleine Glück“

Wenn ich mich frage, inwiefern extrem hohe Einkommen noch zeitgemäß sind, dann passiert das nicht aus Neid. Für meine Verhältnisse verdiene ich nicht schlecht und bin eigentlich rundum zufrieden. Ab und zu muss ich ein wenig die wohl immer aufkeimende Zukunftsangst zurückdrängen und schon geht es mir wieder richtig gut.

Meine Sorge ist die Polarisierung der Gesellschaft. Auch in unserem prosperierenden Umfeld bemerke ich immer mehr, dass das kleine Glück nichts mehr wert zu sein scheint. Die Idole sind unendlich reich und unendlich schön. „Ohne Arbeit reich zu werden“ wird zum Leitbild.

Und die Ansprüche sind hoch. Schon im Teenageralter. Für Schüler und Studenten sind das eigene Auto und die eigene Wohnung genauso selbstverständlich wie regelmäßiger und folgenfreier Sex. Ich frage mich, was das Leben dann noch bringen soll, wenn man mit 18 Jahren schon alles erreicht hat.

Andererseits befürchte ich, dass sich das Leben für die Mehrheit der Menschen in unserem Lande drastisch ändern wird. Der Lebensstandard könnte sich für viele wesentlich reduzieren. Da helfen auch Parolen wie „Reichtum für alle“ der Linken zur letzten Bundestagswahl nichts.

Glanz und Reichtum der Stars könnten dann eine unterschiedliche Bedeutung bekommen. Sie könnten zur Quelle für Illusionen einer nie erreichbaren Welt oder aber zum Feindbild in einem neuen Klassenkampf werden. Ich glaube nicht, dass eine extreme Diskrepanz der Einkommen für unsere gesellschaftliche Entwicklung förderlich ist.

Von der Problematik, dass ein wesentlicher Teil der Menschen auf diesem Planeten (ver-)hungert und (ver-)durstet möchte ich gar nicht schreiben. Die Superreichen, die einen wesentlichen Teil ihres Vermögens für humanitäre und soziale Zwecke ausgeben, bewundere ich genauso wie die Menschen, die mit hohem Einsatz ehrenamtlich unterwegs sind.

RMD

P.S.
Siehe auch Hohe Einkommen I und Hohe Einkommen II

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