Roland Dürre
Mittwoch, der 28. August 2013

barcamps und PM-Camp (5) – Regeln

Hier der letzte meiner Texte zu barcamps und PM-Camp insbesondere. Bisher habe ich geschrieben, wie ich zu barcamps kam (1), warum diese und besonders PM-Camps so erfolgreich sind (2), welche Arten von Sessions es typischerweise gibt (3) und wie sich social media wie Twitter und barcamps ergänzen (4).

Heute geht es mir um ein paar abschließende Anmerkungen.

Auf was muss ich aufpassen?

Das ist gar nicht viel. Natürlich schadet eine gute Kinderstube auch auf einem barcamp nicht, auf einem PM-Camp erscheint sie mir als selbstverständlich. Die vom Metaplan her bekannte Regel „Everybody is everybody’s butler“ anzuwenden, ist auch immer gut. Ansonsten sind barcamps wie auch das PM-Camp freie Veranstaltungen, keiner muss etwas machen, das er nicht will.

Kameradschaftliches Verhalten ist wie immer im Leben hilfreicher als tröge Kumpanei. Jeder bestimmt selber das Maß, in dem er sich integrieren will. Es gibt keine Verpflichtung zum Halten eigener Sessions. Viele Teilnehmer sind beim ersten PM-Camps ganz still und hören nur zu – bis dann der Bann bricht und sie plötzlich „von Konsumenten zu Produzenten“ werden. Meistens geht dies überraschend schnell.

Zur Planung der Sessions hätte ich auch noch einen Hinweis:

Erstbesuchern oder Menschen, die noch zurückhaltend sind, würde ich empfehlen, schon früh mal eine eigenen Session zu auszuprobieren, auch wenn das Thema in der eigenen Wahrnehmung noch als unausgereift empfunden wird. Früher Mut wird meistens belohnt. Und die alten Hasen würde ich bitten, möglichst lange zu warten, bevor sie dann die letzten Lücken füllen. Manch ein Teilnehmer braucht ein wenig länger, um seinen Mut zusammen zu nehmen. Und es ist immer schade, wenn neue Beiträge wegen unnötiger Ungeduld zu kurz kommen.

Ähnlich wie beim „Twittern“ gibt es noch ein paar Dinge, an die man denken sollte.

In der Regel schlägt das Org-Team eines PM-Camps den Teilnehmern vor, dass das „Duzen“ die bevorzugte Anrede ist. Duzen schafft Nähe und erleichtert Kommunikation. Das macht bei einer community Sinn, die an einem Strang zieht und ihr Wertvollstes – Erfahrung und Wissen – offen und redlich teilen möchte. Für mich ist ein PM-Camp immer wie ein Fußball-Spiel – und auch im Sport ist das „Duzen“ ganz natürlich. So manches schnelle Spiel und co-working-Experiment klappt dann gleich viel besser.

Will ein Teilnehmer lieber „gesiezt“ werden, so wird das natürlich akzeptiert. Aber ganz gleich, ob man sich siezt oder duzt, es sollte immer beachtet werden, dass Respekt vor dem gegenüber der zentrale Wert ist. Ehrverletzungen dürfen auch im Eifer eines Gefechtes nicht passieren und wenn, dann sofort korrigiert werden.

PM-Camp fordert so von seinen Besuchern ein gesundes Maß an Empathie und „Alterozentriertheit“ ein! Damit meine ich, dass man das eigene Ego ein wenig zurück nehmen und sich für die Werte, Erwartungen, Interessen und Bedürfnisse der anderen öffnen soll.

Also:

Mitmachen und Mut mit bringen. Freude und den Spaß annehmen, verstärken und weitergeben! Aufs „Maskieren“ verzichten, weil dies auf einem PM-Camp nicht notwendig ist. Sich gegenseitig respektieren und achten wie sich selber. Wissen und Erfahrung geben und nehmen. Und dann kann schon gar nichts mehr schief gehen!

RMD

Be Sociable, Share!

Kommentar verfassen

*