Roland Dürre
Dienstag, der 25. Mai 2010

Sparen dank China

Sechs Millionen Absolventen spucken Chinas Hochschulen zurzeit jährlich aus, davon haben die meisten einen Abschluss in einem naturwissenschaftlichen Fach.

Gebraucht werden in China davon nur drei Millionen, dies trotz des großen Booms. Der Rest findet keinen „adäquaten“ Job.

Was machen dann jedes Jahr die anderen drei Millionen? Taxi Fahren oder Chauffeur werden? Oder bei MacDonalds an der Theke stehen und Hamburger verkaufen?

Klingt nicht gut.

In Deutschland bestanden im Wintersemester 2006/07 und im Sommersemester 2007 rund 239 900 Studenten an den staatlichen Hochschulen ihre Abschlussprüfungen. Angeblich sind das viel zu wenig für den Bedarf unserer Volkswirtschaft, besonders weil der Anteil an Ingenieuren und Informatikern bei den Universitätsabsolventen recht niedrig sein soll.

Die Lösung ist doch ganz einfach:

Wir nehmen von den 3 Millionen Chinesen, die dort keinen Job finden, die 10 % mit den besten Abschlüssen. Dann bekommen wir 300.000 Akademiker zusätzlich und das sollte reichen.

Noch besser:

Wir sparen unsere Universitäten ganz ein. Und nehmen an Stelle von 10 % dann 20 % der arbeitslosen Absolventen aus China. Würde doch den chinesischen Arbeitsmarkt gut entlasten. Wir würden viel einsparen und uns so den € weiter leisten können.

Dieser Vorschlag klingt absurd und ist natürlich nicht machbar. Aber es gibt da Parallelen. Die deutschen Unternehmenslenker haben in den letzten Jahrzehnten vergleichbar gehandelt, um ihren Shareholder Value zu maximieren.

Noch absurder:

Und wenn wir dann nochmal 10 % der arbeitslosen chinesischen Akademiker für unsere Altenpflege und ähnliches gewinnen könnten, dann müssen wir uns keine Angst mehr um die Zukunft machen. Und die Chinesen hätten nur noch 2,1 Millionen neue arbeitslose Akademiker pro Jahr. Die könnten sie ja an das restliche €pa (EUROLAND) verkaufen.

Und wir könnten uns das Kinder kriegen komplett schenken. Das würde die Sparmöglichkeiten im Bereich „Soziales und Gesundheit“ noch einmal wesentlich erhöhen. Und die letzten Reserven bei den weiblichen Arbeitskräften mobilisieren.

Aber vielleicht sind die Zahlen, die man so liest, eh nur Blödsinn. Alles virtueller Quatsch fern von jeder Realität.

RMD

P.S.
Das Bild ist wieder von Hans-Peter Kuhn (HPK), aufgenommen anlässlich seiner Reise auf Schienen nach China.

2 Kommentare zu “Sparen dank China”

  1. Chris Wood (Dienstag, der 25. Mai 2010)

    Only four stars, because Roland calls this suggestion „absurd“. The basic idea is good, even if the numbers should be modified. Other counties import clever Chinese, why not Germany too? Millions of Turks were imported to perform menial tasks. Other countries acted similarly with Africans. In the days of Empire, the British „imported“ Indians to various parts of the Empire for non-menial work. I would expect educated Chinese to adapt easily and with less resulting conflict, particularly if mostly women came. (Most mixed-race marriages in USA involve either black men or Asiatic women). Of course many Chinese would use Europe as a stepping stone towards USA, but with reasonable treatment, enough would decide to stay.
    Millions of unemployed graduates in China must be a source of unrest in the population, and a danger for the government, so the rulers would surely not object to such a diaspora.
    The only potential serious problem would be latent racism, but the Germans have proved fairly flexible in this (and in other things too). The society went from extreme racism to a high degree of tolerance in a generation. It just needs reasonable education in the schools.

  2. hans-peter kühn (Mittwoch, der 26. Mai 2010)

    Frech, witzig, ironisch-durchdacht. Gefällt mir ausgezeichnet. Weiter so!!!

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