Roland Dürre
Samstag, der 3. August 2019

Die Kunst des Bremsens.

 

Das Geheimnis des Hyperloop.

 

Schema des Hyperloops
(Bild aus Wikipedia)

Im meinem letzten Artikel ging es unter anderem auch um Elon Musk. Bleiben wir bei ihm und einem weiterem seiner Themen – dem Hyperloop. Auch dieser ist eines der Hochtechnologie-Projekte/-Ideen, in die Elon Musk investiert.

Dahinter steht schlicht die Überlegung, dass Landfahrzeuge in einer weitgehend evakuierten Röhre schneller bewegt werden können als an der frischen Luft. Landfahrzeuge nutzen zur Fortbewegung typischerweise Räder (Eisenbahn), können aber auch Magnetschwebebahnen oder Luftkissenfahrzeuge sein.

Das besondere am Hyperloop ist für mich, dass es als Open Source Projekt entwickelt wird, d. h. die technologischen Erkenntnisse Allgemeingut sind. Dazu gibt es einen Wettbewerb, der jährlich in der Röhre einer sich in Los Angeles befindlichen Teststrecke ausgetragen wird. Diesen Wettbewerb gewinnt das Fahrzeug, das die höchste Maximalgeschwindigkeit erreicht. Die Teilnehmer sind überwiegend Teams von Universitäten.

Die TU München hat diesen Wettbewerb mehrfach gewonnen. Auch in diesem Jahr wieder. Das finde ich sehr beeindruckend. So habe ich die Frage gestellt, „wie kann ein Team aus dem technologisch und digital nicht mehr so führendem Deutschland solch einen Wettbewerb gewinnen?“

Die Antwort, die ich bekommen habe, war verblüffend einfach:
Die Länge der Teststrecke ist endlich. Bisher rasen die Pods durch eine nur 1.200 Meter lange Röhre. Und das Team von der TU hat schnell erkannt, dass die erreichte Spitzengeschwindigkeit mit der der Zeit und Strecke, die man zum Beschleunigen nutzen kann, korreliert. Das erste Ziel muss also sein, die Bremsstrecke zu minimieren, damit man möglichst viel Meter zum Beschleunigen hat.

Und – dieser zynische Einwurf sei mir gestattet – beim Bremsen sind wir Deutsche bekannter Weise richtig gut. Also hat das Fahrzeug WARR der TUM (man beachte die Namensgebung) dank einzigartiger Bremstechnologie die beste Bremsleistung aller teilnehmenden Fahrzeuge und kann so noch beschleunigen wo die Konkurrenz schon wieder abbremsen muss.

Für seinen Hyperloop-Wettbewerb 2020 plant Elon Musk eine rund zehn Kilometer lange Röhre mit Kurve. Da könnte der Bremsvorteil von WARR nicht mehr so wesentlich sein.

Trotzdem wird weiter gelten:
Wer schnell sein will, muss erst lernen zu bremsen. Denn da der Weg begrenzt ist, geht es darum möglichst viel vom Weg zum Beschleunigen nutzen zu können.

So finden wir eine schöne Metapher fürs Leben:
Wenn Du schnell sein willst, dann lerne erst zu bremsen! 

RMD

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