Roland Dürre
Mittwoch, der 19. September 2012

China – Episoden I : Zahl mir ein Bier!

Vom Flösser, der gerne eine Essenspause machen will.

Wir fahren zu dritt auf zwei Flößen den Yulong River hinab. An unserem Hotel vorbei, dem Ziel entgegen. Kurz darauf legt unser Flößer an einer schwimmenden Imbiss-Plattform an. Er macht das Floß fest und springt rüber.

Eine Urlauberin aus Malaysia sitzt schon dort und übersetzt für uns. Die Flößer würden gerne eine kurze Essenspause machen, ob uns das recht wäre. Dann ginge es gleich weiter.

Wir sind im Urlaub, wir haben Zeit. Klar ist uns der Flösser Wunsch recht. So trinken wir ein Bier, während er seinen Fisch verspeist. Wie immer werden wir mit größter Freundlichkeit behandelt.

Der Flößer und die Imbiss-Verkäuferin kennen sich anscheinend ganz gut. Das Essen auf der schwimmenden Insel sieht lecker aus. Wir sollen unbedingt einen Fisch essen.

Wir haben aber einen Plan und wollen erst später essen. Leisten uns aber zu dritt eine Flasche Bier (595 cl).

Obwohl wir wissen, dass das Bier an solchen Orten sündhaft teuer ist, es sozusagen das Niveau vom Münchner Marienplatz hat.

Dann geht es weiter. Ich will das Bier bezahlen. Es ist wie erwartet recht teuer. Ich nicke, handele nicht und hole Geld heraus.

Das ermuntert die Imbiss-Dame. Jetzt meint sie, dass ich die auch die beiden Biere unsere Flößer bezahlen soll. Alles mit netten Gesten und feinem Lächeln.

Ich sage nein. Und scheine Recht zu haben. Der Flößer besteigt mit uns das Floß und wir fahren weiter. Und ganz offensichtlich bezahlt der Flößer seinen Imbiss nicht.

Meine Weigerung ändert aber an seiner Freundlichkeit nichts. Ist eben nur ein kleiner Ausfall von zusätzlichem Verdienst. Man kann es ja mal versuchen …

Ähnliche Erlebnisse gebe es noch einige mehr zu berichten.

RMD

P.S.
Ich war übrigens illegal  bei der völlig harmlosen Flussfahrt auf dem Floß. Denn die Teilnahme war nicht für Kinder unter sechs Jahren und Erwachsenen über sechzig Jahre gestattet. Diese Regel hängt – mit vielen anderen – groß aus. Aber keiner kümmert sich darum – wie auch die anderen Regeln wie Pflicht zum Tragen einer Schwimmweste, Verbot der Mitnahme von Kameras und Elektronika …(natürlich) komplett ignoriert werden.

Be Sociable, Share!

Kommentar verfassen

*