Roland Dürre
Dienstag, der 20. April 2010

Der Koffer

Mein Apple, mein Lebensretter?

Langsam ist mein Gestell wieder in Ordnung, so berichte ich mal von den Gefahren des Eisenbahnfahrens und welchen zusätzlichen Nutzen so ein Apple auch noch haben kann …

Am letzten Donnerstag war ich unterwegs nach Rosenheim. Um 9:30 war bei atunis ein Workshop angesagt. Von Ottobrunn nach Rosenheim dauert die Fahrt insgesamt 54 Minuten (inklusive Umsteigen am Ostbahnhof), davon verbringt man 29 Minuten an Bord des EC 111, der planmäßig in Rosenheim um 9:04 ankommt.

Die erste positive Überraschung am Morgen: Der EC 111 nach Klagenfurt kam am Ostbahnhof um 8:35 pünktlich an! Nach dem Einsteigen war auch gleich im ersten Abteil eines österreichischen 2. Klasse Wagen ein Platz frei. Ich teilte mir das Abteil mit zwei weiteren Reisenden.

Für den Workshop hatte ich mein 17-Zoll-eBook dabei. Die Zeit im Zug nutzte ich, um ein paar E-Mails zu schreiben und mich noch mal kurz vorzubereiten.

Bei der Einfahrt nach Rosenheim passierte es. Von oben herunter kam ein Riesenkoffer und stürzte auf mich. Ein Koffer von einer Größe, wie ich sie selten gesehen. Er war auch ziemlich schwer. Wahrscheinlich jenseits der bei Flugreisen zulässigen Gewichtsgrenze.

Mein eBook bäumte sich auf meinen Knien richtig auf, und mich durchzuckte es, wie es einen wohl auf dem elektrischen Stuhl durchrüttelt. Der Rechner hatte einen Totalschaden, bei mir hatte ich zuerst mal nichts gemerkt.

Der Inhaber des Koffers war sehr betroffen und gab mir seine Adresse mit der festen Zusicherung, den Schaden über seine Versicherung regeln zu wollen. Dann bin ich raus aus dem Zug und über den schönen Rosenheimer Bahnhofssteg zum Workshop geeilt.

Am Abend merkte ich dann doch, dass so einiges in meinem Körper (Nacken, Rücken, Becken) verschoben war. Hatte ich im ersten Schock gar nicht bemerkt. Glücklicherweise scheint es jetzt wieder in Ordnung zu sein.

Also: großes Glück gehabt …

Natürlich war der Koffer für die kleine Ablage viel zu groß und hätte nie da oben sein dürfen. Natürlich hätte der sehr freundliche Schaffner, der kurz vor dem Unfall die Fahrkarten kontrolliert hatte, das bemerken müssen. Und natürlich werde ich beim Hinsetzen im Zug ab jetzt immer vorher nach oben schauen, ob da nicht eine gefährliche Last auf mich lauert.

Mich würde die Nachstellung des Unfalls mit einem Dummy oder zumindest eine Simulation des Unfalls mit Methoden von Virtual Reality freuen. Dann könnte ich auf Video oder am Rechner sehen, was mit mir eigentlich passiert ist.

Wer macht das für mich?

RMD

P.S.
Mir bleibt die Hoffnung, dass der Schaden unkompliziert geregelt wird. Und bei allem Negativen gibt es auch etwas Positives. Drei Tage vor meinem Unfall hat Apple seine neuen E-Book-Modelle freigegeben …

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