Roland Dürre
Montag, der 16. November 2009

Der Krieg ist der Vater aller Dinge!

Vor kurzem habe ich im Artikel „Nanotechnologie und Ethik“ ein paar ethische Fragen bzw. Bedingungen skizziert, die man vor der Förderung oder beim Einstieg in völlig neue Technologien diskutieren sollte. Ich war der Meinung, dass die Ergebnisse einer solchen Diskussion sehr hilfreich sein könnten, um die entstehende neue Technologien verantwortet einführen zu können.

Ob eine neue Technologie langfristig mehr Schaden als Nutzen bringt, wird im Regel in so einem frühen Stadium nicht entscheidbar sein. So muss man neue Technologien starten und voranbringen. Eine frühe ethische Diskussion ist aber trotzdem notwendig, denn sie könnte die Einführung mit vernünftigen Regeln vorbereiten und vielleicht sogar helfen, Kollateralschäden zu vermeiden.

So dachte ich. Jetzt bin ich aber an die Volksweisheit erinnert worden, dass

„Der Krieg der Vater aller Dinge ist“!


Erfindungen, die vom Krieg getrieben sind, dürften ja von vorne herein unethisch sein, es sei denn, man definiert den Gewinn des Kriegs als unabdingbar notwendiges sittliches Ziel. Das erscheint mir aber sehr fragwürdig, zumindest werden die Kriegsegner dazu immer zwei sehr unterschiedliche Meinungen haben.

Wenn der Krieg der Vater aller Dinge ist, dann wäre eine ethische Diskussion sinnlos – oder noch notwendiger.

„Der Krieg als Vater von Innovation“ muss abgelöst werden zum Beispiel durch folgende Forderung:

„Die Menschheit braucht verantwortet eingesetzte neue Technologien zum Überleben!“

Denn wie bei unseren täglichen Meetings im Business: Nicht die Kollegen sind unsere Gegner, sondern das zu lösende Problem (eine alte Management-Weisheit). Und so sollten wir in unserer globalisierten Welt keine unnötigen Gegnerschaften betreiben, sondern gemeinsam an unseren Kernproblemen arbeiten.

RMD

1 Kommentar zu “Der Krieg ist der Vater aller Dinge!”

  1. Chris Wood (Dienstag, der 17. November 2009)

    „Erfindungen, die vom Krieg getrieben sind, dürften ja von vorne herein unethisch sein, es sei denn, man definiert den Gewinn des Kriegs als unabdingbar notwendiges“.
    There is no logic in this. May I quote the Biblical motto of the Tate and Lyle sugar company „Out of strength came forth sweetness“? This is connected with a nest of bees in the carcase of a lion.
    The last world war via radar helped the early development of computers, (e.g. my old professor http://en.wikipedia.org/wiki/Maurice_Wilkes).
    Also consider http://de.wikipedia.org/wiki/Alan_Turing.
    Aero engines got a huge boost too.
    I consider democracy to have resulted largely from wars. Free men fight better. I agree that we should in future try to get good results without war. But I am not sure whether that will always work. In a wider sense I hope that war on destructive viruses and bacteria will continue. And what if we discover aggressive beings from other planets?

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