Roland Dürre
Samstag, der 8. März 2014

Die alltäglichen Splitter

sViele News erreichen mich täglich und nur wenige bleiben haften.

Haften geblieben ist bei mir diese Woche aber die Nachricht, dass in EUROPA jede dritte Frau schon mal Opfer von Gewalt und/oder sexuellem Missbrauch geworden ist.

Jede dritte Frau in der Europäischen Union ist einer Studie zufolge seit ihrer Jugend Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt geworden (TAGESSCHAU)

Dass Gewalt ein schlimmes Thema unserer Gesellschaft ist, war und ist mir klar. Und ich finde das verabscheuenswürdig. Wie schön ist doch die Utopie einer Gesellschaft frei von Gewalt. Und wie sehr wünsche ich mir diese.

Aber!
Warum ist das eine Schlagzeile wert?

Weil es um Gewalt gegen Frauen geht?
Wäre „Gewalt gegen Menschen“ auch eine Schlagzeile wert?
Warum wird dabei Vergewaltigung – eine sicher eher männerspezifische Domäne – in einen Topf geworfen mit körperlicher Gewalt?

Was bedeutet „seit ihrer Jugend“?
Soll das etwa heißen, dass die Kindheit bei Gewalt ausgeklammert wird, weil da Gewalt ja üblich ist?
Wird nicht gegen Männer genauso Gewalt angewendet?

Ich finde diese Schlagzeile grauenhaft!

Gewalt richtet sich häufig gegen Kinder, früher wie heute. Das ist die Katastrophe. Und es gibt EU-Länder wie Frankreich, in denen die Mehrheit der Eltern eine durch Gewalt unterstützte Erziehung auch heute noch gut heißt.

In meiner Generation dürften so eher 90 % der Menschen Opfer von Gewalt geworden sein. Und das sicher mehrfach.

Kinder sind männlich und weiblich. Und ich fürchte, dass Buben noch mehr geprügelt werden als Mädchen. Mir fallen auch erstaunlich viele Fälle ein, in denen erwachsene Männer Opfer von Gewalt geworden sind. Also lasst uns über Gewalt gegen Menschen reden.

Eine Ausnahme könnte Vergewaltigung sein. Das ist sicher ein Thema der Geschlechterwelt.

Würde ansonsten aber eine redliche Gleichstellung der Geschlechter nicht erfordern, dass man gerade bei Themen von körperlicher Gewalt die Unterscheidung Frau/Mann sein lässt? Denn das Thema Gewalt geht uns alle an. Die Opfer sind Kinder und Menschen, Männer wie Frauen. Das ist ein Thema unserer Gesellschaft.

Gewalt sollte so nicht nur kurz in einer Schlagzeile hoch gekocht, dazu ein „oweh, oweh“ gemurmelt und dann ganz schnell  wieder vergessen werden. Die Gewalt in unserer Gesellschaft muss uns vielmehr daran erinnern, dass wir von der Utopie einer gewaltfreien Gesellschaft noch meilenweit entfernt sind und wir einen gesellschaftlichen Konsens für Veränderung brauchen.

Also liebe Medien, kümmert Euch doch auch mal um uns Männer. Auch wenn wir da keine Schlagzeile wert sind. Und seid vor allem gegen Gewalt.

RMD

P.S.
Als „gutes“ Instanz von modernen Medien würde ich übrigens „Fefes Blog“ empfehlen.

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