Roland Dürre
Mittwoch, der 6. März 2013

brand eins im März

Letzten Mittwoch genau vor einer Woche habe ich wieder gemerkt, dass der Monat zu Ende geht. Denn war doch mein brand eins im Briefkasten. Schon auf dem Weg ins Haus lese ich:

Geh doch rüber!

Mir schwant Übles. Habe ich doch in den 60igern und folgenden Jahren nur zu oft gehört: „Wenn es Dir hier nicht gefällt, dann geh doch rüber“. Von Eltern, Lehrern und weiteren „gut meinenden aber bös seienden Menschen. Gemeint war eine Aufforderung in die sogenannte Sowjetzone oder „DDR in Anführungszeichen“ zu gehen.

Nur weil wir das System ein wenig verändern wollten …

Und in den letzten 50 Jahren hat sich ja auch politisch wie geschäftlich wahnsinnig viel geändert. Vielleicht nicht alles ganz in unserem Sinne und auch nicht immer zum Guten. Trotzdem dürfen wir mit vielem zufrieden sein, auch wenn wir wissen, dass der Wandel sich fortsetzt und auch in der BRD sich weiter einiges ändern muss.

An der Haustür angekommen fällt mein Blick aber auf
Schwerpunkt Grenzen„.
Und ich bin wieder „beruhigt beunruhigt“. Grenzen zu überschreiten an sich ist ja so schlecht nicht. Sowohl die physischen sprich räumlich und zeitlichen wie auch die vielen psychischen. Also – rein ins Heft.

Und siehe da, es ist diesmal ein ein wenig philosophisches brand eins geworden. Es geht um eine Grenzenlosigkeit, die mit Freiheit (natürlich) nichts zu tun hat. Erwähnenswert die Aussage von Frau Fischer, dass „eine gefallene Grenze noch keinen Raum zum freien Denken schafft“ (Erkenntnis aus der DDR).

Vielleicht noch ein paar Lesetipps: Besonders gut hat mir z.B. „Die Macht der alten Männer“ ab Seite 54 gefallen. Da hat mich einiges an meine Chinareise im Herbst 2012 erinnert. Und mal so richtig wissen, was das Bundeskartellamt eigentlich so wirklich macht, ist auch nicht schlecht (ab Seite 82). Das „verdorbene Geld“ (Wirtschaftsgeschichte) fand ich natürlich besonders lustig. Dieser Artikel gefällt mir nicht nur, weil mich schon länger die „EURO-Cent“-Kupfermünzen ärgern, die man einfach abschaffen sollte. Auch so eine sinnlose Verschwendung.

Dagegen ist die „Welt der Zahlen“ diesmal nicht nur lustig. Macht aber auch ein wenig Mut. Genauso wie „Goldene Zeiten“ (Serie: Zukunft der Banken – Teil 2) auf Seite 24.

Schön, dass ein gutes Wirtschaftsmagazin es sich leisten kann, so philosophisch zu sein. Bestätigt es doch so auch ein wenig meine These, dass die Philosophie ein wichtiges Fach für einen modernen Manager ist.

RMD

P.S.
Es ist übrigens die 150. Ausgabe von brand eins – eine Zahl, auf die das brand-eins-Team sicher stolz sein kann!

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