Roland Dürre
Sonntag, der 1. Mai 2011

brand eins im Mai

Freitag, 29. April 2011


Am Freitag früh komme ich heim. Acht Tage habe ich auf dem Fahrrad verbracht und in acht Hotels, einer Fähre und zwei Nachtzügen geschlafen. Zuhause schaue ich mir als erstes die (Snail-)Post durch. Und da liegt das neue brand eins unten im Stapel. Ich fische es gleich raus und schaue mir den Titel an.

Respekt steht da und Es ist Zeit.

Natürlich habe ich gleich nach meiner Rückkunft keine Zeit, ins Heft zu schauen. Das hebe ich mir fürs Wochenende auf. Um so mehr geht mir der Titel durch den Kopf.

Irgendwie ist es erstaunlich, wie Frau Fischer und ihr Team immer wieder ein Thema und Stichwort finden, bei dem ich so einen richtigen „Stich“ bekomme. Bin richtig gespannt, was im brand eins zu Respekt drin steht. Ob sich da unser Denken begegnet?

Respekt ist für mich ein ganz wichtiger Begriff. Oft ist er wichtiges Thema in meinen Reden. Man findet den Begriff natürlich auch in Wikipedia. Ich zitiere den Stand von heute:

Respekt (lateinisch respectus „Zurückschauen, Rücksicht, Berücksichtigung“, auch respecto „zurücksehen, berücksichtigen“) bezeichnet eine Form der Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ehrerbietung gegenüber einem anderen Lebewesen (Respektsperson) oder einer Institution. Eine Steigerung des Respektes ist die Ehrfurcht, etwa vor einer Gottheit.

Gegenbegriffe sind Respektlosigkeit, Missachtung und gesteigert als Verachtung.

Oft habe ich Sorge, dass wir in einer immer „respektloser“ werdenden Welt leben und auch selber immer „respektloser“ werden.

Ich wünsche mir Respekt vor der Natur und der Schöpfung. Vor anderen Menschen und uns selber. Vor Traditionen, Tugenden, Werten. Vor Kulturen, vor Träumereien. Auch vor unseren Chefs und unseren Mitarbeitern.

Respektlosigkeit ist Teil der modernen Art zu leben geworden. So wünsche ich mir mehr Respekt an Stelle von egozentrierter Oberflächlichkeit. Meint brand eins, dass es Zeit wird, dass wir wieder ein wenig mehr Respekt aufbringen?

Soweit meine Gedanken.

Samstag, 30. April 2011

Gestern am Samstag finde ich Zeit zum lesen. Der Titel hat mich ja neugierig gemacht. Ich bin gespannt, was brand eins mir berichten wird. Was steht denn da zum Schwerpunkt Respekt so drin?

Und um es gleich vorweg zu nehmen: Der Schwerpunkt ist wirklich Klasse. Erfrischend kontrovers und kritisch. Macht Spaß, überzeugt und regt auch zum Widerspruch an. Phantastisch.

Das Mai-Heft enthält aber schon auf dem ersten Blick zahlreiche weitere Highlights. Ob das die Welt in Zahlen ist oder die Bilanz der Commerzbank (Modell Schrumpfkopf – Seite 26), alles ist spannend – und verblüffend. Auch gleich davor – das Interview mit Ian Bryden zu „den erneuerbaren Energien“ (Viel heiße Luft).

Auf Seite 68 geht es ums Urheberrecht: Geklaut bleibt geklaut. Auch sehr bemerkenswert. Auf Seite 92 erfahre ich viel über schlechtes Benehmen: Ist das zu viel verlangt? Und dann gönne ich mir noch das Interview mit dem bärbeißigen Hartmut Mehdorn: Despoten funktionieren nicht mehr.

Und weil ich es nicht lassen kann, lese ich noch die Inflation der Anerkennung auf Seite 88. Und kann nur zustimmen: es gibt einfach keine Kochrezepte, wie man Mitarbeiter dazu bringt, zu tun, was sie tun sollen …

Frau Fischer hat als Überschrift für ihr Editorial gewählt: Energie, die nie ausgeht. Das passt zum Wonnemonat. Mir geht meine Energie schon ab und zu aus. Aber dieses brand eins hat es in sich. Es hilft mir beim neue Kraft schöpfen und wieder aufladen meiner Energiespeicher – wie unsere Radtour durch Sardinien.

RMD

P.S.
Jetzt entdecke ich auf Seite 124 noch das letzte Geleit. Da geht es um Pietät als Geschäftsmodell. Da kommt mir natürlich auch gleich wieder die Frage, inwieweit wir noch vor dem Tod Respekt haben?

 

 

Be Sociable, Share!

1 Kommentar zu “brand eins im Mai”

  1. Chris Wood (Sonntag, der 1. Mai 2011)

    Can it be, Roland, that brandeins was original enough to turn your concept of respect on its head? Despite my respect for you, I doubt whether you would then be so enthusiastic.
    Piety is surely a sort of exaggerated respect, which may be reserved for God. I see that the Dalai Lama recently strongly praised those who pray, regardless of the language, and the chosen God. He did not find it necessary to explain what he has against atheists.
    Hitler, in his time, (in Germany), was more highly respected than anyone else!
    I have respect for death. It clears away used bodies and minds, and is needed for evolution to take place.

Kommentar verfassen

*