Roland Dürre
Dienstag, der 4. März 2014

brand eins im Februar und März

Diesmal ist es passiert. Da liegt das brand eins des März im Briefkasten. Und ich hatte immer noch keine Zeit, in die Februar-Ausgabe reinzuschauen. Obwohl ich diese auf mehreren Reisen dabei hatte und der Titel so herrlich provokant ist:

Kauf-Du-Arsch

Kauf, du Arsch!

Es geht um die „Kunst der Verführung“ – aber eine andere als an die ich da zuerst denken würde, denn der Schwerpunkt ist „Werbung“. Und da denke ich sofort an Michel Serres und sein Buch „Erfindet Euch neu! – Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation. Ich habe davon berichtet, Monsieur Serres hat dort von „einer vom Marketing formatierten Gesellschaft“ gesprochen, die die Menschen gleich mitformatiert.

Ich gebe zu, so etwas „Unflätiges“ wie „Kauf, du Arsch“ habe ich noch nie auf der Titelseite des brand eins gefunden. Aber das stört mich nicht, provoziere ich doch auch ganz gerne.

Und Frau Fischer schreibt ja selbst, dass „der Titel auch intern sehr umstritten war„. Sie meint jedoch „je länger wir in das Thema eintauchten, desto passender fanden wir ihn“ und spricht von Marketing als ein „System, das ihnen (den Teilnehmern im Marketing-Spiel wie Produktmanager, Kreativagentur oder Mediaplaner) zunehmend den Atem nimmt. Und in dem Tricks, Täuschungen und die immer perfidere Daten-Jagd längst als Notwehr durchgehen.

Beim Durchblättern des Februar-Hefts fühle ich mich aber einig mit dem großen Philosophen Michel Serres und komme zum Schluss: Ich will und lasse mich und mein Leben nicht vom Marketing-System formatieren!

Aber es wartet ja schon das neue Brand eins auf mich, obwohl ich das alte noch gar nicht so richtig gelesen haben …

brandeins beobachten

Und wenn ich da so lese:

Ich will alles von Dir wissen.

Und wenn dann auch noch ein

Warum?

kommt, dann weiß ich schon, wo es lang geht (denke ich mir zumindest).

Dann sehe ich aber darunter, dass der „Schwerpunkt Beobachten“ ist. Und Beobachten ist ja etwas aktives (Ich beobachte) wie auch etwas passives (Ich werde beobachtet). Und ich bin ja immer mehr fürs „Aktive“ …

Beim Blättern durchs Heft bestätigt der erste Eindruck meine Annahme, dass Dinge passieren, die wirklich nicht so alltäglich sind. Alles ist in Bewegung, wir befinden uns in einer Zeitenwende, vergleichbar mit dem Eintauchen in die „industrielle Revolution“ vor um die 250 Jahren.

Jetzt brauche ich nur noch eins – und das ist Zeit, um das Februar und Märzheft zu lesen, bevor das Aprilheft im Briefkasten liegt. Nur irgendwie komischerweise ist mir genau dieses Gut völlig abhanden gekommen. Vielleicht, weil ich soviel beobachten muss, das ich nicht verstehe!

RMD

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