Roland Dürre
Freitag, der 4. März 2011

brand eins im März

Jetzt sitze ich am Flughafen zu München (Franz-Josef-Strauß) und warte auf meinen Flug nach Los Angeles. In der S-Bahn zur Südsee kam ich endlich zum Lesen, besser gesagt zum ein wenig im brand eins zu blättern.

Ab durch die Mitte
prangt über dem Titelbild. Darunter
Das will die neue Gesellschaft.

Mit dem SCHWERPUNKT: Die bewegte Mitte

nach dem Motto

Mehr Durchschnitt braucht kein Mensch

Das erinnert mich an meinen verehrten Lehrer Rupert Lay, der die Mittelmäßigkeit als eines der wesentlichen Probleme unserer Gesellschaft bewertete.

Ab durch die Mitte – das sage ich mir auch. In 14 Stunden soll ich in L.A. sein, verbringe dort eine Nacht und einen Tag und dann geht es weiter nach Nadi auf den Fidschi-Inseln. Nochmal gut 10 Stunden im Flieger. Ob das die neue Gesellschaft will? Weiß nicht – und hat ja auch nichts mit brand eins zu tun.

Das neue brand eins liegt ja eh schon wieder eine Woche bei mir zu Hause. Vor der Reise war keine Zeit zum Lesen. Manager- oder Internetschicksal :-). Jetzt in der S-Bahn auf der Fahrt zum Flughafen hatte ich endlich mal Zeit hineinzuschauen und so berichte ich, was ich im brand eins zwischen Ostbahnhof und dem Flughafen so alles entdeckt habe.

Sehr spannend, das Null-Bock-Rätsel: Wie kann es sein, dass die Wirtschaft boomt, obwohl die Mehrheit der Beschäftigten innerlich gekündigt hat, wie Gallup regelmäßig ermittelt? Ich hätte ja gesagt: Das liegt am Motivationsbusen. Die Erklärung in brand eins ist einfacher und kürzer.

Beim Schwerpunkt Thema wird brand eins schon fast zum Philosophiemagazin. Das ist gut, die Philosophie dürfte eh eine höhere Existenzberechtigung haben als die „Wirtschaftswissenschaft“. Wenn man die Texte kritisch liest, dann meine ich feine Zwischentöne zu hören, die belegen, dass heute im „Wirtschaftsleben“ einiges schief läuft und wir irgendwie einen großen Aufbruch in eine andere Welt bräuchten. Und dass da die politische Ordnung auch eine Rolle spielt. Aber da sieht es ja düster aus.

Absolut lesenswert, auch die Klassifizierung der Teilnehmer an diesem obskuren Leben. Charmant auch die Krisen, mit denen wir angeblich aufgewachsen sind. Dabei kann ich mich als 60-Jähriger an keine einzige Krise erinnern, die mir Angst gemacht hätte und das Wort verdient hätte. Falsch – 1962 bei der Kubakrise (auch „kubanische Raketenkrise“ genannt) hatte ich als Zwölfjähriger das Gefühl, die Welt würde am Abgrund stehen.

Auch sonst finde ich zu vielen Stichworten Assoziationen. Das Urheberrecht wird beim „Macher“ gestreift, andere Begriffe die mir auffallen sind Freidenker, Fair Trade, soziale Unternehmer, Weltverbesserer mit Geschäftssinn oder auch Frauen und Technik bei Freche Gören.

Der Retter in Not (EZB und ihre Bilanz) ist auch da. Klingt aber mehr nach dem „Boten des Königs“ in der Dreigroschenoper.

Wieder sehr viel schöne Artikel, für die alle die Fahrt mit der S-Bahn vom Ostbahnhof zum Flughafen natürlich nicht gereicht hat. Habe da auf dem Schiff doch viel zu tun (duerre.de pflegen, IF-AGORA.de vorantreiben, natürlich mein Urlaubstagebuch in IF-Blog schreiben und last not least brand eins lesen.

Ich muss Schluss machen, es ist boarding time …

RMD

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